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Graveyard Keeper II

Entwickler: Lazy Bear Games
Publisher: tinyBuild Games

Genre: Strategie
USK Freigabe: Freigegeben ab 12 Jahren gemäß § 14 JuSchG.
ca. Preis: 24,99 €

Systeme: PC, PlayStation 5, Switch 2, Xbox Series X/S

Inhalt:

Als ich vor einigen Jahren den ersten Teil von Graveyard Keeper getestet habe, war mein Fazit trotz einer Wertung von 6,5 Punkten durchaus von Hoffnung geprägt. Das Grundkonzept war originell, die Geschichte hatte ihren ganz eigenen Charme und auch einige neue spielerische Ideen konnten überzeugen. Gleichzeitig war aber vieles noch unausgewogen. Der hohe Ressourcenaufwand, das mühsame Freischalten neuer Technologien und vor allem die technischen Probleme sorgten dafür, dass das vorhandene Potenzial nicht richtig zur Geltung kam.

Nun steht mit Graveyard Keeper II die Fortsetzung auf dem virtuellen Händlertisch und damit die spannende Frage, was aus dieser ungewöhnlichen Idee geworden ist. Die Antwort fällt erfreulich aus: Das Grundprinzip ist vertraut, wirkt diesmal aber deutlich umfangreicher und insgesamt runder. Als Großinquisitor kümmern wir uns weiterhin um unseren Friedhof, doch inzwischen reicht unser Aufgabenbereich weit darüber hinaus. Wir bauen eine Stadt wieder auf, automatisieren unsere Arbeit mit Zombies und stellen sogar eine untote Armee auf.



Meinung:

Aus dem Friedhof wird ein Wirtschaftsbetrieb
Wer den ersten Teil kennt, wird sich also auch hier schnell zurechtfinden. Leichen werden untersucht, präpariert und anschließend bestattet. Allerdings wäre es in der Welt von Graveyard Keeper II geradezu Verschwendung, einen Körper einfach nur zu begraben. Schließlich gewinnen wir bei den Autopsien verschiedene Bestandteile, die wir später für andere Zwecke benötigen.

Damit wird der Friedhof zum Ausgangspunkt eines umfangreichen Wirtschaftskreislaufs. Aus menschlichen Überresten werden Rohstoffe, daraus entstehen neue Produkte und diese wiederum werden für weitere Aufgaben benötigt. Was zunächst ziemlich makaber klingt, wird vom Spiel mit einer bemerkenswerten Selbstverständlichkeit präsentiert.

Genau darin liegt auch erneut ein großer Teil des Charmes. Während man in anderen Spielen vielleicht einen Baum fällt, um Holz zu bekommen, zerlegt unser Keeper eben eine Leiche, um an bestimmte Materialien zu gelangen. Graveyard Keeper II macht daraus keine große Sache und erzeugt gerade dadurch seinen herrlich schwarzen Humor.

Je weiter wir vorankommen, desto mehr Rezepte, Gebäude und Produktionsmöglichkeiten stehen uns zur Verfügung. Unser zunächst überschaubarer Friedhof wächst damit immer mehr zu einem regelrechten Betrieb heran.

Zombies übernehmen die Arbeit
Eine ganze Weile müssen wir aber selbst ordentlich schuften. Holz hacken, Rohstoffe sammeln, Felder bewirtschaften und Materialien verarbeiten – gerade zu Beginn erledigen wir viele Arbeiten noch höchstpersönlich.

Zum Glück gibt es dafür später aber eine ziemlich naheliegende Lösung: Zombies.

Die untoten Helfer übernehmen später verschiedene Tätigkeiten und können damit einen großen Teil der Routinearbeit erledigen. Noch interessanter wird es, wenn wir Maschinen und Produktionsstätten miteinander verbinden. Dann geht es nicht mehr nur darum, einen Zombie irgendwo einzusetzen, sondern darum, ganze Abläufe sinnvoll zu organisieren und zu automatisieren.

