Genre:
Adventure USK Freigabe:
Freigegeben ab 12 Jahren gemäß § 14 JuSchG. ca. Preis:
€
Systeme:
PC, PlayStation 5, Xbox Series X/S
Inhalt:
Der Erde droht der Kollaps. Hoffnung liegt auf dem Planeten Persephone, der sich am Rande des Sonnensystems befindet. Eine Mission der ESA wird ausgeschickt, um diese Welt zu untersuchen. Doch am Ende bauen die beiden Astronauten eine Bruchlandung und werden dabei voneinander getrennt. Nun müssen sie wieder zueinanderfinden.
Meinung:
Seit 2013 präsentiert Don’t Nod Entertainment immer wieder Spiele, bei der vor allem die Story glänzen kann. Titel wie Life is Strange oder Jusant präsentierten nicht nur abwechslungsreiches Gameplay. Sondern ebenfalls eine Geschichte, die einen mitriss. Aphelion ist jetzt der neuste Streich des französischen Entwicklers.
Auf zur letzten Hoffnung der Menschheit Die Geschichte handelt von den beiden ESA-Astronauten Ariane und Thomas, die im Jahr 2060 den Planeten Persephone erkunden sollen. Dieser soll die künftige Heimat der Menschheit sein. Allerdings hat er eine mysteriöse Energiequelle, die eben Ziel der beiden Weltraumreisenden ist.
Dabei werden die beiden direkt zu Beginn des Games voneinander getrennt und müssen dann im Laufe des Spiels wieder zueinanderfinden. Was allerdings wie üblich einfacher klingt, als es in Wahrheit ist.
Das fängt schon damit an, dass die Spielweisen der beiden noch nicht mal ansatzweise die gleichen sind. Arianes Erlebnisse sind deutlich mehr physikalisch orientiert. Sie muss weite Strecken durchqueren und hierbei viele Hindernisse durch Körpereinsatz überwinden. Bei ihm ist es hingegen so, dass seine Kapitel deutlich kleinere Areale umfassen, weil er sich dabei teilweise von Überlebensinsel zu Überlebensinsel hangeln muss.
Zwei Spielfiguren, zwei unterschiedliche Spielweisen Arianes Abenteuer sind stark aufs Klettern ausgerichtet. Wiederholt triffst du auf Wände, mit deutlich erkennbaren Vorsprüngen, die du, wie in den 3D-Abenteuern eines persischen Blaubluts, entlangklettern kannst. Die Richtung, in der du dich begeben musst, wird dir dabei klar durch das Spiel deutlich gemacht. Nur selten gibt es auch Alternativrouten.
Ariane ist allerdings für ihre Art des Spielens gut ausgestattet. Sie hat unter anderem auch einen Kletterhaken, mit dem sie sich an bestimmten Stellen einhaken und so sehr steile Wände hochklettern kann. Oder sich über Abgründe schwingen kann. Ebenso kann sie Objekte scannen oder elektromagnetische Linien ausfindig machen und später sogar manipulieren.
Thomas hingegen ist nicht so aktiv unterwegs. Was aber auch daran liegt, dass, als das Schiff abstürzt, sein Sauerstofftank beschädigt wird. Das heißt, er verliert ständig überlebenswichtige Atemluft. Zum Glück sind in seinen Leveln überall Sauerstoffquellen verteilt, wo er sich jederzeit einhaken und so O2 wieder auftanken kann.
Man muss leise sein Bei ihm ist die große Herausforderung, dass er sich von Sauerstoff zu Sauerstoff bewegen muss. Der Weg ist dabei immer durch Hindernisse versperrt, die er erst beseitigen muss. Auch er hat einen Kletterhaken, den er jedoch dafür nutzt, um Barrieren niederzureißen oder Brücken zu errichten.
Das liest sich selbstverständlich alles nicht so wahnsinnig berauschend. Wenn das Gameplay wirklich nur aus Klettern und Überleben besteht, liegt natürlich der Verdacht nahe, dass das Spiel langweilig ist. Was zum Glück nicht der Fall ist. Denn die Geschichte packt einen. Und du ertappst dich schnell dabei, dass du wissen möchtest, was als Nächstes geschieht. Was es mit den Mysterien von Persephone auf sich hat.
Außerdem gibt es auch Passagen, in denen es spannend wird. Denn es gibt auf dieser Welt eine gefährliche Lebensform, die irgendwann Nemesis genannt wird. Ariane hat mit ihr zu tun und da sie keine Waffen hat, muss sie leise an ihr vorbeischleichen oder ablenken, um weiterzukommen.
It's the Story stupid Doch was zunächst spannend und großartig klingt, nutzt sich schnell ab. Denn ausgerechnet diese Stealthpassagen sind mit die nervtötendsten des gesamten Games. Man merkt dem Spiel an, dass der Fokus ursprünglich wirklich aufs Erkunden und der Story lag. Nemesis muss erst später mit hinzugekommen sein, um mehr Abwechslung reinzubringen. Und wirkt dadurch wie ein Fremdkörper.
Denn du spielst Aphelion wegen der Story und wegen dem eigentlichen Star: Der Welt. Persephone ist eine Welt aus Schnee und Eis. Gewaltige Berge türmen sich im Hintergrund auf, derweil du im Vordergrund vielleicht gerade eine schmale Eisbrücke entlangbalancierst. Oder vorsichtig über einen Eissee geht, um ja nicht einzubrechen. Das sind die Momente, in denen das Game wirklich glänzt! Die auch optisch am beeindruckendsten sind.
Wobei man allerdings auch einwenden muss, dass die Charaktermodelle des Spiels etwas „flach“ wirken. Ebenso, wie es einige Bugs gibt. An einigen Stellen fällt es leicht, dass du dich in der Spielewelt einfädelst und dann nicht mehr weiterkommst. Oder aus Versehen durch Wände glichst. Zum Glück sind diese Momente eher selten.
Dafür kann der Soundtrack überzeugen. Das Game hat mit die beste Musik, die ich dieses Jahr irgendwo vernommen habe. Und auch die Synchronisation ist super. Der leichte, kaum wahrnehmbare französische Akzent bei Ariane. Oder Thomas ständig zu hörende Furcht.. All das wird super rübergebracht.
Fazit:
Aphelion ist kein Action-Adventure. Es ist aber auch kein Walking Simulator. Es ist ein Zwischending. Irgendwie von allem etwas und doch nicht so ganz. Das Ergebnis ist ein eher ungewöhnliches Game, in dem die Welt und die Story im Mittelpunkt stehen und weniger das Gameplay. Die Stealthpassagen nerven, die Charaktermodelle wirken flach und die Grafik hat ihre Bugs. Dennoch hat der Titel seinen Charme.
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