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Let's Watch: The Postcard Killings
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postcard_killings_coverMit The Postcard Killings erschien am 08. Oktober ein Thriller auf DVD und Blu-ray, der alle Voraussetzungen hat, um für einen spannungsgeladenen Filmabend zu sorgen.

Der New Yorker Detective Jacob Kanon (Jeffrey Dean Morgan) reist nach London, um seine frisch verheiratete Tochter und ihren Ehemann zu besuchen. Doch dazu kommt es nicht. Noch am Flughafen wird er bei seiner Ankunft von Scotland Yard mit der Nachricht konfrontiert, dass ein junges Paar ermordet wurde, bei dem es sich um die beiden Frischvermählten handeln soll. Die Körper wurden brutal und auf rituelle Weise drapiert und weisen Ähnlichkeit zu weiteren Mordfällen auf, die aktuell in verschiedenen europäischen Metropolen gemeldet werden. Nachdem Kanon die Leiche seiner Tochter identifiziert hat, nimmt er die Ermittlungen selbst in die Hand und macht mit Hilfe der Journalistin Dessie Leonard (Cush Jumbo) Jagd auf den Mörder.

Filmkritik
Eigentlich standen die Vorzeichen, dass man mit The Postcard Killings einen spannenden Thriller präsentiert bekommt, sehr gut. Nicht nur, dass mit Danis Tanovic ein Oscar-prämierter Regisseur (2002 für No Man's Land als bester fremdsprachiger Film) die Zügel in der Hand hielt, auch die Vorlage für den Film stammte von einem der Bestens seines Fachs. The Postcard Killings bzw. Letzter Gruß, wie das Buch in Deutschland hieß, stammt nämlich aus der Feder von James Petterson, der unter Bücher-Fans als der König des Thrillers gilt und von Spiegel als "der erfolgreichste Schriftsteller der Welt" bezeichnet wurde - und das nicht ganz zu Unrecht. Der mittlerweile 73-jährige schaffte es mit sage und schreibe 114 Werken auf die US-Bestsellerliste und verkaufte bisher insgesamt über 300 Millionen Bücher. Im Jahr 2010 schaffte er es, sogar mehr Bücher zu verkaufen als Dan Brown, John Grisham und Stephen King zusammen. Im selben Jahr schaffte er es zudem auch noch ins Guinness Buch der Rekorde, als erster Autor, der über eine Million eBooks verkaufte.
Auch die Namen, die vor der Kamera ihrer Arbeit nachgingen, waren keine unbekannten. Mit Jeffrey Dean Morgan (The Walking Dead, Watchmen – Die Wächter), Famke Janssen (96 Hours, X-Men – Der Film) und Eva Röse (Korps) waren hier ausschließlich Schauspieler und Schauspielerinnen am Werk, die ihr Können bereits mehrfach unter Beweis gestellt haben. Dies gilt auch für den deutschen Joachim Król, der mit seiner Rolle in Sönke Wortmanns Komödie Der bewegte Mann seinen Durchbruch feierte und anschließend u.a. vier Jahre lang den Frankfurter Tatort-Kommissar Lutter verkörperte.

Obwohl oder gerade weil die Voraussetzungen für einen spannenden Film geschaffen waren, ist das, was wir nun zu sehen bekommen, eine herbe Enttäuschung. Anders als die literarische Vorlage ist der Film ein völlig uninspirierter Thriller, der einen zunächst auf eine ganz offensichtlich falsche Spur führen möchte, nur um wenig später eine nicht weniger auffällige Auflösung des Täters zu präsentieren. Spannung kommt dabei kaum auf. Stattdessen wundert man sich als Zuschauer über so manch seltsames Argument der Kommissare oder über Nebenhandlungen, die für die eigentliche Geschichte vollkommen irrelevant sind.
Leider sind aber nicht nur Drehbuch und Regiearbeit enttäuschend, auch die Darbietung der Schauspieler und Schauspielerinnen wirkt wenig überzeugend und im Fall von Jeffrey Dean Morgan fällt einem zudem auch noch ein sehr aufgesetztes Schauspiel auf. Der einzige, der tadellose Arbeit abliefert, ist Joachim Król, der seine Rolle des Berliner Inspektors Bublitz auf so überzeugende Art und Weise spielt, dass man ihn gerne öfters sehen würde. Leider kann aber auch er schlussendlich nichts mehr daran ändern, dass The Postcard Killings ein alles andere als spannender Thriller geworden ist.

