Genre:
Sport USK Freigabe:
Freigegeben ab 12 Jahren gemäß § 14 JuSchG. ca. Preis:
79,99 €
Systeme:
PC, PlayStation 5, Xbox Series X/S
Inhalt:
Nachdem ich NHL 26 im vergangenen Jahr ausgelassen habe, war ich bei NHL 27 besonders gespannt darauf, wieder die Schlittschuhe anzuziehen und aufs virtuelle Eis zurückzukehren. Schließlich hatte ich dadurch nicht nur eine neue Saison, sondern gleich die Veränderungen eines ganzen Jahres nachzuholen. Umso interessanter war für mich die Frage, ob Electronic Arts diese Zeit genutzt hat, um die Reihe spürbar weiterzuentwickeln, oder ob sich vieles noch genauso anfühlt wie bei meinem letzten NHL-Ausflug.
Ganz ohne Neuerungen geht NHL 27 jedenfalls nicht an den Start. Neben einer aufwendigeren Präsentation und individueller gestalteten Arenen hat EA vor allem die Team-KI und das taktische Verhalten überarbeitet. Mit Connected Franchise kommt außerdem ein neuer Spielmodus hinzu, der sich vor allem an Gruppen von Freunden richtet. Also genug Gründe, wieder aufs Eis zu gehen und herauszufinden, wie groß der Schritt nach vorne tatsächlich ausgefallen ist.
Meinung:
Wieder auf dem Eis Der Wiedereinstieg gelingt erfreulich unkompliziert. Die grundlegende Steuerung mit Pässen, Schüssen, Checks und dem bekannten Skill Stick fühlt sich schnell wieder vertraut an. Gleichzeitig merkt man bereits nach den ersten Partien, dass NHL 27 nicht einfach nur daraus besteht, möglichst schnell zum gegnerischen Tor zu kommen. Wer den Puck zu lange hält oder einen Pass unüberlegt spielt, bringt sich nämlich schnell selbst in Bedrängnis.
Das hohe Tempo gehört dabei weiterhin zu den größten Stärken. Angriffe können innerhalb weniger Sekunden von einem Ende des Eises zum anderen gehen, ohne dass die Partien komplett hektisch wirken. Gerade schnelle Kombinationen und gut ausgespielte Konter machen viel Spaß. Gleichzeitig lohnt es sich, im Angriff geduldig zu bleiben und nach freien Räumen zu suchen, anstatt jeden Spielzug mit Gewalt abschließen zu wollen.
Auch die Zweikämpfe tragen viel zum Spielgefühl bei. Checks an der Bande, abgefälschte Schüsse und das Gedränge vor dem Tor sorgen immer wieder für Situationen, die sich angenehm dynamisch entwickeln und anfühlen. Gerade in engen Partien sind es nämlich häufig kleine Fehler, die darüber entscheiden, ob aus einem Angriff eine Großchance oder ein gefährlicher Gegenstoß wird.
Jedes Team spielt anders Eine der interessanteren Neuerungen steckt in der überarbeiteten Team-KI. EA hat allen 32 NHL-Teams eigene Playbooks spendiert, wodurch sich die Mannschaften auch taktisch stärker voneinander unterscheiden. Beim Wechsel zwischen verschiedenen Mannschaften fiel mir dabei durchaus auf, dass sich die Angriffe nicht immer gleich entwickeln. Manche Teams suchen häufiger den direkten Weg nach vorne, während andere geduldiger agieren. Der Unterschied ist allerdings nichts, was sich wie ein völlig neues Spiel anfühlt – vielmehr merkt man ihn mit zunehmender Spielzeit immer deutlicher.
Auch die Mitspieler verhalten sich insgesamt nachvollziehbarer. Sie suchen häufiger freie Räume und bieten sich besser für Pässe an, wodurch sich Spielzüge natürlicher entwickeln. Besonders im Angriff fällt auf, dass man nicht ständig selbst dafür sorgen muss, dass sich ein Mitspieler überhaupt in eine brauchbare Position bewegt.
Perfekt ist die KI allerdings auch dieses Jahr noch nicht. Gelegentlich stehen Spieler trotzdem etwas ungünstig oder reagieren nicht ganz so schnell, wie man es in der jeweiligen Situation erwarten würde. Insgesamt sorgt die neue taktische Ausrichtung aber für mehr Abwechslung und gibt den einzelnen Teams tatsächlich etwas mehr Persönlichkeit.
Defensive mit Fingerspitzengefühl Auch auf der anderen Seite des Pucks ist die richtige Positionierung entscheidend. Wer Passwege zustellt, seinen Gegenspieler im Blick behält und nicht bei jeder Gelegenheit zum Check ansetzt, kann gegnerische Angriffe fortan nämlich deutlich besser kontrollieren. Besonders befriedigend sind dabei die Situationen, in denen ein sauber abgefangener Pass direkt den Weg für einen Konter einleitet.
