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Stromausfall: Merry Murdle
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/murdleWeihnachten, Mord und Logikrätsel – eine ungewöhnliche Kombination, die G. T. Karber in Merry Murdle: Festliche Fälle zum Rätseln, Knobeln, Kombinieren erstaunlich gut miteinander verbindet. Das Buch ist bereits im vergangenen Jahr bei hanserblau erschienen, trotzdem möchte ich es euch an dieser Stelle noch vorstellen. Denn das Konzept hinter dem weihnachtlichen Rätselbuch ist so interessant, dass es meiner Meinung nach auch mit etwas Abstand zur Veröffentlichung einen genaueren Blick verdient – zumal die Weihnachtszeit ja auch schon wieder vor der Tür steht.

Weshalb ich Merry Murdle unbedingt noch vorstellen wollte, ist das ungewöhnliche Konzept des Buches. Statt uns einfach nur eine Geschichte zu erzählen, macht uns Merry Murdle nämlich selbst zu Ermittlern. In insgesamt fünf Akten soll der Entführer des Weihnachtsmanns gefunden werden, wobei sich die einzelnen Akte und die darin enthaltenen 25 kniffligen Logikrätsel zu einer zusammenhängenden weihnachtlichen Ermittlung verbinden. Wer gerne kombiniert, Hinweise miteinander verknüpft und sich seine Lösungen selbst erarbeitet, bekommt hier also deutlich mehr als einen klassischen Adventskalender.

Vom Café zur erfolgreichen Rätselreihe
Hinter dem Konzept steckt G. T. Karber, der seine Begeisterung für Kriminalgeschichten mit seinem Hintergrund als Informatiker verbindet. Die ersten Murdle-Rätsel entstanden zunächst ganz analog auf einer Café-Serviette, bevor daraus eine Website wurde, die innerhalb weniger Monate bereits mehr als 200.000 Spielerinnen und Spieler erreichte. Aus dieser ungewöhnlichen Verbindung von Krimi und Logikrätsel ist inzwischen eine ganze Reihe entstanden, zu der auch Merry Murdle gehört.

Das Grundprinzip ist dabei schnell verstanden, verlangt beim Lösen aber durchaus etwas Aufmerksamkeit. Anhand verschiedener Hinweise müssen wir Zusammenhänge erkennen, Möglichkeiten ausschließen und die einzelnen Informationen miteinander kombinieren. Ähnlich wie bei einem klassischen Logikrätsel ergibt sich die Lösung also Schritt für Schritt – nur dass wir dabei gleichzeitig einen Kriminalfall aufklären.

25 Verdächtige und fünf Akte
Bevor wir uns an die eigentlichen Fälle machen, lernen wir zunächst die 25 Verdächtigen kennen. Die kurzen Steckbriefe liefern wichtige Informationen über die Personen und schaffen damit die Grundlage für die folgenden Ermittlungen. Anschließend erklärt der Abschnitt „Bitte zuerst lesen“, wie das Prinzip funktioniert und wie wir bei den verschiedenen Aufgaben vorgehen sollten.

Wie bereits kurz erwähnt, verteilen sich die 25 Rätsel auf fünf Akte. Dabei handelt es sich aber keineswegs nur um eine optische Unterteilung. Stattdessen steigen die Anforderungen im Verlauf des Buches spürbar an. Zunächst gilt es vor allem, anhand verschiedener Hinweise die richtigen Zusammenhänge zwischen Personen, Orten und weiteren Bestandteilen eines Falles herzustellen. Dafür kommt unter anderem das klassische Logikgitter zum Einsatz.

Im weiteren Verlauf werden die Aufgaben immer umfangreicher. Zusätzliche Informationen müssen berücksichtigt, Codes entschlüsselt und verschiedene Hinweise miteinander kombiniert werden. Später spielen auch die Aussagen der Verdächtigen eine größere Rolle. Dann müssen wir nicht nur herausfinden, welche Informationen zusammenpassen, sondern auch überprüfen, welchen Aussagen wir überhaupt Glauben schenken können.

