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Assassin's Creed Black Flag Resynced

Entwickler: Ubisoft
Publisher: Ubisoft

Genre: Adventure
USK Freigabe: Freigegeben ab 16 Jahren gemäß § 14 JuSchG.
ca. Preis: ab 57,99 €

Systeme: PC, PlayStation 5, Xbox Series X/S

Ausgezeichnet mit dem Splash Hit Inhalt:

Es gibt Spiele, die man einmal durchspielt und anschließend ins Regal stellt. Und dann gibt es Titel wie Assassin's Creed IV: Black Flag, die selbst viele Jahre nach ihrer Veröffentlichung regelmäßig genannt werden, wenn über die besten Serienteile diskutiert wird. Kaum ein anderes Assassin's Creed hat die Faszination der Piraterie, eine riesige offene Spielwelt und das klassische Assassinen-Gameplay so stimmig miteinander verbunden.



Meinung:

Entsprechend hoch waren die Erwartungen an Assassin's Creed Black Flag Resynced. Jedoch muss ein modernes Remake heute weit mehr leisten, als lediglich die Grafik aufzupolieren. Spieler erwarten technische Verbesserungen, zeitgemäßen Komfort und sinnvolle Gameplay-Anpassungen – ohne dabei den Charakter des Originals zu verlieren.

Die gute Nachricht vorweg: Ubisoft gelingt dieser Spagat über weite Strecken. Black Flag Resynced fühlt sich vertraut an, präsentiert sich aber gleichzeitig wie ein Spiel, das auch heute problemlos erstmals erscheinen könnte.

Edward Kenway bleibt einer der stärksten Serienhelden
Im Mittelpunkt der Geschichte steht erneut Edward Kenway. Anders als viele andere Protagonisten der Reihe beginnt seine Reise nicht als heldenhafter Assassine, sondern als ehrgeiziger Pirat und Glücksritter, der in erster Linie Ruhm und Reichtum sucht. Erst nach und nach gerät er in den jahrhundertealten Konflikt zwischen Assassinen und Templern und beginnt, seine eigenen Entscheidungen zu hinterfragen.

Gerade diese glaubwürdige Entwicklung macht Edward bis heute zu einer der interessantesten Figuren der gesamten Serie. Seine Geschichte wirkt angenehm bodenständig, emotional und verzichtet auf übertriebenes Heldentum. Stattdessen begleiten wir einen Mann, der sich im Laufe seines Abenteuers langsam verändert und dabei immer wieder zwischen persönlichen Interessen und moralischer Verantwortung abwägen muss.

Unterstützt wird diese Entwicklung von einer hervorragend inszenierten Piratenwelt. Historische Persönlichkeiten wie Blackbeard, Anne Bonny oder Charles Vane dienen dabei nicht nur als kurze Gastauftritte, sondern sind fest in die Handlung eingebunden und verleihen der Geschichte zusätzliche Authentizität.

Die Erzählung nimmt sich erfreulich viel Zeit für ihre Figuren und lässt wichtige Momente wirken. Dadurch entsteht eine emotionale Bindung, die vielen späteren Assassin's-Creed-Titeln ein wenig fehlt.

Eine Karibik, die schöner denn je aussieht
Schon nach den ersten Spielminuten wird deutlich, dass Ubisoft weit mehr getan hat, als lediglich die Auflösung zu erhöhen. Die gesamte Karibik profitiert von einer umfassenden technischen Überarbeitung.

Modernisierte Beleuchtung, deutlich schärfere Texturen, realistischere Schatten und aufwendige Wettereffekte verleihen der Spielwelt sehr viel mehr Atmosphäre. Besonders beeindruckend fällt dabei die neue Wasserdarstellung aus, die zu den größten Stärken des Remakes gehört.