Bild & Ton
Das Bild ist sehr durchwachsen. Ob dies nun nur für die uns zur Verfügung gestellte DVD-Version gilt, oder auch die Blu-ray betrifft, kann ich leider nicht beurteilen. Die DVD-Version holt auf jeden Fall bei weitem nicht alles raus, was dieses Format zu leisten imstande ist. Im Grunde sieht The Postcard Killings wie ein Fernsehfilm und nicht wie ein Kinofilm aus. Ob dies nun daran liegt, dass das ZDF seine Finger als Koproduzent mit im Spiel hatte, sei mal dahingestellt, allerdings erinnert The Postcard Killings mit seinem eher überschaubaren Schärfe- und Detailgrad tatsächlich sehr an die typischen ZDF-Filme. Immerhin wissen der Kontrast und auch die Farbgebung, die passenderweise eher dunkel gehalten wurde, zu überzeugen.
Beim Sound präsentiert sich der Film hingegen von einer besseren Seite. Der sowohl im englischen Original als auch bei der deutschen Synchronisation genutzte Dolby Digital 5.1-Sound verteilt den Sound schön auf alle Boxen und sorgt so für eine gute Räumlichkeit. Die Abmischung ist dabei jederzeit sehr gut, weshalb nicht nur die zahlreichen leiseren Szenen und Dialoge gut und verständlich aus den Boxen kommen, sondern auch lautere Effekte schön kraftvoll klingen – wobei der Bass hier gut genutzt wird.

Bonusmaterial
Leider verfügt weder die DVD noch die Blu-ray von The Postcards Killings über irgendeine Art von Extras.


Fazit:
The Postcard Killings
hatte wirklich alle Voraussetzungen, um ein spannungsgeladener Thriller zu werden: Eine sehr gute Buchvorlage, einen Oscar-prämierten Regisseur und namhafte Schauspieler. Was am Ende herausgekommen ist, ist allerdings eine herbe Enttäuschung. Der Film ist vorhersehbar und bietet kaum Spannung. Zudem agieren die Darsteller und Darstellerinnen auf einem sehr überschaubaren Niveau.
Passend zu dieser filmischen Enttäuschung präsentiert sich auch die Bildtechnik, die vielmehr wie ein Fernsehfilm als ein Kinofilm ausschaut. Immerhin kann sich der Sound hören lassen, doch für eine Kaufempfehlung reicht das – auch in Anbetracht der fehlenden Extras – leider nicht aus.


Originaltitel: The Postcard Killings
Darsteller: Cush Jumbo, Denis O'Hare, Dylan Devonald, Eva Röse, Famke Janssen, Jeffrey Dean Morgan, Joachim Król, Lukas Loughran, Naomi Battrick, Ruairi O'Connor, Sallie Harmsen, Steven Mackintosh
Regisseur(e): Danis Tanovic
Veröffentlichung: 08. Oktober 2020
Studio/Verleih: EuroVideo
Spieldauer:104 Minuten
Altersfreigabe: Freigegeben ab 16 Jahren

Wer jetzt Interesse daran hat, sich The Postcard Killings zu kaufen, der kann dies u.a. über Amazon machen. Den Film gibt es dabei ab 8,69 Euro.

Copyright: © EuroVideo
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Special vom: 08.10.2020
Autor dieses Specials: Stefan.Heppert
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