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SimSimulator - Teil 302: Tattoo Tycoon
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Der Landwirtschafts-Simulator ist der mit Abstand bekannteste und erfolgreichste seiner Zunft, doch Simulator-Spiele im Allgemeinen boomen seit einiger Zeit. Ein Blick auf die monatliche Releaseliste zeigt, dass kein Monat vergeht, ohne dass zumindest ein oder zwei neue Simulatoren erscheinen. Dabei gibt es schon jetzt kaum einen Beruf oder eine Tätigkeit, die noch nicht in einem Simulator für jedermann zugänglich gemacht wurde. Da es bei diesem riesigen Angebot kaum machbar ist, alle Spiele zu testen, möchten wir euch in diesem Special in unregelmäßigen Abständen die neuesten, besten oder auch kuriosesten Simulatoren vorstellen.

Teil 302: Tattoo Tycoon
Mit Tattoo Tycoon wagt sich der deutsche Publisher HandyGames an ein ungewöhnliches Szenario im Genre der Aufbausimulation. Statt Freizeitparks oder Raumstationen steht hier die Welt der Tattoos im Mittelpunkt – samt all ihrer Kreativität und wirtschaftlichen Zwänge. Entwickelt von CrazyBunch, die bereits mit Titeln wie Leisure Suit Larry – Wet Dreams Don’t Dry ihren Sinn für charmante Nischen bewiesen haben, lässt uns das Spiel auf PC, PlayStation 5, Xbox Series X|S und Nintendo Switch selbst erleben.

In Tattoo Tycoon starten wir mit einem selbst erstellten Tattoo-Neuling, der das Tätowieren eigentlich erst noch bei seiner Chefin erlernen möchte. Doch wie so oft in Videospielen, kommt es anders als gedacht. Unsere Chefin, die auch gleichzeitig die Besitzerin des Tattoo-Ladens ist, kann ihre Schulden beim Tycoon nicht mehr zahlen, woraufhin dieser kurzerhand so gut wie die gesamte Inneneinrichtung mitnimmt.
Desillusioniert möchte die Chefin eigentlich aufgeben – ganz im Gegensatz zu uns. Und so schmieden sie gemeinsam einen Plan: Wir bekommen die restlichen Utensilien unserer Chefin und eröffnen kurzerhand unseren eigenen kleinen Laden.

So kommt es, dass wir wenige Minuten nach dem Start unser eigener Chef in einem der letzten Tätowier-Läden in Tattuga Bay sind und fortan unser Leben vier wichtigen Kriterien unterwerfen: beraten, zeichnen, stechen, managen.
Wir müssen nämlich nicht nur dafür sorgen, dass der Laden läuft und Geld abwirft, indem wir ihn managen, dekorieren und später ebenfalls Personal einstellen und expandieren. Auch die Arbeit mit und am Kunden liegt in unserem Bereich. Dabei müssen wir aber zunächst herausfinden, was diese im Prinzip wollen. Dazu starten wir zunächst ein Beratungsgespräch, bei dem wir durch die richtige Fragenauswahl herausfinden, auf was für Dinge unser Kunde steht. Haben wir das erfolgreich abgeschlossen, schlagen wir ihm/ihr ein Motiv vor. Wenn dies den Wünschen entspricht, geht es ebenfalls direkt auf den Tätowierstuhl und damit ebenso zum eigentlichen Clou des gesamten Spiels.

Bei Tattoo Tycoon handelt es sich nämlich nicht nur um ein Management-Spiel. Wir müssen auch selbst Hand anlegen und die Tattoos tatsächlich selber stechen. Hierbei müssen wir ein Minispiel meistern, in dem wir vorgegebenen Linien nicht nur so präzise wie nur möglich nachgehen, sondern dabei ebenfalls noch schnell sein müssen. Zwischendurch müssen wir auch überflüssige Tinte wegputzen, ansonsten verliert der Kunde eines seiner insgesamt drei Herzen.
Je nachdem, wie schnell und exakt wir das Tattoo stechen, erhalten wir mehr Geld, Punkte und „Kreativität“, die wir anschließend in die Gestaltung neuer Tattoovorlagen oder neuer Dekogegenstände für unseren Shop stecken können.

Die Steuerung beim Stechen funktioniert dabei sehr präzise. Jeder noch so kleine Wackler ist am Ende zu sehen und nagt an unserer Bewertung. Trotzdem empfehle ich jedem, das Stechen selber zu übernehmen. Nicht nur, dass es mehr Geld einbringt, es macht ebenfalls eine Menge Spaß. Wem das dennoch zu kompliziert ist, kann sowohl das Tätowieren als auch die Beratungsgespräche automatisch ablaufen lassen.

Ganz gleich, für welche Methode man sich schlussendlich entscheidet, der Kontostand sollte so oder so immer weiter anwachsen. Mit genügend Geld auf der hohen Kante können wir dann wiederum neue Shops eröffnen und so ein ganzes Imperium aufbauen.
All das ist wirklich motivierend. Vor allem, weil man immer das Gefühl hat, tatsächlich Fortschritt zu erzielen. Rund 100 neue Designs, zusätzliche Möbel, verbesserte Geräte, neue Shops – all das sorgt dafür, dass man immer noch „eine Sitzung mehr“ spielen möchte. Doch nach rund zehn Stunden stellt sich ein leichter Wiederholungseffekt ein: Die Kundenwünsche beginnen sich zu ähneln, und die Managementaufgaben laufen in bekannten Bahnen.
Ein paar zusätzliche Events, Wettbewerbe oder überraschende Story-Elemente hätten der Langzeitmotivation gutgetan. Trotzdem bleibt Tattoo Tycoon ein angenehm entschleunigendes Spiel, das zwischen kreativer Freiheit und taktischem Denken die Balance sucht – und meist auch findet.

Grafisch hat mich Tattoo Tycoon mit seinem Comic-Look sofort an Two Point Museum erinnert. Genau wie in dem beliebten und witzigen Museums-Managementspiel passt der Grafikstil auch hier perfekt zum Setting. Die Studios sind farbenfroh, aber nie überladen, und die Kunden kommen mit unterschiedlichsten Designs, Hauttönen und Outfits daher – das sorgt für Abwechslung.

Soundtechnisch begleiten entspannte Beats und das leise Surren der Tätowiermaschine das Geschehen, wodurch sich schnell ein echter „Tattoo-Vibe“ einstellt. Die Performance auf der Xbox Series X|S ist stabil, Ladezeiten sind kurz, und auch die deutsche Lokalisierung überzeugt mit guten Dialogen, wobei diese leider nur in schriftlicher Form vorliegen. Eine deutsche Synchronisation ist nämlich bedauerlicherweise nicht vorhanden.


Fazit:
Mit Tattoo Tycoon liefert HandyGames eine kreative Wirtschaftssimulation, die beweist, dass auch kleine Themen groß aufgezogen werden können. Wer Spaß an Aufbauspielen mit individuellem Flair hat, wird hier bestens unterhalten. Es ist dabei zwar keine komplexe Wirtschaftssimulation, aber ein sympathisches, entspanntes Tycoon-Spiel, das mit Witz, Kreativität und Herz überzeugt.

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Special vom: 06.11.2025
Autor dieses Specials: Stefan.Heppert
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