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Colin McRae: DiRT

Entwickler: Codemasters
Publisher: Codemasters

Genre: Sport
USK Freigabe: Freigegeben ab 6 Jahren gemäß § 14 JuSchG.
ca. Preis: 63 €

Systeme: PC, PlayStation 3, Xbox 360

Ausgezeichnet mit dem Splash Hit Inhalt:
Am 16. September, nur zwei Tage nach dem Veröffentlichungstermin der PS3-Fassung von DiRT, kam Colin McRae, der Namenspatron dieses Spiels, bei einem Hubschrauberabsturz ums Leben. Mit ihm starben sein fünfjähriger Sohn Johnny und zwei Freunde der Familie. Der Schotte war nicht nur Motorsport-Kennern durch seinen 1995 errungenen Rallye-Weltmeistertitel ein Begriff, sondern wird auch in Spieler-Kreisen, wo die unter seiner Mitwirkung entstandene Colin McRae Rally-Serie viel Achtung genoss, schmerzlich vermisst werden.

Colin McRae: DiRT, der jüngste – und angesichts der tragischen Ereignisse vermutlich letzte - Teil dieser Serie, erschien bereits vor einigen Monaten für PC und Xbox 360. Jetzt kommen auch PS3-Besitzer in den Genuss dieses Titels, der zusätzlich zur „klassischen“ Rallye-WM eine ganze Reihe neuer Disziplinen in das Spiel einführt. Und auch wenn das kaum einen Trost für seine Verwandten und Freunde darstellen dürfte: Immerhin ist das letzte Spiel, an dem Colin direkt mitgewirkt hat, richtig gut geworden.



Meinung:
Wie die Namensänderung bereits andeutet, geht es in Colin McRae: DiRT bei weitem nicht mehr nur um den Rallyesport, sondern um fast jede Form von Motorsport, die abseits befestigter Pisten ausgetragen wird. Rallyecross-Events, CORR- und Crossover-Rennen und vor allem die Hillclimbing-Wettbewerbe, z. B. auf der berühmt-berüchtigten „Pikes Peak“-Strecke, wurden stimmig umgesetzt und bieten Spielern, die sich beim bloßen Fahren gegen die Bestzeit ihrer Kontrahenten etwas gelangweilt haben, die Möglichkeit, auch mal in direkten Blechkontakt mit den Gegnern zu treten.

Einzig die Rallye-Raids enttäuschen in ihrer Umsetzung etwas. Da sich diese Langstreckenrennen, die mit schweren Pickups und T4-Offroad-LKWs ausgetragen werden und sich maßgeblich um präzise Navigation in unerschlossenen Wüstengebieten drehen, aber kaum für ein massentaugliches Videospiel umsetzen lassen, ist es durchaus verschmerzbar, dass sie in DiRT auf ein schlichtes Rundkurs-Rennen reduziert wurden.

Auf zum Gipfel!
Diese Beschreibung lässt schon erahnen, dass die „herkömmliche“ Rallye-Meisterschaften in diesem Spiel nicht mehr im Mittelpunkt steht. Es gibt zwar nach wie vor sechs nationale Rallyes mit wirklich großartig gestalteten Sonderprüfungen, die sich auch zu diversen Meisterschaften kombinieren lassen, aber der eigentliche Karrieremodus findet woanders statt. Für diesen Zweck gibt es nämlich eine „Pyramide“ aus insgesamt 100 Wettbewerben aller Disziplinen, die nach und nach freigeschaltet werden. Das Pyramiden-System verhindert, dass man durch ein einzelnes Rennen, bei dem man nicht weiterkommt, davon abgehalten wird, das Spiel zu beenden, da man sich immer noch an anderer Stelle die nötigen Punkte holen kann.

Obendrein gewinnt man bei den Karriere-Events Geld, mit dem man sich neue Autos und Lackierungen kauft. Insgesamt stehen 46 Fahrzeuge, darunter auch Buggies und schwere LKWs, zur Verfügung. Das Fahrverhalten der unterschiedlichen Fahrzeugklassen überzeugt ebenfalls und ordnet sich genau auf dem richtigen Punkt der Skala zwischen Zugänglichkeit und Anspruch ein – als einzigen milden Kritikpunkt könnte man hier nennen, dass die Vehikel sich wie schon in früheren McRae-Spielen ein wenig zu leicht anfühlen und sich während des Lenkens bei sehr niedrigen Geschwindigkeiten um die Mittelachse zu drehen scheinen.

Köstliches MenüDie Pyramidenform des Karriere-Modus ist nur eins der zahlreichen Beispiele für die gelungene Menüführung, die durchaus eine gesonderte Erwähnung wert ist. Die Colin McRae-Spiele hatten schon immer ein pfiffiges Interface vorzuweisen, aber bei DiRT haben die Designer sich wahrlich selbst übertroffen: Die Menüpunkte sind nebeneinander auf einer im Raum schwebenden Leiste angeordnet und lassen ggf. auf Knopfdruck noch gestaffelte „Zusatztafeln“ sichtbar werden. Wird einer der Optione aktiviert, fährt die „Kamera“ einen Pfad entlang in die Tiefe des Raums, um zum nächsten Untermenü zu gelangen.

