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Destroy all Humans!

Entwickler: Pandemic Studios
Publisher: THQ

Genre: Action
USK Freigabe: Freigegeben ab 16 Jahren gemäß § 14 JuSchG.
ca. Preis: 55 €

Systeme: PlayStation 2, Xbox

Ausgezeichnet mit dem Splash Hit Inhalt:
Alarm im Weltall: Durch den exzessiven Atomwaffeneinsatz im Krieg gegen minderwertige Völker sind die Gene des außerirdischen Furon-Volkes mutiert. Der vollständige Verlust ihrer Genitalien verhindert eine natürliche Fortpflanzung, so dass sie ihr eigenes Überleben nur durch Klonen sichern können. Leider verändert sich die DNS bei jedem Klonvorgang ein wenig mehr, so dass die Ergebnisse immer merkwürdigere Ausmaße annehmen. Doch es gibt einen Hoffnungsschimmer: Nach der Vernichtung der Marsianer stößt ein Schiff der Furons auf die Erde und entdeckt, dass in dem genetischen Code der Menschen ein Rest der Furon-DNS verborgen ist. Kurzerhand wird ein Abgesandter zum blauen Planeten geschickt, um dort die Bevölkerung von ihren Hirnstämmen zu befreien und somit an die frischen DNS-Stränge heran zu kommen.

Meinung:
Destroy all Humans! schickt den Spieler ins Amerika und die B-Movie-Welt der 50er-Jahre, und ist gleichermaßen eine witzige Parodie, als auch eine gelungene liebevolle Hommage an eben diese große Ära des phantastischen Films.

Das Ding aus einer anderen Welt
Der Spieler übernimmt die Rolle des Furons Cryptosporidium 137 (kurz Crypto), um diese gefahrvolle Mission zu erfüllen und nebenbei die Eroberung der Erde anzuleiern. Glücklicherweise verfügt Crypto über den Cortex Scan, eine mentale Kraft, die ihn beispielsweise dazu befähigt, die Gedanken der Erdlinge zu lesen und Gegenstände mittels Psychokinese zu bewegen. Auch das Holoboben, die Annahme einer beliebigen menschlichen Gestalt, ist ihm damit möglich. Aber natürlich verlässt sich ein echter kriegerischer Außerirdischer nicht auf seine Gedankenkräfte allein, sondern macht auch von seinem reichhaltigen Waffenarsenal Gebrauch. Nichts wirkt befreiender, als einen wild mit der Schrotflinte um sich schießenden Farmer mit knisternder Energie aus der Zap-O-Matik zu rösten. Weitere Waffen wie der Desintegrator-Strahl, der überaus durchschlagskräftige Ionenfetzer oder die fiese Analsonde kommen im weiteren Spielverlauf hinzu.

Fliegende Untertassen greifen an
Zum Ausrüstungsrepertoire eines waschechten Aliens gehört natürlich auch ein UFO und mit diesem lässt sich so richtig Schaden in den beschaulichen Städten des Amerikas der 50er-Jahre anrichten. Während der Entführungsstrahl noch relativ harmlosen Zwecken wie dem Kidnapping von Menschen zu Versuchszwecken oder dem Herumschleudern von Gegenständen dient, sorgt der Todesstrahler für kurzweilige Zerstörung von Gebäuden und Fahrzeugen. Verdient sich Crypto später durch fleißiges DNS-Sammeln noch den Schallknall oder gar den alles vernichtenden Quantenzerstörer dazu, hinterlässt er eine noch tiefere und wirkungsvollere Spur der Verwüstung.

Befehl aus dem Dunkel
Natürlich erregt überschäumende Schieß- und Vernichtungsfreude schnell Aufsehen und ruft Polizisten, die Männer in Schwarz oder gar das Militär mitsamt Panzern auf den Plan. Um sich nicht ständig mit dem wehrhaften Teil der primitiven Erdbevölkerung herumschlagen zu müssen, empfiehlt sich daher zuweilen eine diskretere Vorgehensweise. Die bereits erwähnte Fähigkeit des Holobobens bietet sich hier besonders an. In Menschengestalt ist es Crypto möglich, unbehelligt durch die Straßen der amerikanischen Vorstädte zu streunen. Um die Tarnung aufrecht zu erhalten, muss Crypto allerdings regelmäßig neue Geistesenergie durch das Scannen von Menschen tanken. Vorsicht ist bei den Männern in Schwarz geboten: Diese durchschauen eine Verkleidung sofort und schneller als gewollt kann Crypto wieder zur Zielscheibe ihrer effektiven Waffen werden.

Als sehr nützlich erweist sich bei den mentalen Fähigkeiten darüber hinaus neben dem Extrahieren der Hirnstämme auch die Kraft der Hypnose. Mit ihrer Hilfe kann Crypto den Menschen ihren Willen aufzwingen und sie zum Beispiel frohgemut zur Untertasse schlendern lassen. Mit der Psychokinese schließlich lässt der Außerirdische dann im wahrsten Sinne des Wortes die Kuh fliegen.

This Island Earth
Die einzelnen Missionen sind sehr abwechslungsreich gestaltet und reichen von der Zerstörung eines Jahrmarktes über das Abspielen eines Furon-Propagandafilms im örtlichen Autokino bis hin zu einer Rede vor der Bevölkerung in Gestalt des Bürgermeisters. Dabei kommt natürlich, wie im gesamten Spiel, der skurrile schwarze Humor niemals zu kurz und alleine die wirren Gedankengänge der Menschen sorgen schon für so manchen Schmunzler. Sei es nun das intime Geständnis einer Frau („Mein Kopf sagt Rock Hudson, aber mein Herz sagt Doris Day“) oder die überschwängliche Freude eines stolzen Autobesitzers („Ich liebe meinen Edsel; ein echter Klassiker“): Der Einfallsreichtum der Programmierer ist schon sehr bemerkenswert und spiegelt sich auch in der mit vielen liebevollen Details gespickten Spielwelt wieder. So wird zum Beispiel auf der Leinwand des Autokinos ein Ausschnitt aus „Plan 9 from Outer Space“, dem legendären Werk des ungewollten Trashkönigs Ed Wood gezeigt und am obligatorischen romantischen Treffpunkt für verliebte Jugendliche wackeln im stetigen und eindeutigen Rhythmus die schicken Automobile.

