The Expanse ist eine der bekanntesten und erfolgreichsten SciFi-Romanreihen, die in diesem Jahrtausend erschienen ist. Sie wurde außerdem in einer ebenso erfolgreichen SciFi-Serie adaptiert, die sechs Staffeln umfasste. Die Reihe hat immer noch ihre Fans, die sich jetzt besonders freuen können, dass nächstes Jahr ein Videospiel basierend darauf herauskommt. Splashgames hatte die Gelegenheit, es im Playtest anzuspielen.
Das Buch spielt parallel zu den Ereignissen des ersten Romans Leviathan Erwacht. Die Eros Station ist durch eine Katastrophe in Mitleidenschaft gezogen worden und dein Charakter ist einer der wenigen Überlebenden. Er (Beim Spielen wurde ein Mann als Geschlecht gewählt) ist ein Söldner. Doch als er zurück auf die Raumstation kommt, wo sein Arbeitgeber seinen Stützpunkt hat, muss er schon bald wieder fliehen, als feindliche Soldaten der Protogen Firma ankommen. Nur, dass diese Flucht nicht so einfach abläuft, wie gedacht und er und sein Freund sich schon bald verteidigen müssen.
Ich musste zwei Mal gucken, als ich herausfand, dass Owlcat Games für dieses Spiel verantwortlich waren. Denn bislang war der Entwickler eher für CRPGs wie Pathfinder: Wrath of the Righteous oder Warhammer 40.000: Rogue Trader bekannt. Also klassische Rollenspiele, wo die jeweiligen Charaktereigenschaften eine wichtige Rolle spielen.
The Expanse: Osiris Reborn ist kein CRPG. Es ist mehr ein Action RPG, nicht unähnlich Mass Effect 2. Das Kampfgeschehen erfolgt in Echtzeit, wobei du es zwischendurch pausieren kannst, um besser zu zielen. Du gehst in Deckung und feuerst aus dieser, derweil du ein Auge auf deine Munition hast. Und auch deinem Kameraden Befehle gibst, was er tun soll, wohin er gehen soll.
Auch die Tatsache, dass du bei den Dialogen mehrere Auswahlmöglichkeiten hast, die Auswirkungen auf das weitere Game haben. Die Beziehungen zu deinen Begleitern soll ebenfalls eine wichtige Rolle spielen. Da du, sobald das Game offiziell draußen ist, gleich mehrere kriegen sollst, die jeweils ihre eigenen Persönlichkeiten haben sollen. Und zumindest, was den ersten Begleiter angeht, lässt sich dies bestätigen. Denn bereits in der kurzen Zeit, die die Demo umfasst, erhält er jede Menge Dialoge, die ihn und sein Charakter weiterentwickeln.
Du selbst kannst du zu Beginn entscheiden, was für eine Figur du spielst. Einen Soldaten oder einen Hacker, entweder einen Gürtler oder einen Terraner. Weitere Einstellungsmöglichkeiten mit denen sich die Spielfigur noch ein wenig weiter, bzw. tiefergehend erstellen lässt, sind noch nicht existent, kommen aber vielleicht noch.
Insgesamt macht das Spiel einen guten, ersten Eindruck. Die Atmosphäre stimmt auf jeden Fall. Die Erwähnung der Ereignisse auf Eros, James Holdens Nachricht, das Auftauchen von getarnten Schiffen, all das erinnert an die Vorlage. Wobei man natürlich noch nicht abschätzen kann, wohin die Reise gehen wird, was dann die eigentliche Story sein wird und wie sie allgemein ins The Expanse-Universum eingebettet wird.
Der Einfluss von Mass Effect 2 zeigt sich übrigens nicht nur im Kampfsystem oder den Dialogen. Auch diverse Gestiken oder wie manchmal NPCs das Bild verlassen, erinnert stark an BioWares Meisterwerk. Mal schauen, ob noch mehr von der Vorlage übernommen wurde.
Es gibt auch nicht wirklich viel, wo man meckern kann. Bis auf die Sprecher, die leider nicht gut gewählt worden sind. Vor allem die Tatsache, dass der besondere Gürtler-Slang nicht verwendet wird, stört. Denn das sorgt dafür, dass man aus der Immersion rausgeworfen wird. Hier muss sich definitiv noch was ändern, weil dies mit Teil der Atmosphäre des „The Expanse“-Universum ist.