Genre:
Puzzles USK Freigabe:
Freigegeben ohne Altersbeschränkung gemäß § 14 JuSchG. ca. Preis:
16,99 €
Systeme:
PC, PlayStation 5, Switch 2, Xbox Series X/S
Inhalt:
Holz, kleine Figuren und detailreiche Landschaften – Woodo sieht auf den ersten Blick fast wie eine Sammlung liebevoll gefertigter Miniaturmodelle aus. Doch die einzelnen Szenen sind noch nicht vollständig. Überall fehlen Gegenstände, Figuren warten auf ihre Umgebung und manche Bereiche erschließen sich erst, wenn wir genauer hinschauen. Publisher Daedalic Entertainment verspricht uns damit ein entspanntes Puzzle-Abenteuer der besonderen Art. Doch macht es tatsächlich Spaß, die kleinen Welten Stück für Stück zusammenzusetzen? Wir haben es für euch ausprobiert.
Meinung:
Alles eine Frage der Perspektive Jedes Kapitel präsentiert uns eine Szenerie, in der verschiedene Gegenstände darauf warten, entdeckt und an ihren vorgesehenen Platz gebracht zu werden. Dafür können wir die dreidimensionalen Schauplätze frei drehen und aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachten. Genau das ist auch nötig, denn längst nicht jedes Detail springt uns sofort ins Auge.
Haben wir ein passendes Teil gefunden, genügt es, dieses an der richtigen Stelle einzusetzen. Das Ganze fühlt sich angenehm direkt an: Das Objekt rastet ein und die Umgebung reagiert unmittelbar darauf. Farben tauchen auf, Figuren beginnen sich zu bewegen oder Gegenstände verändern ihren Zustand. Dadurch bekommen wir nicht einfach nur ein weiteres Puzzleteil aus dem Weg, sondern erleben gleichzeitig, wie unsere eigene Arbeit die Welt verändert.
Vertrautes Prinzip, immer wieder leicht verändert Am grundlegenden Spielprinzip ändert sich während des Abenteuers wenig. Trotzdem bemüht sich Woodo darum, uns nicht immer exakt dieselbe Aufgabe vorzusetzen. Mal benötigen wir einen bestimmten Gegenstand, um einen neuen Bereich zugänglich zu machen, mal versteckt sich innerhalb einer größeren Szenerie noch ein weiterer Schauplatz. Auch Schränke, Türen und andere interaktive Elemente sorgen dafür, dass wir etwas genauer hinsehen müssen.
Mit zunehmendem Spielfortschritt werden die Schauplätze umfangreicher und es gibt mehr zu entdecken. Wirklich knifflig wird Woodo dadurch allerdings nur selten. Die Herausforderungen bestehen hauptsächlich darin, Zusammenhänge zu erkennen und den richtigen Blickwinkel zu finden. Wer komplexe Logikrätsel erwartet, dürfte deshalb schnell unterfordert sein. Wer dagegen ein Puzzle-Spiel sucht, das eher zum Beobachten und Ausprobieren einlädt, wird sich hier wohlfühlen.
Falls man einmal nicht weiterkommt, kann man außerdem auf Hinweise zurückgreifen. Auch die Unterstützung beim Platzieren der gefundenen Objekte lässt sich anpassen, sodass wir selbst bestimmen können, wie viel Hilfe wir benötigen.
Ein Sommer voller Entdeckungen Zwischen den einzelnen Puzzles erzählt Woodo die Geschichte von Foxy, einem Mädchen aus der Stadt, das seinen Sommer auf dem Land verbringt. Dort lernt sie den Frosch Ben kennen und erlebt mit ihm eine Reihe kleiner Abenteuer.
Die Handlung hält sich angenehm zurück und versucht gar nicht erst, aus den überschaubaren Erlebnissen ein großes Drama zu machen. Stattdessen stehen Freundschaft, Neugier und das Entdecken der Umgebung im Mittelpunkt. Die ruhige Erzählweise passt deshalb hervorragend zum Spieltempo. Unterstützt wird das Ganze durch eine Erzählerstimme, die den Kapiteln etwas Märchenhaftes verleiht.
Besonders schön ist, dass die Geschichte nicht völlig losgelöst vom eigentlichen Spielgeschehen daherkommt. Die Orte, die wir während des Spielens vervollständigen, sind nämlich gleichzeitig die Schauplätze, an denen sich Foxys kleine Geschichte entfaltet. Dadurch bekommen die einzelnen Dioramen mehr Bedeutung, als es ihre überschaubare Größe zunächst vermuten lässt.
