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Resident Evil 6

Entwickler: Capcom
Publisher: Capcom

Genre: Action
USK Freigabe: keine Jugendfreigabe gemäß § 14 JuSchG.
ca. Preis: 59,00 €

Systeme: PlayStation 3, Xbox 360

Testsystem: PS3

Inhalt:

Wenn es um Survival Horror geht, dann dauert es nicht lange, bis einem die Marke Resident Evil durch den Kopf schießt. Als der erste Teil der Reihe, die in Japan unter dem Titel „Biohazard“ bekannt ist, 1996 das Licht der Welt erblickte, läutete Entwickler Capcom eine neue Ära grusliger Action-Adventure-Spiele ein, die schnell sowohl dem Spieler als auch der Entwickler-Konkurrenz das Fürchten lehrte. Dieser Tage – sechzehn Jahre, fünf Realverfilmungen und diverse Portierungen für alle gängigen Spieleplattformen später – erblickte der sechste Teil der Reihe das Licht der Welt.

Waren bis zum dritten Teil die fest positionierte Kamera in einer Ecke des Raumes, knifflige Rätsel, sowie Munitionsmangel und nicht enden wollende Horden von Untoten typisch für die Serie, gab es bereits im vierten Teil eine Gameplay-Änderung, die bis heute beibehalten wird, der Ego-typische Schulterblick, der mehr an die meisten Thirdperson-Shooter erinnert. Mit dem diesen März erschienen Resident Evil: Operation Racoon City verabschiedete man sich dann gänzlich vom alt bewährten Konzept und präsentierte einen durchschnittlichen Left-4-Dead-Klon, der auch qualitativ herb enttäuschte. Um so mehr haben die Fans aufgemerkt, als Capcom verkündete, mit Resident Evil 6 wieder „Back to the Roots“ gehen zu wollen. Hält Capcom sein Versprechen?



Meinung:

Stehenbleiben oder ich schieße!?“, das ist hier die Frage
Beim ersten Anspielen wird man sofort an die grandiosen Teile 4 und 5 erinnert, mit einer wesentlichen Gameplayneuerung: Nach 16 langen Jahren haben die Charaktere endlich gelernt, wie man schießen und gleichzeitig auch ausweichen kann. Zugegeben, es hat weniger was von einem Arenastrafen wie bei Left 4 Dead, sondern ist eher ein vorsichtiges Wegtasten geworden, aber immerhin. Ansonsten hat sich nicht viel herausstechendes im Gameplay zu Teil 5 geändert, wo erstmals die gesamte Kampagne zu zweit bestritten werden durfte.

Die glorreichen Sieben
Diesmal hat der Spieler die großzügige Auswahl, sich gleich zwischen vier Kampagnen und insgesamt sieben spielbaren Charakteren zu entscheiden. In den Startkampagnen um Leon Kennedy, Chris Redfield und dem Neuen, Jake Muller, habt ihr die Wahl, ob ihr die Namensgeber oder ihre jeweiligen ihnen in der Kampagne zur Seite stehenden Partner spielen wollt. Außerdem dürft ihr noch wählen, ob ihr euch von der KI helfen lassen, oder im Koop online oder per Splitscreen spielen wollt. Jede der drei Hauptkampagnen ist sehr umfangreich geworden, und spielt sich leicht unterschiedlich. Die beste Erinnerung an die gute alte Zeit liefert da noch die Leon-Kampagne, in der es ruhig und gemächlich gruselig los geht, das ein oder andere Rätsel gelöst werden muss, die Muni spärlich und die Zombies gewöhnlich dafür aber zahlreich sind. Die atmosphärisch düstere Stimmung tut ihr übriges dazu.

Nicht schon wieder laufen!“
Neu ist, dass ihr in einigen Passagen erstmals hinter dem Steuer von bestimmten Fahrzeugen sitzt, während der Koop-Partner auf die Verfolger ballert. So schießt ihr mit dem Motorrad durch die Straßenschluchten, während „intelligente“ Zombies mit Knarren ebenso das Blei sprechen lassen. Oha! So weit ist es mit der C-Virus-Mutation also gekommen, dass Zombies nicht mehr komplett dumm vor sich hin schlürfen. Wenn das für die KI doch auch gelten würde! Aber nein, ständige Wegfindungsprobleme machen einem immer wieder diese Illusion kaputt. Leider sind auch die Fahreinlagen nicht das Gelbe vom Ei, da man die Szenerie auch genüsslich ohne Gamepad in der Hand betrachten kann, da Fahrkünste hier absolut nicht gefragt sind. Zu leicht steuert einen der Autopilot durch die Schlauchlevels, selbst wenn man gar nicht lenkt, wird man in der Ideallinie um die Kurven geleitet. Immer wieder müssen Quicktime-Events ausgelöst werden, um Zombies abzuschütteln. Zur Abwechslung ist das mal ganz nett, aber oft wirkt es nur aufgesetzt und deplatziert. Da wäre weniger mehr gewesen.

