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Sniper Ghost Warrior 3

Entwickler: CI Games
Publisher: CI Games

Genre: Action
USK Freigabe: keine Jugendfreigabe gemäß § 14 JuSchG.
ca. Preis: ab 43,98 €

Systeme: PC, PlayStation 4, Xbox One

Inhalt:
sniper_3_logo

Nach einigen Verschiebungen brachte CI Games vor wenigen Tagen endlich Sniper Ghost Warrior 3 heraus. Ob sich die Wartezeit für die Fans gelohnt hat, zeigt unser Test.

Meinung:


Das Grundgerüst von Sniper Ghost Warrior 3 liest sich gar nicht schlecht: Es gibt ein kleines Crafting-System, unterschiedliche Fahrzeuge, ein neues, bisher unverbrauchtes Setting, die unverzichtbaren Drohnen, eine Geschichte rund um zwei Brüder, unterschiedliche Vorgehensweisen und mit der offenen Spielwelt natürlich auch einen gänzlich neuen Spielansatz. Wer sich mit Games ein wenig auskennt, wird wissen, dass dies so ziemlich alle Zutaten für einen potenziellen Hit-Titel sind. Im Fall von Sniper Ghost Warrior 3 ist dies aber leider nicht der Fall. Ich hatte während des Tests den Anschein, als ob sich CI Games mit all dem einfach zu viel zugemutet hat und es, trotz der durch die zahlreichen Releaseverschiebungen hinzugewonnenen Zeit, nicht geschafft hat, alles sauber auszuarbeiten und zusammenzubringen.
Das allerbeste Beispiel dafür ist sicherlich die neue offene Spielwelt, oder besser gesagt die offenen Level. Denn eine zusammenhängende, große Spielwelt ist das, was einen hier erwartet, nicht. Stattdessen sind es drei Areale, die man frei erkunden kann. Zugegebenermaßen macht dies wesentlich mehr Spaß, als durch die Schlauchlevel zu laufen, die es in den ersten beiden Sniper-Spielen gab, und bietet einem auch die Möglichkeit, die Feinde aus einer beliebigen Position aus niederzustrecken. Allerdings vermisst man im Gegenzug auch die Atmosphäre. Die gesamte Spielwelt wirkt nämlich sehr leblos. Bis auf ein paar Rehe und NPCs, die in den verstreuten Dörfern herumlungern, scheint die Spielwelt quasi ausgestorben zu sein. Bei einem Open World-Spiel erwartet man da dann doch etwas anderes.

Auf der Suche nach unserem Bruder
Warum sind wir eigentlich im beinahe ausgestorbenen Georgien? Die Antwort darauf ist ganz einfach zu beantworten: als US Marine wurden wir, oder besser gesagt unser Alter Ego Jon North, in den Kaukasus-Staat geschickt, um dort den Vorstoß pro-russischer Separatisten zu unterbinden. Das ist aber nur die halbe Wahrheit, denn wie wir im Prolog, der gleichzeitig als Tutorial dient, zu sehen bekommen, wurde Jon's Bruder Robert verschleppt, und Jon vermutet nun, dass er irgendwo in Georgien festgehalten wird - eine klassische „zwei Fliegen mit einer Klappe“-Taktik also. Obwohl der Aufhänger rund um Jon's und Robert's Bruderschaft eigentlich ganz nett ist, und den Spieler anhand Rückblenden auch immer wieder deren gemeinsame Vergangenheit aufgezeigt wird, ist die Story insgesamt doch recht belanglos. Zudem wirken die beiden Brüdern von Anfang an eher unsympathisch, weshalb es einem eigentlich auch egal ist, was mit ihnen passiert. Der absolute Tiefpunkt der Geschichte sind aber nicht die Brüder, sondern wie hier Frauen gezeigt werden. Es wirkt einfach nur sexistisch und absolut lächerlich, wenn einem eine junge Dame in einem hautengen und tief ausgeschnittenen Lederoutfit in einer Höhle mit Rat und Tat zur Seite steht - und das inmitten eines Krisengebiets.
Die einzige Erklärung, die ich dafür habe, ist die, das sich Entwickler wohl gedacht haben, das zumindest ein Augenschmaus vorhanden sein sollte. Denn was den Rest des Spiels angeht, gibt es davon herzlich wenige. Gerade die Zwischensequenzen wirken mit ihren matschigen Texturen, den hölzernen Bewegungen und den schrecklichen Gestiken, nämlich wie ein Relikt aus früheren Tagen. Im Spiel selber sieht es leider auch nicht viel besser aus. Hier gibt es aber wenigstens einen schicken Tag-Nacht-Rhythmus, dynamisches Wetter und die Waffenmodelle, die zahlreiche Details aufweisen können. Dennoch fragt man sich schon, warum für so etwas vor dem ersten Einstieg in ein Level auf den Konsolen mehr als fünf Minuten (!) geladen werden muss.

