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Forza Motorsport

Entwickler: Microsoft Game Studios
Publisher: Microsoft Game Studios

Genre: Sport
USK Freigabe: Freigegeben ohne Altersbeschränkung gemäß § 14 JuSchG.
ca. Preis: 60 €

Systeme: Xbox

Ausgezeichnet mit dem Splash Hit Inhalt:
Besitzer einer Xbox müssen endlich nicht mehr neidisch zu ihren PS2-Kollegen schielen, die sich seit März an Gran Turismo 4 erfreuen können, denn endlich gibt es das von Microsoft selbst entwickelte Forza Motorsport, ein simulationslastiges und umfangreiches Rennspiel, das alle Motorsport-Gattungen in den Klassen zwischen 100 und 800 PS abdecken will. Mit Features wie einem Schadensmodell und Online-Support will das Spiel die etablierten Konkurrenz auf der Nachbarkonsole sogar noch überflügeln. Der - je nach Standpunkt erhoffte bzw. befürchtete - "Gran-Turismo-Killer" ist das Spiel aber dennoch nicht ganz geworden.

Meinung:
Noch vor dem Intro-Film von Forza Motorsport erläutert eine Texteinblendung die Bedeutung des Worts "Simulation" - von der Fahrphysik darf man also Realismus erwarten. Und tatsächlich: Sind die Fahrhilfen wie Traktionskontrolle und ABS zugeschaltet, erhält man eine sehr gute Arcade-Steuerung; wer alle Hilfen deaktiviert, darf sich sogar an einem anspruchsvollen und recht realistischen Fahrmodell erfreuen. Das Spiel nutzt die Möglichkeiten des Xbox-Controllers gut, denn die beiden Trigger sind mit Gas und Bremse belegt, so dass eine recht feinfühlige Dosierung der Impulse möglich ist. Einziger Kritikpunkt am Handling ist das zu stark betonte Untersteuern beim Verlangsamen - das Hineinbremsen in Kurven ("trail braking") ist somit kaum möglich. Die KI sorgt dafür, dass die Rennen auch nach dem Meistern der Fahrphysik anspruchsvoll bleiben, denn die Computergegner schrecken nicht vor aggressiven Manövern zurück - so machen sie gerne auch einmal beherzt "die Tür zu", wenn man zum Überholen ansetzt. Völlig makellos arbeiten die KI-Burschen aber auch nicht: Gelegentlich ist zu beobachten, wie sie mitten auf einer Geraden ohne Anlass bremsen.

Forza enthält exakt 231 Fahrzeuge, die gebotene Vielfalt ist also mehr als respektabel und reicht vom Ford Focus bis zum Bentley Speed 8. Überraschend ist, dass bei Forza der Schwerpunkt auf japanischen Fabrikaten liegt: Etwa 50% der umgesetzten Autos gehören zu den bei vielen Amerikanern verhassten "Reiskochern". Einen Glanzpunkt im Fuhrpark stellen natürlich die Wagen von Ferrari und Porsche dar, die man bei der Konkurrenz auf der PS2 aus Lizenzgründen vergeblich sucht. Die Streckenauswahl setzt sich aus einer Mischung von realen und Fantasie-Kursen zusammen. Einige der echten Rennstrecken sind allerdings in der Umsetzung eher missraten - vor allem bei der Nürburgring-Nordschleife erkennt man kaum eine Kurve wieder. Nur einige amerikanische Kurse wie Laguna Seca sind den Grafikern besser geglückt. Zwei der erfundenen Pisten erinnern übrigens ebenfalls sehr stark an reale Strecken: Der "Blue Mountain Raceway" ähnelt dem australischen Bathurst, und die Merkmale des "Alpine Ring" erinnern frappierend an die Grand-Prix-Strecke im österreichischen Spielberg. Zu den übrigen, recht interessant und ausgewogen designten Kursen gehören Stadtrundfahrten durch New York, Tokio und Rio sowie Punkt-zu-Punkt-Strecken über japanische Bergpässe oder durch nächtliche Hafenanlagen. Auffällig ist das Fehlen von Rallye-Strecken und -Fahrzeugen - offenbar wollte man sich bei Microsoft nicht ans Programmieren einer Offroad-Fahrphysik wagen.

Die Standortfrage
Der Karrieremodus läuft nach bewährtem Prinzip: Es gilt, sich einen eigenen Fuhrpark aufzubauen und von den Anfänger-Wettbewerben zu den Profi-Events vorzudringen. Das geschieht über Level-Aufstiege, die anhand der Summe aller bisher gewonnenen Preisgelder ermittelt wurden - alle fünf Stufen werden neue Wettbewerbe zugänglich, die z.T. strikten Fahrzeugbeschränkungen unterliegen. Besonders interessant ist, dass man zu Beginn der Karriere eine Heimatregion (Amerika, Japan oder Europa) festlegen muss - diese lokale Verortung beeinflusst die anfänglich verfügbare Fahrzeugauswahl sowie den Seltenheitsgrad (und damit den Preis) von Neuwagen. Außerdem entwickeln sich bei jedem Level-Aufstieg "Geschäftsbeziehungen" zu Tunern und Fahrzeugherstellern, die sich in Preisnachlässen und Zugriff auf besonders seltene Autos niederschlagen.