Call of the Dead
Auch wenn die Leon-Kampagne die meiste Ähnlichkeit zu ehemaligen Resident-Evil-Hochzeiten beinhaltet, so tauscht man spätestens in den Kampagnen von Chris und Jake den subtilen Grusel gegen das Dauerfeuer eines Shooters Marke Call of Duty ein. Hier startet man gut bewaffnet in die Kampagne und eine Blockbusterscriptexplosion jagt die nächste. Die bedrohliche Zombiemasse aus früheren Spielen wurde gegen vereinzelt auftretende Supermutationen von Infizierten eingetauscht, die sich nach dem ersten Tod erst mal gemütlich verpuppen, um dann als Supermonster wiedergeboren zu werden. Dabei nehmen die diversen Mutationen teils groteske Züge an, die zwar an gewisse Fabelwesen erinnern, aber mit Untoten nicht mehr viel gemein haben. Wo ist die langsam näher rückende Zombiemasse, die einen schlürfend umzingelt, dass einem das Blut in den Adern gefriert, weil man mit den Headshots nicht mehr hinterherkommt und die Muni sich dem Ende neigt?

Solo für Ada
Hat man sich durch die drei Kampagnen durchgeballert wird noch die finale Solokampagne mit Ada Wong freigeschaltet, in der man den Feind infiltriert und möglichst lautlos agiert, und Rätsel löst. Herausstehend ist schließlich der großzügige Levelumfang von gut zwei bis drei dutzend Spielstunden allein für die Story. Hat man nach dem höchsten Schwierigkeitsgrad immer noch nicht genug, so werden nach dem Durchspielen weitere Spielmodi freigeschaltet, in denen man bspw. Im Söldnermodus gegen die Uhr spielt, wahlweise auch zu zweit, oder sich erstmals als Zombiemutation in ein fremdes Koopspiel einloggt, um dort Jagd auf das Kampagnenduo zu machen. An bestimmten Stellen im Spiel ist es sogar möglich, sich zu viert online zu treffen.

Außerdem dürfen erbeutete Punkte auch gleich wieder in Fähigkeitenslots reinvestiert werden, mit denen man sich einen leichten Vorteil verschaffen kann. Maximal drei Fähigkeiten lassen sich auf einmal ausrüsten, was man jederzeit auch anpassen kann.

Trotz ordentlicher Grafik keine Gruselstimmung
Grafisch bietet Resident Evil 6 abgesehen von der überfrachteten Actiondominanz eine ganz ordentliche Atmosphäre für einen Shooter. Mal geht es ins verschneite Gebirge mit geringer Sichtweite, ein anderes Mal infiltriert man die Biolabore von Neo-Umbrella, oder schlägt sich in einem U-Bahn-Tunnel durch, während gelegentlich noch mal ein Zug vorbeirollt. Welche Menschen in der Apokalypse noch pünktlich um acht zur Arbeit müssen, wird jedoch nicht näher erläutert.

Leon hat endlich Deutsch gelernt
Eine weitere Premiere – zumindest in der Hauptserie auf dem großen Bildschirm – ist die nicht nur in japanisch und englisch vorhandene Synchronisation. Dieses Mal kann man wie auf dem 3DS bei Resident Evil: Revelations auch gerne die Untertitel abschalten, da die deutsche Synchro eine ganz ordentliche Performance hinlegt. Wenn jetzt noch die Dialogzeilen ein wenig mehr Esprit hätten, würden die Charaktere auch weit weniger hölzern wirken.



Fazit:

sven_wSeit dem hoch gelobten vierten Teil versucht Capcom wieder an Altbewährtes anzuknüpfen und verfehlt das Ziel leider nicht zu knapp. Zwar liefert Resident Evil 6 aufgrund seines ansehnlichen Spielumfanges, und seiner eingängigen Steuerung mit vielen Actioneinlagen einen soliden Shooter für Actionfans ab, die beliebte Gruselstimmung und Kopfnüsse für Adventurefans werden aber nur ansatzweise bedient. Man ist zu bemüht, es der großen Gamermasse recht zu machen, die die Geduld für teilweise frustrierenden Survivalhorror der alten Schule nicht mehr aufbringen und an schnell konsumierbare Call-of-Duty-Blockbuster gewöhnt sind.

Wer das Spiel außerhalb des Resident-Evil-Kontextes einfach nur als Shooter genießen will, kommt voll auf seine Kosten. Wer mit Angstschweiß die nächste Türe öffnen will, und sich gerne mal wieder richtig erschrecken möchte, der sollte einen Bogen um diesen Titel machen.



Resident Evil 6 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Autor der Besprechung:
Sven W.

Screenshots


















Wertungen Pluspunkte Minuspunkte
Wertung: 8.1875 Grafik: 8.25
Sound: 8.75
Steuerung: 8.75
Gameplay: 7.00
Wertung: 8.1875
  • Großzügiger Spielumfang mit vier Kampagnen und sieben Charakteren
  • Immer im Co-Op auch via Splitscreen oder online spielbar
  • Gute Soundkulisse mit gelungener deutscher Synchro
  • Blockbuster-Action
  • Atmosphärische Lichteffekte und detailierte Modelle
  • Kein Survial-Horror-Feeling mehr
  • Selbst für Zombies zu dümmliche KI
  • Schwierigkeiten, einen Onlinepartner zu finden
  • Story gerät in der Action völlig zur Nebensache
  • Quicktime-Events nerven schnell

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Rezension vom: 16.10.2012
Kategorie: Action
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