Genre:
Rollenspiele USK Freigabe:
Freigegeben ab 12 Jahren gemäß § 14 JuSchG. ca. Preis:
25 €
Systeme:
PlayStation 4, PlayStation 5, Switch, Switch 2, Xbox One, Xbox Series X/S
Inhalt:
Das Leben könnte so schön sein. Du und dein Zwilling werdet auf einer Farm groß. Zwar habt ihr viele Aufgaben. Doch dafür ist die Gegend schön. Doch dann ändert sich alles und dein Leben wird düsterer.
Meinung:
Stardew Valley hat dem Genre der Farming-Games mit Fantasy-Einschlag einen Extra-Schub verpasst. Seitdem sind viele weitere solcher Spiele erschienen. Doch Kynseed sticht aus der Masse hervor.
Wie lange noch? Das Spiel ist vor vier Jahren auf dem PC herausgekommen. Und erscheint jetzt auch auf den Konsolen. Getestet wurde die Xbox Series X-Version, die das Game gut an die neue Umgebung anpasst.
Der Spielbeginn ist denkbar einfach. Du wählst dir deine Figur aus, entscheidest ob Männlein oder Weiblein, passt die Gestalt etwas an, gibst ihr einen Namen und dann geht es auch los. Der Anfang ist noch harmlos. Du döst am Wasser, als du in einem Traum einem merkwürdigen Wesen begegnest, dass dich dazu bringt, einige Türen zu durchschreiten. Dadurch kannst du zu Beginn die grundlegenden Werte deiner Figur festlegen, wie beispielsweise ob du mehr auf Stärke setzt oder ob du intelligent sein möchtest. Danach wachst du auf, wirst von deinem Zwilling begrüßt und los geht das Spiel.
Der Prolog bringt dir die grundlegenden Spielmechaniken und die Story des Games bei. Allerdings zieht er sich sehr stark. Bis du dann endlich loslegen kannst, dauert es lange. Schon fast zu lange, als dass es für ein solches Spiel gut ist. Aber wenn du es geschafft hast, ändert sich auf ein Mal alles. Und was zuvor noch wie eine heitere, 08/15-Geschichte wirkt, wird auf ein Mal düster.
Auf den Ruf kommt es an Erst nach dem Prolog öffnet sich die Welt wirklich und hast du auch Zugriff auf diverse Aktivitäten, die dir als Kind zuvor nicht zugänglich waren. Dabei lernst du ebenfalls neue Mechaniken kennen, die dann das Gameplay bestimmen. Womit vor allem ein Reputationssystem gemeint ist.
Je nachdem, wie dein Ruf ist, ändert sich auch, wie die Bewohner der Welt mit dir umgehen. Das kennt man schon von anderen RPGs her. Was Kynseed allerdings anders macht, ist, dass du deine Reputation nicht nur durch deine Taten beeinflussen kannst. Sondern ebenfalls über dein Geschäft.
Das ist eines der Elemente, dass das Spiel von anderen absetzt. Das du nämlich nicht nur als Held oder Farmer aktiv bist. Sondern ebenso als Geschäftsmann. Du kannst eines von vier Geschäftsfeldern kaufen und dort dann dein Geschäft ausbauen und wachsen lassen.
Geschäftemachen ist kompliziert Dabei bist du allerdings nicht alleine aktiv. Ebenso heuerst du Angestellte an, erstellst einen Arbeitsplan, weist Aufgaben zu und achtest dann darauf, dass du auch einen Profit erarbeitest. Hierbei kannst du Leute nicht nur anstellen, du kannst sie ebenfalls feuern, falls sie deinen Anforderungen nicht mehr entsprechen oder dein Geschäft nicht mehr genügend Gewinn erarbeitet. Kapitalismus lässt grüßen!
Ich muss sagen, ich habe mich mit diesem Spielaspekt schwer getan. Einfach, weil es so merkwürdig wirkt. Es hat zwar, wenn man sich reinfuchst, seinen Charme. Aber es braucht seine Zeit, ehe man drinnen ist.
Immerhin versucht dir das Spiel den Einstieg in dieses Gameplay einfach zu machen. Es erklärt dir, wie du ein Geschäft leitest, wie du mit Kunden interagierst, aber ebenso, wie du Item craften kannst. Wobei Letzteres im Laufe des Gameplays immer einfacher wird. Bis du es sogar an deine Angestellten delegieren kannst. Wobei du gleichzeitig auch ein Auge auf das Lager deines Geschäfts haben musst und, wenn nötig, rechtzeitig Nachschub an Materialien ordern musst. Trotz der guten Erklärungen ist es ein sehr komplexes und tiefes System.
Grinden, grinden und nochmals grinden Was im Prinzip schon ausreichend für ein ganzes Spiel langen würde. Doch ist es am Ende nur ein Aspekt unter vielen. Das Game bietet dir auch abseits davon jede Möglichkeiten dich auszutoben. Es gibt eine Farm, um die dich in allen Details kümmern kannst. Es gibt Kampfarenen, in denen du das komplexe Kampfsystem kennenlernen kannst. Und, und, und...
All dies hat aber einen nervigen Nebenaspekt: Du kommst ums Grinden nicht drumherum. Bist du als Kind, wie in Stardew Valley, noch in der Zeit beschränkt, die du pro Tag investieren kannst, entfällt diese Einschränkung später. Solange du rechtzeitig ans Speichern denkst, hat das keine negativen Auswirkungen. Wodurch das Grinden dann irgendwie erleichtert wird. Aber wenn man auf so etwas keinen Nerv hat, ist man bei Kynseed fehl am Platze.
Was schade ist. Denn optisch ist das Game ein Hochgenuss. Es hat sehr schöne Pixeloptik, wo man die Liebe zum Detail merkt. Und der Soundtrack ist großartig.
Fazit:
Kynseed ist anders, will anders sein. Es ist ein hochkomplexes Game, in nahezu jedem Aspekt. Es bietet jedem, der bereit ist, sich reinzuknien, mehr als genug Abwechslung. Hinzu kommt die mitunter düstere Story und große Welt. Aber diese Komplexität schreckt einen auch ab, genauso, wie der Zwang zum Grinden. Das ist schade, weil das Spiel wunderbar aussieht und einen schönen Soundtrack hat.
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