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The Adventures of Elliot: The Millennium Tales

Entwickler: Square Enix
Publisher: Square Enix

Genre: Rollenspiele
USK Freigabe: Freigegeben ab 12 Jahren gemäß § 14 JuSchG.
ca. Preis: 69,99 €

Systeme: PC, PlayStation 5, Switch 2, Xbox Series X/S

Inhalt:

Man nehme mit Square Enix ein erstklassiges Entwicklerstudio/Publisher, das für nostalgische Rollenspielperlen bekannt ist, würze das Ganze mit einer ordentlichen Portion Echtzeit-Action und lasse die Grafik-Engine ran, die uns in den vergangenen Jahren immer wieder staunend vor den Bildschirm gefesselt hat. Das Ergebnis hört auf den Namen The Adventures of Elliot: The Millennium Tales.



Meinung:

Nach einer langen Phase voller Teaser und Vorschauen dürfen wir endlich gemeinsam mit dem titelgebenden Helden Elliot und seiner schlagfertigen Feen-Begleiterin Faie auf eine Reise gehen, die nicht nur Kontinente, sondern gleich vier verschiedene Zeitalter umspannt. Die Entwickler verfolgen dabei das Ziel, den bewährten Charme ihrer früheren Rollenspiele mit einem dynamischen Action-Gameplay zu verbinden.

Die gute Nachricht vorweg: Dieses Vorhaben gelingt über weite Strecken hervorragend. Allerdings bringt das Abenteuer auch einige Schwächen mit, die während des Tests immer wieder für leichtes Stirnrunzeln sorgten.

Auf den Spuren einer vergessenen Vergangenheit
Im Mittelpunkt der Geschichte steht Elliot, der in einer Welt lebt, deren Vergangenheit von uralten Legenden und längst vergessenen Ereignissen geprägt wird. Als Hinweise auf eine Jahrtausende alte Bedrohung auftauchen, beginnt für den jungen Helden eine Reise, die ihn weit über die Grenzen seiner Heimat hinausführt.

Was ich hier in aller Kürze erläutere, dauert im Spiel wesentlich länger. Anders als so mancher Genrevertreter nimmt sich The Adventures of Elliot: The Millennium Tale nämlich Zeit für seine Erzählung. Anstatt die Spielerinnen und Spieler direkt mit dramatischen Wendungen zu überrollen, entfaltet sich die Handlung Schritt für Schritt. Dadurch entsteht schnell eine Bindung zu den Figuren und ihren persönlichen Schicksalen.

Großes Lob verdient außerdem die Art und Weise, wie Vergangenheit und Gegenwart miteinander verwoben werden. Immer wieder stößt Elliot auf Relikte einer längst untergegangenen Zivilisation, deren Geheimnisse nach und nach ans Licht kommen. Das sorgt für einen starken Entdeckergeist und weckt ständig die Neugier auf die nächste Region.

Leider kann aber nicht jede Wendung dabei vollkommen überraschen. Einige Entwicklungen zeichnen sich nämlich relativ früh ab und manche Nebenfiguren bleiben etwas hinter ihrem Potenzial zurück. Insgesamt gelingt es der Geschichte jedoch eindrucksvoll, die Spannung bis zum Abspann aufrechtzuerhalten.

HD-2D in Bestform
Was einem bereits nach wenigen Minuten klar wird, ist, dass The Adventures of Elliot zu den schönsten Vertretern seines Genres gehört.

Der inzwischen etablierte HD-2D-Stil mag zwar kein völlig neues Konzept mehr sein, doch selten wurde er so eindrucksvoll eingesetzt wie hier. Die Kombination aus liebevoll animierten Pixel-Figuren und aufwendig gestalteten 3D-Umgebungen erzeugt eine beeindruckende Atmosphäre, die sofort begeistert.

Besonders die moderne Lichttechnik trägt enorm zur Wirkung der Spielwelt bei. Wenn Sonnenstrahlen durch dichte Baumkronen brechen oder sich Lichteffekte auf uralten Ruinen spiegeln, erwischt man sich regelmäßig dabei, einfach kurz stehen zu bleiben und die Umgebung auf sich wirken zu lassen.