Liebe zum Detail Optisch setzt Woodo konsequent auf seinen ganz eigenen Miniatur-Look. Gebäude, Pflanzen, Figuren und selbst kleinere Gegenstände wirken wie sorgfältig gefertigte Holzmodelle. Dabei sind es vor allem die vielen Details, die dafür sorgen, dass die Dioramen trotz ihrer überschaubaren Größe interessant bleiben.
Hinzu kommen zahlreiche kleine Animationen. Eine Figur bewegt sich plötzlich, irgendwo beginnt sich etwas zu drehen oder ein Gegenstand reagiert auf unsere letzte Aktion. So verändert sich das Erscheinungsbild der jeweiligen Welt nach und nach. Aus einer zunächst recht leeren Konstruktion entsteht dadurch ein immer lebendigeres Gesamtbild.
Auch akustisch bleibt Woodo seinem ruhigen Ansatz treu. Das Einsetzen der Objekte wird von passenden Geräuschen begleitet, während dezente Musik und Umgebungsgeräusche für eine angenehme Atmosphäre sorgen. Nichts drängt sich in den Vordergrund, wodurch wir uns ganz auf die kleinen Veränderungen innerhalb der Dioramen konzentrieren können.
Entspannung hat ihren Preis Eine der größten Stärken von Woodo ist gleichzeitig seine größte Einschränkung. Es gibt keinen Zeitdruck, keine Gegner und keinen Grund, bei der Suche nach einem Objekt hektisch zu werden. Wir können die Szenen drehen, heranzoomen und in aller Ruhe nach dem nächsten Puzzleteil Ausschau halten.
Das funktioniert wunderbar, wenn wir nach einem entspannten Feierabend-Spiel suchen. Wer allerdings gerade wegen anspruchsvoller Rätsel zu Woodo greift, wird vermutlich etwas mehr Herausforderung erwarten. Selbst die späteren Abschnitte verlangen meist eher Aufmerksamkeit als echtes Kombinationsgeschick.
Hinzu kommt, dass kleinere Objekte in den detailreicheren Bereichen gelegentlich etwas fummelig zu erkennen oder exakt zu platzieren sind. Das fällt zwar nicht ständig auf, kann den ansonsten angenehm flüssigen Spielfluss aber kurz unterbrechen.
Viel zu schnell vorbei Auch beim Umfang sollte man keine riesige Puzzle-Sammlung erwarten. Woodo konzentriert sich nämlich auf eine überschaubare Anzahl an Dioramen und eignet sich dadurch hervorragend für kürzere Spielsessions. Auf der einen Seite ist das natürlich schön, da man so nicht Ewigkeiten am Spiel sitzt, auf der anderen Seite ist genau das aber auch sehr schade. Denn gerade als man sich an das Prinzip gewöhnt und Gefallen an den liebevoll gestalteten Welten gefunden hat, ist das kleine Puzzle-Abenteuer auch schon wieder vorbei. Dabei hätte man doch gerne noch weitere Schauplätze erkundet. Die unterschiedlichen Möglichkeiten, mit denen die Entwickler das Grundprinzip variieren, zeigen schließlich, dass in der Idee durchaus noch mehr Potenzial steckt.
Fazit:
Woodo macht aus einer überschaubaren Puzzle-Idee ein ausgesprochen charmantes Spielerlebnis. Die Aufgaben sind zwar selten anspruchsvoll, dafür macht es aber sehr viel Spaß, die Dioramen aus allen Richtungen zu untersuchen und anschließend zu beobachten, wie sich die Welt mit jedem eingesetzten Gegenstand verändert. Die schicke Holzoptik, die vielen kleinen Animationen und die ruhig erzählte Geschichte tragen ebenfalls dazu bei, dass man sich schnell in den kleinen Welten verliert.
Wer beim Puzzeln gerne abschaltet und lieber eine liebevoll gestaltete Welt erkundet als komplizierte Kopfnüsse zu lösen, bekommt mit Woodo also eine angenehm entschleunigte Auszeit. Der geringe Schwierigkeitsgrad und der überschaubare Umfang verhindern allerdings, dass daraus ein wirklich großes Puzzle-Abenteuer wird. Gerade weil das Grundprinzip so gut funktioniert und immer wieder neue kleine Ideen daraus entstehen, hätte man doch gerne noch einige weitere Welten zusammengesetzt.
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