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Stromausfall: Qwert
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/qwertWalter Moers ist zurück – und wie! Mit Qwert liefert der Meister der schrägen Fantasiewelten und Sprachspielereien ein neues Kapitel seines literarischen Wahnsinns ab, das so bunt, verrückt und tiefsinnig ist, dass man gar nicht weiß, ob man lachen, staunen oder einfach nur versteinert dasitzen soll. Und ja – versteinert passt hier erstaunlich gut.

Walter Moers, geboren 1957 in Mönchengladbach, ist so etwas wie ein Phantom der deutschen Literatur. Er gibt nur selten Interviews, tritt nie öffentlich auf und lässt lieber seine Geschichten sprechen – was sie umso lauter tun. Bekannt wurde er zunächst mit seinen bissigen Comics (Das kleine Arschloch, Adolf, die Nazisau), bevor er 1999 mit Die 13½ Leben des Käpt’n Blaubär die fantastische Welt von Zamonien erschuf. Seitdem gilt er als einer der originellsten und eigenwilligsten Erzähler Deutschlands mit einem ganz eigenen und unverwechselbaren Stil.

Ein Prinz, ein Ungeheuer und ganz viel Chaos
Diesen ganz eigenen Stil verspürt man auch in Qwert von der ersten der insgesamt fast 600 Seiten an. Die Geschichte beginnt nämlich, wie es bei Moers üblich ist: nicht irgendwie, sondern irgendwo zwischen Genie und Wahnsinn. Der Gallertprinz Qwert aus der 2364. Dimension stürzt in die Welt Orméa – und landet im Körper des edlen Prinzen Kaltbluth. Was folgt, ist eine rasante Reise in der der Titelheld in 43 Kapiteln 43 unterschiedliche Abenteuer voller Monster, Mythen und Missverständnisse erlebt. Qwert rettet eine geheimnisvolle Frau, kämpft gegen ein dreiköpfiges Biest und verliebt sich in eine Janusmeduse – ein Wesen, das mit einem einzigen Blick ganze Leben versteinert. Klingt verrückt? Ist es auch. Aber auf die beste Art.

Wie immer bei Moers ist die Handlung aber eigentlich nur Mittel zum Zweck. Die eigentliche Show spielt sich zwischen den Zeilen ab. Wortspiele, absurde Wendungen, literarische Anspielungen und humorvolle Tiefsinnigkeiten sprudeln hier nur so aus den Seiten. Qwert ist kein Roman, den man mal eben so wegliest. Es ist ein wilder, genialer Sprachzirkus, bei dem man sich ständig fragt, wie jemand überhaupt so denken kann.

Trotz alledem ist Qwert aber auch für jüngere Leser*innen interessant. Nicht nur, dass sie den Helden aus anderen Büchern bereits kennen dürften, auch die Aufteilung in 43 einzelne Kapitel macht ihnen das Lesen einfacher. Auf diese Weise können sie immer wieder zum Buch greifen, ohne Angst zu haben, wichtige Dinge bereits wieder vergessen zu haben.

Ein optisches Fest für junge und alte Moers-Fans
Was den jüngeren Leser*innen bei der Vorstellung der Figuren und Helden ebenfalls zugutekommt, sind die visuellen Eindrücke, die natürlich in einem Moers-Buch nicht fehlen dürfen. In Qwert sind es über 70 farbige Illustrationen, die der Autor selbst beigesteuert hat. Sie ergänzen den Text perfekt, erweitern die Fantasie und machen Qwert zu einem echten Gesamtkunstwerk. Man merkt, dass hier ein Künstler am Werk ist, der seine Welt nicht nur erzählt, sondern auch zeichnet, gestaltet und lebt.

Fazit:
Qwert in ein Genre zu pressen, ist so gut wie unmöglich. Wie kaum ein zweites Buch ist es nämlich episch, komisch, tiefgründig und manchmal so herrlich seltsam, dass man sich manchmal fragt, ob man gerade liest oder träumt. Moers hat mit diesem Werk also wieder einmal mehr bewiesen, dass er der wohl kreativste Kopf der deutschsprachigen Literatur ist und dabei Jung und Alt gleichermaßen faszinieren kann.

Wer Lust auf ein sprachliches Feuerwerk, wilde Ideen und kunstvolle Illustrationen hat, wird an Qwert also viel Freude haben.

Zu erwerben gibt es Qwert für 42,00 Euro (bzw. 34,99 Euro als e-Book oder für 33,99 Euro als Hörbuch) bei Amazon, beim herausgebenden Penguin Verlag oder im Buchhandel.

© 2025 Penguin Verlag

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Special vom: 12.11.2025
Autor dieses Specials: Stefan.Heppert
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