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Dragon Quest Monsters - Joker

Entwickler: Square Enix
Publisher: Koch Media

Genre: Handheld
USK Freigabe: Freigegeben ab 6 Jahren gemäß § 14 JuSchG.
ca. Preis: 35 €

Systeme: DS

Inhalt:
Ein junger Mann träumt davon, am großen, alljährlichen Monster-Turnier teilzunehmen. Doch zuvor muss er durch die weite Welt ziehen, um unterwegs ein ordentliches Arsenal an Monstern einzufangen und auszubilden, das bei dem Wettbewerb für ihn antritt. Klingt wie Pokémon? Spielt sich auch fast so, ist in diesem Fall aber Dragon Quest Monsters, der story-reduzierte Monstersammel-Ableger der bekannten Dragon Quest-Rollenspielserie. In Japan ist DQM - Joker bereits der vierte Teil der Spinoff-Reihe, in Deutschland erschien vor Jahren lediglich der erste Teil für den Game Boy Color. Schon damals orientierte sich das Gameplay stark an den Abenteuern von Pikachu und Co – doch auch dreiste Kopien können ihren Zweck erfüllen.

Meinung:
Offenbar war den Entwicklern absolut klar, dass der Hauptanreiz von Dragon Quest Monsters - Joker im Monstersammeln liegt. Daher haben sie sich gar nicht erst die Mühe gemacht, sich eine halbwegs interessante oder originelle Story zu überlegen: Der vom Spieler erst einmal zu taufende, stets grimmig dreinschauende Held reist im Mau-Mau-Archipel herum, um für das dort stattfindende Monsterscout-Turnier ein schlagkräftiges Kampfteam zusammenzustellen. Dabei begegnet er recht bald einem außergewöhnlichen sprechenden Monster, das ihn als Meister akzeptiert und offenbar mit einer uralten Prophezeiung in Verbindung steht.

Die Handlung wird durch recht kurze Zwischensequenzen in Spielgrafik vorangetrieben, so dass es hier auch nicht besonders viel zu sehen gibt, und durch die „offene Struktur“ des Turniers, bei dem zu Beginn erst einmal ein paar spezielle Steine gesammelt werden müssen, die über alle Inseln verteilt sind, kann man sich wirklich voll und ganz auf den Ausbau der eigenen Monster-Kollektion konzentrieren.

Trio mit sechs Fäusten
Neben dem Turnier-Background und dem stetigen Rekrutieren erinnert auch das Kampfsystem an Pokémon: Statt des menschlichen Helden agiert nur das gerade aktive Monster-Dreierteam. Zusätzlich zu Angriff und Verteidigung können die Bestien eine ihrer erlernten Spezialfähigkeiten anwenden, was vom Heilen über diverse statusverändernde Angriffe bis hin zum mächtigen Offensivzauber reicht. Diese Befehle kann man entweder gezielt selbst bestimmen, oder aber man überlässt einer komfortablen, aber etwas weniger effektiven Automatikfunktion die Kontrolle, bei der die Monster sich an eine zuvor festgelegten Taktik (z.B. „gnadenlos angreifen“ oder „keine Magie“) halten.

Ersatzbank
Damit man sein Kampfteam auch unterwegs an die Gegebenheiten anpassen kann, führt man zudem drei weitere Monster mit, die sich allerdings nur außerhalb des Kampfes einwechseln lassen. Alle übrigen Kreaturen, die man bereits gefangen hat, sind im Zwinger untergebracht, auf den man nur in so genannten „Scoutposten“ Zugriff hat. Die Scoutposten dienen obendrein als Speicherpunkt und Waffenladen, außerdem kann man hier seine Monster „synthetisieren“ (dazu gleich mehr).

Zum Glück bekommen nicht nur die drei aktiven Viecher Erfahrungspunkte, sondern in reduzierter Form auch die Ersatzmannschaft sowie – noch weiter reduziert – die Horden im 100 Biester fassenden Zwinger. Das erleichtert das Level-Grinding immerhin etwas, das man dennoch sehr ausgiebig betreiben muss, um in den Kämpfen nicht ins Hintertreffen zu geraten. Denn es ist nicht nur für das eigene Überleben wichtig, starke Monster zu haben: Neuzugänge für die eigene Sammlung überzeugt man nämlich durch eine „Demonstration der Stärke“, bei der die eigene Truppe einen Schein-Angriff auf das ausgewählte Opfer vollführen. Je mehr Schaden dabei angerichtet wird, desto höher ist die Chance, dass das beeindruckte Wildtier sich dem Spieler anschließt.