Gleichzeitig nimmt der Titel gekonnt die Filmklassiker und das Verhalten der Menschen zur damaligen Zeit auf die Schippe. So werden hinter der Invasion der Außerirdischen sofort kommunistische Aktivitäten vermutet und bei der Rede des Bürgermeisters kann Crypto jegliche Zweifel der Bevölkerung durch das Klopfen hohler Patriotismusphrasen ausräumen. Die seinerzeit allgegenwärtige Paranoia-Stimmung wird somit sehr schön durch den Kakao gezogen und mit vielen witzigen Zitaten gewürzt. Aus dieser Sicht macht die Altersfreigabe ab 16 Jahren auch ohne die dezent schmodderigen Hirnstamm-Extraktionen Sinn, denn jüngere Semester dürften viele der Anspielungen nicht verstehen und auch wohl mit dem teilweise recht schlüpfrigen Humor nicht wirklich etwas anfangen können.

Klaatu Barada Nikto
Grafisch ist Destroy all Humans! leider nicht uneingeschränkt positiv zu bewerten: Einerseits wissen die einzelnen Abschnitte durch ihre bereits angesprochene Detailverliebtheit zu überzeugen und die Physik-Engine sorgt bei heftigen Explosionen für spektakulär herumfliegende Fahrzeuge, andererseits leidet das Spiel ein wenig am deutlich sichtbaren Bildaufbau. Besonders in den UFO-Missionen macht sich dieser ziemlich auffällig bemerkbar.

Beim Sound sieht es dagegen schon besser aus: Die Musik fängt gekonnt die Atmosphäre der klassischen Science Fiction-B-Movies ein und sorgt mit wabernden Space-Sounds für eine authentische Untermalung des schrägen Geschehens. Die deutsche Synchronisation ist zum größten Teil sehr gut gelungen, was bei Videospielen nicht unbedingt immer eine Selbstverständlichkeit darstellt. Sowohl die witzigen Zwiegespräche zwischen Crypto und seinem Vorgesetzten, als auch die vielen Dialoge und Gedankengänge der Erdbevölkerung tragen sehr zur Kurzweil bei und wissen den Spieler zu unterhalten.

Die Steuerung ist sehr gut gelungen und sowohl Crypto als auch sein fliegender Untersatz lassen sich nach kurzer Einspielzeit sehr gut beherrschen. Was ein wenig für Verdruss bei ungeduldigen Naturen sorgen könnte, ist die Tatsache, dass es innerhalb der Missionen keine Speicherpunkte gibt. Da eine Mission meist aus mehreren verschiedenen Aufträgen besteht, kann somit ein Scheitern kurz vor erfolgreichem Abschluss schon einmal für Frust sorgen. Da die Missionen aber meist nicht allzu lang sind, lässt sich über diesen kleinen Schwachpunkt hinwegsehen.

Extras lassen sich bei Destroy all Humans! natürlich auch freischalten und fleißiges Spielen wird unter anderem mit Filmausschnitten aus „Plan 9 from Outer Space“ und Artworks belohnt.

Fazit:
Wer die Science Fiction-Filme der 50er- und 60er-Jahre oder Tim Burtons „Mars Attacks!“ mag, der kommt bei Destroy all Humans! mit Sicherheit auf seine Kosten. Der tolle Humor und das stimmungsvolle Setting verleihen dem Titel eine einmalig originelle Atmosphäre, der man sich nur sehr schwer entziehen kann und die auch gnädig über die eine oder andere technische Schwäche hinwegsehen lässt. Bewegt man Crypto übrigens eine längere Zeit nicht, so schaltet das Bild in einen schmucken Schwarzweiß-Modus. Diesen hätte ich mir auch als alternative Darstellungsoption für das gesamte Spiel gewünscht und im Verbund mit weniger bombastischen Spezialeffekten wäre so noch eine Steigerung der B-Movie-Authentizität möglich gewesen, aber man kann halt nicht alles haben. Und auch ohne solche Spielereien kann das sympathische Destroy all Humans! den Science Fiction-Fan mehr als zufrieden stellen. Wer mit der augenzwinkernden Thematik allerdings nicht so richtig warm wird und schrägem Humor eher skeptisch gegenübersteht, der sollte den Titel lieber vorher erst einmal beim Händler seines Vertrauens anspielen.

Destroy all Humans! - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Autor der Besprechung:
Sven Last

Screenshots


















Wertungen Pluspunkte Minuspunkte
Wertung: 8.5 Grafik: 8.25
Sound: 8.50
Steuerung: 8.50
Gameplay: 8.75
Wertung: 8.5
  • Tolles 50er-Jahre-Flair
  • Abwechslungsreiche Missionen
  • Wunderbar schräger Humor
  • Größtenteils sehr gelungene Synchronisation
  • Lustige, freispielbare Extras
  • Deutlich sichtbarer Bildaufbau
  • Keine Speicherpunkte innerhalb der Missionen

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Rezension vom: 11.07.2005
Kategorie: Action
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Bewertung: 3.25 (8 Stimmen)
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