Genre:
Adventure USK Freigabe:
Freigegeben ab 16 Jahren gemäß § 14 JuSchG. ca. Preis:
ab 69,99 €
Systeme:
PC, PlayStation 5, Xbox Series X/S
Inhalt:
Nach Jahren der Funkstille kehrt James Bond endlich auf die Videospielbühne zurück. Die Erwartungen an 007 First Light könnten dabei kaum größer sein. Schließlich stammt das Spiel von IO Interactive, jenem Studio, das mit der Hitman-Reihe eindrucksvoll bewiesen hat, dass es sich auf Stealth, Agentenfantasien und offene Missionsdesigns versteht. Statt jedoch bekannte Filmabenteuer nachzuerzählen, geht das Team einen anderen Weg und erzählt die Ursprungsgeschichte eines jungen James Bond – lange bevor dieser zur berühmtesten Geheimagenten-Ikone der Welt wird.
Das Ergebnis ist ein spannendes, häufig spektakuläres Agentenabenteuer, das die Stärken der Entwickler gekonnt ausspielt.
Meinung:
Ein junger Bond auf dem Weg zur Legende Schon die Grundidee erweist sich als echter Glücksgriff. Wenn wir dieses Abenteuer beginnen, sind wir nämlich kein unantastbarer Superagent, der für jedes Problem bereits die perfekte Lösung parat hat. Stattdessen schlüpfen wir in die Rolle eines sechsundzwanzigjährigen, außergewöhnlich talentierten, aber eben auch ziemlich ungestümen ehemaligen Marinefliegers, der sich mitten in seiner ersten echten Bewährungsprobe befindet und dabei durchaus noch Fehler macht. Die Entwickler werfen uns dann auch direkt in die rauen Anfänge des legendären Doppelnull-Programms des MI6 und erzählen eine völlig neue, unverbrauchte Origin-Story.
Die Handlung führt uns rund um den Globus und verbindet klassische Bond-Elemente mit einer modernen Inszenierung. Verräter, internationale Verschwörungen, gefährliche Schurken und zahlreiche Wendungen sorgen dafür, dass die Geschichte über die gesamte Spielzeit hinweg spannend bleibt. Besonders gelungen ist dabei die Balance zwischen persönlicher Charakterentwicklung und den großen Agentenmomenten, die Fans der Reihe erwarten.
Nicht jede Wendung überrascht allerdings wirklich. Manche Story-Elemente sind vorhersehbar, und einige Nebenfiguren bleiben trotz starker Auftritte etwas blass. Dennoch gelingt es dem Spiel bemerkenswert gut, den Geist der Filmvorlagen einzufangen, ohne sich zu stark an bereits bekannten Geschichten festzuklammern.
Zwischen Hitman und Hollywood-Blockbuster Wer die Hitman-Spiele kennt, wird viele Designideen wiedererkennen. Zahlreiche Missionen bieten unterschiedliche Herangehensweisen. Spielerinnen und Spieler können Gegner lautlos ausschalten, sich durch geschickte Gespräche Zugang verschaffen oder Situationen mit Waffengewalt lösen.
Genau darin liegt aber eine der größten Stärken von 007 First Light. Die Einsätze fühlen sich durch eben jene Möglichkeiten nämlich häufig wie echte Geheimdienstoperationen an. Statt lediglich von Schießerei zu Schießerei zu hetzen, sammelt man Informationen, observiert Zielpersonen und nutzt technische Hilfsmittel, um sich entscheidende Vorteile zu verschaffen.
Gleichzeitig versteht es das Spiel, immer wieder spektakuläre Actionsequenzen einzustreuen. Dieser Mix aus Verfolgungsjagden, Explosionen, dramatischen Fluchtszenen und Stealth-Sequenzen funktioniert hervorragend, sorgt für reichlich Abwechslung und fängt das typische 007-Gefühl auf spielerische Weise ein.
Allerdings zeigt sich hier auch eine kleine Schwäche. Während die offenen Missionen glänzen, wirken einige der stärker gescripteten Abschnitte leider deutlich linearer. In diesen Momenten büßt das Spiel dann auch etwas von seiner spielerischen Freiheit ein und erinnert eher an eine interaktive Filmszene als an ein echtes Agentenabenteuer.
Gadgets, Tarnung und kreative Lösungen Natürlich wäre ein Bond-Spiel ohne technische Spielereien kaum denkbar. Glücklicherweise liefert 007 First Light aber auch in diesem Bereich genau das, was man sich von einem modernen 007-Abenteuer erhofft.
So ermöglicht etwa eine modifizierte Armbanduhr gezielte EMP-Stöße, mit denen wir uns aus brenzligen Situationen befreien können. Alternativ kommen hochmoderne Kameras zum Einsatz, die selbst durch Wände hindurch Informationen liefern und Schwachstellen in der gegnerischen Verteidigung sichtbar machen.
