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Formel 1-Fans kommen bei LEGO derzeit voll auf ihre Kosten. Seit einiger Zeit setzt der dänische Klemmbausteinhersteller verstärkt auf Kooperationen mit der Königsklasse des Motorsports und bringt regelmäßig neue Modelle der aktuellen Boliden heraus. Besonders spannend wird es dabei immer dann, wenn ein Rennwagen aus der LEGO Technic-Reihe erscheint – schließlich sind diese Modelle nicht nur größer, sondern auch deutlich technischer aufgebaut als ihre kleineren Speed-Champions-Geschwister.
Mit dem LEGO Technic McLaren MCL39 F1® Rennwagen (Setnummer 42228) bringt LEGO nun einen (fast) aktuellen McLaren-Boliden ins heimische Wohnzimmer. Für Fans des traditionsreichen Teams ist das natürlich besonders interessant, zumal es sich bei dem Modell um das letztjährige Weltmeister-Auto handelt. Doch kann das Set auch als Modell überzeugen? Wir haben uns den Rennwagen einmal genauer angeschaut.
Das Weltmeister-Auto im Technic-Format Schon beim ersten Blick auf die Verpackung wird klar: Hier wartet kein kleines Spielzeug, sondern ein stattliches Display-Modell auf einen. Immerhin wird der McLaren aus 1.675 zusammengebaut – und damit aus rund 200 Teilen mehr als der 2022 erschienene LEGO Technic McLaren Formel 1 Rennwagen (2022). Das Modell entsteht im Maßstab 1:8 und bringt es am Ende auf stattliche 13 Zentimeter Höhe, 61 Zentimeter Länge und 25 Zentimeter Breite. Auch wenn es somit knapp 4 Zentimeter kürzer als sein 2022er Pendant ist, gehört der Rennwagen auch diesmal definitiv nicht zu den kleinen Modellen – und benötigt später auch entsprechend Platz im Regal.
Wie bei Technic-Sets üblich, setzt der Bau stark auf die typischen Technic-Elemente – also Pins, Achsen und komplexe Verbindungen. Dadurch entsteht ein Bauprozess, der deutlich technischer und manchmal auch etwas anspruchsvoller ist als bei klassischen LEGO-Sets.
Die beiliegende Bauanleitung führt jedoch wieder gewohnt übersichtlich Schritt für Schritt durch den Aufbau und zeigt dabei gerade beim Chassis und bei der Aufhängung immer wieder interessante Konstruktionslösungen. Wer bereits ein größeres Technic-Set gebaut hat, wird sich hier aber dennoch schnell zurechtfinden. Neulinge müssen sich hingegen möglicherweise erst einmal an die vielen kleinen Verbindungselemente gewöhnen. Insgesamt bleibt der Bau jedoch gut nachvollziehbar und motivierend – schließlich sieht man nicht jeden Tag, wie vor den eigenen Augen ein Formel 1-Auto entsteht. Besonders schön für Fans ist zudem, dass das Begleitheft wieder spannende Einblicke in die Zusammenarbeit zwischen den LEGO-Designern in Billund und den Ingenieuren des McLaren Formula 1 Team bietet.
Sticker gehören zum Gesamtbild Der Aufbau des McLaren erfolgt dabei in mehreren Bauabschnitten. Zunächst entsteht das stabile Grundgerüst, das später Motor, Aufhängung und Lenkung aufnimmt. Danach folgen Schritt für Schritt die verschiedenen Baugruppen – von der Vorderachse über das Cockpit bis hin zum Heck des Fahrzeugs.
Gerade bei der Aufhängung und der Lenkung zeigt sich der typische Technic-Charakter des Sets. Hier kommen mehrere bewegliche Elemente zusammen, die dem Modell später auch funktionale Eigenschaften verleihen.
Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Bauprozesses sind die Sticker. Auch wenn Aufkleber nicht bei allen Baumeistern beliebt sind: Ein Formel-1-Wagen ohne Sponsorenlogos wäre wie ein Rennen ohne Boxenstopp – irgendetwas würde einfach fehlen. LEGO setzt beim MCL39 daher erneut auf eine großzügige Anzahl an Stickern, um die charakteristische Papaya-Lackierung sowie die zahlreichen Sponsoren authentisch darzustellen. Das sorgt am Ende für einen Look, der dem Original erstaunlich nahekommt und das Modell im Regal richtig glänzen lässt. Im Vergleich zum Vorgängermodell aus dem Jahr 2022 hat LEGO zudem in vielen Bereichen nachgebessert. Die Proportionen wirken stimmiger, und man merkt deutlich, dass den Designern diesmal mehr Referenzmaterial des echten Autos zur Verfügung stand.
