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Demon´s Souls

Publisher: Namco Bandai

Genre: Action
USK Freigabe: Freigegeben ab 16 Jahren gemäß § 14 JuSchG.
ca. Preis: 87,99 €

Systeme: PlayStation 3

Ausgezeichnet mit dem Splash Hit Inhalt:
Demon Souls erschien eigentlich schon letztes Jahr, allerdings nicht für den europäischen Markt. Unverständlich, erhielt es doch durch die Bank weg Höchstnoten der internationalen Presse. Namco Bandai hat sich jetzt aber zum Glück erbarmt und bringt das faszinierende Dark-Fantasy-Epos auch in unsere Gefilde.

Meinung:
Das Spiel zeigt sich am Anfang in typischem Gewand eines Rollenspiels: pompös düsterer Einstimmungstrailer, danach Klassenwahl, ein wenig Heldenanpassung in Form eines eher flachen Charaktereditors und zu guter Letzt wartet das Tutorial. Hier wird man mit der Steuerung und allen später vorkommenden Spielmechaniken vertraut gemacht. Mit den Schulltertasten wird gekämpft, wobei die R-Tasten für leichte und schwere Hiebe eingesetzt werden, die L-Tasten für Konter und blocken. Dazu gesellt sich mit dem Kreis-Button noch ein Ausweichmanöver. Das hört sich nicht wahrlich kompliziert oder schwer an, dementsprechend meistert man das Tutorial problemlos. Genießt dieses Gefühl der Sorglosigkeit, denn es war das letzte Mal. Nach dem Tutorial zeigt Demon Souls seine wahre unbarmherzige Fratze.

Doch bevor wir zu dieser spielerischen Fratze kommen, noch ein paar Worte zur Story. Ja es gibt eine, sie ist sogar recht düster und taucht die ganze Welt in einen melancholisch gotischen Albtraum der Verzweiflung, in der letzte Krieger den großen Kampf gegen Dämonen und deren Seelen aufnehmen um ein verfallenes Königreich zu retten - aber sie ist gleichzeitig rar gesät und wirklich nur nettes, aber äußerst stimmiges, Beiwerk. Der Star ist das Gameplay.

Das Zentrum von Demon Souls ist der Nexus, eine Art Zufluchtsort der letzten verbliebenen Streiter. Hier ist man als Held sicher vor allen Gefahren, kann sich durch eingesammelte Seelen in den Dungeons neue Ausrüstung zulegen, seinen Charakter verbessern oder seine schartig gewordenen Waffen schleifen lassen. Von hier aus startet man dann seine Reise per Portal in die vier großen Dungeons. Eine Zusammenhängende Welt gibt es also nicht, was zum Glück nur leicht an der Atmosphäre kratzt. Denn die stimmungsvollen Dungeons machen dies durch ihre enorme Größe, die durch den spielerischen Fortschritt immer weiter anwachsen, wieder wett. Als Dämonenjäger wird euch in Demon Souls also ganz bestimmt nicht langweilig.

Sei ein Mann

Denn diese Jagd ist bockschwer! Oder halt, schwer ist der falsche Ausdruck, sie ist gnadenlos. Es raubt euch alles an Bequemlichkeit, welche in den letzten Jahren in die Spielwelt Einzug erhalten haben. Checkpoints? Schnell mal neu laden? Einstellbarer Schwierigkeitsgrad? Hilfestellung oder gar ein roter Faden durch die Dungeons? Minimap? Nix da! Demon Souls ist was für harte Männer und Frauen. Es bietet nichts, alles muss man sich erkämpfen.

