Genre:
Strategie USK Freigabe:
Freigegeben ab 12 Jahren gemäß § 14 JuSchG. ca. Preis:
29,00 €
Systeme:
PC
Testsystem:
Windows 11 64 Bit, 64 GB RAM, Amd Ryzen 7 7800X3D 8 x 4.20GHZ, Radeon RX 7800 XT 16GB
Inhalt:
Es gibt Leben unter Wasser. Du bist so eins. Du bist Thalassa, ein neuer Wächter. Und deine Aufgabe ist es, ein verwüstetes Riff wieder zum Leben zu erwecken.
Meinung:
Als Redakteur eines Spielemagazins spielt man im Laufe der Zeit viele Spiele. Einige schaffen es nicht, zu begeistern. Andere wiederum fesseln einen lange Zeit vor dem PC, länger als gedacht. Und dann gibt es Ausnahmen. Wie Life Below es eine ist.
Kleiner Anfang Das Game stammt von dem norwegischen Entwicklerstudio Megapop. Diese haben zuvor unter anderem Rob Riches und Trolls vs Vikings: Reborn programmiert. Mit Life Below liefern sie jetzt ihren ersten Citybuilder ab und zwar einen, der sich gewaschen hat.
Du fängst klein an, mit einem Riffherz vier hilfreichen Geistern sowie einigen Ressourcen, die du einsammeln kannst. In der Nähe kannst du Korallen erbauen, mit denen du weitere Geister kriegst. Ebenso kannst du riesige Muscheln bauen, die dir Perlen geben. Dabei musst du darauf achten, dass diese und alle Korallengebilde, die du erbaust, mit Energie versorgt sind, sonst funktionieren die nicht. Leben braucht es auch noch, weshalb du Algen und Anemonnen anbaust, um dann mit einem Köder die ersten Fische anzulocken. Das Material für weitere Köder wächst ringsum den felsigen Untergrund, auf dem du baust, herum, so das du es jederzeit abbauen und im Crafter zu neuen Köder bauen kannst.
Das ist erst mal der Anfang, der noch harmlos ist. Doch irgendwann musst du dich in anderen Bereiche ausweiten. Doch diese Biotope sind jeweils sehr speziell. Es gibt welche, die vulkanisch heiß sind, bei anderen ist das Wasser sehr alkalisch, woanders ist es hingegen bitterkalt und dann gibt es auch noch Gegenden, wo der PH-Wert dringend hochgetrieben werden muss. Gebiete, wo du dich quasi zurücklehnen kannst, weil du hier „nichts“ machen musst, außer darauf zu achten, dass das Grün nicht alles überwuchert, sind rar. Und dann sind da noch die Gegenden, die desolat und leblos sind und erst mühselig wieder zum Leben erweckt werden müssen.
Bunt und vielfältig Zum Glück bietet das Game für jeden Bereich das perfekte Gegenmittel, vorausgesetzt, du denkst daran, es zu erforschen. Ist es zu heiß, errichte schnell einige Korallen, die die Wassertemperaturen wieder absenken. Ist es zu säurelastig, gibt es ebenso einen bestimmten Korallentyp, der dem entgegenwirken kann.
Es macht zu Beginn jede Menge Spaß, die diversen Herausforderungen zu meistern. Vor allem auch, weil die Lernkurve nicht so steil ist. Falls du Fehler machst, merkst du dir, was du beim nächsten Mal besser machen musst. Wenn du beispielsweise in ein Gebiet mit neuen Anforderungen kommst, ist es empfehlenswert, besser erst mal genügend Ressourcen beisammen zu haben, damit du die nötigen Gebilde schnell errichten kannst. Dabei gilt, dass es nicht zu viel Energie gibt, sondern eher zu wenig.
Und so errichtest du im Laufe der Zeit ein vielfältiges und buntes und lebhaftes Biotop. Bei dem du dich von Clownfischen bis hin zu Krabben oder Schildkröten hocharbeitest. Jede Spezies hat dabei spezielle Herausforderungen, die es zu beachten gilt. Sie wohnen nur in bestimmten Gebäuden und fressen auch nur eine bestimmte Art von Gras. Genauso, wie der Köder, mit dem sie herbeigelockt werden, bestimmte Voraussetzungen erfüllen muss. So muss beispielsweise bei höherwertigen Spezies er mitunter aus glitzerndem Gras zusammengebaut werden, dass nicht sehr oft vertreten ist.
Es ist zum wahnsinnig werden Doch dann gibt es da noch die Katastrophen, die dich dann herausfordern. Die Natürlichen kannst du problemlos meistern. Wenn es zu kalt wird, reicht es schnell eine wärmeerzeugende Koralle zu errichten. Genauso, wie, wenn der PH-Wert des Wassers auf ein Mal in die Höhe schießt.
