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Mit dem 41. Band der legendären Comicreihe kehren Asterix und Obelix zurück – und diesmal zieht es die unbeugsamen Gallier in den äußersten Westen des Römischen Reichs: nach Lusitanien, das heutige Portugal. Unter der Feder von Autor Fabcaro und den Zeichnungen von Didier Conrad präsentiert sich Asterix in Lusitanien als eine gelungene Mischung aus klassischem Asterix-Humor, cleveren Seitenhieben auf die Moderne – und einer ordentlichen Portion südlicher Sonne.
Wie so oft beginnt das Abenteuer im friedlichen gallischen Dorf, wo Asterix und Obelix von einem Hilferuf erreicht werden. Ein ehemaliger Sklave aus Lusitanien, der in Gallien Zuflucht gesucht hat, bittet um Unterstützung gegen die römischen Besatzer in seiner Heimat. Die beiden Helden zögern nicht und brechen auf – begleitet von Idefix, natürlich.
Die Reise führt sie durch beeindruckende Landschaften bis an die Küste des Atlantiks, wo neben Sonne, Meer und mediterranem Flair auch rebellische Einheimische und römische Besetzer warten, die mal wieder eine saftige Tracht Prügel benötigen.
Nach seinem gelungenen Debüt mit Asterix und der Greif gelingt es Fabcaro, auch in Asterix in Lusitanien den richtigen Ton zwischen Tradition und Erneuerung zu treffen. Sein Humor ist temporeich, aber ebenso respektvoll gegenüber der Originalserie von René Goscinny und Albert Uderzo. Gleichzeitig streut er kleine Seitenhiebe auf die Moderne ein – von der Bürokratie (wobei diese auch im römischen Reich nicht zu unterschätzen war) bis zur modernen Medienkultur kommt hier nichts ungeschoren davon.
Natürlich dürfen auch kulturelle Eigenheiten nicht fehlen. Doch wie in früheren Bänden, in denen Asterix & Obelix fremde Länder bereisen, schafft es Asterix in Lusitanien ebenfalls wieder, nicht über das „fremde“ Land zu spotten, sondern es liebevoll zu karikieren. Sämtliche kulturellen Anspielungen auf Portugal sind mit einem Augenzwinkern in Szene gesetzt und schaffen es so, den Geist der Reihe fortzuführen.
Die Dialoge sind dabei lebendig, die Wortspiele sitzen, und die Figuren wirken vertraut, ohne altbacken zu erscheinen. Besonders erfreulich ist, dass Fabcaro Asterix und Obelix wieder stärker als Duo in den Mittelpunkt rückt – ihre Freundschaft und ihr typisches Zusammenspiel erinnern an die besten Zeiten der Serie. Genau das hat zuletzt ja leider gefehlt.
Doch nicht nur Fabcaro beweist hier sein Können. Auch Zeichner Didier Conrad zeigt, dass er der würdige Erbe Uderzos ist. Seine Panels sind voller Bewegung und Licht und die Landschaften Lusitaniens fangen das mediterrane Lebensgefühl gekonnt ein.
Ob verwinkelte Dörfer, römische Kastelle oder weite Küstenlandschaften – jede Seite strotzt vor liebevoll gestalteten Details. Auf jeder einzelnen der insgesamt 48 Seiten spürt man geradezu, wie viel Freude Conrad dabei hatte, die mediterrane Welt zeichnerisch darzustellen. Die Panels strahlen – buchstäblich – und der Humor steckt in jeder Bewegung, jeder Mimik und jeder ungewollten römischen Bruchlandung.
Fazit: Asterix in Lusitanien ist meiner Meinung nach ein rundum gelungenes Abenteuer, das sich nahtlos in die Tradition der Reihe einfügt. Es ist kein revolutionärer Band, aber ein sehr solider – voller Witz, Atmosphäre und liebevoller Details. Mit ihrem Ausflug ins alte Portugal beweisen Asterix, Obelix und Co., dass in ihnen noch immer Leben, Humor und Herz stecken und dass ihre Zeit der Abenteuer noch lange nicht vorbei ist.
Zu erwerben gibt es Asterix in Lusitanien für 13,50 Euro als Hardcover, für 7,99 Euro als Softcover und für 7,49 Euro als e-Book bei Amazon, beim herausgebenden Egmont Ehapa Verlag oder im Buchhandel.
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