Sobald die Jackdaw den Hafen verlässt und sich der Blick über den türkisfarbenen Ozean öffnet, entfaltet Black Flag Resynced seine ganze Wirkung. Die Wellen wirken deutlich lebendiger, Gischt spritzt über das Deck und das Zusammenspiel aus Sonnenlicht, Reflexionen und dynamischem Wellengang sorgt dafür, dass jede Seereise beeindruckend aussieht.

Auch die berüchtigten Tropenstürme profitieren von dieser neuen Technik. Gewaltige Wellen türmen sich vor dem Schiff auf, Regen peitscht über das Deck und Blitze durchbrechen die dunklen Wolken. Gerade während einer Seeschlacht entstehen dadurch beeindruckende Momente, die den gefährlichen Alltag eines Piraten hervorragend einfangen.

Doch nicht nur auf See überzeugt die neue Grafik. Dichte Dschungel, lebendige Hafenstädte und kleine Inseln wirken detailreicher denn je. Tiere reagieren glaubwürdiger auf ihre Umgebung, Straßen sind deutlich belebter und selbst kleine Spaziergänge durch Nassau oder Havanna vermitteln das Gefühl, tatsächlich im Goldenen Zeitalter der Piraterie unterwegs zu sein.

Altbekannt, aber deutlich besser
Auch spielerisch haben die Entwickler viele Stellschrauben angepasst, ohne das Grundgerüst des Originals unnötig zu verändern.

So bewegt sich Edward nun deutlich geschmeidiger durch die Spielwelt. Parkour-Einlagen funktionieren präziser, Sprünge wirken natürlicher und das Klettern verläuft wesentlich zuverlässiger als noch im Original. Zudem kann man sich jetzt jederzeit ducken und herumschleichen. Dadurch spielt sich Black Flag Resynced spürbar flüssiger als die ursprüngliche Version.

Auch das Kampfsystem wurde sinnvoll modernisiert. Das frühere, stark konterlastige Gameplay wurde überarbeitet und verlangt ab sofort deutlich mehr Aufmerksamkeit. Paraden, Ausweichmanöver und gezielte Angriffe greifen flüssiger ineinander, wodurch die Kämpfe dynamischer und abwechslungsreicher wirken.

Besonders beim Entern feindlicher Schiffe macht sich diese Überarbeitung bemerkbar. Animationen gehen nahtlos ineinander über und die Gefechte fühlen sich insgesamt direkter und deutlich zeitgemäßer an.

Die Seeschlachten sind noch immer das Highlight
Schon das Original machte die Kämpfe auf hoher See zum großen Highlight – und daran hat sich glücklicherweise auch jetzt nichts geändert.

Mit der Jackdaw durch die Karibik zu segeln, Handelsschiffe aufzuspüren, feindliche Festungen anzugreifen oder sich spektakuläre Kanonenduelle zu liefern, gehört auch heute noch zu den größten Stärken des Spiels.

Dank der neuen Physikeffekte wirken Explosionen, Wassersäulen und Einschläge noch eindrucksvoller als früher. Gleichzeitig sorgt das überarbeitete Schadensmodell dafür, dass sich jede Seeschlacht noch etwas intensiver anfühlt.

Hinzu kommt das motivierende Fortschrittssystem. Neue Kanonen, stärkere Panzerungen, verbesserte Segel oder zusätzliche Ausrüstung machen sich unmittelbar bemerkbar und sorgen dafür, dass sich jede Investition lohnt.

Genau dieser Kreislauf aus Erkunden, Kämpfen, Plündern und Aufrüsten entwickelt auch viele Stunden nach Spielbeginn noch eine enorme Motivation. Es dauert selten lange, bis aus einer kurzen Fahrt zur nächsten Mission plötzlich ein mehrstündiger Piratenausflug wird, weil am Horizont wieder ein feindliches Schiff oder eine noch unentdeckte Insel lockt.


Kleine Verbesserungen mit großer Wirkung
Neben den offensichtlichen technischen Verbesserungen hat Ubisoft auch an zahlreichen Komfortfunktionen gearbeitet, die den Spielfluss spürbar angenehmer gestalten. Besonders positiv fällt dabei das überarbeitete HUD auf. Es lässt sich umfangreich an die eigenen Vorlieben anpassen und ist in der Standardeinstellung deutlich aufgeräumter als noch im Original.

