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Mit Strange Pictures – Seltsame Bilder hat Panini Manga bereits im ersten Band einen ungewöhnlichen Mystery-Horror-Manga veröffentlicht, der mit cleveren Rätseln, psychologischem Horror und scheinbar harmlosen Zeichnungen für Gänsehaut sorgt. Unsere Rezension zum ersten Band haben wir natürlich ebenfalls im Rahmen dieses Specials veröffentlicht. Nun geht die von Uketsu erdachte und von KikÅ Aiba als Manga umgesetzte Geschichte mit Strange Pictures – Seltsame Bilder – Band 2 weiter. Und auch diesmal zeigt sich schnell, dass hinter scheinbar alltäglichen Bildern weit mehr steckt, als man zunächst vermuten würde.
Im Mittelpunkt der neuen Geschichte steht der kleine Yuuta Konno. Für den Kindergarten malt er ein Bild als Muttertagsgeschenk. Darauf sind seine lächelnde Mutter Naomi, Yuuta selbst und das Wohnhaus der beiden zu sehen. Eigentlich handelt es sich um eine völlig harmlose Kinderzeichnung – wäre da nicht ein merkwürdiges Detail: Die gemeinsame Wohnung ist vollständig grau übermalt.
Zunächst könnte man das noch als kindliche Eigenart abtun. Doch als Yuuta und seine Mutter auf dem Heimweg vom Kindergarten von einem verdächtigen Auto verfolgt werden, bekommt die Zeichnung plötzlich eine ganz andere Bedeutung. Was möchte Yuuta mit dem grauen Bereich ausdrücken? Warum scheint gerade dieser Teil des Bildes so wichtig zu sein? Und welche Verbindung besteht zwischen der Zeichnung und der Person, die Mutter und Sohn verfolgt?
Aus diesen Fragen entwickelt sich ein spannendes Mystery-Rätsel, das einmal mehr zeigt, wie geschickt Uketsu mit scheinbar belanglosen Details arbeitet. Was zunächst völlig harmlos wirkt, kann sich wenige Seiten später als wichtiger Hinweis entpuppen.
Genau hinsehen lohnt sich Wie schon im ersten Band sind auch diesmal die Zeichnungen der Schlüssel zu den Geheimnissen. Dabei bleibt es nicht allein bei der Geschichte rund um Yuuta und seine Mutter. Weitere Bilder und Erzählungen ergänzen das Geschehen und sorgen dafür, dass sich nach und nach ein immer größeres Gesamtbild ergibt.
Damit wird der Manga erneut zu einer Art Mystery-Puzzle, bei dem wir als Leserinnen und Leser selbst aufmerksam mitdenken müssen. Warum wurde etwas auf einem Bild genau so und nicht anders dargestellt? Was hat es mit einem bestimmten Detail auf sich? Und wie hängen die einzelnen Geschichten überhaupt miteinander zusammen?
Besonders gelungen ist, dass Strange Pictures seine Hinweise nicht einfach offen präsentiert. Stattdessen müssen wir schon etwas genauer hinschauen, um die kleinen Ungereimtheiten zu entdecken. Dadurch werden wir beim Lesen automatisch zu Hobbydetektiven und beginnen, eigene Theorien aufzustellen. Nicht jede davon wird sich am Ende als richtig erweisen – doch gerade das macht einen großen Teil des Reizes aus.
Der Horror steckt im Kopf Auch beim Horror bleibt sich die Reihe treu. Statt auf permanente Schockmomente oder übertriebene Gewaltdarstellungen zu setzen, entsteht das Unbehagen vor allem durch die Erkenntnis, dass mit einer scheinbar völlig normalen Situation etwas ganz und gar nicht stimmt.
Gerade die Geschichte um Yuuta funktioniert hier hervorragend. Ein Kinderbild, das eigentlich für familiäre Geborgenheit stehen sollte, wird durch die graue Darstellung der Wohnung plötzlich zu einem beunruhigenden Hinweis. Zusammen mit dem verdächtigen Auto entsteht eine Atmosphäre, in der man unweigerlich wissen möchte, was tatsächlich hinter den Ereignissen steckt. KikÅ Aibas ruhiger und realistischer Zeichenstil unterstützt diesen Ansatz erneut sehr gut. Die Bilder wirken zunächst unspektakulär und alltäglich, wodurch die darin versteckten Hinweise umso stärker zur Geltung kommen.
Fazit: Mit Strange Pictures – Seltsame Bilder Band 2 liefert Panini Manga eine gelungene Fortsetzung des ungewöhnlichen Mystery-Horror-Mangas ab. Die Geschichte rund um Yuuta, seine Mutter und die rätselhafte Muttertagszeichnung bildet dabei den Ausgangspunkt für ein clever konstruiertes Geflecht aus Bildern, Hinweisen und überraschenden Zusammenhängen.
Wer bereits den ersten Band mochte, bekommt erneut eine spannende Mischung aus Mystery, psychologischem Horror und kniffligen Rätseln geboten. Strange Pictures bleibt damit ein Manga für alle, die beim Lesen nicht einfach nur unterhalten werden möchten, sondern gerne selbst auf Spurensuche gehen. Denn wie schon beim Vorgänger gilt auch diesmal: Man sollte ganz genau hinsehen.
Zu erwerben gibt es Strange Pictures – Seltsame Bilder – Band 02 für 8,99 Euro (bzw. 6,99 Euro als E-Book) bei Amazon, im Buchhandel oder beim herausgebenden Panini Verlag.
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