Bei aller Ästhetik wurde dabei jedoch auch die Nutzerführung nicht vernachlässigt, so dass man immer genau weiß, wo man sich gerade befindet und wie man in andere Bereiche gelangt. Eine ausführliche Hilfe-Funktion mit geschriebenen und gesprochenen Kommentaren verhindert vollends, dass man sich verirrt. Auch die Ladebildschirme erstrahlen im gleichen brillanten Design und versüßen dem Betrachter die mitunter doch recht lange Ladezeit immerhin mit der Auflistung diverser Statistik-Werte wie etwa der meistbefahrenen Strecke, der Durchschnittsgeschwindigkeit oder der Gesamtzahl der Totalschäden.

100 Mann und eine Strecke
Der Online-Modus behauptet, Wettbewerbe mit „bis zu 100 Teilnehmern gleichzeitig“ anzubieten – diese Aussage ist allerdings grob irreführend, denn in der Tat handelt es sich dabei um reines Zeitfahren auf Rallye- oder Hillclimbing-Prüfungen, wobei bis zu 100 Leute ihre Zeiten einreichen können. Man sollte also nicht erwarten, dass tatsächlich so viele Fahrzeuge gleichzeitig auf einer Strecke unterwegs sind. Dank Online-Anbindung wird allerdings bei jeder Strecke der aktuelle „Weltrekord“ aus dem PlayStation Network angezeigt.

In grafischer Hinsicht macht DiRT einen sehr guten Eindruck: Die Autos wurden präzise modelliert, auch wenn einige der Modelle noch ein paar Polygone mehr vertragen hätten. Noch besser wirken die Strecken, die mit stimmiger Beleuchtung und detailreicher Dekoration am Streckenrand überzeugen und dabei ebenso ruckel- wie pop-up-frei dargestellt werden. Lediglich die Fahrbahnoberfläche wirkt ein wenig zu glatt, wenn man bedenkt, dass es hier eigentlich über Stock und Stein geht - da kommt der DiRT-Faktor nicht so stark ins Spiel, wie man es sich vielleicht gewünscht hätte.

Blick durchs Visier
Wie üblich hat Codemasters auch ein Schadensmodell ins Spiel eingebaut, das sich sowohl auf die Optik als auch auf die Leistung der Fahrzeuge auswirkt. Dabei verformen sich die Vehikel halbwegs authentisch und büßen nach und nach sogar Karosserieteile ein. Wie stark die Schäden ausfallen, hängt dabei aber vor allem vom gewählten Schwierigkeitsgrad ab. Ebenfalls erwähnenswert ist, dass dem Spieler ganze sechs Perspektiven geboten werden, von denen besonders die beiden Cockpit-Ansichten ein wahrlich überwältigendes Spielgefühl bieten.

Der für erfolgreiches Absolvieren einer Rallye unerlässliche Beifahrer macht seine Arbeit recht ordentlich, gibt sich abseits der Piste jedoch etwas zu locker, ohne dabei wirklich witzig zu sein. Das nervt schnell, ist aber nicht störend genug, um den Spielgenuss ernsthaft zu mindern. Die Motorengeräusche der einzelnen Fahrzeuge unterscheiden sich selbstredend deutlich voneinander und klingen recht gut, wenn auch nicht vollkommen perfekt. Musik gibt es nur während der Replays und im Menü – hier sind solide Kompositionen aus dem Elektro- und Rock-Bereich zu hören, die allerdings nicht wirklich mitreißend sind.



Fazit:
manuel.jpgColin McRae: DiRT stellt eine höchst gelungene Neuinterpretation der CMR-Serie dar. Mit seiner breiteren Herangehensweise, die für großen Umfang und viel Abwechslung sorgt, und dem überzeugenden Fahrverhalten bietet das Spiel jedem Freund des Offroad-Racings insgesamt ein runderes und besser organisiertes Vergnügen als beispielsweise MotorStorm, obwohl es nicht ganz dessen Pracht erreicht, was den Detailreichtum der Fahrzeuge und das pure Ich-wühle-im-Matsch-Feeling angeht. Allein der pyramidenförmige Karrieremodus mit den zahlreichen Möglichkeiten, Autos und Lackierungen freizuspielen, dürfte Racing-Fans für viele Stunden beschäftigen. Auch wenn die PS3-Variante durch eine Vibrationsfunktion noch weiter aufgewertet würde: Mit DiRT hat Codemasters der Rallye-Legende Colin McRae in der Tat ein würdiges Denkmal gesetzt.

Colin McRae: DiRT - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Autor der Besprechung:
Manuel Tants

Screenshots


















Wertungen Pluspunkte Minuspunkte
Wertung: 8.5 Grafik: 8.50
Sound: 8.00
Steuerung: 8.75
Gameplay: 8.75
Wertung: 8.5
  • Große Auswahl an Renn-Disziplinen
  • Hervorragende Streckengestaltung
  • Generell sehr gute Fahrzeug-Physik
  • Überzeugendes Schadensmodell
  • Tolle Menüs
  • Recht lange Ladezeiten
  • Fahrzeuge fühlen sich etwas zu leicht an
  • Schwacher Online-Modus

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Rezension vom: 06.10.2007
Kategorie: Sport
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