Genre:
Simulationen USK Freigabe:
Freigegeben ohne Altersbeschränkung gemäß § 14 JuSchG. ca. Preis:
10,00 €
Systeme:
PC
Testsystem:
Windows 11 64 Bit, 64 GB RAM, Amd Ryzen 7 7800X3D 8 x 4.20GHZ, Radeon RX 7800 XT 16GB
Inhalt:
Stell dir vor, du kriegst eine Flasche. In der sind diverse Biotope. Und deine Aufgabe ist es jetzt, dafür zu sorgen, dass sich dort Lebewesen, genannt Seedlinge ansiedeln. Klingt doch angenehm, oder?
Meinung:
Städtebausimulatoren gibt es nun wahrlich wie Sand am Meer, in den verschiedensten Ausprägungen. Dabei unterschieden sie sich ja nach Komplexität und Anspruch. Spiele wie Cities: Skylines sind dann natürlich das Maß aller Dinge, da du hier wirklich alles machen kannst und dank diverser Statistiken auch im Blick haben kannst.
Schön muss es aussehen Verde schlägt hingegen in eine andere Kerbe. Hier geht es vor allem um Gemütlichkeit. Also in aller Ruhe zu bauen, mehr auf Ästethik zu achten, derweil du deine Stadt weiter ausbaust.
Es ist bauen ohne großen Druck, was dieses Game ausmacht. Du bist der Herr des Geschehens, alles richtet sich nach dir. Auch wenn natürlich Progress belohnt wird.
Wie üblich fängst du klein an. Eine einfache Hütte ist schnell erbaut. Dann musst du Bedürfnisse erfüllen. Wasser wird gewünscht, ebenso ein Laden und eine Backstube. Wenn du wirklich vollste Zufriedenheit haben möchtest, brauchst du noch ein paar Dekoelemente. Dabei hat jedes Gebäude seinen eigenen Einflussbereich, den du berücksichtigen musst. Was allerdings schlimmer klingt, als es in Wahrheit ist.
Jede Menge Gestaltungsmöglichkeiten Je zufriedener deine Bewohner sind, desto attraktiver wird auch die Gegend. Und desto mehr Seedlinge kommen nach. Die du natürlich ebenfalls zufriedenstellen musst. Und je mehr Seedlinge du hast, desto mehr Gebäude schaltest du frei, die dann auch andere Bedürfnisse erfüllen.
Platz ist natürlich Mangelware. Die Fläche, die zu Beginn hast, ist schnell voll und du stehst vor dem Dilemma, was nun? Zum Glück bietet dir das Game Möglichkeiten an, neue Flächen angrenzend dazuzukaufen. So, dass du dich weiter ausbreiten kannst. Dabei sind die neuen Bereiche teilweise auch unterschiedlich designt. Mal fließt ein Fluss mittendurch. Oder du hast gleich ein komplett neues Biotop, dass dann völlig neue Anforderungen stellt, die du berücksichtigen musst.
Hierbei legt das Game viel Wert darauf, dass du dich designtechnisch austoben kannst. Du kannst jedes Haus individuell gestalten. Dabei ermöglichen es dir die diversen Werkzeuge, dich kreativ wirklich auszutoben.
Ohne Druck agieren zu können Was man betonen muss, ist, dass Verde auf Druck oder Zwang verzichtet. Es existieren keine Statistiken, die dir anzeigen, wo irgendwo die Hölle brennt. Stattdessen wird viel Wert darauf gelegt, dir Freiheit zu geben. Die Freiheit, auf Ästethik zu achten. Die Freiheit, dich gestalterisch auszutoben. Nur, ob das wirklich für jeden ist?
Wenn ich ehrlich sein soll, dann fehlte mir hier irgendwann der Zahn. So nett es auch ist, dass ich ohne Zwang vor mich her arbeiten kann, so ist der Druck, deine Stadt so optimal wie möglich zu gestalten, exakt das, was Citybuilding-Games ausmacht. Der Druck, Sachen noch effektiver zu gestalten, auf plötzlich auftretende Brennpunkte zu reagieren, all das ist in meinen Augen das, was dieses Genre so ausmacht.
Das heißt jetzt nicht, das Verde deswegen schlecht ist. Im Gegenteil: Man merkt dem Game an, dass die Entwickler mit Liebe vorgegangen sind. Und dieser etwas andere Ansatz macht für zwischendurch durchaus Laune. Aber langfristig fehlt mir dann doch die Motivation, mal etwas anderes auszuprobieren.
Was insofern schade ist, als dass das Game durchaus fantastisch aussieht. Die 2.5D-Darstellung ist handgemacht und das sieht einfach nur grandios ist. Genauso, wie der Soundtrack einen gut unterhält.
Fazit:
Bei Verde kommt es ganz darauf an, ob man bereit ist, einen Citybuilder zu spielen, der bewusst auf großen Druck oder Zwang verzichtet. Das Game wirkt einfacher, auch wenn es ein Progresssystem gibt. Aber hier wird mehr Wert auf Ästhetik und Optik gelegt, denn auf Statistiken und ein ausgeklügeltes Wirtschaftssystem. Das ist nicht für jeden, auch wenn es am Ende durchaus Spaß macht.
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