Genre:
Puzzles USK Freigabe:
Freigegeben ab 16 Jahren gemäß § 14 JuSchG. ca. Preis:
30,00 €
Systeme:
PC, PlayStation 5, Xbox Series X/S
Testsystem:
Windows 11 64 Bit, 64 GB RAM, Amd Ryzen 7 7800X3D 8 x 4.20GHZ, Radeon RX 7800 XT 16GB
Inhalt:
Die Welt ist dem Untergang geweiht. Die Erde ist überschwemmt und überall ist Plastik zu finden. Plastik, dass dann auch die noch übrig gebliebene Menschheit infiziert und über eine Krankheit langsam zugrunde richtet. Doch da gibt es ebenfalls noch die Tidewalker, sozusagen Auserwählte, die anhand der Aktionen ihrer Vorgänger entscheiden können, wie sie vorgehen.
Meinung:
Ich bin normalerweise kein Multiplayer-Freund. Meine Vorliebe richtet sich überwiegend auf Singleplayer-Games, vor allem auf solche, die ein interessantes Gameplay und/oder Story bieten. Doch dann hat die Redaktion unverhofft einen Key zu Tides of Tomorrow erhalten und ehe ich es mich versah, spielte ich auf ein Mal ein Multiplayer-Game.
Asynchroner Multiplayerspaß Allerdings eins, dass asynchron ist. Sprich, ich kann so spielen, als ob ich alleine bin. Bis ich eine Entscheidung treffen muss, bei der ich sehe, was die jeweilige Person, deren Aktionen ich gerade sehe, getan hat. Und entweder ich orientiere mich daran, oder ich tue etwas anderes.
Das klingt natürlich simpler, als es in Wahrheit ist. Denn du triffst manchmal eben nicht nur eine Entscheidung. Sondern hast die Auswahl sogar zwischen fünf Unterschiedlichen. Und da dann die Richtige zu treffen, kann schon knifflig sein. Denn genauso, wie du einem aktuellen Vorbild über den Storylink folgst, können deine Taten auch Vorbild für jemand anderen sein.
Tides of Tomorrow findet in einer knallbunten postapokalyptischen Welt statt. Und dir wird von Anfang an klar gemacht, was dein Ziel ist: nämlich die Menschheit zu retten. Doch der Weg dorthin ist alles andere als einfach. Denn du selbst leidest ebenfalls unter der weit verbreiteten Krankheit Plastemia. Und es gibt nur ein Mittel, das sie vorübergehend einschränkt, nämlich Ozen. Und das ist leider sehr rar und spärlich verteilt.
Ein Puzzle von Game Und so musst du nicht nur die Story des Games spielen. Sondern bist gleichzeitig ständig auf der Suche nach Ozen. Dass du jedoch nicht nur fürs Überleben benötigst. Sondern ebenso, um dich dann später im Spiel über die Welt fortzubewegen. Du erhältst nämlich später ein Segelboot, das dich von Eiland zu Eiland bringt und dabei zwei Ozen verbraucht.
Als Tidewalker besitzt du über bestimmte Fähigkeiten, die sich hauptsächlich darauf beschränken, dass du die Aktionen deines jeweiligen Vorbildes beobachten kannst. Du siehst, was es in wichtigen Momenten getan hat. Aber ebenso in weniger wichtigen Momenten. Und genauso werden auch deine Taten für andere gespeichert und, wenn sie dich als Storylink auswählen, nachgespielt. Was du dann entsprechend ausnutzen kannst, um teilweise ziemlichen Blödsinn anzustellen, wie bestimmte Emotes zu machen. So kannst du deinem Nachfolger einen Streich spielen, so das sich dieser ärgern dürfte.
Dabei kannst du das Gameplay als eine Art Puzzle bezeichnen. Du musst ständig überlegen, wie du wo weiterkommst. Wie du in abgesperrte Gebiete kommst oder an wichtige Ressourcen. Auch da können die Visionen der Person, der du folgst, helfen. Jedoch sind diese Rätsel nicht sonderlich abwechslungsreich gestaltet, da die Lösung häufig sehr simpel ausfällt.
Eine offene Welt wäre schön gewesen Die Inseln, die du im Laufe des Games aufsuchst, sind dabei teilweise sehr verschachtelt aufgebaut und belohnen einen dafür, dass du selbst abgelegene Areale besuchst. So kannst du zum Beispiel eine Truhe finden, in der andere Tidewalker Sachen reingetan haben. Das kannst du entweder nehmen, oder ebenfalls etwas reintun, wie beispielsweise Scrap, was die Währung des Games ist.
Die Story des Games selbst ist durchaus interessant. Vor allem auch wegen den Personen, die du im Laufe des Spiels begegnest. Allerdings sind die Charakterzeichnungen stellenweise sehr simpel gestaltet. Eyla ist ein schon fast typischer Gutmensch, derweil Obin eher antagonistisch rüberkommt.
Was Tides of Tomorrow gut getan hätte, wäre eine offene Welt. Aber im Prinzip steht jede Insel für sich selbst und stellenweise fühlt es sich wie abhaken und weitermachen an. Man kann die Inselwelt leider nicht frei erkunden, da du nach jeder Mission aufs Meer fährst, um dort die nächste Mission oder Seed auszuwählen.
Auch muss man die Animationen bemängeln. Viele Figuren sind sehr limitiert und steif dargestellt. Und das ist durchaus schade, da die Welt von Tidewalker vom Design her eigentlich wunderbar ist.
Fazit:
Tides of Tomorrow will vieles erreichen, scheitert aber im Prinzip an sich selbst. Die Idee des asynchronen Gameplays hat etwas, auch die Tatsache, dass man mit den eigenen Aktionen vielleicht ebenso die Spielweise jemand anderes beeinflussen kann. Aber dann sind da Dinge, wie die einfachen Puzzles, die steifen Animationen und allgemein das Gefühl, dass Game sein Potenzial nicht richtig wahrnimmt. Das ist schade, denn Spaß macht das Spiel dann doch irgendwo.
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