Eine echte Frechheit
Eine weitere Frage, die man sich stellt, ist die, was den Entwickler bei der Synchronisation eingefallen ist. Eine dermaßen lustlose Darbietung wie hier habe ich selten zu Ohren bekommen. Und nicht nur das, auch die Übersetzung ist eine echte Frechheit. Nicht nur das manche Wörter gar keinen Sinn ergeben, irgendwann wird sogar Georgien mit dem US-Bundesstaat Georgia verwechselt. Entweder konnten es die Entwickler einfach nicht besser, oder es war ihnen schlichtweg egal. Auf die englische Synchro zu wechseln und dem Grauen so zu entgehen geht leider auch nicht, denn die ist erst gar nicht vorhanden.

Realistisches Snipen
Bisher ist Sniper Ghost Warrior 3 gelinde gesagt eher durchwachsen. Doch wie sieht es nun beim wichtigsten aus, dem Gameplay? Leider nicht viel besser. Denn auch hier macht es den Anschein, als ob die Entwickler selber nicht genau wussten, was sie denn nun wollten. Warum sonst gibt es neben Scharfschützengewehren auch andere Waffen wie etwa Sturmgewehre, wenn man deren Einsatz dann doch wieder durch künstliche Barrieren (in vielen Missionen muss man unentdeckt bleiben, was praktisch nur mit Scharfschützengewehren möglich ist) beschränkt?
Rein vom spielerischen muss man CI Games aber dankbar sein, das sie diese Beschränkungen eingebaut haben. Denn das Snipen funktioniert im ganzen Spiel mit Abstand am besten. Es ist ein regelrecht befriedigendes Gefühl, wenn man mit der Drohne die Gegend abgesucht und Feinde markiert hat, den Wind, die Bewegung des Feindes, Ballistik und Entfernung richtig eingeschätzt (wobei man die Entfernung ehrlicherweise angezeigt bekommt und das Visier nur noch dementsprechend einstellen muss) und dem Gegner die Kugel zwischen die Augen geschossen hat. Besonders spektakuläre Treffer werden dabei in einer speziellen Bullet Cam gezeigt, in der man in Zeitlupe das Geschoss bis zum Feind fliegen sieht. Anders als in Sniper Elite 4, in dem es ja bekanntermaßen ebenfalls eine solche Kamera gibt, gibt es hier aber keine zusätzliche X-Ray-Ansicht, in der man die inneren zerfleddern sieht. Dennoch ist auch die Bullet Cam hier nichts für schwache Gemüter.
Wer nicht so geübt mit dem Scharfschützengewehr ist, kann auch einen leichteren Schwierigkeitsgrad wählen, in dem einem ein roter Punkt anzeigt, wo die Kugel eintreffen wird. Doch ganz egal welchen Schwierigkeitsgrad man nun gewählt hat, das Schießen mit dem Scharfschützengewehr fühlt sich immer sehr gut an und macht eine Menge Spaß. Was mir ebenfalls sehr viel Spaß bereitet hat, ist das Auffinden der sogenannten "Interessenspunkte". Diese werden durch Fragezeichen auf der Karte angezeigt und stellen sozusagen kleine Nebenquests dar. Manchmal sind es nur Straßenschilder, die man da entdeckt. Es können aber auch Wertgegenstände (warum auch immer die in einer Welt, deren Bewohner ganz offensichtlich relativ mittellos sind, einfach so rumliegen) oder Stellen sein, an denen man einer Spur folgen muss und an deren Ende man dann eine hingerichtete Person findet. Gerade letzteres ist sehr schön gemacht, da hier durch Environmental Storytelling kleine Geschichten erzählt werden. Das Einzige, was mir bei diesen interessanten Punkten missfällt, ist das man die Leichen, die man findet, skrupellos plündern kann. Das ist nicht nur makaber, sondern lässt auch ein seltsames Licht auf den Charakter unserer Spielfigur fallen. Und warum müssen wir sie ausrauben? Nur damit wir genug Geld haben, um uns neue Waffen zu kaufen, die wir dann entweder sowieso nicht nutzen können (Stichwort künstliche Barrieren) oder wenig später an einem anderen Punkt finden.