Ganz ohne kleinere Ungereimtheiten bleibt das Geschehen dabei aber leider nicht. Vor allem bei intensiven Zweikämpfen kommt es gelegentlich vor, dass eine Kollision oder Animation nicht ganz sauber zur eigenen Eingabe passt. Das ist selten spielentscheidend, fällt aber auf, wenn man sich gerade über eine eigentlich gut ausgeführte Defensivaktion ärgert.
Mehr NHL-Atmosphäre Deutlich stärker als beim Gameplay fällt die Überarbeitung der Präsentation auf. Die 32 NHL-Arenen wurden individueller gestaltet und unterscheiden sich nun unter anderem bei Fangesängen, Torhymnen, Beleuchtung und den Anzeigen auf den Videowürfeln stärker voneinander. Dadurch wirken die einzelnen Spielstätten weniger austauschbar und vermitteln mehr den Eindruck ihrer jeweiligen Heimmannschaft – wenngleich die NHL-Reihe bei der Präsentation anderen EA-Sportspielen, vor allem Madden und College Football, noch immer deutlich hinterherhinkt.
Auch die Präsentation wurde umfangreich überarbeitet. Neue Kameraperspektiven, Wiederholungen und zusätzliche Einblendungen sorgen für mehr Abwechslung während einer Partie. Dahinter steckt das sogenannte Orchestrator-System, das abhängig vom Spielverlauf passende Präsentationselemente auswählt. Gerade bei wichtigen Szenen, engen Schlussphasen oder besonderen Spielsituationen kommt dadurch mehr Fernsehatmosphäre auf.
Neue Stimmen aus der Kabine Einen weiteren frischen Anstrich bekommt die Übertragung durch das neue Kommentatorenduo John Buccigross und Darren Pang. Gerade bei längeren Spielsessions fällt auf, dass die beiden wesentlich besser auf das Spielgeschehen reagieren. Dabei passen ihre Stimmen gut zum Tempo des Spiels und lassen die Partien dadurch tatsächlich etwas mehr nach einer NHL-Übertragung klingen.
Ganz verschwunden sind die typischen Schwächen von Sportspiel-Kommentaren dadurch allerdings nicht. Einige Aussagen wiederholen sich recht schnell und gelegentlich passt ein Kommentar nicht hundertprozentig zur aktuellen Situation auf dem Eis. Insgesamt ist die neue Besetzung aber eine gelungene Neuerung.
Eine eigene Liga mit Freunden Mit Connected Franchise hält außerdem ein neuer Spielmodus Einzug. Hier könnt Ihr eine eigene Liga mit bis zu 32 menschlichen Teams aufbauen. Dazu gehören unter anderem individuelle Regeln und Spielpläne sowie die Verwaltung von Transfers und Free Agents.
Interessant wird der Modus vor allem dadurch, dass Ihr Eure Liga weitgehend an Eure eigenen Vorstellungen anpassen könnt. So lässt sich tatsächlich eine eigene kleine NHL-Welt aufbauen, in der nicht nur die Partien selbst, sondern auch Kaderplanung und Organisation eine Rolle spielen. Wer hauptsächlich alleine spielt, dürfte mit dem klassischen Franchise-Modus dagegen weiterhin besser aufgehoben sein.
Bekannte Modi sorgen für Langzeitmotivation Aber auch abseits von Connected Franchise gibt es reichlich zu tun. Der besagte Franchise-Modus, Be A Pro und World of CHEL sind ebenso wieder vertreten wie Hockey Ultimate Team. Damit deckt NHL 27 sowohl klassische Einzelspieler- als auch Online-Spieler ab und bietet genügend unterschiedliche Ansätze, um sich über längere Zeit mit dem Spiel zu beschäftigen.
Hockey Ultimate Team setzt dabei weiterhin auf den bekannten Karten- und Teamaufbau. Ihr stellt Euer persönliches Team zusammen und verbessert den Kader nach und nach. Auch NHL-Points und Packs sind weiterhin Bestandteil des Modus. Wer HUT bereits aus früheren NHL-Teilen kennt, findet sich entsprechend schnell zurecht.
Fazit:
Nach einem Jahr Pause hat sich die Rückkehr aufs virtuelle Eis für mich gelohnt. Vor allem die individuelleren Arenen, die deutlich aufgewertete TV-Präsentation und die unterschiedlichen taktischen Ausrichtungen der Teams sorgen dafür, dass NHL 27 mehr als nur eine neue Saison mit aktualisierten Kadern bietet. Connected Franchise ist zudem eine interessante Ergänzung für alle, die gemeinsam mit Freunden ihre eigene Liga aufbauen möchten. Auf dem Eis selbst setzt EA dagegen weiterhin auf die bewährte Grundlage, wobei bei KI, Animationen und einigen technischen Details noch Luft nach oben bleibt.
Wer wie ich NHL 26 ausgelassen hat, bekommt dadurch einige Veränderungen geboten, die den Wiedereinstieg spürbar frischer machen. Ein komplett neues NHL-Erlebnis ist NHL 27 zwar auch so nicht, doch die Mischung aus vertrautem, weiterhin unterhaltsamem Eishockey und einer deutlich verbesserten
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