Genre:
Rollenspiele USK Freigabe:
Freigegeben ab 16 Jahren gemäß § 14 JuSchG. ca. Preis:
49,99 €
Systeme:
PC, PlayStation 3, Xbox Series X/S
Inhalt:
Arrakis ist kein Ort, an dem man einfach aussteigt, ein wenig die Landschaft bewundert und anschließend gemütlich seine ersten Schritte macht. Der Wüstenplanet ist wunderschön, gewaltig und gleichzeitig gnadenlos. Genau hier setzt Dune: Awakening an. Das Open-World-Survival-Spiel von Funcom verbindet die bekannte Welt aus Frank Herberts Dune-Universum mit Crafting, Basisbau, Erkundung, Rollenspielelementen und jeder Menge Überlebenskampf.
Ursprünglich als Multiplayer-Survival-Erlebnis auf dem PC gestartet, präsentiert sich das Spiel zum Konsolenstart allerdings deutlich verändert. Zahlreiche Updates haben die ursprüngliche Fassung erweitert und teilweise grundlegend umgebaut. Die wohl wichtigste Neuerung ist der vollständige Einzelspielermodus, der gemeinsam mit dem Abschluss von „Book One“ nun eine komplett durchspielbare Geschichte ermöglicht. Ob diese Neuausrichtung ein Erfolg war, oder ob man doch lieber beim alten Konzept hätte bleiben sollen, haben wir für euch auf der Xbox Series X getestet.
Meinung:
Eine andere Geschichte Wer die Dune-Filme kennt, wird sich auf Arrakis schnell heimisch fühlen und gleichzeitig feststellen, dass hier eine andere Geschichte erzählt wird. Dune: Awakening spielt nämlich in einer alternativen Zeitlinie, in der Paul Atreides nie geboren wurde. Durch diesen Kniff kann Funcom bekannte Elemente des Universums zwar verwenden, ohne sich dabei aber punktgenau an die Handlung der Bücher oder Filme halten zu müssen.
Im Mittelpunkt des Abenteuers steht die Suche nach den verschwundenen Fremen. Von dort aus entwickelt sich eine Geschichte, die euch immer tiefer in die politischen und gesellschaftlichen Strukturen von Arrakis führt. Dabei begegnet ihr bekannten Fraktionen, Organisationen und Motiven aus dem Dune-Universum, während eure eigene Figur zunehmend wichtiger für das Geschehen wird.
Überleben beginnt mit Wasser Bevor es an große Abenteuer geht, muss aber zunächst einmal das nackte Überleben gesichert werden. Wasser ist auf Arrakis dabei die wichtigste Ressource. Wer sich zu lange der Hitze aussetzt oder schlecht vorbereitet in die Wüste aufbricht, bekommt schnell Probleme.
Anders als in vielen anderen Spielen ist die Open World hier nicht nur Schauplatz der Geschichte, sondern ein wesentlicher Teil des Spielgeschehens. Das zeigt sich nicht nur bei der Suche nach dem rettenden Nass, sondern auch besonders eindrucksvoll bei den Sandwürmern. Sobald sich der Boden bewegt und ein riesiger Wurm aus dem Sand auftaucht, wird aus einer gewöhnlichen Erkundungstour schnell ein Kampf ums Überleben.
Auch die Spice-Felder sind mehr als nur eine hübsche Kulisse. Wer dort wertvolle Ressourcen abbauen möchte, begibt sich in gefährliches Terrain und muss jederzeit mit einer tödlichen Begegnung rechnen. So gelingt es Dune: Awakening, seine Survival-Mechaniken überzeugend mit den Besonderheiten des Dune-Universums zu verbinden.
Ausrüstung, Basis und Mobilität Auch in Dune: Awakening verbringt man einen großen Teil der Zeit mit Sammeln, Herstellen und Verbessern. Neue Ressourcen eröffnen dabei wie gewohnt weitere Baupläne, bessere Ausrüstung erlaubt den Vorstoß in gefährlichere Gebiete und irgendwann entsteht aus dem anfänglichen Unterschlupf eine richtig umfangreiche Basis.