Wer möglichst tief in die Piratenwelt eintauchen möchte, kann einen Großteil der Benutzeroberfläche sogar komplett ausblenden. Statt sich permanent an Markierungen auf dem Bildschirm zu orientieren, navigiert man dann mithilfe des Kompasses an Bord, der Windrichtung und markanter Orientierungspunkte in der Spielwelt. Das sorgt für ein überraschend intensives Entdeckergefühl und macht das freie Erkunden der Karibik noch reizvoller.

Das genaue Gegenteil davon sind das Pathfinder-System und die „Follow Sea“-Funktion. Beim Pathfinder-System wird einem nämlich die optimale Route zum ausgewählten Ziel angezeigt. Die „Follow Sea“-Funktion geht sogar noch einen Schritt weiter: Hier übernimmt die KI die Steuerung der Jackdaw und segelt völlig autonom zum markierten Ziel.

Ganz gleich, für welche Variante man sich entscheidet: Man sollte sich auf jeden Fall Zeit zum Erkunden nehmen. Denn genau darin liegt eine der größten Qualitäten von Black Flag Resynced. Immer wieder erwischt man sich dabei, den eigentlichen Missionsmarker bewusst zu ignorieren, weil am Horizont eine kleine Insel, ein geheimnisvolles Wrack oder ein feindliches Schiff die eigene Aufmerksamkeit auf sich zieht.

Während die Crew ihre stimmungsvollen Sea Shanties anstimmt, unser neuer tierischer Begleiter herumwuselt und die Jackdaw gemächlich über das Meer gleitet, entfaltet das Spiel eine Atmosphäre, der man sich nur schwer entziehen kann.

Darüber hinaus wurden zahlreiche Menüs modernisiert, das Inventar übersichtlicher gestaltet und die Ladezeiten deutlich verkürzt. Es sind zwar keine spektakulären Neuerungen, in der Summe tragen sie jedoch spürbar zu einem insgesamt angenehmeren Spielerlebnis bei.

Einige alte Probleme bestehen weiterhin
So gelungen die Modernisierung insgesamt auch ausfällt, vollständig abschütteln kann Black Flag Resynced die Altlasten des Originals jedoch nicht.

Vor allem die berüchtigten Verfolgungs- und Abhörmissionen gehören auch heute noch zu den schwächeren Momenten des Spiels – und das, obwohl auch hier Hand angelegt wurde. Anstatt einen nach dem Entdecken sofort mit einem Fehlschlag zu bestrafen, hat man nun die Möglichkeit, die Situation noch durch einen Kampf zu lösen.

Das ist zwar wesentlich frustfreier, als nach etlichen Minuten der Verfolgung wieder von vorne beginnen zu müssen. Dennoch gehören diese Missionen mit Abstand zu den schwächsten Abschnitten des gesamten Spiels und bremsen den ansonsten angenehm offenen Spielfluss immer wieder unnötig aus.

Auch technisch zeigt das Remake kleinere Schwächen. Während die Hauptfiguren hervorragend modelliert sind und insbesondere in den Zwischensequenzen überzeugen, wirken einige Passanten und Händler in den Städten vergleichsweise schlicht und verfügen über sichtbar einfachere Animationen. Das fällt zwar nur gelegentlich auf, verhindert aber einen durchgehend makellosen Eindruck.

Hinzu kommen kleinere Physikfehler, die zwar selten auftreten, sich aber nicht vollständig vermeiden lassen. Gelegentlich bleibt Edward beim Klettern kurz an einer Kante hängen oder eine besiegte Wache versinkt unfreiwillig im Schiffsdeck. Solche Kleinigkeiten stören den Spielfluss zwar kaum, zeigen aber, dass selbst ein aufwendig modernisiertes Remake nicht jede Eigenheit des Originals vollständig beseitigen kann.