Besonders gelungen ist dabei, dass die Ausrüstung nie wie ein bloßer Selbstzweck wirkt. Vielmehr greifen viele Werkzeuge sinnvoll ineinander und motivieren dazu, unterschiedliche Strategien auszuprobieren. Dadurch besitzen zahlreiche Missionen auch einen hohen Wiederspielwert.
Auch das Kampfsystem hinterlässt einen soliden Eindruck. Schießereien funktionieren zuverlässig, und die Nahkampfsequenzen sehen spektakulär aus. Am stärksten ist das Spiel jedoch immer dann, wenn Konflikte möglichst elegant umgangen werden. Genau in diesen Momenten zeigt sich nämlich die Erfahrung von IO Interactive am deutlichsten.
Eine Welt voller Stil Auch inszenatorisch spielt 007 First Light in der Oberliga. Ein absoluter Höhepunkt des Spiels ist eine halsbrecherische und phänomenal inszenierte Verfolgungsjagd am Steuer des hochgerüsteten Aston Martin Valhalla. Die Sequenz treibt den Puls augenblicklich in die Höhe, fordert fahrerisches Können und sorgt für einige der spektakulärsten Momente des gesamten Abenteuers.
Untermalt wird dieses visuelle Spektakel von wummernden Bässen, orchestralen Klängen und modernen elektronischen Rhythmen, die genau im richtigen Moment einsetzen und für pure Adrenalinschübe sorgen. Dadurch entsteht eine Atmosphäre, die genauso gut aus dem nächsten Bond-Film stammen könnte.
Doch nicht nur diese Szene weiß zu begeistern. Auch der Rest der Präsentation bewegt sich auf beeindruckend hohem Niveau. Die Spiegelungen von Neonlichtern auf nassem Asphalt, die dichte Vegetation in den Dschungelabschnitten und die detaillierten Gesichter der Charaktere sehen schlicht fantastisch aus.
Man spürt in nahezu jeder Szene, wie viel Aufwand, Budget und Liebe zum Detail in dieses Projekt geflossen sind. Das Spiel transportiert die glamouröse und gleichzeitig gefährliche Welt von James Bond mit bemerkenswerter Sicherheit auf den Bildschirm.
Trotzdem zeigen sich gelegentlich kleinere technische Macken. Vereinzelt treten Grafikfehler auf, und manche Animationen wirken etwas unausgereift. Nichts davon zerstört das Spielerlebnis, doch angesichts der ansonsten außergewöhnlich hohen Produktionsqualität fallen solche Schwächen stärker auf, als sie es normalerweise würden.
Klangkulisse mit Bond-Flair Auch akustisch liefert das Spiel eine starke Vorstellung ab. Der Soundtrack orientiert sich klar an den berühmten Bond-Filmen und entwickelt gleichzeitig eine eigene Identität. Besonders während spannender Infiltrationsmissionen baut die Musik eine hervorragende Atmosphäre auf und unterstützt die Spannung spürbar.
Die Sprecher leisten ebenfalls überzeugende Arbeit. Der junge Bond, gesprochen vom irischen Schauspieler Patrick Gibson, wirkt glaubwürdig, charismatisch und sympathisch. Aber auch die zahlreichen Nebenfiguren verleihen der Welt zusätzliche Persönlichkeit.
Gerade in den ruhigeren Dialogszenen zeigt sich, wie viel Wert die Entwickler auf die Charakterdarstellung gelegt haben. Das wertet die ohnehin gelungene Geschichte natürlich zusätzlich auf und sorgt dafür, dass man sich stärker mit den Figuren und ihren Motiven identifiziert.
Kleine Schwächen auf dem Weg zur Doppelnull Trotz seiner vielen Stärken ist 007 First Light nicht frei von Schwächen. Einige Fahrpassagen können qualitativ nicht ganz mit den übrigen Spielmechaniken mithalten und wirken stellenweise etwas hakelig.
Auch die Gegner-KI leistet sich gelegentlich Aussetzer, was besonders in Stealth-Passagen auffällt. Hinzu kommt, dass manche Missionen gegen Ende etwas zu stark auf Action setzen. Dadurch gerät die zuvor sorgfältig aufgebaute Agentenatmosphäre gelegentlich in den Hintergrund.
Fazit:
Mit 007 First Light gelingt IO Interactive ein beeindruckender Neustart für James Bond in der Welt der Videospiele. Die Mischung aus Stealth, klassischer Agentenarbeit, filmreifer Inszenierung und abwechslungsreichen Missionen fängt das Gefühl eines Bond-Abenteuers hervorragend ein.
Besonders die offene Missionsgestaltung, die kreativen Gadgets und die gelungene Interpretation eines jungen James Bond machen das Spiel zu einem der spannendsten Action-Titel des Jahres. Zwar erreicht nicht jede Spielmechanik das hohe Niveau der besten Momente, und kleinere technische Schwächen verhindern den Sprung in die absolute Spitzenklasse. Dennoch steht unter dem Strich ein packendes, stilvolles und äußerst unterhaltsames Agentenabenteuer, das Bond-Fans ebenso begeistern dürfte wie Liebhaber moderner Stealth-Action.
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