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Stromausfall: Kagen no Tsuki – Im letzten Viertel des Mondes 01
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/Kagen01Manchmal lohnt sich ein Blick zurück: Mit Kagen no Tsuki – Im letzten Viertel des Mondes 01 bringt der Panini Verlag einen echten Geheimtipp aus dem Werk von Ai Yazawa erstmals beziehungsweise in neuer Form auf Deutsch in die Regale. Während die hiesige Ausgabe gerade frisch erschienen ist, reicht die Geschichte selbst weit zurück. Ihr Ursprung liegt im Japan der späten 1990er-Jahre – und damit in einer vergleichsweise frühen Phase jener Mangaka, die später mit NANA weltberühmt werden sollte.

Dass der Panini Verlag nun eine Neuauflage von Kagen no Tsuki – Im letzten Viertel des Mondes veröffentlicht, ist daher nicht nur ein spannender Blick in die Manga-Geschichte, sondern auch eine längst überfällige Würdigung einer Künstlerin, die heute zu den Besten ihres Berufes gehört.

Die Meisterin der großen Gefühle
Ai Yazawa zählt seit Jahrzehnten zu den bekanntesten Mangaka im Romance- und ShÅjo-Bereich. Die ehemalige Modeschülerin, die ihre Leidenschaft für Stoffe und Schnitte irgendwann gegen Feder und Tusche eintauschte, hat das Genre nachhaltig geprägt. Spätestens mit NANA sicherte sie sich einen festen Platz in den Herzen vieler Fans.

Ihre Werke kreisen oft um Liebe, Selbstfindung und die kleinen wie großen Dramen des Lebens. Vor allem aber gelingt es ihr immer wieder, Figuren zu erschaffen, die sich erstaunlich echt anfühlen – mit all ihren Unsicherheiten, Sehnsüchten und Widersprüchen.

Kagen no Tsuki – Im letzten Viertel des Mondes stammt zwar aus einer früheren Phase ihrer Karriere – das Original erschien in Japan zwischen April 1998 und Juni 1999 im legendären Magazin Ribon –, wirkt aber erstaunlich zeitlos. Gerade weil Yazawa hier stärker mit übernatürlichen Elementen arbeitet, hebt sich die Reihe deutlich von bekannteren Werken wie Gokinjo Monogatari oder NANA ab. Vielleicht ist dies sogar ihr geheimnisvollstes Werk.

Eine Geschichte zwischen Realität und Jenseits
Im Mittelpunkt der Geschichte steht Mizuki, die sich in ihrem eigenen Leben zunehmend verloren fühlt. Genau in diesem Moment begegnet sie dem geheimnisvollen Musiker Adam. Er wird für sie nicht nur zu einem Liebhaber, sondern auch zu einem Anker in einer Welt, die ihr längst fremd geworden ist.

Doch wer ist dieser Mann eigentlich wirklich? Schon Adams Zuhause wirft unzählige Fragen auf. Er lebt in einer alten, herrschaftlichen Villa, die wirkt, als wäre die Zeit dort einfach stehen geblieben. Sein britisches Erbe und seine schmerzvolle Sehnsucht nach einer Frau namens Sayaka verleihen ihm zusätzlich eine beinahe unerreichbare Aura. Eigentlich wäre all das bereits rätselhaft genug – doch damit fängt die Geschichte erst an.

Parallel begleitet man nämlich auch eine Gruppe von Kindern, die einem seltsamen Mädchen begegnen. Schnell wird klar, dass hier etwas nicht stimmt. Realität und Jenseits beginnen ineinanderzufließen, Erinnerungen wirken brüchig und Identitäten unsicher. Was tatsächlich vor sich geht, bleibt lange Zeit ein Rätsel – und genau darin liegt der besondere Reiz des Mangas.

Nicht leicht zugänglich – aber genau deshalb so spannend
Der Einstieg fällt dabei nicht unbedingt leicht. Die Handlung springt häufig, Perspektiven wechseln und viele Zusammenhänge bleiben zunächst bewusst im Dunkeln. Wer eine geradlinige Geschichte erwartet, könnte anfangs also durchaus ins Stolpern geraten.

Lässt man sich jedoch auf diese ungewöhnliche Erzählweise ein, entfaltet sich nach und nach ein faszinierendes Gesamtbild. Gerade dieses Gefühl, Stück für Stück ein großes Puzzle zusammenzusetzen, macht den Manga so fesselnd. Man möchte einfach weiterlesen, um endlich zu verstehen, wie alles miteinander verbunden ist.

Eine Geschichte, die vor allem von ihrer Stimmung lebt
Was Kagen no Tsuki – Im letzten Viertel des Mondes zusätzlich besonders macht, ist seine außergewöhnliche Atmosphäre. Statt auf schnelle Wendungen oder ein hohes Erzähltempo zu setzen, nimmt sich die Geschichte bewusst Zeit. Viele Szenen wirken ruhig, beinahe schwerelos – fast so, als würde man durch einen dichten Nebel gehen, in dem sich erst nach und nach Konturen abzeichnen.

Gerade für einen klassischen ShÅjo-Manga ist das ungewöhnlich. Schließlich richtet sich das Genre traditionell eher an jugendliche Leserinnen und erzählt seine Geschichten oft deutlich geradliniger, romantischer und leichter. Kagen no Tsuki hingegen wirkt stellenweise beinahe melancholisch und düster – und hebt sich gerade dadurch so deutlich von vielen anderen Reihen ab.

Auch optisch ist Yazawas unverwechselbare Handschrift in jedem einzelnen Panel zu erkennen. Elegante Figuren, ausdrucksstarke Blicke und ein feines Gespür für Mode und Details prägen jede Seite. Vieles von dem, was Fans später an NANA lieben sollten, ist also bereits hier vorhanden. Gleichzeitig wirkt der Zeichenstil noch etwas roher und reduzierter als in ihren späteren Werken – was jedoch perfekt zur geheimnisvollen, leicht entrückten Stimmung der Geschichte passt.

Fazit:
Kagen no Tsuki – Im letzten Viertel des Mondes 01 ist alles andere als ein gewöhnlicher ShÅjo-Manga. Statt klassischer Romantik erwartet die Leserinnen und Leser eine ruhige, leicht düstere Geschichte, die vor allem von ihrer Atmosphäre, ihren Emotionen und ihren vielen Rätseln lebt.

Wer Lust auf einen nachdenklichen Manga mit Mystery-Elementen hat, sollte hier unbedingt einen Blick riskieren. Und wer Ai Yazawa ohnehin mag, entdeckt mit Kagen no Tsuki eine etwas andere, aber nicht minder spannende Seite der berühmten Mangaka. Das Beste daran: Lange auf die Fortsetzung warten muss man nicht. Band 2 erscheint nämlich bereits am 19. Mai 2026.

Zu erwerben gibt es Kagen no Tsuki – Im letzten Viertel des Mondes 01 für 14,00 Euro bei Amazon, beim herausgebenden Panini Verlag und im Buchhandel.

© 2026 Panini Verlag

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Special vom: 02.04.2026
Autor dieses Specials: Stefan.Heppert
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