Eine schwarze Blume zum Erblühen zu bringen, ist das große Ziel in Black Flower von Triomatica Games. Bis dahin gilt es allerdings, zahlreiche kleinere Probleme zu lösen. Das strategische Roguelike mit Puzzle-Elementen, das seit kurzem für PC, XBOX Series X|S und PS5 erhältlich ist, versetzt uns in einen Garten, dessen Entwicklung von unseren Entscheidungen ebenso abhängt wie von den Bedingungen, die uns das Spiel vorgibt.
Auf dem 9 × 9 Felder umfassenden Spielfeld platzieren wir verschiedene Pflanzen und bestimmen anschließend, welches Wetter über unseren Garten hinwegzieht. Regen kann das Wachstum vorantreiben, während Sonnenschein andere Entwicklungsphasen unterstützt. Gleichzeitig können die unterschiedlichen Wetterlagen aber auch unliebsame Folgen haben. Tiere, Schädlinge und weitere Ereignisse machen aus jeder Runde eine neue Herausforderung. Deshalb sollte man sich vor dem Beenden eines Tages genau überlegen, welche Entscheidung für den eigenen Garten die besten Aussichten verspricht.
Ausprobieren, anpassen, weitermachen Seinen besonderen Reiz zieht Black Flower aus den vielen Möglichkeiten, mit denen sich der Garten beeinflussen lässt. Ressourcen wollen sinnvoll eingesetzt werden und verschiedene Werkzeuge, Geräte und Verzauberungen können dabei helfen, unerwünschte Ereignisse abzufangen oder bestimmte Entwicklungen zu begünstigen. Mit der Zeit entsteht so ein immer ausgefeilteres System, bei dem einzelne Entscheidungen weitreichende Folgen haben können.
Ganz lässt sich das Geschehen allerdings nicht kontrollieren. Das Spiel arbeitet nämlich bewusst mit Zufallselementen, sodass auch eine gute Vorbereitung keine Erfolgsgarantie darstellt. Ein Durchlauf kann dadurch unvermittelt eine andere Richtung einschlagen und uns vor neue Probleme stellen. Dadurch kann eine Strategie, die im vorherigen Durchgang noch funktioniert hat, plötzlich nicht mehr aufgehen.
Der schwarze Samen als große Aufgabe Über allem steht bei alledem die namensgebende schwarze Blume. Ihren Samen erfolgreich zum Wachsen zu bringen, ist wesentlich anspruchsvoller als die Pflege der gewöhnlichen Pflanzen und verlangt entsprechend viel Planung. Beim ersten Durchgang wird es einem daher kaum gelingen, die Schwarze Blume tatsächlich erblühen zu lassen. Gerade die Schwierigkeit dieser Aufgabe sorgt jedoch dafür, dass man auch nach dem x-ten gescheiterten Versuch noch einmal in den Garten zurückkehren und einen neuen Anlauf wagen möchte.
Weniger überzeugend präsentiert sich dagegen die Grafik. Die 2D-Grafik ist zwar handgezeichnet, sieht aber dennoch sehr rudimentär aus. Auch die immer wieder auftretenden Effekte können daran wenig ändern. Gleiches gilt auch für den Sound, der ebenfalls wenig Spektakuläres zu bieten hat, aber immerhin nie aufdringlich wird.
Fazit: Black Flower ist vor allem dann interessant, wenn man gerne tüftelt und sich von einem Spiel nicht jede Lösung auf dem Silbertablett präsentieren lassen möchte. Die überschaubare Ausgangssituation entwickelt sich schnell zu einer Aufgabe, bei der man seine Entscheidungen immer wieder hinterfragen muss. Dass dabei nicht alles nach Plan läuft, gehört zum Konzept und sorgt für zusätzlichen Reiz.
Wer mit Zufallselementen gut umgehen kann und Freude daran hat, sich durch Ausprobieren eine funktionierende Strategie zu erarbeiten, kann Black Flower also durchaus eine Chance geben, sollte dabei aber nicht erwarten, dass er hier zig Stunden drin verbringt.