Wer dieses Spiel in die Hand nimmt, muss entweder masochistisch veranlagt sein, großen Ehrgeiz besitzen oder aber einfach nur Spaß an der enormen Herausforderung haben. Ich persönlich kenne kein vergleichbares Spiel und genau das ist der Charme der dieses Spiel ausmacht. Auch ein Ninja Gaiden ist schwer, oder so manch ein Endboss in anderen Rollenspielen, doch hier wird die Härte meist durch extrem harte Gegner oder unfaire Stellen dem Spieler gegenüber erkauft - in Demon Souls reicht ein billiger Anfangsgegner gepaart mit eigener Ungeduld oder schlechten Timing und man ist tot. Und Tod ist gleichbedeutend wie bei Monopoly das Ereignis "gehe zurück zu Los", oder anders ausgedrückt, man startet vom Levelanfang, hat alle eingesammelten Seelen verloren und alle Gegner sind wieder da. Ich sagte ja, gnadenlos. Jetzt heißt es noch vorsichtiger vorgehen, denn falls man seinen beim Tod hinterlassenen Blutfleck bei einem erneuten Versuch erreicht, erhält man zumindest die kostbaren Seelen wieder. Stirbt man aber erneut, gehen auch diese unwiederbringlich flöten. Schwitzige Hände sind also vorprogrammiert, wenn nicht gar ständiger Begleiter.

Gnadenlose Kämpfe

Das ist doch Frustrierend, oder!? In anderen Spielen wäre es das. Bei Demon Souls weiß man, dass man selbst Schuld ist. So fühlte ich mich nach einiger Zeit im ersten Level schon als strahlender Held, schnetzelte munter mit meinem Helden die angreifenden Schergen nieder, bis ich einem schwer gepanzerten Ritter gegenüberstand. Im Übermut angegriffen, zu früh aus der Deckung gegangen, hat mich dieser Ritter mit einem Schlag erledigt. Fassungslos sitzt man da, alles verloren, sich der Realität bewusst wieder von Vorne anfangen zu müssen. Für mich war in dieser Sekunde der Gegner unbesiegbar, ja unfair, viel zu schwer - all das lag mir auf der Zunge und der Controller war kurz vor der innigen Umarmung mit meinen LCD-TV.

Mittlerweile sind diese Ritter ein gefundenes Fressen und leicht verdiente Seelen. Und das liegt weder an einem neuen Schwert, höherer Stärke oder besserer Rüstung, es liegt alleine an mir. Ich beherrsche mein Schwert besser, blocke präziser, kenne die Schwachstelle des Gegners, mein Timing stimmt einfach. Dieses Gefühl, das Meistern der Herausforderung, das Wachsen der eigenen Fertigkeiten, das ist die fesselnde Magie von Demon Souls. Hier jubelt man noch über jeden besiegten Endboss und freut sich diebisch über jede schwer verdiente Trophie.

Immer wieder Timing

Und spätestens jetzt wird auch klar, warum Demon Souls keine Comboketten und Specialmoves braucht. Es reicht, dass jede Waffe eine andere Schlaggeschwindigkeit und Reichweite hat oder Schilde eine unterschiedliche Behäbigkeit. Wer die Reichweite und Geschwindigkeit seiner Waffe nicht einschätzen kann, wird seine Angriffe neben das Ziel setzen, oder zu langsam sein um die Lücke in der Verteidigung des Gegners zu nutzen. Gleichzeitig eröffnet man mit solchen Patzern dem Gegner die Chance, selbst einen Treffer zu landen. Und ein Treffer in Demon Souls, der kann so richtig schmerzen.

Hinzu kommt der Ausdauerbalken des Helden. Jede Aktion verbraucht, je nach Größe des Gegenstandes einen Teil dieser. Heißt, wenn ich zwei mächtige Hiebe mit meinem Bastardschwert führe, wird mir keine Ausdauer bleiben um das Schild hochzureißen, oder einen Konter anzusetzen. Ein Dolch hingegen kann locker vier Stiche hintereinander anbringen und am Ende reicht es sogar noch für eine beherzte Rolle rückwärts. Nur wer also sein Timing beherrscht, seine Ausdauer dosiert und vor allem die gegnerischen Angriffsmuster durchschaut, wird erfolgreich den Nahkampf meistern.

Neben dem Nahkampf gibt es noch Magie und Fernkampf. Mit R3 lässt sich jedes Ziel in einer gewissen Entfernung markieren. Dies ist nicht nur im Nahkampf für die Übersicht wichtig, sondern fungiert auch als Zielsystem für Pfeile und Zauber. Durch diese kleine Hilfe ist der Fernkampf um einiges leichter, vor allem die Magier haben es in Demon Souls durch mächtige Zaubersprüche stellenweise sogar leichter. Ein Spaziergang wird das SPiel für sie aber natürlich trotzdem nicht, eine Manaleiste begrenzt das Wirken von Zauber, Tränke zur Erfrischung sind rar gesät oder eben verdammt teuer.