Vor allem die verschiedenen Zeitalter bieten dabei genügend optische Abwechslung, sodass die Reise bis zum Ende frisch und interessant bleibt.

Schnelle Kämpfe mit überraschend viel Tiefgang
Anders als viele klassische Rollenspiele setzt The Adventures of Elliot auf ein Echtzeit-Kampfsystem. Kämpfe laufen dynamisch ab und verlangen schnelle Reaktionen, ohne dabei in hektisches Button-Mashing abzurutschen.

Im Verlauf des Abenteuers erlernt Elliot zudem zahlreiche Fähigkeiten, Zauber und Spezialtechniken, die sich sinnvoll miteinander kombinieren lassen. Dadurch entstehen unterschiedliche Spielstile, die den Kämpfen zusätzliche Tiefe verleihen.

Die eigentliche Geheimwaffe des Spiels ist jedoch Faie. Die kleine Fee sorgt nicht nur für viele humorvolle Momente, sondern übernimmt auch eine wichtige Rolle im Kampfgeschehen. So kann sie Gegner ablenken, Heilfähigkeiten einsetzen oder das Schlachtfeld gezielt beeinflussen.

Gerade dieses Zusammenspiel zwischen Elliot und Faie sorgt dafür, dass die Kämpfe angenehm taktisch bleiben und deutlich mehr bieten als bloßes Draufhauen.

Zu den absoluten Highlights gehören außerdem die Bosskämpfe. Die gewaltigen Gegner verlangen oftmals nicht nur gutes Timing, sondern auch kluges Beobachten. Viele Begegnungen fühlen sich dabei wie kleine Rätsel an, bei denen zunächst die Schwachstellen des Gegners entdeckt werden müssen.

Lediglich in besonders hektischen Situationen verliert man dabei gelegentlich etwas den Überblick. Wenn zahlreiche Effekte gleichzeitig den Bildschirm füllen, kann es mitunter nämlich schwierig werden, sämtliche Angriffe rechtzeitig zu erkennen.

Eine Welt, die zum Erkunden einlädt
Wer gerne jeden Winkel einer Spielwelt erforscht, wird hier ebenfalls voll auf seine Kosten kommen.

Abseits der Hauptgeschichte warten zahlreiche Geheimnisse, optionale Aufgaben und versteckte Schätze darauf, entdeckt zu werden. Besonders gelungen ist dabei das Gefühl des stetigen Fortschritts. Neue Fähigkeiten und Werkzeuge eröffnen regelmäßig zuvor unzugängliche Gebiete und motivieren dazu, bereits besuchte Regionen erneut aufzusuchen.

Und auch die Belohnungen können sich sehen lassen. Seltene Ausrüstung, zusätzliche Hintergrundinformationen und optionale Herausforderungen sorgen hier dafür, dass sich die Erkundung meist lohnend anfühlt.

Lediglich einige wenige Sammelaufgaben wirken etwas künstlich gestreckt und hätten durchaus etwas kompakter ausfallen dürfen.

Ein Soundtrack zum Verlieben
Auch musikalisch spielt The Adventures of Elliot in der obersten Liga mit. Die Kompositionen begleiten die Reise perfekt und wechseln mühelos zwischen ruhigen, melancholischen Melodien und großen orchestralen Stücken. Viele Musikstücke bleiben einem dabei selbst lange nach dem Ausschalten der Konsole im Gedächtnis.

Vor allem während wichtiger Story-Momente sorgt der Soundtrack immer wieder für echte Gänsehautmomente. Und auch die Soundeffekte wissen zu überzeugen und verleihen Kämpfen, Zaubern und Umgebungen zusätzliche Atmosphäre. Die Sprecherleistungen rund um Philip Reich als Elliot und Brenna Larsen als Faie – wenn man denn die englische statt der original japanischen Synchronisation auswählt – bewegen sich ebenfalls auf hohem Niveau und tragen entscheidend dazu bei, dass die Figuren lebendig und glaubwürdig wirken.

