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Project CARS 2

Entwickler: Slightly Mad Studios
Publisher: Bandai Namco

Genre: Sport
USK Freigabe: Freigegeben ohne Altersbeschränkung gemäß § 14 JuSchG.
ca. Preis: ab 64,99 €

Systeme: PC, PlayStation 4, Xbox One

Ausgezeichnet mit dem Splash Hit Inhalt:
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Der Spätsommer/Herbstanfang ist ein Fest für motorsportverrückte Gamer. Denn nicht weniger als gleich fünf Simulationen kämpfen innerhalb weniger Wochen um die Gunst der Käufer. Eine davon ist Project CARS 2 von Slightly Mad und Bandai Namco, das wir euch hier genauer vorstellen wollen.

Meinung:

Wo Forza und Gran Turismo aufhören, da fängt Project CARS erst an. Das war bereits im 2014 erschienen ersten Teil so und ist im Zweiten nicht anders. Project CARS ist und bleibt eine Vollblut-Rennsimulation - das macht es von Anfang an klar. Wenn man das erste Mal hinters virtuelle Lenkrad steigt, sind nämlich gleich mal sämtliche Fahrassistenten sowie die Ideallinie abgeschaltet. Wer darauf nicht gefasst ist oder so etwas vorher noch nie gefahren ist, wird also unweigerlich in der ersten Kurve raus fliegen. Aber keine Bange. Natürlich hat der Entwickler nicht nur die Hardcore-Simulationsfans im Auge, sondern auch diejenigen, die eventuell erst langsam daran herangeführt werden wollen. Die können dann auch ohne größere Probleme im Pausenmenü alle bekannten Fahrhilfen wie ABS, Brems- und Lenkassistenten oder die Ideallinie einschalten. Außerdem kann man vor jedem Rennen die KI-Gegner an das eigene Können angleichen. Sofern man dabei nicht übertreibt, bleiben sie dennoch immer fordernd. Sie rempeln, blockieren und gehen auch mal von der Ideallinie. Schön zu beobachten ist zudem, dass sie dabei nicht immer perfekt agieren und durchaus mal den ein oder anderen Fahrfehler einbauen, was zum Realismus beiträgt.

Wie ein rohes Ei

Doch kommen wir zurück zum eigenen Wagen, denn auch der verhält sich äußerst realistisch. Das spüren wir vor allem am Anfang eines jeden Trainings, Qualifyings oder Rennens, wenn die Schlappen noch kalt und der Tank noch voll ist. Dann rutscht man nur so dahin und man muss das Fahrzeug wie ein rohes Ei behandeln. Sobald die Reifen auf Temperatur sind, ändert sich das Verhalten aber komplett und man klebt nahezu auf dem Asphalt - es sei denn, es regnet. Denn sowohl Regen als auch Schnee können vom Himmel fallen, und zwar nicht nur beim Start, sondern auch zwischendurch. Gleich mehrere Male kann das Wetter während eines Rennens umschlagen und den Fahrer vor weitere Schwierigkeiten stellen. Wem das noch nicht reicht, kann die Herausforderung noch ein wenig steigern und des Nachts über die Strecken rasen.
Eigentlich hat man aber auch so schon genug zu tun. Denn zusätzlich zu den Reifen muss man sich immer wieder auf den jeweiligen Boliden einstellen. Sämtliche Fahrzeuge verfügen nämlich über ein eigenes Fahrverhalten, an das man sich erst mal gewöhnen muss.
Die Steuerung selber macht dabei zum Glück keinerlei Probleme. Natürlich wirkt das Fahrerlebnis mit Lenkrad und Pedalen ein wenig authentischer. Doch auch wenn man mit dem Controller steuert, hat man immer alles im Griff und darf sich über haptisches Feedback freuen, denn sobald man auf die Curbs oder ins Gras kommt, vibriert der Controller.

