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Forza Horizon 6

Entwickler: Playground Games
Publisher: Xbox Game Studios

Genre: Sport
USK Freigabe: Freigegeben ab 6 Jahren gemäß § 14 JuSchG.
ca. Preis: ab 69,99 €

Systeme: PC, Xbox Series X/S

Ausgezeichnet mit dem Splash Hit Inhalt:


Seit über einem Jahrzehnt gehört die Forza Horizon-Reihe zu den wichtigsten Namen im Arcade-Rennspielgenre. Bereits der erste Teil überzeugte mit seiner Mischung aus Festival-Atmosphäre, offener Spielwelt und zugänglichem Fahrgefühl. Spätestens mit den Nachfolgern entwickelte sich die Serie jedoch endgültig zum modernen Genreprimus. Ob die mediterranen Straßen Südeuropas in Forza Horizon 2, die abwechslungsreiche Kulisse Australiens im dritten Teil, die dynamischen Jahreszeiten Großbritanniens in Forza Horizon 4 oder die riesige Welt Mexikos in Forza Horizon 5 Playground Games schaffte es immer wieder, das bewährte Grundkonzept sinnvoll weiterzuentwickeln und gleichzeitig jenes besondere Freiheitsgefühl zu bewahren, das die Reihe seit Jahren so beliebt macht.



Meinung:

Entsprechend hoch waren die Erwartungen an Forza Horizon 6. Nach Jahren voller Fanwünsche verschlägt es das Horizon Festival diesmal endlich nach Japan – ein Setting, das nahezu perfekt zur Identität der Serie passt. Schließlich gibt es kaum ein anderes Land, in dem die Tuning- und Street-Racing-Kultur einen ähnlich legendären Ruf genießt. Und tatsächlich zeigt sich bereits nach kurzer Zeit: Playground Games liefert erneut ein Rennspiel ab, das nicht nur fantastisch aussieht, sondern vor allem genau versteht, warum seine Vorgänger so erfolgreich waren.

Schon die ersten Fahrten durch neonbeleuchtete Straßenschluchten, enge Bergstraßen und ländliche Regionen voller Kirschblüten vermitteln genau jenes Gefühl grenzenloser Freiheit, das die Serie seit jeher auszeichnet. Dabei gelingt es dem Spiel bemerkenswert gut, die unterschiedlichsten Regionen glaubwürdig miteinander zu verbinden. Innerhalb weniger Minuten rast man vom regennassen Großstadtdschungel Tokios in ruhige Waldgebiete oder driftet über serpentinenartige Passstraßen, die direkt aus einem japanischen Street-Racing-Anime stammen könnten.

Eine offene Spielwelt, die zum Erkunden einlädt
Die größte Stärke des Spiels bleibt auch im sechsten Teil die offene Spielwelt. Japan fühlt sich nämlich nicht einfach wie eine hübsche Kulisse an, sondern wie ein lebendiger, glaubwürdiger Ort.

Dabei versteht es Forza Horizon 6 hervorragend, seine Spielerinnen und Spieler ständig mit neuen Aktivitäten zu beschäftigen. Ganz gleich ob klassische Rennen, Drift-Challenges, Scheunenfunde, Fotomissionen oder die bekannten Horizon-Events – auf der Karte gibt es praktisch immer etwas zu entdecken. Oft fährt man auch ohne ein festes Ziel durch die Gegend, sondern lässt sich einfach treiben – das nächste Event oder Sammelobjekt kommt schließlich früher oder später.

Japan als heimlicher Star des Spiels
Besonders beeindruckend ist die enorme Detailverliebtheit, mit der Playground Games das Land umgesetzt hat. Stellenweise geht diese sogar so weit, dass selbst einheimische Spieler in sozialen Netzwerken die Authentizität vieler Regionen loben. Doch auch wer noch nie selbst in Japan war, wird die kleinen Tempelanlagen am Straßenrand, die dicht bebauten Innenstädte voller Leuchtreklamen oder die malerischen Küstenstraßen schnell ins Herz schließen.

Gerade die Vielfalt der Landschaften macht dabei einen großen Teil des Reizes aus. Tokio und andere Metropolen sorgen für urbanes Rennfieber, während abgelegene Bergstraßen, dichte Wälder und ländliche Regionen eine völlig andere Atmosphäre erzeugen. Dadurch wirkt die Spielwelt abwechslungsreicher als jemals zuvor.

Viel zu tun, aber strukturierter
Ein weiterer Pluspunkt ist die überarbeitete Kampagnenstruktur. Während Forza Horizon 5 die Spielerinnen und Spieler oftmals mit Events, Belohnungen und neuen Aktivitäten förmlich bombardierte, wirkt Forza Horizon 6 deutlich fokussierter.