Wo Licht ist, fällt auch Schatten
So gelungen das Abenteuer insgesamt ausfällt, ganz ohne Schwächen kommt aber leider auch das nicht aus.

Ausgerechnet das Storytelling erweist sich dabei stellenweise als größter Stolperstein. Die Grundidee rund um die Zeitreise-Thematik ist grundsätzlich sehr spannend, doch viele Dialoge sind unnötig ausschweifend geraten. Immer wieder bremsen lange Gesprächssequenzen das eigentlich hervorragende Tempo des Spiels aus.

Einige Figuren verlieren sich dabei regelrecht in ihren Ausführungen, wodurch manche Szenen deutlich länger wirken, als sie eigentlich müssten. Nach mehreren Stunden ertappt man sich deshalb gelegentlich auch mal dabei, ungeduldig die Textboxen weiterzuklicken.

Hinzu kommen kleinere technische Schwächen. So arbeitet etwa die Kamera in engen Bereichen nicht immer optimal und kann so Kämpfe oder Sprungpassagen vereinzelt unnötig erschweren.

Außerdem macht sich gegen Ende eine gewisse Routine bemerkbar. Nach dem dritten Zeitalter wiederholt sich der grundsätzliche Ablauf aus Erkundung, langen Dialogen, Dungeon und Bosskampf bedauerlicherweise etwas zu häufig. Das schmälert den Spielspaß zwar nicht gravierend, sorgt aber dafür, dass die zweite Hälfte nicht mehr ganz so frisch wirkt wie der starke Beginn.



Fazit:
Bild unseres Mitarbeiters Stefan.Heppert

The Adventures of Elliot: The Millennium Tales ist ein wunderbar inszeniertes Fantasy-Abenteuer, das klassische Rollenspielwerte gekonnt mit modernen Action-Elementen verbindet.

Die wunderschöne Spielwelt, das abwechslungsreiche Kampfsystem, die gelungene Erkundung und die starke Präsentation machen die Reise zu einem echten Vergnügen. Besonders die Dynamik zwischen Elliot und Faie verleiht dem Abenteuer zusätzlichen Charme und sorgt dafür, dass man die Figuren schnell ins Herz schließt.

Zwar hätten die Dialoge an einigen Stellen deutlich straffer ausfallen dürfen und auch die gelegentlichen Kameraprobleme hinterlassen kleine Kratzer im Gesamtbild. Diese Schwächen ändern jedoch nichts daran, dass hier ein äußerst gelungenes Rollenspiel entstanden ist.

Wer atmosphärische Fantasy-Abenteuer mit viel Entdeckergeist, spannenden Kämpfen und einer wunderschönen Präsentation liebt, sollte sich The Adventures of Elliot: The Millennium Tales unbedingt vormerken. Das Spiel gehört schon jetzt zu den interessantesten Rollenspielveröffentlichungen des Jahres und beweist eindrucksvoll, dass klassische Abenteuer auch heute noch hervorragend funktionieren können.



The Adventures of Elliot: The Millennium Tales - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Autor der Besprechung:
Stefan.Heppert

Screenshots
















Wertungen Pluspunkte Minuspunkte
Wertung: 8.75 Grafik: 9.00
Sound: 9.00
Steuerung: 9.00
Gameplay: 8.00
Wertung: 8.75
  • Wunderschöne HD-2D-Grafik mit viel Liebe zum Detail
  • Atmosphärische Fantasy-Geschichte
  • Dynamisches Kampfsystem mit taktischer Tiefe
  • Zahlreiche Geheimnisse und optionale Inhalte
  • Hervorragender Soundtrack
  • Einige Story-Wendungen vorhersehbar
  • Manche Nebenfiguren bleiben blass
  • Einzelne Sammelaufgaben wirken gestreckt
  • Dialoge sind oft extrem langatmig geschrieben
  • Kamera in engen Bereichen nicht immer optimal

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Rezension vom: 24.06.2026
Kategorie: Rollenspiele
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