Mechaniker und Fahrlehrer
Apropos Tuning: Die Autos lassen sich nicht nur mit leistungsverstärkenden Teilen ausstatten, sondern auch in bester NfS:U-Manier mit neuen Karosserieteilen, Felgen und Flügeln versehen sowie umlackieren und mit Aufklebern schmücken. Bei 100 möglichen Design-Schichten pro Fahrzeugseite setzt nur die Fantasie des Spielers die Grenzen des Möglichen - und seine Geduld, denn das exakte Ausrichten und Justieren der Aufkleber ist leider eine relativ fummelige Angelegenheit. Wer den Lack des frisch umgestalteten Wagens nicht selbst zerschrammen möchte, kann übrigens auch seinen "Drivatar" ins Cockpit setzen. Dieser KI-Kollege muss allerdings vorher geschult werden. Dazu absolviert der Spieler ein paar Runden auf festgelegten Strecken, anhand derer der Drivatar sich merkt, wie man langgezogene Kurven oder Haarnadeln durchfährt. Die Folge: Wenn man dem Drivatar ein schlechtes Vorbild ist, fährt er entsprechend bescheiden. Außerdem verlangt der KI-Helfer für seine Dienste ein stattliches Honorar, das von den Siegprämien abgezogen wird und so den Levelaufstieg verlangsamt - sein Einsatz will also gut überlegt sein.

Kaltverformung
Wie schon angedeutet wurde, lassen sich die Autos durchaus zerkratzen - und natürlich auch noch weiter beschädigen. Das Schadensmodell ist grafisch recht ansehnlich ausgefallen, bei harten Crashes fallen auch schon einmal Teile vom Wagen ab - diverse Codemasters-Titel wissen hier allerdings noch etwas mehr visuelle Brachialität aufzufahren. Die Schäden machen sich in Forza auch beim Fahrverhalten bemerkbar, von Leistungseinbußen bis zur verzogenen Lenkung werden alle Beeinträchtigungen umgesetzt. Auch unverbeult sehen die Fahrzeuge übrigens sehr hübsch aus, sie sind polygonreich und korrekt proportioniert. Ganz so realistisch wie beim Kontrahenten GT4 wirkt die Grafik aber trotzdem nicht, dafür sind die Echtzeit-Reflexionen nicht fein genug, und auch der zu starke Kontrast zwischen den klaren Fahrzeugkonturen und der oft leicht weichgezeichneten Streckenumgebung verhindert, dass man Forza-Replays mit echten Motorsport-Aufnahmen verwechselt. Gelegentlich auftretende Texturfehler schmälern zudem den insgesamt dennoch sehr guten optischen Eindruck ein wenig.

Flüster-Motor im Heck?
Der Soundtrack zum Spiel stammt von Junkie XL und enthält u.a. äußerst uninspirierte Remixe von klassischen Rocksongs wie "Iron Man" von Black Sabbath. Zum Glück kann man aber ja auch einen Custom-Soundtrack anlegen, und ein echter Renn-Profi wird während der Rennen ohnehin nichts anderes als den Motorensound hören wollen. Bei den meisten Wagen kann man mit der Klang-Kulisse auch durchaus zufrieden sein, sogar Muscle Cars grollen zumindest ansatzweise so, wie sie es sollten. Nur bei vielen Wagen mit Mittel- und Heckmotor fehlt seltsamerweise das Motorengeräusch ganz, sobald man nicht in einer der Außenperspektiven fährt - das ist besonders lästig, wenn man vor allem nach Gehör schaltet.
Positiv zu erwähnen ist noch die vorbildliche Einbindung von Xbox-Live: Hier können Forza-Fans Clubs mit einheitlichen Fahrzeug-Designs gründen, mit Autos handeln (was wegen der unterschiedlichen "Heimatregionen" besonders lukrativ ist) und eigene Meisterschaften organisieren. Online werden allerdings leider auch vermehrt Trolle gesichtet, die sich durch das Schadensmodell angeregt fühlen, Forza eher wie Destruction Derby zu spielen ...

Fazit:
Forza Motorsport ist das lang ersehnte Xbox-Äquivalent zu Gran Turismo 4. Wer nur die "grüne" Konsole besitzt und sich schon immer nach einer realistischen, anspruchsvollen, umfangreichen und nicht zuletzt auch mit guter Grafik gesegneten Rennsimulation gesehnt hat, kommt an diesem Titel also nicht vorbei. Vor allem Xbox-Live-Nutzer profitieren von den Clubs, mit denen sie auch nach Absolvieren des Karrieremodus noch lange Spaß haben können. Im plattformübergreifenden Vergleich hat GT4 - dank jahrelanger Erfahrung der Entwickler - zwar für reine Offline-Spieler immer noch knapp die Nase vorn. Aber schon mit dem nächsten Forza-Teil kann sich das Kräfteverhältnis ändern ...


Forza Motorsport - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Autor der Besprechung:
Manuel Tants

Screenshots


















Wertungen Pluspunkte Minuspunkte
Wertung: 8.8125 Grafik: 9.00
Sound: 8.00
Steuerung: 9.25
Gameplay: 9.00
Wertung: 8.8125
  • Stattlicher Umfang
  • Anspruchsvolle Fahrphysik
  • Schadensmodell
  • Üppige Tuning-Optionen
  • Ausgefeilter Online-Support
  • Reale Rennstrecken z.T. kaum wiedererkennbar
  • Keine Rallye-Rennen
  • Sound-Bug bei Wagen mit Mittel- und Heckmotor

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Rezension vom: 01.06.2005
Kategorie: Sport
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Bewertung: 2.57 (7 Stimmen)
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