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 Amtsrichter Siggi Buckmann sitzt in der Klemme: Während er seiner Lebensgefährtin und Journalistin Robin Bukowsky über seine Kontakte zu Polizei und Staatsanwaltschaft bei ihren Recherchen in einem Mordfall hilft und der Wahrheit gefährlich nahekommt, wird er plötzlich verhaftet. Unverhofft findet er sich hinter Gittern wieder. Der Vorwurf: Beihilfe in einem längst aufgeklärten Mord. Offenbar will ihn jemand ausschalten, das belastbare Material stammt ausgerechnet von Robin. Jetzt muss Buckmann sich selber retten. Wie kann der lebensbeendende Strafrichter beweisen, dass ihm selbst in Haft nicht die Hände gebunden sind? Versuch macht klug … wenn auch nicht ganz so gesetzeskonform …
Nach Richter morden besser, Richter jagen besser und Richter sterben besser ist Richter leben besser bereits der vierte Siggi Buckmann-Roman. Genau wie seine drei Vorgänger stammt auch Richter leben besser dabei aus der Feder von Thorsten Schleif. Der 1980 geborene studierte Rechtswissenschaftler ist seit 2007 selbst Richter im Dienst des Landes Nordrhein-Westfalen, wobei er am Landgericht Düsseldorf und in der Verwaltung des Oberlandesgerichts Düsseldorf tätig war. In den Jahren 2014 bis 2019 war er alleiniger Ermittlungsrichter für die Amtsgerichtsbezirke Wesel und Dinslaken. Gegenwärtig arbeitet Schleif als Vorsitzender des Schöffengerichts und Jugendrichter am Amtsgericht Dinslaken. Neben seinem Hauptberuf entdeckte er 2019 das Schreiben für sich und veröffentlichte im selben sowie im darauffolgenden Jahr zwei Sachbücher. 2021 folgten zwei Hörbücher, ehe er 2022 den ersten Band der Siggi Buckmann-Reihe herausbrachte.
Richter morden besser fand dabei sofort bei vielen Lesern Anklang, was natürlich auch an der Detailverliebtheit von Schleif liegt. Da er selber Richter ist, weiß er genau, worüber er schreibt, was ebenfalls den folgenden Büchern anzumerken war. In Richter leben besser ist das selbstverständlich nicht anders. Auch hier merkt man in vielen Momenten, dass der Autor sehr viel Ahnung von der Materie hat, und gibt dabei einige tiefere Einblicke in unser Justizsystem. Doch nicht nur deswegen ist ebenso der vierte Band der Reihe wieder lesenswert. Denn auch die fiktive Geschichte ist gelungen und bietet allerlei Spannung und Wendungen. Dabei hat mir vor allem die Glaubwürdigkeit der Story gefallen. Denn auch wenn es zunächst nicht den Anschein macht, ist alles logisch aufeinander aufgebaut, wodurch die Geschichte sehr realitätsnah wirkt.
Wie die drei vorherigen Bände erwartet einen aber hier ebenfalls nicht nur wieder eine spannende Krimigeschichte. Auch der Humor kommt wieder nicht zu kurz. Neben einigen eingestreuten Sprüchen haben mir persönlich hier vor allem die Szenen mit Breuckmanns Maine-Coon-Kater Grisu gefallen, die nicht nur Katzenfreunde zumindest zum Schmunzeln bringen. Doch auch abseits davon gibt es immer wieder lustige Momente, die das Buch insgesamt sehr unterhaltsam machen. Apropos vorherige Bände. Richter leben besser, knüpft zwar nahezu nahtlos an die vorherigen Bände an, setzt aber nicht voraus, dass man diese unbedingt gelesen haben muss. Auch ohne große Vorkenntnisse kann man der Geschichte problemlos folgen und Breuckmann sowie die anderen wiederkommenden Figuren verstehen.
Fazit: Mit Richter leben besser hat Thorsten Schleif einen weiteren tollen Krimi geschrieben, der spannend, glaubwürdig und wendungsreich daherkommt. Der Humor kommt dabei aber auch nicht zu kurz, wodurch Richter leben besser genau die richtige Wahl für all diejenigen sein dürfte, die zwar Spannung, jedoch eben keinen brutalen und blutigen Krimi lesen wollen.
Zu erwerben gibt es Richter leben besser für 13,00 Euro (bzw. 9,99 Euro als e-Book) bei Amazon, beim herausgebenden Heyne Verlag und im Buchhandel.
© 2025 Heyne Verlag
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