Genau das ist auch eine der angenehmsten Entwicklungen gegenüber dem ersten Teil. Während wir dort kaum mit den anfallenden Aufgaben hinterherkamen, können wir nun irgendwann dafür sorgen, dass bestimmte Arbeiten ohne unser Zutun ablaufen. Das sorgt nicht nur für einen wesentlich angenehmeren Spielablauf, sondern auch dafür, dass sich unser Spielstil verändert. Während wir anfangs noch ständig selbst unterwegs sind, beschäftigen wir uns später zunehmend damit, die Abläufe unseres kleinen Imperiums zu optimieren.

Ganz ohne Fleißarbeit kommen wir allerdings nicht davon. Gerade am Anfang müssen wir noch viele Rohstoffe selbst zusammentragen und für größere Projekte ordentlich Material anhäufen. Der Weg zur komfortablen Automatisierung kann sich deshalb durchaus etwas ziehen.

Jetzt wird auch die Stadt zu unserer Baustelle
Unser Friedhof ist dabei aber längst nicht mehr unser einziges Sorgenkind. In der Umgebung wartet nun nämlich eine ganze Stadt darauf, wieder aufgebaut zu werden. Und so gilt es, den Bewohnern bei ihren Problemen zu helfen, uns um verschiedene Aufgaben zu kümmern und nach und nach wieder Ordnung in die Siedlung zu bringen.

Dabei ist der Wiederaufbau natürlich nicht einfach eine neu hinzugekommene Aufgabe, die mit unserem übrigen Tun nichts zu tun hat. Stattdessen helfen uns die Produktionsmöglichkeiten auf dem Friedhof bei den Aufgaben in der Stadt, während deren Entwicklung wiederum neue Möglichkeiten für unseren Friedhof eröffnet. Dadurch fühlt sich der zusätzliche Bereich nicht so an, als wäre er nur dazu da, den Spielumfang künstlich zu erhöhen, sondern fügt sich gut in unseren ohnehin schon ziemlich vollen Alltag ein.

Allerdings wächst damit auch die Menge an Dingen, um die wir uns kümmern müssen. Friedhof, Landwirtschaft sowie Produktion und Stadt wollen schließlich unter einen Hut gebracht werden. Wer dabei den Überblick verliert, muss deshalb schon einmal überlegen, welches Vorhaben gerade die höchste Priorität besitzt.

Und dann müssen wir auch noch kämpfen
Als Großinquisitor haben wir aber noch eine weitere Aufgabe: Wir müssen die Zombie-Apokalypse aufhalten und die betroffenen Gebiete zurückerobern. Um dies zu schaffen, bauen wir unsererseits eine untote Armee auf, stellen Waffen und Rüstungen her und errichten Verteidigungsanlagen.

Die Kämpfe bringen damit noch eine weitere Facette ins Spiel. Nach längeren Phasen des Sammelns, Bauens und Organisierens sorgen sie für Abwechslung und geben unseren Produktionsketten gleichzeitig einen zusätzlichen Zweck.

Man sollte hier aber keine ausgewachsene Strategiesimulation erwarten. Die Gefechte sind vielmehr eine Ergänzung zum eigentlichen Management-Part. Und genau das passt auch ganz gut, denn Graveyard Keeper II muss nicht plötzlich zu einem Strategiespiel werden. Seine größte Stärke liegt weiterhin darin, dass wir unseren eigenen Betrieb aufbauen und immer effizienter machen. Die Kämpfe sind dabei eine nette und willkommene Abwechslung, ohne das eigentliche Spielprinzip in den Hintergrund zu drängen.

Nicht alles ist sofort durchschaubar
So angenehm die zusätzlichen Möglichkeiten auch sind, sie bringen leider auch ein bekanntes Problem der Reihe mit sich: Graveyard Keeper II kann durchaus unübersichtlich werden.

Gerade bei den Produktionsketten müssen wir manchmal erst herausfinden, welche Materialien wir benötigen und welche Gebäude oder Maschinen dafür notwendig sind. Ein kleiner Auftrag kann dadurch schnell deutlich umfangreicher werden, als zunächst gedacht.