Gold? ich will Seelen
Zu jedem guten Rollenspiel gehört der Charakterausbau und der winkt mit soviel Freiheit wie das restliche Spielprinzip. Ob man nun einen eigentlich nahkampflastigen Ritter oder Soldaten spielt, oder zu Anfang eher einen agilen magisch begabten Adligen, was am Ende dabei raus kommt, bleibt dem Spieler überlassen. Ein Magier in Ritterrüstung? Oder doch lieber einen Barbar der Feuerzauber wirkt? In Demon Souls sind dem Spieler keine Grenzen gesetzt.

Diese Freiheit setzt aber auch gewisse Begeisterung für das Wühlen in Menüs, das vergleichen von Zahlen und Spaß an der Planung im allgemeinen voraus. Jeder Gegenstand setzt andere Voraussetzungen zum Gebrauch voraus. Einfach anlegen und spielen? Nix da! Neben den acht Attributen gibt es Werte für Gewicht, für Resistenzen und Waffenverteidigung, Blockchancen, Haltbarkeit oder Bonusschaden. Wer Angst vor Zahlen hat, der soll die Finger von Demon Souls lassen. Einen groben Überblick über diese Rollenspielschwergewicht verschafft das umfangreiche Wiki zu Demon Souls.

Finanziert wird der Charakterausbau einzig und alleine durch eingesammelte Seelen der besiegten Gegner. Ob man nun seine Waffen upgraden oder umbauen möchte, sich neue Attributspunkte kaufen will oder seine Gegenstände reparieren möchte, man zückt kein Gold, man bezahlt mit Seelen. Da das Spiel zwar nicht ganz so konsequent auf das Sammeln von Items setzt wie z.B. ein Diablo, aber eben doch den Sammeltrieb durch schiere Masse an Rüstungen und Waffen in uns weckt, birgt dieses System einen Schwachpunkt: Man kann nichts verkaufen oder eintauschen. Heißt: Ungebrauchte Gegenstände, die zur Klasse und Spielstil nicht passen, oder man doppelt und dreifach hat, muss man schweren Herzen wegschmeißen. Eines der für mich einzigen großen Mankos dieses Spiels.

Online im Singleplayer

Entweder man spielt online zusammen oder offline im Singleplayer alleine - so war es vor Demon Souls. Die Entwickler haben sich nun ein grandios funktionierendes System für Demon Souls ausgedacht das die Singleplayererfahrung um einige Elemente erweitert. Zuerst einmal fühlt man sich nie alleine, weil man hier und da für ein paar Sekunden geisterhafte Schemen sieht, die nichts anderes sind, als andere Spieler in ihrem Singleplayer. Wesentlich praktischer sind die Blutlachen die überall das Spiel zieren. Aktiviert man einen dieser, entsteigt aus diesem Blut ein roter Geist, also auch wieder ein andere Spieler, und man kann für ein paar Sekunden die letzten Momente vor seinem Ableben erleben. Das ist vor allem deshalb nützlich, weil man dadurch selbst Fehler vermeiden kann. So hat mich manche Blutlache schon vor fiesen Fallen gerettet. Nebenbei spendet dieses Blut auf groteske Art Trost, schließlich fühlt man sich so nicht alleine beim verzweifelten Sterben.

Die dritte Funktion ist ein Nachrichtensystem. Überall im Spiel kann ich durch die Selecttaste eine Nachricht für alle (!) anderen Spieler am Boden hinterlassen. Diese Nachrichten bastelt man aus vorgefertigten Textbausteinen - praktisch, denn so überwindet man Sprachbarrieren. Solche Nachrichten findet man überall in Demon Souls und auch hier helfen sie einem beim Meistern des Spiels, da sie vor Feinden oder Fallen warnen- oder einfach auf gewisse Schalter oder Abkürzungen hinweisen. Netter Nebeneffekt, jede Nachricht kann man empfehlen, wird eine selbst erstellte Nachricht von einem anderen Spieler empfohlen, wird in diesem Moment der komplette Charakter geheilt.