Doch gibt es da unter anderem auch noch die menschgemachten Katastrophen. Und die können einen, wenn du nicht vorbereitet bist, richtig in den Wahnsinn treiben. Auf ein Mal gibt es eine Ölpest, die sich auf Gebäude niederlegt. Und wenn du nicht die Fähigkeit Korallen zu säubern erforscht hast, hast du ein Problem und musst diese dann abreißen und neu errichten. Noch schlimmer ist es, wenn menschlicher Müll von oben herabschwebt. Das hat mir nämlich mein zweites Playthrough versaut. Auf einmal konnte ich nirgends etwas bauen und mich in andere Bereiche erweitern konnte ich auch nicht, weil meine Biodiversität zu niedrig war. Im Prinzip hätte ich hier im Vorfeld die Fähigkeit erforschen müssen, dass meine Wassergeister Objekte bewegen können.
Inzwischen haben die Entwickler dies entschärft. Aber trotzdem bleibt der Fakt bestehen, dass du häufig genug bestimmte Fortschritte nur dann erreichen kannst, wenn vorher gewisse Sachen erforscht hast. Und das ist oft genug alles andere als einfach, weil du teilweise erst die Voraussetzungen erschaffen musst. Was habe ich geflucht, als ich beispielsweise erforschen wollte, dass meine Wassergeister Objekte bewegen können. Nur um dann herauszufinden, dass ich dafür eine bestimmte Sorte von Krabben brauchte, die wiederum eine eigene Forschung bedingen, damit ich sie anlocken kann. Und ich brauchte ein bestimmtes Gebiet, dass ich erst noch freischalten musste. Dies alles kostet Biodiversität.
Es macht keinen Sinn Und Biodiversität ist keine Ressource, die von allein nachwächst. Stattdessen bekommst du diese, wenn du Quests erfüllst oder wenn du stets neues Leben ansiedelst. Wobei bei Letzterem es nicht einfach nur reicht, dass du überall Anemonen platzierst. Du musst schon hochwertige Lebensformen ansiedeln, um das Maximum an Punkten zu erhalten. Also Schildkröten, Krebse oder ähnliches, aber keine Fische. Die brauchst du zwar für bestimmte Forschungen, aber ansonsten bringen die dir nicht viel. Und dann ist da noch die Tatsache, dass du dir teilweise gut überlegen musst, wofür die hart erarbeitete Biodiversität ausgibst. Expandierst du, was ja die Story verlangt? Oder machst du lieber eine neue Forschung, in der Hoffnung, dass du eine quest erhältst, die du dann einfach lösen kannst, um so mehr Biodiversität zu kriegen?
Es macht leider keinen logischen Sinn, wieso die Biodiversität eine Ressource ist, die nicht von alleine nachwächst, sondern erst mühsam neu erschafft werden muss. Wobei das leider nicht das einzige Manko an diesem Game ist. Denn leider leistet es sich wiederholt einige Ungereimtheiten oder Sachen, die nicht gut durchdacht wirken.
So wäre es wünschenswert, falls man bei den Meldungen, die unten links erscheinen draufklicken und so zum Ort des Geschehens springen könnte. Vor allem, wenn man liest, dass eine spezielle Koralle gestresst ist, würde man gerne wissen, wo das ist. Auch was die Energie angeht, leistet sich Life Below Schnitzer. So kam es oft genug vor, dass ich global mehr als genug Energie erzeugte. Doch regional, in einem bestimmten Gebiet, davon nichts ankam, weil die dortigen Mondkorallen nicht ausreichend erzeugten. Was ich erst dann merkte, als mir angezeigt wurde, dass die Korallen keine Energie hatten, obwohl mir global mehr als genügend angezeigt wurde. Hier wäre eine Möglichkeit der regionalen Anzeige nicht verkehrt.
Grafische Schwächen Auch optisch gibt es Verbesserungsbedarf. So schön das Game aussehen mag, grafisch ist es stellenweise am Schwächeln. So traten bei mir beim Bewegen durch die Gegend Tearing auf. Und die Performance geht vor allem im Endgame, wenn richtig viel los ist, nach unten.
Musikalisch hätte ich mir außerdem mehr Abwechslung gewünscht. Wobei die Musik dann auch ab dem Mittelgame stellenweise für einige Sekunden abbrach, ohne, dass ich es mir erklären konnte. Immerhin können dafür die Geräusche überzeugen. Oft genug nahm ich die Perspektive eines Tieres ein, um mich an dem Geschehen und der Geräuschkulisse zu erfreuen.
Fazit:
Life Below frustriert mich. Das Game hat jede Menge süchtigmachendes Potenzial. Und dann stellt es sich selber wiederholt das Bein. So genial und schön das Gameplay auch ist, so frustrierend ist die Tatsache, dass die Biodiversität nicht von alleine nachwächst. Oder das ich die regionale Energieerzeugung nicht sofort erkennen konnte. Oder das Tearing. Oder die Musik, die einfach so abbricht.
Nicht falsch verstehen. Das Game kriegt eine gute Bewertung, weil es diese dann doch verdient hat. Aber die Endnote könnte so viel höher ausfallen, wenn nicht diese Schnitzer wären.
Bewertung Du kannst dieses Game hier benoten. Wohlgemerkt soll nicht die Rezension, sondern das Game an sich bewertet werden! Du hast also dieses Game gespielt? Dann bewerte es hier. Die Benotung erfolgt mit Sternen. Keine Sterne entsprechen der Schulnote 6. Fünf Sterne entsprechen der Schulnote 1.