Das kann gelegentlich etwas verwirrend sein, hat aber auch durchaus seinen Reiz. Ein großer Teil des Fortschritts besteht nämlich darin, die Zusammenhänge selbst zu verstehen. Wenn aus mehreren zunächst kompliziert wirkenden Arbeitsschritten dann irgendwann eine sauber funktionierende Automatisierung entsteht, fühlt sich das natürlich entsprechend befriedigend an.

Im Vergleich zum ersten Teil wirkt die Fortsetzung dabei aber auch besser ausbalanciert. Das Spiel führt uns diesmal nämlich nicht ganz so rücksichtslos in seine zahlreichen Systeme hinein, auch wenn es weiterhin voraussetzt, dass wir uns mit ihnen auseinandersetzen. Gerade für Spieler*innen, die schon mit dem Vorgänger vertraut sind, fällt der Einstieg dadurch angenehmer aus.

Der morbide Charme ist geblieben
Auch optisch bleibt Graveyard Keeper II seinen Wurzeln treu. Die detaillierte Pixeloptik passt dabei nach wie vor hervorragend zur mittelalterlichen Welt und schafft auch diesmal gemeinsam mit den Friedhöfen, Maschinen und Untoten eine ziemlich eigenwillige Atmosphäre.

Vor allem die Kombination aus düsteren Themen und lockerem Humor funktioniert dabei erneut exzellent. Dass wir gerade noch eine Leiche untersuchen und kurz darauf darüber nachdenken, welche Materialien wir daraus gewinnen können, wird vom Spiel mit einer solchen Selbstverständlichkeit präsentiert, dass man unweigerlich schmunzeln muss.

Und auch die Figuren tragen ihren Teil dazu bei. Die neu hinzugekommene vollständige englische Sprachausgabe verleiht ihnen diesmal deutlich mehr Persönlichkeit und sorgt dafür, dass gerade die humorvollen Dialoge besser zur Geltung kommen.



Fazit:
Bild unseres Mitarbeiters Stefan.Heppert

Graveyard Keeper II ist genau die Art von Fortsetzung, die ich mir nach dem ersten Teil gewünscht hätte. Das originelle Grundprinzip bleibt erhalten, wirkt diesmal aber wesentlich umfangreicher und besser miteinander verzahnt. Besonders die Automatisierung mit den Zombies, der Wiederaufbau der Stadt und die untote Armee erweitern das bekannte Konzept meiner Meinung nach sinnvoll, ohne seinen eigenwilligen Charakter zu verlieren.

Ganz frei von kleinen Stolpersteinen ist aber auch die Fortsetzung nicht. Gerade zu Beginn wartet nämlich noch einiges an Handarbeit auf uns und die vielen Systeme können gelegentlich für Verwirrung sorgen. Trotzdem hat Graveyard Keeper II für mich genau das geschafft, was dem Vorgänger damals noch gefehlt hat: Aus einer guten und originellen Idee ist ein deutlich runderes Gesamtpaket und damit auch ein besseres Spiel geworden. Wer schon mit dem ersten Teil seinen Spaß hatte, bekommt hier also wesentlich mehr Gründe, wieder zur Schaufel zu greifen.



Graveyard Keeper II - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Autor der Besprechung:
Stefan.Heppert

Screenshots


















Wertungen Pluspunkte Minuspunkte
Wertung: 8 Grafik: 8.00
Sound: 8.00
Steuerung: 8.00
Gameplay: 8.00
Wertung: 8
  • Herrlich schwarzer Humor
  • Sehr umfangreiche und befriedigende Automatisierung
  • Leichenverwertung sinnvoll ins Wirtschaftssystem eingebunden
  • Stadtaufbau und Zombie-Armee erweitern das Grundprinzip
  • Deutlich runderes Gesamtpaket als beim Vorgänger
  • Anfangs teilweise sehr viel zu tun
  • roduktionsketten können zu Beginn verwirren
  • Ressourcenbeschaffung kann sich stellenweise ziehen
  • Kämpfe weniger tiefgehend als die Management-Elemente

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Rezension vom: 29.09.2026
Kategorie: Strategie
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Die Bewertung unserer Leser für dieses Game
Bewertung: 1 (7 Stimmen)
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