Technische Funktionen im Inneren Obwohl der McLaren MCL39 primär als Display-Modell konzipiert ist, geizt er nicht mit technischen Finessen. Das Herzstück bildet der V6-Motor, dessen bewegliche Kolben man bei der Fahrt wunderbar beobachten kann. Die Lenkung lässt sich entweder direkt über das Cockpit oder über eine externe Steuerung bedienen, wodurch sich die Vorderräder präzise dirigieren lassen. Damit der Wagen auch auf unebenem Untergrund eine gute Figur macht, verfügt das Modell über eine originalgetreue Pushrod/Pullrod-Radaufhängung und eine funktionierende Federung, die die harten Curbs im heimischen Flur locker wegsteckt. Ein besonderes Highlight für Technic-Fans ist zudem das verstellbare Drag-Reduction-System (DRS) am Heckflügel.
Natürlich darf man keine vollständige Simulation echter Formel 1-Technik erwarten. Dennoch ist es beeindruckend, wie viele technische Funktionen LEGO in dieses Modell integriert hat – und wie gut sie einen Eindruck davon vermitteln, wie komplex moderne Rennwagen aufgebaut sind.
Ein echter Blickfang im Regal Optisch macht der McLaren MCL39 eine Menge her. Die Farbgebung des Originals wurde durch eine geschickte Kombination aus passenden Bauteilen und Stickern überzeugend eingefangen. Auch die flache, aggressive Form des Rennwagens kommt im Modell sehr gut zur Geltung. Durch seine 61 Zentimeter Länge wirkt das Fahrzeug zudem ausgesprochen imposant. Natürlich benötigt es dadurch auch entsprechend Platz, um seine Wirkung voll zu entfalten – doch sobald es im Regal steht, zieht es unweigerlich alle Blicke auf sich. Die markante Kombination aus leuchtendem Papaya-Orange und tiefem Schwarz sorgt zudem dafür, dass selbst Nicht-Formel 1-Fans Gefallen an dem Modell finden dürften. Noch eindrucksvoller wirkt der Wagen übrigens im Zusammenspiel mit dem Technic-McLaren aus dem Jahr 2022. Wer beide Modelle besitzt, sollte sie also unbedingt nebeneinander ausstellen.
Kleine Kompromisse bei der Umsetzung So gelungen das Modell insgesamt ist, ganz ohne Kompromisse kommt auch dieses Technic-Set nicht aus. Einige Rundungen lassen sich mit den vorhandenen Bauteilen schlicht nicht perfekt nachbilden, weshalb manche Details etwas kantiger wirken als beim echten Rennwagen. Auch bei den Reifen muss man Abstriche machen. Leider verfügt das Modell noch immer nicht über unterschiedlich große Vorder- und Hinterreifen. Immerhin handelt es sich diesmal aber um Slickreifen, was gegenüber dem 2022er-Modell bereits eine spürbare Verbesserung darstellt. Trotz dieser kleinen Abweichungen wirkt der McLaren insgesamt aber dennoch sehr stimmig und transportiert den Charakter des echten Rennwagens überzeugend.
Für wen sich das Set lohnt Der LEGO Technic McLaren MCL39 F1 Rennwagen richtet sich in erster Linie an zwei Zielgruppen. Zum einen natürlich an Formel 1-Fans, die ihren Lieblingsrennstall gerne als Modell im Regal präsentieren möchten. Zum anderen an Technic-Baumeister, die Freude an komplexeren Bauprojekten haben. Als klassisches Spielset ist der Rennwagen dagegen weniger gedacht. Dafür ist er schlicht zu groß und zu detailreich. Seine Stärken spielt der McLaren vor allem als Ausstellungsstück aus – idealerweise sogar im Doppelpack mit dem Vorgängermodell.



Fazit: Der LEGO Technic McLaren MCL39 F1 Rennwagen (42228) ist die konsequente Weiterentwicklung dessen, was LEGO vor einigen Jahren mit seinen großen Formel-1-Technic-Modellen begonnen hat. Mit 1.675 Teilen ist er detaillierter, technisch ausgefeilter und optisch näher am realen Vorbild als je zuvor. Für Fans des McLaren Formula 1 Teams ist er somit eine beeindruckende Trophäe im Maßstab 1:8 – und für Technic-Fans ein anspruchsvolles Bauprojekt, das am Ende mit einem spektakulären Ausstellungsstück belohnt wird. Wer McLaren-Anhänger ist oder generell ein Faible für große Technic-Fahrzeuge hat, kommt an diesem Set also eigentlich kaum vorbei.
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