Echte Rennboliden

Insgesamt verfügt das Spiel übrigens über 170 Wagen. Das mag sich im Vergleich zu einem Forza oder Gran Turismo natürlich sehr wenig anhören, schließlich stehen dort mehrere Hundert Wagen in der Garage. Allerdings muss man auch bedenken, dass viele der Fahrzeuge in Forza und Gran Turismo langweilige Alltagskarren sind, die es hier nicht gibt. Der Fuhrpark von Project CARS 2 besteht nämlich ausschließlich aus echten Rennboliden oder zumindest schnellen Autos. So sind etwa Audi R8 LMS Endurance, Aston Martin DB11, Bentley Speed 8, BMW M6 GTLM, Ferrari 488 GT3, Ford Mustang GT, Jaguar E-Type V12, Pagani Huayra BC oder der Mercedes-AMG c 63 Coupe S sowie einige klassische Formel 1-Boliden teil des Fuhrparks, die ihren realen Vorbildern allesamt bis ins kleinste Detail nachempfunden wurden – sowohl außen als auch von innen.

Nürburgring, Spa oder doch Ruapuna?

Dies gilt ebenso für die Strecken, wovon Project CARS 2 gleich 46 verschiedene mit über 130 unterschiedlichen Layouts anbietet. Da können selbst Forza und Gran Turismo nicht mithalten. Und es ist nicht etwa so, dass es sich die Entwickler leicht gemacht hätten und einfach nur selbst kreierte Strecken ins Spiel gebracht haben. Nein, so gut wie jeder auch nur halbwegs namhafte Kurs ist dabei, angefangen vom legendären Nürburgring, Indianapolis Motor Speedway und dem Circuit de Spa-Franchorchamps über Long Beach, die Oschersleben Motorsport Arena und Silverstone bis hin zu eher unbekannten, aber dafür frische Rennstrecken wie der Ruapuna Park International Raceway in Neuseeland oder der Oulton Park.

Das richtige Setup
Wahre Rennspiel-Profis werden es sich natürlich nicht nehmen lassen und ihren Wagen an jede dieser Strecken und Streckenlayouts anpassen. Die Möglichkeiten, die Project CARS 2 dazu bietet, sind auf jeden Fall riesig. Im Prinzip kann man jedes Teil, das man beim echten Motorsport einstellen kann, auch hier nach Wunsch anpassen. Allerdings ist ja nicht jeder der geborene Rennmechaniker und weiß genau, an welchen Stellschrauben man drehen muss, damit der Wagen schneller wird oder besser auf der Strecke liegt. Slightly Mad hat an genau diese Spieler gedacht und den Renningenieur ins Spiel integriert. Dieser hilft nicht nur durch die verschiedenen Bildschirme, sondern stellt auch ein paar Fragen. Basierend auf den Antworten, die man ihm gibt, erstellt er dann ein Setup, mit dem auch Unwissende oder Neulinge konkurrenzfähig sind.

Der eigene Karriereweg

Nachdem ich nun ausgiebig erklärt habe, wie toll die Fahrphysik, das Fahrgefühl, die Autos und Strecken sowie die Setup-Möglichkeiten sind, stellt sich die dringende Frage, in welchen Spielmodi man all dies erleben darf. Erfreulicherweise kann ich diese Frage nicht in einem Satz beantworten, denn auch in Sachen Modi bietet das Spiel einiges. Das Herzstück des Ganzen ist zweifelsohne die Karriere. Leider ist diese aber genauso aufgebaut wie etliche Rennspiel-Karrieren vorher, sprich, man fängt in einer kleinen Klasse an und arbeitet sich dann Stück für Stück zu den großen Boliden hocharbeiten. Schön ist, dass der Weg dorthin nicht vollends vorgegeben wird. Bereits zu Anfang können wir frei entscheiden, ob wir im Kart, in der Formel A oder im Ginetta Nachwuchscup starten. Mit jedem Levelaufstieg schalten wir weitere Klassen frei, aus denen wir ebenfalls frei auswählen können. So kann jeder die für sich ansprechendsten Meisterschaften fahren. Wer also etwa auf Formel-Rennen steht, wählt diese aus. Wer hingegen lieber auch mal über Dreck fahren will, wählt später die Rallycross-Meisterschaft aus. Die kann ich übrigens nur empfehlen, denn der ewige Wechsel zwischen Asphalt und Schotter stellt noch mal eine ganz besondere Herausforderung dar.
Herausgefordert wird man darüber hinaus in den Herstellerfahrten und Einladungsrennen, die man nach bestimmten Erfolgen freischaltet. Besonders die Einladungsrennen haben es mir angetan, denn hier wird man nicht nur sprichwörtlich aufs Eis geführt, sondern unter anderem auch zu den legendären 24 Stunden von Le Mans eingeladen.