Gerade beim Bauen zeigt sich, wie viel Freiheit Funcom den Spieler*innen lässt. Die eigene Unterkunft kann nämlich sowohl zweckmäßig bleiben oder sich zu einer regelrechten Festung entwickeln. Werkstätten, Lagerplätze und Produktionsanlagen wollen dabei sinnvoll angeordnet werden, während neue Technologien dafür sorgen, dass die Möglichkeiten stetig wachsen.
Ein wichtiger Bestandteil dieser Entwicklung ist außerdem die Mobilität. Während man zu Beginn noch vergleichsweise langsam durch die Wüste unterwegs ist, stehen später sogar Fahrzeuge zur Verfügung. Das Highlight ist dabei natürlich der Ornithopter, der sogar das gesamte Spielgefühl verändert. Mit ihm werden aus langen Fußmärschen nämlich plötzlich kurze Flüge und aus bisher unerreichbar wirkenden Gebieten lohnende Ziele für Erkundungstouren.
Besonders gelungen finde ich bei all dem, dass sich der Fortschritt nicht allein in besseren Ausrüstungswerten widerspiegelt. Neue Technologien verändern hier stattdessen tatsächlich die Art und Weise, wie man Arrakis erkundet, und eröffnen dadurch ganz neue Möglichkeiten.
Schwert, Schusswaffe und Schild Kämpfe gehören ebenfalls zum Alltag auf Arrakis, wobei einem hierfür sowohl Nahkampf- als auch Schusswaffen sowie verschiedene technische Hilfsmittel zur Verfügung stehen. Wie in vielen anderen Bereichen versucht Dune: Awakening auch hier, die bekannten Elemente des Dune-Universums mit einem actionreichen Kampfsystem zu verbinden – und schafft dies meiner Meinung nach recht ordentlich.
Spieler*innen der ersten Stunde wissen natürlich, dass die Kämpfe seit dem ursprünglichen PC-Start mehrfach überarbeitet wurden. So wurde unter anderem das Zeitfenster zum Parieren erweitert, die Ausdauer der Gegner neu ausbalanciert und ihre künstliche Intelligenz verbessert. Auch das Ausweichen fühlt sich inzwischen angenehmer an, da man beim Dashen Gegner durchqueren kann. Hinzu kommen neue Waffen wie die Dual Blades und die Pyrocket. Der beliebte Rapier wurde ebenfalls grundlegend überarbeitet und ist nun stärker auf das Parieren ausgelegt.
Trotz dieser Verbesserungen hinterlassen die Kämpfe bei mir aber einen etwas zwiespältigen Eindruck. Sie funktionieren ordentlich und bieten dank der unterschiedlichen Waffen und Fähigkeiten durchaus Abwechslung. Im Vergleich zum Survival-, Erkundungs- und Aufbauteil fehlt ihnen allerdings häufig das gewisse Etwas. Eine Expedition durch die offene Wüste übt auf mich deutlich mehr Faszination aus als eine Auseinandersetzung mit Gegnern. Manche Kämpfe fühlen sich deshalb eher wie eine lästige Pflichtaufgabe an, statt wirklich für Spannung zu sorgen.
Freie Entwicklung Wenn man Funcom eines nicht vorwerfen kann, dann, dass sie die Spieler*innen einengen. Denn genau wie beim Basisbau lässt Dune: Awakening auch bei der Entwicklung der eigenen Figur viel Spielraum. Verschiedene Schulen und Fähigkeiten ermöglichen unterschiedliche Spielweisen, sodass man seinen Charakter stärker auf Kampf, Erkundung, Herstellung oder andere Bereiche ausrichten kann.
Später kommt mit den Spezialisierungen ein weiteres Fortschrittssystem hinzu. In verschiedenen Bereichen lassen sich zusätzliche Verbesserungen freischalten, die beispielsweise den Kampf, das Sammeln oder die Erkundung unterstützen. Dadurch gewinnt die langfristige Charakterentwicklung noch einmal deutlich an Tiefe.
Angenehm ist dabei, dass der Fortschritt nicht einfach nur darin besteht, immer dieselbe Ausrüstung gegen eine Version mit höheren Werten auszutauschen. Stattdessen schaltet man neue Fähigkeiten und fortschrittlichere Technologien frei, die den eigenen Spielstil durchaus verändern können.