Statt permanent neue Aufgaben auf die Karte zu werfen, arbeitet man sich nun durch klar definierte Meilensteine. Das sorgt für ein angenehmes Gefühl des Fortschritts und verhindert, dass man sich in der schieren Masse an Möglichkeiten verliert.

Und wenn irgendwann das letzte Festival-Rennen gewonnen, jedes XP-Schild zerstört und jedes Sammelobjekt gefunden wurde, ist noch lange nicht Schluss. Mit den wechselnden Jahreszeiten erscheinen regelmäßig neue Herausforderungen und Events. Zudem kommen auch noch die umfangreichen Multiplayer-Inhalte hinzu, in denen man gemeinsam mit oder gegen Spielerinnen und Spieler aus aller Welt antreten kann.

Dynamisches Wetter und packende Atmosphäre
Einen großen Anteil an der gelungenen Atmosphäre haben bei all dem auch die dynamischen Wettereffekte. Starker Regen verändert das Fahrgefühl diesmal deutlich spürbarer als noch in den Vorgängern, während dichter Nebel in den Bergregionen für eine beinahe cineastische Stimmung sorgt.

Besonders eindrucksvoll sind zudem die Nachtfahrten. Wenn sich die Lichter Tokios auf dem nassen Asphalt spiegeln und die Neonreklamen ganze Straßenzüge in farbiges Licht tauchen, entstehen immer wieder Momente, die fast schon fotorealistisch wirken.

Auch die dynamischen Jahreszeiten tragen ihren Teil dazu bei. Je nach Jahreszeit verändern sich Landschaften, Wetterbedingungen und teilweise sogar die Stimmung einzelner Regionen spürbar.

Zwischen Arcade und Simulation
Spielerisch bleibt sich die Reihe auch diesmal wieder treu. Das Fahrmodell trifft erneut genau jene Balance zwischen Zugänglichkeit und Anspruch, die Forza Horizon seit seinem Debüt im Jahr 2012 auszeichnet.

Fahrzeuge fühlen sich individuell genug an, um ihre Eigenheiten deutlich wahrzunehmen, bleiben aber gleichzeitig angenehm kontrollierbar. Gerade diese Mischung macht einen großen Teil der Langzeitmotivation aus.

Natürlich gibt es auch Ausnahmen. Einige extrem auf Drift ausgelegte Fahrzeuge lassen sich nur mit viel Fingerspitzengefühl beherrschen und wirken manchmal fast so, als hätten sie jegliche Lust verloren, geradeaus zu fahren. Gerade das sorgt allerdings für zusätzliche Abwechslung.

Ganz gleich, welches Auto man fährt, Hochgeschwindigkeitsrennen durch enge Straßen machen immer enorm viel Spaß. Vor allem in der Cockpit-Perspektive entsteht dabei ein beeindruckendes Tempogefühl, das selbst erfahrene Rennspielfans regelmäßig grinsen lassen dürfte.

Ein Paradies für Autofans und Tuning-Enthusiasten
Auch die Fahrzeugauswahl lässt kaum Wünsche offen. Von klassischen japanischen Sportwagen über moderne Hypercars bis hin zu kuriosen Kei-Cars ist praktisch alles vertreten, was das Herz von Autofans höherschlagen lässt.

Gerade Liebhaber japanischer Automobilkultur kommen dabei voll auf ihre Kosten. Hersteller wie Nissan, Toyota, Mazda oder Honda stehen hier nämlich deutlich stärker im Mittelpunkt als in früheren Teilen und verleihen dem Spiel eine ganz eigene Identität.

Darüber hinaus dürfen sich erneut auch Tuning-Fans freuen. Wer einfach nur Rennen fahren möchte, kann dies natürlich problemlos tun. Gleichzeitig bietet das Spiel aber eben genug Möglichkeiten, um stundenlang an Fahrzeugabstimmungen zu feilen oder individuelle Lackierungen zu entwerfen.

Alternativ lässt sich natürlich auch auf die Kreativität der Community zurückgreifen. Bereits wenige Tage nach dem Release finden sich unzählige Fahrzeugdesigns und Setups zum Herunterladen. Egal ob originale Rennlackierungen, Anime-Motive oder vollkommen absurde Eigenkreationen – die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass jemand die gewünschte Idee bereits umgesetzt hat.

Präsentation auf absolutem Topniveau
Doch nicht nur spielerisch weiß Forza Horizon 6 zu überzeugen. Auch technisch gehört es ohne Zweifel zu den beeindruckendsten Rennspielen überhaupt.

Die Fahrzeugmodelle wirken nahezu fotorealistisch, die Beleuchtung zählt zum Besten, was das Genre derzeit zu bieten hat, und die Sichtweite erreicht stellenweise ein Niveau, das beinahe absurd erscheint. Besonders die weitläufigen Landschaften Japans profitieren enorm davon.