Mehr Fokus auf die eigentliche Geschichte
Eine der gelungensten Änderungen betrifft zudem die Erzählstruktur. Die oftmals als störend empfundenen Gegenwartsabschnitte wurden nämlich deutlich gestrafft und wesentlich harmonischer in den Spielverlauf integriert.

Dadurch bleibt der Fokus fast durchgehend auf Edward Kenway, seiner Crew und dem Aufstieg beziehungsweise Niedergang der Piratenrepublik gerichtet. Das sorgt nicht nur für ein besseres Erzähltempo, sondern auch dafür, dass die Geschichte emotional noch stärker wirkt als im Original.

Darüber hinaus spendiert Ubisoft dem Abenteuer einige zusätzliche Story-Inhalte, die sich erstaunlich organisch in den bestehenden Handlungsverlauf einfügen. Besonders die erweiterten Episoden rund um Blackbeard und Stede Bonnet verleihen der ohnehin schon starken Geschichte zusätzliche Tiefe.

Selbst Veteranen, die das Original bereits mehrfach abgeschlossen haben, dürfen sich deshalb auf einige neue Dialoge, zusätzliche Szenen und kleinere Überraschungen freuen, die das Gesamtbild sinnvoll ergänzen, ohne die bekannte Handlung unnötig zu verändern.



Fazit:
Bild unseres Mitarbeiters Stefan.Heppert

Assassin's Creed Black Flag Resynced zeigt eindrucksvoll, wie ein gelungenes Remake aussehen kann. Ubisoft hat den wohl beliebtesten Serienteil technisch auf ein modernes Niveau gehoben, zahlreiche Gameplay-Elemente sinnvoll überarbeitet und dabei den Charme des Originals bewahrt.

Vor allem die wunderschön in Szene gesetzte Karibik, die noch immer herausragenden Seeschlachten und Edward Kenway als herausragender Hauptcharakter sorgen dafür, dass man den Controller nur ungern aus der Hand legt. Gleichzeitig machen zahlreiche Komfortverbesserungen und die modernisierte Technik deutlich, dass hier weit mehr passiert ist als eine einfache grafische Auffrischung.

Natürlich erinnert das Spiel mit einigen Missionstypen und kleineren technischen Macken immer wieder daran, dass die Vorlage bereits einige Jahre auf dem Buckel hat. Diese Kritikpunkte fallen angesichts der enormen Qualität des Gesamtpakets jedoch kaum ins Gewicht.

Wer Assassin's Creed IV: Black Flag bereits geliebt hat, erhält mit Resynced die bislang beste Version dieses außergewöhnlichen Piratenabenteuers. Neueinsteiger bekommen gleichzeitig die Gelegenheit, einen der stärksten Serienteile in einer zeitgemäßen Fassung nachzuholen.

So sollte ein modernes Remake aussehen.



Assassin's Creed Black Flag Resynced - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Autor der Besprechung:
Stefan.Heppert

Screenshots


















Wertungen Pluspunkte Minuspunkte
Wertung: 9.375 Grafik: 9.50
Sound: 9.50
Steuerung: 9.00
Gameplay: 9.50
Wertung: 9.375
  • Wunderschön modernisierte Karibik
  • Edward Kenway gehört nach wie vor zu den stärksten Hauptfiguren der gesamten Reihe
  • Seeschlachten sind auch diesmal ein Highlight
  • Sinnvoll modernisiertes Gameplay
  • Gelungene Balance aus Remake und Original
  • Verfolgungs- und Abhörmissionen wirken auch im Remake spielerisch veraltet
  • Vereinzelt kleinere Physikfehler und Animationspatzer
  • Einige NPCs sehen nicht ganz so gut aus
  • Die offene Spielwelt kann stellenweise vom eigentlichen Handlungsverlauf ablenken

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Rezension vom: 12.07.2026
Kategorie: Adventure
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