Dadurch entsteht eine angenehme Steigerung. Die ersten Rätsel eignen sich hervorragend, um sich mit dem Prinzip vertraut zu machen, während die späteren Fälle deutlich mehr Konzentration verlangen. Knifflig sind die Aufgaben durchaus, unfair fühlen sie sich dabei aber nie an. Wer aufmerksam arbeitet und die vorhandenen Hinweise sorgfältig miteinander verknüpft, kann sich die Lösungen tatsächlich selbst erarbeiten. Und wenn nach längerem Grübeln plötzlich der entscheidende Zusammenhang auffällt, ist das Erfolgserlebnis entsprechend groß. Falls man trotz aller Anstrengung einmal nicht weiterkommt, muss man aber nicht aufgeben. Für solche Fälle bietet das Buch nämlich einige Tipps an, die einem ein wenig unter die Arme greifen.

Mehr als nur ein Logikgitter
Besonders gelungen finde ich, dass Merry Murdle nicht einfach 25 nahezu identische Logikaufgaben aneinanderreiht. Zwar bildet das Kombinieren und Ausschließen den Kern des Rätselprinzips, doch die zusätzlichen Elemente sorgen dafür, dass wir unsere Vorgehensweise immer wieder etwas anpassen müssen.

Dazu kommen zahlreiche Beweisstücke. Karten der jeweiligen Schauplätze und weitere Unterlagen liefern zusätzliche Informationen und verstärken gleichzeitig das Gefühl, tatsächlich an einem Fall zu arbeiten. Statt lediglich eine Rätselseite nach der anderen auszufüllen, bekommen wir hier eine kleine Ermittlungsakte an die Hand, in der verschiedene Hinweise zusammengeführt werden müssen.

Auch die Verbindung der einzelnen Akte gefällt mir gut. Die Ermittlungen entwickeln sich im Verlauf des Buches weiter und bereits gesammelte Informationen bekommen zunehmend Bedeutung. Dadurch entsteht ein roter Faden, der zusätzlich dazu motiviert, nicht einfach nur einzelne Rätsel zu lösen, sondern die gesamte Geschichte weiterzuverfolgen.

Weihnachtliche Ermittlungsarbeit
Optisch gefällt mir Merry Murdle ebenfalls sehr gut. Die zahlreichen Illustrationen verleihen dem Buch einen schönen weihnachtlichen Touch und sorgen dafür, dass trotz des dramatischen Verbrechens festliche Atmosphäre entsteht. Weihnachtliche Motive treffen hier also auf die typischen Elemente eines Kriminalfalls – eine ungewöhnliche, aber durchaus stimmige Kombination.

Besonders schön finde ich die Karten und anderen Beweisstücke. Sie lockern die eigentlichen Rätselseiten auf und geben dem Buch gleichzeitig einen ganz eigenen Charakter. Gerade bei einem Rätselbuch ist eine solche Gestaltung nicht unwichtig, denn sie trägt dazu bei, dass man nicht einfach nur Aufgaben löst, sondern sich stärker in die Ermittlungen hineinversetzt.

Passend dazu ist Merry Murdle nahezu ideal für die Adventszeit konzipiert. Die 25 Rätsel lassen sich nämlich hervorragend auf die Tage bis Weihnachten verteilen. Wer möchte, kann so im Stile eines Adventskalenders jeden Tag einen neuen Fall angehen und sich so langsam dem großen Abschluss nähern. Wem es schwerfällt, immer einen Tag zu warten, kann aber natürlich auch einfach drauflosrätseln und den Fall so innerhalb weniger Tage lösen. Diese Flexibilität finde ich sehr toll und macht Merry Murdle noch einmal besonderer.

Fazit:
Merry Murdle: Festliche Fälle zum Rätseln, Knobeln, Kombinieren verbindet knifflige Detektivarbeit mit einer gelungenen weihnachtlichen Atmosphäre und macht aus 25 Logikrätseln eine abwechslungsreiche Ermittlungsreise. Die steigende Herausforderung, zusätzliche Codes und Informationen sowie die zahlreichen Karten und Beweisstücke sorgen für Abwechslung, während die Rätsel trotz ihres Anspruchs stets fair bleiben. Zusammen mit den schönen Illustrationen entsteht so ein ungewöhnlicher Krimispaß für alle, die die (Vor-)Weihnachtszeit gerne mit etwas Knobelei verbinden und dabei selbst zum Ermittler werden möchten.

Zu erwerben gibt es Merry Murdle: Festliche Fälle zum Rätseln, Knobeln, Kombinieren für 14,00 Euro bei Amazon, im Buchhandel oder direkt beim herausgebenden Verlag hanserblau.

© 2025 hanserblau

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Special vom: 15.09.2026
Autor dieses Specials: Stefan.Heppert
Kategorie: Special
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