Probleme über Probleme

Auf einen Multiplayermodus muss man momentan noch verzichten. Dieser soll zwar kostenlos nachgereicht werden, wann dies geschieht, ist allerdings noch unklar. Momentan wird vom 3. Quartal 2017 gesprochen, doch ob dies dann wirklich der Fall ist, bleibt abzuwarten. Aktuell haben die Entwickler ganz andere Dinge, um die sie sich kümmern müssen. Gerade auf den Konsolen plagen das Spiel aktuell nämlich erhebliche technische Probleme. Da sind die bereits angesprochenen ewig andauernden Ladezeiten sogar noch das Kleinste Übel, denn darüber hinaus gibt es auch mitunter schlimme Ruckler und gar Freezes oder komplette Abstürze sind keine Seltenheit. Bleibt zu hoffen das CI Games diese Probleme in den Griff bekommen. Ob sie tatsächlich komplett ausgeräumt werden können, möchte ich aber ehrlich gesagt bezweifeln - dafür sind sie einfach zu massiv.

Fazit:
Bild unseres Mitarbeiters Stefan Heppert Das Kerngameplay, sprich das Snipen, macht in Sniper Ghost Warrior 3 eine Menge Spaß und wirkt dank vieler Faktoren, die man berücksichtigen muss, auch sehr realistisch. Leider ist das aber auch beinahe schon das einzig Positive, was sich zum Spiel sagen lässt. Ansonsten erlebt man hier nämlich eine belanglose Story, samt lächerlich anmutender Synchronisation und schlechter Übersetzung, eine leblose Spielwelt mit matschigen Texturen und künstlichen Beschränkungen. Zudem ist das gesamte Spiel mit nervigen Bugs und Fehlern durchzogen. So gibt es neben Rucklern und Freezes sogar ab und an ganze Abstürze, und die Ladezeiten sind auf den Konsolen mit über 5 Minuten eine echte Zumutung. Zu allem Überfluss wird der Multiplayermodus wohl auch erst in ein paar Monaten nachgereicht.
All dies sorgt dafür, dass ich Sniper Ghost Warrior 3 auch nur für den eingefleischten Scharfschützen-Fan empfehlen kann. Alle anderen sollten, zumindest bis die gröbsten Fehler durch Patches behoben wurden, lieber einen anderen Titel wählen.

Sniper Ghost Warrior 3 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Autor der Besprechung:
Stefan Heppert

Screenshots


















Wertungen Pluspunkte Minuspunkte
Wertung: 6.125 Grafik: 6.00
Sound: 5.50
Steuerung: 6.50
Gameplay: 6.50
Wertung: 6.125
  • Realistisches Snipen
  • Drei große Spielwelten
  • Tag-Nacht-Rhytmhus, Wetter-Effekte
  • Interessenspunkte
  • Belanglose Story
  • Leblose Spielwelt
  • Matschige Texturen, hölzerne Bewegungen
  • Schlechtes Synchro und Übersetzung
  • Zahlreiche Probleme und Bugs

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Rezension vom: 10.05.2017
Kategorie: Action
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