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LEGO-Ecke: LEGO Ideas: Mondrakete aus Tim und Struppi

Wenn LEGO sich einem echten Comic-Klassiker widmet, ist die Erwartungshaltung automatisch hoch. Das gilt ganz besonders dann, wenn es sich um ein LEGO Ideas Set handelt, das direkt aus einer Fan-Idee entstanden ist und anschließend den Weg in die offizielle Produktlinie geschafft hat. Mit der Mondrakete aus Tim und Struppi (21367) hat sich der dänische Klemmbausteinhersteller im Rahmen ihrer beliebten Reihe wieder genau ein solches Set herausgebracht.

Die berühmte rot-weiße Rakete stammt aus den Alben „Reiseziel Mond“ und „Schritte auf dem Mond“ und ist seit Jahrzehnten ein festes Symbol für die Mondabenteuer von Tim, Struppi und ihrer Crew. Kaum ein anderes Fahrzeug aus der Comicwelt ist so klar wiedererkennbar und gleichzeitig so stark mit Nostalgie aufgeladen.

Nach dem Aufbau stellt sich daher weniger die Frage, ob die Rakete gut aussieht – sondern vielmehr, ob LEGO es schafft, den besonderen Geist der Vorlage einzufangen. Und genau hier liefert das Set eine erstaunlich überzeugende Antwort.

Tim und Struppi und die Reise zum Mond
Die Abenteuer von Tim und Struppi gehören zu den prägendsten Comicreihen Europas. Der belgische Zeichner Hergé schuf mit dem jungen Reporter und seinem Hund eine Figur, die über Jahrzehnte hinweg Generationen von Leserinnen und Lesern begleitet hat. Die Geschichten führen dabei rund um den Globus, verbinden Abenteuer mit Humor und zeichnen sich bis heute durch ihre erstaunlich detaillierte Darstellung von Technik und Forschung aus.

Besonders visionär sind die beiden Mondalben. Lange bevor echte Raumfahrt Realität wurde, schickte Hergé seine Figuren bereits auf eine Reise zum Erdtrabanten. Im Mittelpunkt steht dabei die markante Mondrakete mit ihrem auffälligen Karomuster, die bis heute als eines der bekanntesten Designs der Comicgeschichte gilt. Sie ist dabei weit mehr als nur ein Transportmittel, sondern steht auch als Symbol für Aufbruch, Neugier und wissenschaftliche Fantasie – alles Dinge, die in den Tim und Struppi-Comics immer wieder prominent auftauchen.

Vom Fanentwurf zum offiziellen LEGO Ideas Set
Wie bei LEGO Ideas-Sets üblich, begann auch dieses Modell nicht in einem dänischen Designbüro, sondern bei einem Fan. Der portugiesische Designer Alexis Dos Santos reichte seine Interpretation der Mondrakete ein und konnte mit seinem Entwurf genügend Unterstützer auf der Ideas-Plattform überzeugen, um LEGO selbst auf den Plan zu rufen.

Gerade bei einem so ikonischen Objekt war die Umsetzung sicher kein einfaches Unterfangen. Die schlanke, fast aerodynamische Form der Rakete mit ihrem strengen rot-weißen Muster in LEGO-Steine zu übersetzen, ohne dabei zu sehr vom Original abzuweichen, stellt hohe Anforderungen an jedes Designteam. Umso bemerkenswerter ist es, wie stimmig das fertige Modell wirkt, wenngleich man auch sagen muss, dass es sich zur eingereichten Idee doch etwas unterscheidet. Damals war nämlich noch ein gelber Startturm, der auch in der Comicvorlage zu sehen ist, Teil des Sets. Dieser wurde von LEGO aber gestrichen und durch andere, zugegebenermaßen kleinere, Elemente ersetzt.

Überraschend viel Abwechslung
Und so zählt das fertige Modell der Mondrakete nun 1.283 Teile und richtet sich wie alle Ideas-Sets offiziell vor allem an erwachsene Baumeister – wobei auch jüngere LEGO-Fans den Aufbau sicherlich meistern werden.
Dieser beginnt dabei mit einer stabilen inneren Struktur, die später als Träger für die äußere Hülle dient. Schritt für Schritt, die natürlich auch alle in der 114 Seiten langen Bauanleitung aufgezeigt werden, entsteht daraus die charakteristische Silhouette, die am Ende sofort als Rakete aus dem Tim-und-Struppi-Universum erkennbar ist.

Obwohl das Modell auf den ersten Blick stark symmetrisch wirkt, gelingt es LEGO dennoch, den Bauprozess angenehm abwechslungsreich zu gestalten. Immer wieder sorgen clevere Konstruktionen dafür, dass geschwungene Formen und Übergänge erstaunlich organisch wirken.

