Der Landwirtschafts-Simulator ist der mit Abstand bekannteste und erfolgreichste seiner Zunft, doch Simulator-Spiele im Allgemeinen boomen seit einiger Zeit. Ein Blick auf die monatliche Releaseliste zeigt, dass kein Monat vergeht, ohne dass zumindest ein oder zwei neue Simulatoren erscheinen. Dabei gibt es schon jetzt kaum einen Beruf oder eine Tätigkeit, die noch nicht in einem Simulator für jedermann zugänglich gemacht wurde. Da es bei diesem riesigen Angebot kaum machbar ist, alle Spiele zu testen, möchten wir euch in diesem Special in unregelmäßigen Abständen die neuesten, besten oder auch kuriosesten Simulatoren vorstellen.
Teil 299: UBOAT U-Boot-Simulationen gehören seit Jahrzehnten zum Gaming wie Fritten zum Hamburger. Ganz gleich ob Schleichfahrt, Silent Hunter oder Cold Waters – U-Boot-Simulationen fanden immer ihr Publikum. Daher ist es auch ein kleines Wunder, dass es bei knapp 300 Teilen kein U-Boot-Simulator in dieses Simulator-Special geschafft hat. Doch das ändert sich jetzt endlich. Mit UBOAT ist nämlich kürzlich ein Genre-Vertreter auf der XBox Series X/S (später folgt auch noch die PlayStation 5-Version) erschienen, den ich euch hier und jetzt einmal genauer vorstellen möchte.
Der ein oder andere, der sich für U-Boot-Simulationen interessiert, dürfte UBOAT sicherlich schon seit längerem bekannt sein. Schließlich erschien das Game bereits 2019 auf dem PC im Early Access. Seitdem hat sich aber vieles getan und das Spiel wurde immer umfangreicher, bis es letzten Endes am 2. bzw. 27. August auch auf PC und Konsolen als fertige Vollversion veröffentlicht wurde.
Thematisch versetzt uns das Spiel, welches Deep Water Studio entwickelt und von PlayWay bzw. Ultimate Games gepublished wurde, wie so viele andere Genre-Vertreter, mal wieder in die Zeit des Zweiten Weltkrieges, wobei wir auf Seiten der deutschen Marine agieren. Ansonsten unterscheidet sich UBOAT aber von vielen anderen Spielen. Hier geht es nämlich nicht darum, sein U-Boot selbst zu steuern. Nein, das geht, nachdem man die Route eingestellt hat, ganz von alleine. Wir managen währenddessen hingegen die Crew. Dabei müssen wir ihnen nicht nur Befehle erteilen, sondern ebenfalls auf ihr körperliches und geistiges Wohlbefinden achten. Hungrige, müde und niedergeschlagene Matrosen sind nämlich nicht nur langsamer, sondern ebenso eine Gefahr, wenn es darum geht, in Gefechten zu überleben. Denn natürlich sind auch diese Teil des Spiels, wobei wir hier vor allem Befehle erteilen. Ganz tatenlos sind wir dann aber doch nicht. Wenn wir der Meinung sind, dass wir etwas schneller oder besser erledigen können, können wir uns ebenfalls persönlich hinter das Periskop, das Hydrophon oder das 88-mm-Deckgeschütz setzen und die Aufgabe selbst in die Hand nehmen. Bei dieser Gelegenheit betrachten wir das U-Boot dann auch nicht mehr nur als eine Art Querschnitt, sondern laufen tatsächlich darin herum.
Obwohl man im Prinzip schon allein mit diesen Aufgaben gut beschäftigt ist, ist all dies nur die Spitze des Eisberges. Schließlich sind wir nur der Kapitän eines U-Boots, weshalb wir dementsprechend Befehle vom Oberkommando kriegen, denen wir umgehend nachgehen müssen. Zudem gibt es auch immer wieder unvorhergesehene Ereignisse, die es zu meistern gilt. Schaffen wir dies, erhalten wir zusätzliches Budget sowie einen besseren Ruf. Beide benötigen wir, um etwa unser Schiff mit neuer Ausrüstung wie neuen Torpedotypen, Sonar-Täuschkörpern, COâ‚‚-Absorbern und vielem mehr auszustatten. Oder wir kaufen direkt ein gänzlich neues U-Boot.
Damit ist noch lange nicht Schluss. Zusätzlich dazu müssen wir nämlich auch noch Ressourcenmanagement betreiben. Dies ist schon bei normalen Fahrten wichtig, besonders interessant wird es aber, wenn wir in unvorhersehbare Situationen geraten. Dann müssen wir nämlich nicht nur das Essen rationieren, sondern obendrein auch noch dafür sorgen, dass die Akkus länger laufen, oder Crewmitglieder zum Schlafen zwingen, damit Sauerstoff gespart wird. In ganz harten Fällen müssen wir sogar darüber entscheiden, welche Crewmitglieder überleben und welche nicht.
Wer denkt, dass damit alles gesagt sei, was das Spiel zu bieten hat, sieht sich getäuscht. Denn tatsächlich bietet UBOAT nicht nur spielerisch einiges, sondern geht ebenso bei den Details sehr in die Tiefe. Zudem müssen wir zusätzlich nämlich auch auf solche Dinge wie etwa den Einfluss des Ballasts in den einzelnen Abteilungen auf den Trimm des Schiffes (Neigung) oder die Erdkrümmung achten. Beides wird nämlich, wie vieles andere ebenfalls, originalgetreu nachgebildet, weshalb UBOAT ganz sicher nicht nur als Management-Spiel, sondern auch getrost als eine echte U-Boot-Simulation bezeichnet werden kann.
Bei so vielen Möglichkeiten bzw. Dingen, die man beachten muss, ist es natürlich nicht ganz einfach, den Überblick zu behalten. Eine gute Steuerung ist da besonders wichtig. Die ist bei UBOAT grundsätzlich ebenso gegeben – gerade auf den Konsolen. Um die ganzen Befehle, die auf dem PC des Öfteren sogar über mehrere Fenster abgegeben wurden, managen zu können, hat man sich hier für ein neues Ringmenü entschieden. Auch wenn dieses sehr viel aufgeräumter und übersichtlicher daherkommt als die Menüführung auf dem PC, dauert es dennoch eine Weile, bis man sich reingefuchst hat. Nach einer gewissen Zeit hat man sich aber auch hier eingespielt und hat sowohl die Befehle als ebenso alle Informationen, die man als erfolgreicher U-Boot-Kapitän benötigt, sofort parat.
Fazit: Wer mal wieder eine gute U-Boot-Simulation spielen möchte, der ist bei UBOAT goldrichtig. Denn auch wenn es zunächst den Anschein macht, dass man es hier vor allem mit einem Crewmanagement-Spiel zu tun hat, erkennt man schnell, dass dem nicht so ist. Vielmehr verbindet UBOAT Management- und Survival- und klassische U-Boot-Elemente und legt dabei auch noch viel Wert auf Authentizität. Dank der angepassten Steuerung hat man die zahlreichen Möglichkeiten aber schnell verinnerlicht und das Befehligen des eigenen U-Bootes geht gut von der Hand. Konsolen-Kapitäne, denen es nichts ausmacht, ein wenig Zeit in das Spiel zu investieren, werden mit UBOAT ganz sicher ihren Spaß haben.