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Das New-Adult-Genre erlebt derzeit einen regelrechten Boom. Monat für Monat erscheinen neue Titel in diesem Subgenre der klassischen Liebesromane, das sich gezielt an junge Leserinnen und Leser richtet. Zu den erfolgreichsten Namen gehört dabei ohne Zweifel Christina Lauren, deren Bücher bereits mehrfach auf der Spiegel-Bestseller-Liste vertreten waren. Auch ihr neuester Roman Josh + Hazel’s Guide to Not Dating dürfte dort bald seinen Platz finden. Vorab habe ich mir das Buch aber genauer angesehen und die Frage geklärt, ob es an frühere Erfolge wie The Unhoneymooners heranreicht.
Zwei Autorinnen, ein Name Hinter dem Namen Christina Lauren verbirgt sich übrigens ein Pseudonym. Tatsächlich handelt es sich um das Autorinnenduo Christina Hobbs und Lauren Billings. Die beiden bekennenden Liebesroman-Fans schreiben bereits seit 2009 gemeinsam und konnten seitdem zahlreiche Bestseller landen. Um ihre Arbeit zu koordinieren, telefonieren sie täglich mehrfach miteinander und teilen sogar sehr spezielle Überzeugungen – etwa, dass Rubinrot die schönste Nagellackfarbe der Welt ist.
Gegensätze ziehen sich an – oder doch nicht? Eine besondere Rolle spielt diese Farbe im Roman allerdings nicht. Im Mittelpunkt stehen stattdessen die titelgebenden Hazel und Josh, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Hazel ist lebenslustig, direkt und absolut chaotisch, während Josh Ruhe und Ordnung liebt. Als sich die beiden nach dem College wiederbegegnen, entwickelt sich überraschend eine enge Freundschaft. Und genau deshalb kann Hazel auch nicht tatenlos zusehen, wie Josh nach einer schmerzhaften Trennung völlig am Boden zerstört ist. Ablenkung muss her – und zwar dringend.
Die Lösung: eine Reihe von gemeinsamen Blind-Doppeldates. Das Ergebnis: durchweg katastrophal. Jedes einzelne Date endet im Desaster. Doch während Josh und Hazel sich durch peinliche Restaurantbesuche, überambitionierte Quizabende und soziale Totalausfälle kämpfen, werden ihre Gefühle füreinander immer komplizierter. Plötzlich steht deutlich mehr auf dem Spiel als nur ein paar missglückte Dates.
Witzig und überraschend tiefgründig Die große Stärke des Romans liegt in der charakterlichen Verschiedenheit seiner beiden Hauptfiguren. Die Dynamik zwischen Hazel und Josh lebt von pointierten Dialogen, schrägen Situationen und einer tiefen, ehrlichen Freundschaft, die sich lange gegen jede klassische Dating-Logik sträubt – zumindest auf den ersten Blick. Der Ton des Autorinnenduos ist dabei, wie schon in früheren Romanen, locker, frech und oft herrlich überdreht. Das Timing für Humor sitzt nahezu perfekt.
Hazel ist dabei eindeutig der Motor der Geschichte. Ihre Direktheit, ihr fehlender Filter und ihre kompromisslose Ehrlichkeit sorgen regelmäßig für Szenen, die irgendwo zwischen Fremdscham und purem Vergnügen pendeln und zuverlässig ein Schmunzeln hervorrufen. Josh fungiert als ruhiger Gegenpol, was dem Humor eine angenehme Balance verleiht und verhindert, dass das Chaos jemals anstrengend wirkt.
Mehr als nur eine RomCom Besonders gelungen ist es, Hazel dabei zu begleiten, wie sie versucht, „normal“ zu sein – nur um festzustellen, dass Josh genau das an ihr liebt, was andere als „too much“ empfinden würden. Der Roman erzählt damit nicht nur eine herzerwärmende Liebesgeschichte, sondern bricht auch eine Lanze für all jene, die sich manchmal fehl am Platz fühlen. Er zeigt, dass das richtige Gegenstück nicht verlangt, sich zu verbiegen.
Trotz aller Leichtigkeit kratzt Josh + Hazel’s Guide to Not Dating zudem an ernsteren Themen wie emotionaler Verletzlichkeit, Selbstakzeptanz und der Frage, warum Menschen sich hinter selbst auferlegten Regeln verstecken. Auch hier beweist das Autorinnenduo viel Fingerspitzengefühl. Ohne belehrend zu wirken, machen sie deutlich, dass Nähe oft dort entsteht, wo man sie am wenigsten kontrollieren kann. Gerade diese leisen Momente verleihen der Geschichte zusätzliche Tiefe und heben sie von typischen New-Adult-RomComs ab.
Locker und modern Sprachlich bleibt der Roman dabei durchgehend leicht zugänglich und angenehm zeitgemäß. Kurze Kapitel, ein flüssiger Erzählstil und der konsequente Fokus auf Dialoge machen das Buch zur idealen Lektüre für zwischendurch – oder für lange Abende, an denen man eigentlich nur ein paar Seiten lesen wollte.
Kurzentschlossene Leserinnen und Leser dürfen sich zudem über ein optisches Highlight freuen: Die erste Auflage erscheint in einer limitierten Farbschnitt-Variante. Blühende Sonnenblumen zieren Kopf-, Vorder- und Fußschnitt und machen den Roman auch äußerlich zu einem echten Hingucker.
Fazit: Josh + Hazel’s Guide to Not Dating ist eine charmante Romantic Comedy, die mit Witz, Tempo und sympathischen Figuren überzeugt. Wer Lust auf eine moderne Liebesgeschichte mit viel Humor, ehrlichen Gefühlen und einer ordentlichen Portion Chaos hat, wird hier bestens unterhalten.
Erhältlich ist Josh + Hazel’s Guide to Not Dating: Gegensätze ziehen sich an (auch wenn sie es nicht wahrhaben wollen) für 17,00 Euro (bzw. 9,99 Euro als E-Book) bei Amazon, im Buchhandel oder direkt beim herausgebenden everlove Verlag.
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