Allein durch die Wüste Die wohl größte Veränderung der aktuellen Fassung ist aber der vollständige Einzelspielermodus. Wer keine Lust auf andere Spieler*innen hat, kann Dune: Awakening inzwischen einfach von Anfang bis Ende allein erleben.
Dabei handelt es sich nicht bloß um einen Server, auf dem zufällig keine anderen Spieler*innen auftauchen. Vielmehr bietet das Spiel einen vollwertigen Solomodus mit eigenen Einstellungsmöglichkeiten. Neben verschiedenen Schwierigkeitsstufen lassen sich zahlreiche weitere Faktoren individuell anpassen. Wer beispielsweise weniger Druck durch Sandstürme möchte oder bestimmte Sammel- und Fortschrittsraten verändern will, kann dies ganz einfach einstellen.
Diese Anpassungsmöglichkeiten finde ich besonders interessant, weil Survival-Spiele sehr unterschiedliche Vorstellungen davon bedienen müssen, was Spaß macht. Während manche Spieler*innen jeden einzelnen Tropfen Wasser hart erkämpfen möchten, wollen andere lieber ungestört erkunden, bauen und die Geschichte erleben. Genau dafür bietet der Solomodus die nötige Flexibilität, sodass sich die Herausforderung an die eigenen Vorlieben anpassen lässt.
PvE oder PvP? Wer lieber mit anderen spielt, muss sich ebenfalls nicht zwangsläufig auf PvP einlassen. In der aktuellen Version lässt sich das gesamte Spielerlebnis grundsätzlich nämlich auch als PvE-Erfahrung absolvieren.
Das ist eine wichtige Veränderung gegenüber den ersten Versionen, denn dadurch entscheidet der Spieler wesentlich stärker selbst, wie gefährlich seine Reise werden soll. Wer den Wettbewerb mit anderen sucht, kann sich weiterhin darauf einlassen. Wer dagegen lieber gemeinsam Ressourcen sammelt, baut und die Welt erkundet, kann diesen Aspekt weitgehend ausklammern.
Gerade für Spieler, die Dune: Awakening bisher wegen seines ursprünglichen MMO-/Survival-Eindrucks gemieden haben, ist das eine entscheidende Veränderung.
Das Endgame ist inzwischen mehr als Ressourcen sammeln Auch das Endgame hat sich gegenüber der ursprünglichen Version deutlich verändert. Der Landsraad wurde komplett neu aufgebaut und funktioniert inzwischen wesentlich stärker über Missionen. Statt lediglich Ressourcen abzugeben, erledigt man jetzt Aufgaben aus unterschiedlichen Bereichen wie Kampf, Sammeln, Erkundung, Herstellung oder Sabotage und arbeitet sich dadurch in den Rängen weiter nach oben.
Dazu kommen neue Gebiete und die Imperial Testing Stations. Diese anspruchsvolleren Bereiche bringen Bosskämpfe und skalierende Herausforderungen ins Spiel. Je weiter man kommt, desto interessanter werden die Belohnungen, wodurch auch nach Abschluss der Hauptgeschichte noch Gründe bestehen, nach Arrakis zurückzukehren.
Besonders wichtig ist dabei, dass dieses Endgame nicht mehr zwingend eine große Gruppe voraussetzt. Die neuen Systeme wurden nämlich so angepasst, dass auch Einzelspieler und reine PvE-Spieler Zugang zu den entsprechenden Inhalten erhalten.
Auch beim Umgang mit verlorenem Fortschritt hat Funcom nachgebessert. Während es zu Beginn von Dune: Awakening noch häufiger vorkam, dass man seinen gesamten Spielfortschritt verlieren konnte, ist dies inzwischen wesentlich besser geregelt. So lassen sich Basen mittlerweile sichern und später wieder einsetzen, während auch Fahrzeuge zusammen mit dem eigenen Charakter zwischen den Welten mitgenommen werden können.
Für den einen oder anderen mag diese Veränderung dem Survival-Aspekt zwar etwas von seiner ursprünglichen Härte nehmen, für die meisten dürfte sie Dune: Awakening jedoch deutlich zugänglicher und langfristig angenehmer spielbar machen.