Welches Rennen darf es sein?
Wer keine Lust hat zu warten, bis er zu seinen Lieblingsevent eingeladen wird, kann auch abseits der Karriere ein Benutzerdefiniertes Rennen starten und einfach ein eigenes Event erstellen. Den Ideen sind dabei so gut wie keine Grenzen gesetzt, denn die Einstellungsmöglichkeiten sind immens und gehen weit über die Auswahl des Autos, der Strecke und der Länge des Rennens hinaus. So kann man zum Beispiel darüber entscheiden, ob man auch ein Training und Qualifying austragen möchte, welcher Starttyp (stehend oder fliegend) gilt, welche Regeln gelten und gegen wie viele Kontrahenten man antreten will. Doch damit ist noch lang nicht Schluss. Man kann außerdem bestimmen, um welche (Ingame-) Uhrzeit das Rennen stattfinden soll, welches Wetter herrschen und wie oft es sich während des Rennens ändern soll, und sogar die gewünschte Jahreszeit auswählen. Damit man all dies nicht jedes Mal aufs Neue einstellen muss, kann man die Auswahl auch speichern und dann jederzeit wieder nutzen. Oder man wählt einfach ein vorgefertigtes Rennszenario aus, denn auch diese Möglichkeit gibt es. Damit man sich die ganze Mühe nicht nur für Rennen gegen die KI macht, kann man mit all diesen Möglichkeiten auch Online Events erstellen.
Ansonsten bietet Project CARS 2 noch Bestenlisten-Zeitfahren, den privaten Test, abwechselnde Community Events und das sogenannte Online Browsen, hinter dem sich einfach die Möglichkeit verbirgt, an bestehenden Rennen teilzunehmen. Da das Spiel auch in der eSport-Szene groß ist (bzw. werden will), kann man sich Live Rennen der Profis ansehen, News über die eSports-Szene nachlesen, den Zeitplan und Ergebnisse anschauen oder sich Wiederholungen bereits ausgetragener Events angucken.

Nicht alles ist perfekt
Bisher war ich fast rundum davon begeistert, was Project CARS 2 bietet. Doch leider gibt es auch ein paar Punkte, die negativ auffallen. Der größte Kritikpunkt, den man dem Spiel ankreiden muss, ist wohl die Präsentation abseits der Rennen. So gibt es nach einem hart umkämpften Sieg nicht etwa eine schöne Siegerehrung, sondern nur Gratulation per Texteinblendung. In der Karriere geht es ebenfalls sehr trocken zu. Anders, als wir es z.B. in F1 2017 erlebt haben, treffen wir hier nicht andere Leute oder sitzen in unserem Motorhome. Stattdessen werden nur total überflüssige Vertragsunterzeichnungen eingeblendet. Hier hat man wirklich viel Potenzial liegen lassen. Selbiges muss man leider auch zu den Strecken sagen. Es ist zwar schön, dass es davon so viele gibt und diese ihren realen Vorbildern in Sachen Layout exakt nachempfunden sind. Noch schöner wäre es allerdings gewesen, wenn abseits des Asphaltbandes nicht so viele matschige Texturen und Pop-ups negativ auffielen.
Ein weiteres Problem, das mir während meines Tests aufgefallen ist, betrifft das HUD oder, um es präziser zu sagen, die aktuellen Rundenzeiten, die man sich dort anzeigen lassen kann. Die tauchen momentan leider nicht immer auf. Allerdings sollte dieses Problem durch ein Patch/Update schnell aus der Welt zu schaffen sein.