Böse Geister, gute Geister
Weitere Onlinefunktion in Demon Souls ist die Möglichkeit mit zwei verschiedenen Steinen direkt Einfluss auf andere Spieler zu nehmen. So kann ich einmal mich zur Hilfe bei einem hilfesuchenden Spieler beschwören lassen und gemeinsam einen bösen Erzdämonen anzugehen oder andersherum, kann ich Spieler die online sind auch überfallen. Diese Spielerduelle sind wohl mit die intensivste Spielerfahrung! Nach meinem ersten Duell, welches gut uns gerne fast an die zehn Minuten dauerte, brauchte ich erstmal eine Pause. Da wird geblockt, da wird geschlagen und taktiert - nichts für schwache Nerven.

Eintauchen
Aufgrund des gnadenlos brutalen Spielerfahrung und der düsteren Präsentation spinnt Demon Souls eine ganz eigene Atmosphäre. Wer durch riesige erdrückende gotische Burgen läuft oder dunkle Minen besucht, die ihre besten Tage hinter sich haben, dabei immer auf der Hut vor dem nächsten tödlichen Gegner, versinkt hier schneller im Spiel als in so manchen storylastigen Rollenspiel. Nichts glänzt, ist bunt oder strahlt Freunde aus, die Welt versinkt in braun und grau, das hier ist kein Fable oder Dragon Age, es ist so, wie man sich das dreckige, stinkende Mittelalter vorstellt.  Es fasziniert auf seine Art und Weise ohne viel grafisches Bling Bling. Die technische Präsentation gibt sich dabei auch keine Blöße. Dass das Spiel ein Jahr auf dem Buckel hat, merkt man an keiner Stelle. Einzig die musikalische Untermalung hätte etwas bombastischer, monumentaler, ja einfach düsterer sein können.

Fazit:
Bild unseres Mitarbeiters Christian Jacob christianDer Trend der Spielentwickler geht ja eindeutig in die Richtung möglichst viele Leute anzusprechen, den Spieler nicht zu überfordern und soviel Komfort zu bieten, dass er auf jeden Fall das Ende das Spiels erreicht, zumindest aber schnell Erfolge feiern kann. Auch ich mutierte zum typischen Feierabendspieler, der gemütlich am frühen Abend noch etwas bespaßt werde wollte.
Und nun kommt Demon Souls, in Sachen brutalste Konsequenz, null Spielkomfort und Herausforderung der Satan in Person der obigen Trends. Es ist ein Spiel für Spartaner, für Beißer die brüllend zu Hause vor der Couch hocken, die jegliche Hilfe ablehnen, in den Kampf ziehen um alles zu geben, oder zu verlieren - immer wieder. Es ist eine wahre Herausforderung, ein Spiel bei dem man merkt, was anderen fehlt - die Freunde etwas geschafft zu haben, der Nervenkitzel vor dem nächsten dunklen Gang, das Herzklopfen bei angreifenden Gegner.

Demon Souls
gelingt dabei ein grandioses Kunststück, denn es schafft die Balance, so zu fordern, das es nicht frustet. Unfair ist es selten, Schuld am Ableben ist man meistens selbst. Dazu trägt neben dem Kampf auch die grandiose Inszenierung der Welt bei, die mit ihren melancholischen Stil, den wuchtigen gotischen Bauten und dem düsteren Setting einfach nur verzaubert.

Demon Souls
ist sicherlich nichts für jeden, aber Spieler die endlich mal wieder etwas Herausforderung brauchen, oder viel Zeit mitbringen, müssen sich dieses Meisterwerk zulegen!

Demon´s Souls  - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Autor der Besprechung:
Christian Jacob

Screenshots


















Wertungen Pluspunkte Minuspunkte
Wertung: 9.3125 Grafik: 8.75
Sound: 8.75
Steuerung: 9.75
Gameplay: 10.00
Wertung: 9.3125
  • Konsequent schweres Gameplay
  • Einzigarte erwachsene Fantasywelt
  • Grandioses forderndes Kampfsystem
  • Keine Zusammenhängende Welt
  • Gefunde Gegenstände können nicht verkauft werden

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Rezension vom: 10.07.2010
Kategorie: Action
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Die Bewertung unserer Leser für dieses Game
Bewertung: 1 (2 Stimmen)
Bewertung
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