Eine beeindruckende Wüstenwelt Optisch ist Arrakis eine absolute Augenweide. Riesige Dünenlandschaften, gewaltige Felsformationen, unterirdische Anlagen und futuristische Gebäude erzeugen eine glaubwürdige und abwechslungsreiche Interpretation des Dune-Universums.
Besonders stark ist dabei die Größenwirkung. Wenn man sich durch die Wüste bewegt und plötzlich einen Sandwurm am Horizont entdeckt oder mit dem Ornithopter über die Landschaft fliegt, vermittelt das Spiel auf fantastische Weise, wie klein die eigene Figur eigentlich ist.
Nicht ganz auf demselben Niveau bewegen sich dagegen manche Charaktermodelle und Animationen. Während die Umgebung teilweise beeindruckend detailliert ist, wirken Gesichter und bestimmte Bewegungsabläufe dagegen stellenweise etwas weniger ausgereift.
Auf der Konsole stehen zudem unterschiedliche Grafikmodi zur Verfügung, sodass man zwischen einer höheren Bildrate und einer stärkeren visuellen Darstellung wählen kann.
Passender Soundtrack Um die Dune-Atmosphäre perfekt zu machen, wurde auch der passende Sound gewählt. Der Soundtrack, der so auch 1:1 aus den Filmen stammen könnte, unterstützt dabei die actionreichen Momente, ohne sich ständig in den Vordergrund zu drängen. Dazu kommen passende Umgebungsgeräusche, Waffenklänge und die zahlreichen Geräusche der Wüste.
Besonders gut funktioniert die Soundkulisse aber in den ruhigen Momenten. Wenn man alleine durch die scheinbar endlose Wüste unterwegs ist und außer dem eigenen Fahrzeug kaum etwas zu hören ist, entsteht nämlich eine beklemmende Atmosphäre, die hervorragend zum Dune-Universum passt.
Angepasste Steuerung Die Controller-Steuerung wurde für die Konsolenfassung angepasst und funktioniert insgesamt ordentlich. Bewegung, Kämpfe und die wichtigsten Interaktionen gehen nach einer kurzen Eingewöhnung gut von der Hand.
Etwas komplizierter wird es allerdings bei den vielen Menüs und beim Bauen. Dune: Awakening verfügt über eine enorme Zahl an Systemen, Gegenständen, Rezepten und Optionen. Diese lassen sich mit einem Controller naturgemäß nicht ganz so komfortabel bedienen wie mit Maus und Tastatur.
Gerade beim Basisbau wäre an einigen Stellen eine direktere Bedienung wünschenswert. Grundsätzlich geht die Steuerung aber zuverlässig von der Hand. Nach ein paar Spielstunden hat man sich zudem an die Menüführung gewöhnt und findet sich auch in den zahlreichen Untermenüs zunehmend besser zurecht.
Fazit:
Dune: Awakening hat seit seinem ursprünglichen PC-Start eine bemerkenswerte Entwicklung durchgemacht. Die Kombination aus Survival, Crafting, Basisbau, Erkundung und Rollenspielelementen funktioniert auf Arrakis mittlerweile hervorragend, während die beeindruckende Welt nicht nur für staunende Blicke sorgt, sondern auch dafür, dass selbst längere Expeditionen nicht so schnell langweilig werden. Besonders der vollständige Solo-Modus, die vielfältigen Anpassungsmöglichkeiten und das inzwischen deutlich abwechslungsreichere Endgame machen die aktuelle Version wesentlich zugänglicher als die ursprüngliche Fassung.
Ganz ohne Schwächen kommt das Abenteuer aber dennoch nicht aus. Die Menüs könnten auf der Konsole komfortabler sein, die Kämpfe erreichen nicht ganz das Niveau der übrigen Spielsysteme und auch bei den Animationen gibt es noch Luft nach oben. Trotzdem entsteht aus all den unterschiedlichen Bestandteilen ein außergewöhnlich stimmiges Survival-Abenteuer, das die Besonderheiten des Dune-Universums nicht nur als Kulisse verwendet, sondern gekonnt in seine Spielmechaniken einbindet. Wer schon immer einmal selbst auf Arrakis ums Überleben kämpfen wollte, findet hier inzwischen eine sehr gelungene Möglichkeit dazu.
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