Kein zurückspulen
Der letzte Kritikpunkt, den ich an Project CARS 2 auszusetzen habe, ist die fehlende Rückspulfunktion. Natürlich ist dies nur realistisch, schließlich können echte Rennfahrer auch nicht einfach Fehler oder Unfälle ungeschehen machen. Zum einem handelt es sich aber schlussendlich nunmal um ein Game und zum anderen ist es sehr ärgerlich, wenn man aufgrund eines Remplers der KI in der letzten Runde ein bis dahin perfektes Rennen doch noch verliert. Ich kann mir vorstellen, dass das gerade für Neulinge oder Gelegenheitsspieler wirklich sehr frustrierend sein kann und sie dadurch sogar die Lust am Spiel verlieren. Meiner Meinung nach wäre es geschickter gewesen, dieses Feature zumindest optional anzubieten – bei den anderen Fahrhilfen hat man es ja genauso gemacht.

Fazit:
Bild unseres Mitarbeiters Stefan Heppert Für Fans von Motorsportsimulationen dürfte Project CARS 2 ein wahr gewordener Traum sein. Nicht nur, dass man mit rund 170 unterschiedlichen Boliden, die auch tatsächlich in ein Rennspiel gehören, über Dutzende bekannter Rennstrecken heizen und dabei ein unglaublich realistisches Fahrgefühl erleben darf, nein, obendrein darf man auch das eigene Know-how als Renningenieur unter Beweis stellen und die Autos in so gut wie allen nur erdenklichen Belangen an die jeweilige Strecke anpassen. Und als ob das noch nicht genug wäre, darf man die Rennen ganz nach Belieben erstellen – inklusive der herrschenden Jahreszeit!
Wer allerdings kein ausgewiesener Rennspiel-Experte ist, wird an Project CARS 2 wohl wenig Spaß haben. Zwar gibt es allerlei Fahrhilfen, die das Steuern der Boliden zumindest erleichtern, und auch das Setup wird nach Wunsch von einem netten Renningenieur eingestellt, doch leider fehlt es grundsätzlich an einer Rückspulfunktion. Fehler, die Neulingen oder Gelegenheitsspielern durchaus mal passieren, oder von der KI verursachte Unfälle können nicht rückgängig gemacht werden, was bei vielen Spielern für reichlich Frust sorgen dürfte. Eventuell hat Slightly Mad ja noch ein Einsehen und schiebt die Rückspulfunktion hinterher. Bis dahin sollten aber nur frustresistente Gelegenheitsspieler oder eben Simulationsenthusiasten, die ein solches Feature ohnehin verpönen, Project CARS 2 spielen.

Project CARS 2 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Autor der Besprechung:
Stefan Heppert

Screenshots


















Wertungen Pluspunkte Minuspunkte
Wertung: 9 Grafik: 9.00
Sound: 8.50
Steuerung: 9.00
Gameplay: 9.50
Wertung: 9
  • Kleiner, abergut ausgewählter Fuhrpark
  • Tolles Fahrgefühl
  • Viele Strecken
  • Sehr gute Steuerung
  • Rennen individuell erstellbar
  • Keine Rückspulfunktion
  • Dröge Präsentation der Karriere
  • Keine Siegerehrungen
  • HUD spinnt manchmal rum

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Rezension vom: 04.10.2017
Kategorie: Sport
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