Familienplanung
Doch das Fangen ist nicht der einzige – und auch nicht der beste – Weg, die eigene Menagerie zu erweitern: Beim bereits angesprochenen Synthetisieren verschmelzen zwei Monster zu einem neuen, meist noch mächtigeren Kämpfer. Denn die auf diese Weise selbst gezüchteten Geschöpfe sind oft stärker als ihre wildlebenden Artgenossen. Außerdem hat der Spieler Einfluss auf die Fähigkeiten eines synthetisierten Monsters, indem er ihm bei der „Geburt“ bis zu drei Talent-Sets zuweist. Insgesamt erhält man so Zugriff auf über 200 verschiedene Bestien aus sieben Familien (plus einer Sonderklasse), von denen sich einige sogar nur durch Synthese erzeugen lassen. Durch diese ebenso sinnvolle wie amüsante Zucht-Option, die auch ein gewisses Maß an Vorausplanung erfordert, spielt DQM - Joker sich etwas komplexer als Pokémon.

Anschleichen oder ausweichen
Ein weiterer Unterschied zum berühmten Vorbild ist die Art, in der das Reisen durch die Welt dargestellt wird: Man bewegt sich durch eine 3D-Welt ohne Zufallskämpfe und sieht alle Gegner in der Landschaft herumlaufen. Dieser Umstand lässt sich sogar geschickt ausnutzen, um einen kleinen Vorteil zu erlangen, wenn man die Feinde von hinten überrascht und dadurch eine zusätzliche Angriffsrunde geschenkt bekommt. Wenn man keine Lust auf eine Konfrontation hat, kann man ihnen mitunter sogar ganz ausweichen. Das Insel-Archipel unterliegt obendrein einem Tag-Nacht-Wechsel, wobei die Tageszeit sich auf die Art der herumstreunenden Monster auswirkt. Einige Items sind zudem nur nachts zu entdecken.

Angesichts der Monster- und Optionsfülle ist es nicht überraschend, dass die Menüs recht umfangreich ausgefallen sind. Zum Glück sind sie vernünftig strukturiert, und in ihnen lässt es sich sowohl mit dem Stylus als auch über Button-Befehle navigieren. Für die Steuerung der Hauptfigur sind das Steuerkreuz und die Schultertasten, mit denen sich die Kamera drehen lässt, allerdings zwingend erforderlich.

Tänzchen gefällig?
Die Kampfgebiete und Hintergründe sehen in DQM - Joker zwar trotz der Cel-Shading-Optik mitunter recht grobpixelig aus, aber das lässt sich auf dem DS wohl kaum vermeiden, zumal die beeindruckende Fernsicht über die Defizite im Nahbereich hinwegtröstet. Vor allem aber sind die putzigen Monster, deren einfallsreiches Design wie bei Dragon Quest-Spielen üblich von Dragonball-Schöpfer Akira Toriyama stammt, äußerst gelungen. Sie warten mit überraschend hoch auflösenden Texturen und ebenso liebevollen wie abwechslungsreichen Animationen auf. Nicht genug damit, dass fast jedes Monster einen ganz individuellen Bewegungsablauf für seine Attacke aufweist, auch Sonderaktionen wie etwa dem Gegner Magiepunkte raubende „Tänze“ wurden höchst amüsant in Szene gesetzt.

Die Musikuntermalung ist klanglich etwas dünn geraten, wirkt aber immer noch angemessen und greift einige bekannte Dragon Quest-Melodien auf. Ein deutliches Lob verdient hingegen die hervorragende Übersetzung der Texte, vor allem bei den Monster-Beschreibungen in der mitgelieferten „Bibliothek“, die mitunter enorm unterhaltsam ausgefallen sind.

Fazit:
manuel.jpgDragon Quest Monsters - Joker klaut zwar frecher als „Team Rocket“, doch trotzdem macht das Spiel viel Spaß: Der durch die Monsterzucht etwas gesteigerte Komplexitätsgrad tut der bewährten, aber auch hier schnell süchtig machenden Pokémon-Formel sehr gut, und die brillant gestalteten 3D-Monster mit ihren abwechslungsreichen Animationen liegen in technischer Hinsicht ohnehin weit vor der Konkurrenz.
Mit einer stärker ausgeprägten Story wäre DQM - Joker ein klarer Pflichtkauf für jeden DS-Rollenspieler; in der vorliegenden Fassung bietet es immerhin viele Stunden Vergnügen für Sammelwütige. Dieser Spieler-Schlag stört sich vermutlich auch nicht so sehr daran, dass man stundenlang in den immergleichen Kampfgebieten seine Kreise ziehen muss, um die eigenen Kreaturen ausreichend hochzuleveln.

Dragon Quest Monsters - Joker - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Autor der Besprechung:
Manuel Tants

Screenshots












Wertungen Pluspunkte Minuspunkte
Wertung: 8.0625 Grafik: 8.50
Sound: 7.50
Steuerung: 8.25
Gameplay: 8.00
Wertung: 8.0625
  • Reichlich Sammelspaß
  • Gelungene Grafik mit putzigen Animationen
  • Komplexe Monsterzucht
  • Sehr schwache Story
  • Dreist geklaute Spielmechanik
  • Ausgiebiges Aufleveln der Monster nötig

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Rezension vom: 29.03.2008
Kategorie: Handheld
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