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Stromausfall: Wir Freitagsmänner
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/freitagMit dem Roman Wir Freitagsmänner: Wer wird denn gleich alt werden? legt Hans‑Gerd Raeth eine ebenso humorvolle wie nachdenkliche Geschichte über das Älterwerden, Männerfreundschaften und die kleinen Katastrophen des Alltags vor. Der Roman, der Ende Februar im dtv Verlag erschienen ist, bringt seine zentrale Idee bereits im Titel auf den Punkt: Wenn man sich das eigene Leben wie eine Woche vorstellt – an welchem Tag befindet man sich gerade?

Für Hauptfigur Henri lautet die Antwort ziemlich eindeutig: Freitag. Das Wochenende ist zwar schon in Sicht, doch die besten Tage scheinen vielleicht bereits hinter ihm zu liegen.

Aus dieser Ausgangslage entwickelt Raeth eine Geschichte voller Witz, Selbstironie und einem feinen Gespür für menschliche Schwächen. Dabei geht es nicht nur um die klassischen Midlife-Crisis-Klischees, sondern auch um die größere Frage, wie man mit Veränderungen umgeht – und ob es vielleicht doch noch einmal möglich ist, ganz neu anzufangen.

Midlife-Crisis mit Humor
Henri steckt mitten in einer Lebensphase, die einige Leserinnen und Leser vermutlich nur allzu gut kennen. Seine Ehe ist gescheitert, die anschließende Affäre ebenfalls, und auch das Datingleben läuft alles andere als rund. Als ihm schließlich auch noch sein Arzt eröffnet, er stecke – ganz bildlich gesprochen – in den „Wechseljahren des Mannes“, scheint das Chaos perfekt.

Doch statt daraus ein schweres Existenzdrama zu machen, setzt der Roman konsequent auf Humor. Raeth lässt seinen Protagonisten stolpern, zweifeln und gelegentlich auch grandios scheitern, ohne ihn dabei zu einer Witzfigur verkommen zu lassen. Gerade diese Balance macht den besonderen Reiz des Buches aus. Henri ist kein Held im klassischen Sinn, sondern ein Mensch mit Macken, Unsicherheiten und einer gehörigen Portion Selbstzweifel. Genau deshalb wirkt er so authentisch und nahbar.

Der Autor versteht es zudem hervorragend, Alltagsbeobachtungen pointiert zu formulieren. Viele Situationen sind so nah am echten Leben, dass man beim Lesen unweigerlich schmunzeln muss. Gleichzeitig verbirgt sich hinter den humorvollen Momenten immer auch ein ernster Kern: die Angst vor dem Älterwerden, das Gefühl, vielleicht etwas verpasst zu haben, und die Frage, wie viel Zeit eigentlich noch bleibt.

Freundschaft, Dating und die Suche nach dem Sinn
Neben Henris persönlicher Krise spielen auch seine Beziehungen zu anderen Menschen eine wichtige Rolle. Freundschaften, Begegnungen und neue Bekanntschaften treiben die Handlung immer wieder voran und sorgen dafür, dass sich die Geschichte stetig weiterentwickelt.

Besonders charmant geraten dabei die Dialoge. Hier zeigt Raeth ein gutes Gespür für Timing und Situationskomik, wodurch viele Szenen lebendig und authentisch wirken.

Der Roman bewegt sich insgesamt geschickt zwischen leichtfüßiger Unterhaltung und nachdenklichen Momenten. Immer wieder wirft er Fragen auf, die über Henris persönliche Geschichte hinausgehen: Was bedeutet Erfolg im Leben eigentlich wirklich? Wie verändert sich das eigene Selbstbild im Laufe der Jahre? Und ist ein Neuanfang tatsächlich nur etwas für junge Menschen?

Trotz dieser doch recht ernsten Themen bleibt der Ton angenehm locker. Die Geschichte liest sich flüssig und entwickelt schnell einen Rhythmus, der einen mühelos durch die Seiten trägt.

Der Autor hinter der Geschichte
Autor Hans‑Gerd Raeth, Jahrgang 1965, studierte Philosophie, Germanistik und Psychologie und arbeitet heute als freier Autor und Drehbuchautor in Berlin. Diese Mischung aus geisteswissenschaftlichem Hintergrund und erzählerischer Praxis merkt man seinem Schreiben durchaus an.

Raeth besitzt ein gutes Gespür für menschliche Verhaltensweisen und beobachtet seine Figuren mit einem Blick, der zugleich humorvoll und analytisch ist. Gerade in Wir Freitagsmänner: Wer wird denn gleich alt werden? zeigt sich diese Stärke besonders deutlich. Der Roman wirkt wie eine liebevolle, manchmal auch leicht ironische Momentaufnahme einer Lebensphase, über die selten so offen und gleichzeitig so unterhaltsam geschrieben wird.

Nicht umsonst meinte Schauspieler Christoph Maria Herbst über das Buch: „Nie wurde die zweite Lebenshälfte köstlicher beschrieben.“

Fazit:
Wir Freitagsmänner: Wer wird denn gleich alt werden? ist ein unterhaltsamer Roman über das Leben in der Mitte – über verpasste Chancen, neue Möglichkeiten und die Frage, ob es für einen Neuanfang vielleicht nie zu spät ist.

Das Buch punktet vor allem durch seinen lockeren Ton, eine sympathische Hauptfigur und viele Situationen, in denen man sich selbst oder Menschen aus dem eigenen Umfeld wiedererkennen dürfte. Für einen entspannten Leseabend – und ein paar nachdenkliche Momente zwischendurch – ist dieser Roman definitiv eine gute Wahl.

Erhältlich ist Wir Freitagsmänner: Wer wird denn gleich alt werden? für 23,00 Euro (bzw. 16,99 Euro als E-Book) bei Amazon, im Buchhandel sowie beim herausgebenden dtv Verlag.

© 2026 dtv Verlag

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Special vom: 09.03.2026
Autor dieses Specials: Stefan.Heppert
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