Natürlich gibt es hier und da auch repetitive Abschnitte – das lässt sich bei einer derart geometrischen Form aber quasi auch kaum vermeiden. Dennoch macht der Zusammenbau sehr viel Spaß, vor allem, weil man die Rakete dabei immer weiter wachsen sehen kann.

Ein schönes Ausstellungsstück
Mit einer Höhe von rund 49 Zentimetern ist die Mondrakete dabei auch ein echter Hingucker. Sie wirkt schlank, elegant und gleichzeitig eben groß genug, um in jeder Sammlung sofort ins Auge zu fallen. Genau diese Balance zwischen Größe und Leichtigkeit macht auch einen großen Teil ihres Reizes aus.

Besonders gelungen ist dabei die Umsetzung des charakteristischen Farbkontrasts. Das rot-weiße Schachbrettmuster wurde hervorragend ins Set übertragen und sorgt dafür, dass die Rakete selbst aus größerer Entfernung für Fans sofort eindeutig zuzuordnen ist.

Die Crew ist vollständig an Bord
Ein Highlight des Sets sind natürlich auch die Minifiguren. Insgesamt sind sechs Charaktere enthalten: Tim, Struppi, Kapitän Haddock, Professor Bienlein sowie die beiden Detektive Schulze und Schultze. Alle Figuren tragen dabei ihre Raumanzüge inklusive Helmen und Sauerstoffausrüstung, passend zu den Mondmissionen aus den Comics.

Besonders schön ist zudem, dass sowohl Tim als auch Kapitän Haddock zusätzlich kleine Funkgeräte in den Händen halten, was die Szene noch lebendiger wirken lässt – wenngleich hier auch jeweils einer der wenigen Sticker für Details sorgt. Ergänzt wird das Ensemble durch die Figur Struppi, die selbstverständlich nicht fehlen darf und hervorragend umgesetzt wurde.

Ein kleiner Kritikpunkt bleibt jedoch bestehen: Durch die einheitlichen Raumanzüge wirkt die Figurenriege optisch etwas zu gleich. Etwas mehr Abwechslung durch alternative Outfits hätte hier ganz sicher für zusätzlichen Charme gesorgt.

Ein verstecktes Detail im Inneren
Auch wenn das Set klar als Displaymodell konzipiert ist, hat LEGO ein interessantes Easter Egg integriert. Im oberen Bereich der Rakete lässt sich nämlich ein Seitenelement entfernen, wodurch ein detaillierter Kontrollraum zum Vorschein kommt.

Diese Szene ist direkt von den Mondalben inspiriert und zeigt die Crew in einem Moment, in dem sie erstmals die Erde aus dem All betrachtet. Eine Figur kann sogar ohne Helm in diesen Bereich eingesetzt werden, was die Szene zusätzlich belebt.

Im Vergleich zur imposanten Außenwirkung fällt dieser Innenraum allerdings recht kompakt aus. Hier hätte man sich durchaus etwas mehr Tiefe oder mehrere Ebenen vorstellen können. Dennoch funktioniert das Feature gut als kleines Gimmick innerhalb des ansonsten klar auf Präsentation ausgelegten Modells.


Fazit:
Die LEGO Ideas: Mondrakete aus Tim und Struppi ist genau das geworden, was Fans sich erhofft haben: eine respektvolle, detailverliebte und gleichzeitig eigenständige Interpretation eines echten Comic-Klassikers.

Der Aufbau macht Spaß, das fertige Modell sieht hervorragend aus und die Vorlage wurde mit spürbarer Liebe zum Detail umgesetzt. Gleichzeitig sorgt die imposante Größe dafür, dass die Rakete in jeder Sammlung sofort zum Blickfang wird. Kleine Schwächen wie das eher reduzierte Innenleben oder die einheitliche Gestaltung der Figuren fallen kaum ins Gewicht, da das Gesamtbild schlicht überzeugt.

Besonders Fans der Tim-und-Struppi-Reihe erhalten hier ein Modell, das nicht nur dekorativ ist, sondern auch ein Stück Comicgeschichte in greifbare Form ins Regal bringt. Aber auch LEGO Sammler, die auf außergewöhnliche Display-Sets setzen, dürften an der Mondrakete kaum vorbeikommen.

Die Mondrakete ist dabei nicht nur ein gelungenes LEGO-Set, sondern vor allem eine liebevolle Hommage an die Fantasie und den Abenteuergeist, die Hergés Werke seit Jahrzehnten auszeichnen. Und genau deshalb gehört sie für mich schon jetzt zu den stärksten LEGO Ideas-Veröffentlichungen der vergangenen Jahre.



Special vom: 14.06.2026
Autor dieses Specials: Stefan.Heppert
Kategorie: Special
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