Hinzu kommt der gewohnt starke Soundtrack. Die verschiedenen Radiosender kombinieren elektronische Musik, Rock, Pop und japanische Einflüsse zu einer stimmigen Festival-Atmosphäre. Gleichzeitig überzeugen die Motorensounds erneut mit ordentlich Druck – vorausgesetzt natürlich, man sitzt im richtigen Fahrzeug.

Positiv fällt zudem auf, dass sich die Inszenierung angenehm zurückhält. Anders als viele moderne Open-World-Spiele versucht Forza Horizon 6 nämlich gar nicht erst, sich mit einer übertrieben dramatischen Geschichte künstlich aufzuwerten. Stattdessen konzentriert sich das Spiel auf schnelle Autos, gute Laune und spektakuläre Rennen – und fährt damit ausgesprochen gut.

Nicht alles glänzt so schön
Trotz aller Begeisterung ist allerdings nicht alles perfekt, wobei einige der Schwächen die Reihe mittlerweile bereits seit mehreren Serienteilen begleiten.

So wiederholen sich bestimmte Event-Arten auch diesmal wieder relativ schnell und auch die Progression fühlt sich gelegentlich etwas zu beliebig an. Hinzu kommt die inzwischen fast schon traditionelle Flut an Belohnungen. Neue Autos, Credits und Preise regnen praktisch im Minutentakt auf die Spielerinnen und Spieler herab, wodurch manche Errungenschaften ihren besonderen Wert verlieren.

Auch die KI sorgt gelegentlich für Frust. Während manche Rennen angenehm fordernd ausfallen, wirken andere Gegner seltsam unausgeglichen oder fahren unrealistisch aggressiv. Vor allem auf höheren Schwierigkeitsgraden neigen die sogenannten Drivatare dazu, nahezu übermenschliche Fahreigenschaften an den Tag zu legen. Da hilft manchmal selbst das beste Tuning wenig, wenn die Konkurrenz scheinbar mühelos und nahezu ohne Rücksicht auf physikalische Gesetze durch die Kurven schießt.

Hinzu kommen kleinere technische Probleme im Online-Modus. Verbindungsabbrüche und gelegentliche Synchronisationsfehler treten zwar nicht ständig auf, fallen bei einem Spiel mit so starkem Multiplayer-Fokus aber dennoch negativ auf.

Zu wenig Mut zur Revolution
Zudem hätte die Kampagne insgesamt etwas mutiger ausfallen dürfen. Zwar funktioniert die entspannte Festival-Struktur nach wie vor hervorragend, wirklich große Überraschungen oder grundlegende Neuerungen bleiben jedoch rar.

Selbst die spektakulären Spezial-Events, in denen man etwa gegen einen Shinkansen oder einen riesigen Mech antritt, fühlen sich eher wie eine konsequente Weiterentwicklung von Forza Horizon 5 an als wie ein echter Neustart.

Das ist keineswegs schlecht – schließlich gehört bereits der Vorgänger zu den besten Rennspielen seiner Generation. Dennoch entsteht stellenweise der Eindruck, dass Playground Games lieber auf bewährte Stärken setzt, als größere Risiken einzugehen.



Fazit:
Bild unseres Mitarbeiters Stefan.Heppert

Trotz dieser Kritikpunkte gelingt Forza Horizon 6 etwas, woran viele Rennspiele scheitern: Es vermittelt konstant Freude am Fahren. Nicht nur während der Rennen, sondern auch beim ziellosen Erkunden seiner offenen Welt.

Die Mischung aus spektakulärer Präsentation, motivierendem Fortschrittssystem und hervorragendem Fahrgefühl funktioniert erneut erstaunlich gut. Vor allem das Japan-Setting erweist sich dabei als absoluter Volltreffer. Es verleiht der Reihe eine frische Atmosphäre, ohne ihre grundlegende Identität zu verändern.

Playground Games beweist einmal mehr, warum die Forza Horizon-Serie aktuell praktisch konkurrenzlos an der Spitze des Arcade-Rennspielgenres steht. Wer offene Spielwelten, schnelle Autos und dieses einzigartige Gefühl digitaler Roadtrips liebt, bekommt hier eines der besten Rennspiele der letzten Jahre serviert.



Forza Horizon 6 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Autor der Besprechung:
Stefan.Heppert

Screenshots


















Wertungen Pluspunkte Minuspunkte
Wertung: 9.625 Grafik: 10.50
Sound: 9.50
Steuerung: 9.50
Gameplay: 9.00
Wertung: 9.625
  • Großer Fuhrpark
  • Atemberaubendes Japan
  • Tolles Spielgefühl
  • Viel zu tun
  • Sehr aktive Community
  • Zu wenige Neuerungen
  • KI mit Aufs und Abs
  • Kleinere technische Probleme im Online-Modus
  • Belohnungen wie am Fließband

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Rezension vom: 01.06.2026
Kategorie: Sport
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