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Okami

Entwickler: Clover Studio
Publisher: Capcom

Genre: Adventure
USK Freigabe: Freigegeben ab 12 Jahren gemäß § 14 JuSchG.
ca. Preis: 42 €

Systeme: PlayStation 2

Ausgezeichnet mit dem Splash Hit Inhalt:
Das Clover Studio hat zwar vor einigen Monaten seine Schließung bekanntgegeben, trotzdem sorgt das Clover-Mutterhaus Capcom dafür, dass das Action-Adventure Ōkami nach Europa kommt. Und das ist auch gut so, denn das Spiel, das international bereits mit Höchstnoten prämiert wurde, ist nicht nur in visueller Hinsicht ein echtes Kunstwerk geworden, sondern dürfte obendrein allen passionierten Videospielern, die ihre PS2 nicht nur zum Trainieren für den nächsten Amoklauf benutzen, enorm viel Spaß machen. Denn wo sonst kann man schon eine von einer Göttin besessene Wölfin (japanisch: ōkami) spielen, die Hasen mit frischem Grünfutter versorgt und mit einem heiligen Tuschepinsel Bäume zum Erblühen bringt?

Meinung:
Wie schon bei Viewtiful Joe, dem ersten Werk aus der Clover-Schmiede, fällt auch bei Ōkami zuerst der ungewöhnliche Grafikstil auf: Cel-Shading kennt man zwar schon aus diversen anderen Titeln, aber bei Ōkami kommt noch eine außergewöhnliche Kolorierung hinzu, die den Spiel wie ein japanisches Tuschegemälde wirken lassen. Vor allem wenn man die Grafik in Bewegung erlebt, kommt man aus dem entzückten Staunen nicht mehr heraus: Der Look ist nicht nur ungewöhnlich, sondern schlichtweg bezaubernd schön. Allein die Spur blühender Blumen, die die Wölfin bei ihren trotz aller Abstraktion lebensnah animierten Ausflügen durch Japan hinterlässt, möchte man sich den ganzen Tag lang anschauen. Vor allem passt der Look aber ganz hervorragend zur Handlung des Spiels, die fest in der japanischen Mythologie verwurzelt ist.

Auf den Wolf gekommen
In Nippon treibt das achtköpfige Ungeheuer Orochi, das vor 100 Jahren von einem Krieger und einer Wölfin bezwungen wurde, erneut sein Unwesen und überzieht das ganze Land mit Verderben und Dunkelheit. Nur das Dorf Kamiki bleibt verschont, und die dort aufgestellte Wolfsstatue erwacht zum Leben, um den Geist der Sonnengöttin Amaterasu aufzunehmen. Begleitet von einem winzigen, vorwitzigen Wesen namens Issun, macht sich die Göttin in Wolfsgestalt auf, um dem Land seine alte Schönheit zurückzugeben und Orochi erneut zu verbannen. Die Grundzüge der oben erwähnten Story ähneln zwar vielen anderen Spielen dieser Art, aber die liebevolle Umsetzung der Geschichte, die gekonnt emotionale Momente mit Humor vermischt und auch nicht davor zurückschreckt, einige Aspekte der Sage etwas umzudichten, motiviert auch Nicht-Kenner des Shinto-Hintergrunds stets zum Weiterspielen, zumal fast alle der zahlreichen Nebenquests einen recht engen Bezug zum Haupt-Plot haben.

Wie gemalt
In spielerischer Hinsicht ist das herausragendste Merkmal von Ōkami zweifellos der "Göttliche Pinsel". Dieses Malwerkzeug benutzt Amaterasu, um ihre Macht als Göttin einzusetzen. Anfangs kann sie "nur" die Sonne aufgehen lassen, doch nach und nach erlernt sie neue Techniken, so dass sie Pflanzen zum Blühen bringen oder Windböen erzeugen kann. In der Praxis obliegt es natürlich dem Spieler, den Pinsel zu führen. Dazu wechselt man per Knopfdruck in den Mal-Modus, der das Spiel pausieren lässt, und zeichnet einfache Formen an der gewünschten Stelle in die Szenerie. Das geht erstaunlich leicht und intuitiv von der Hand, und das Spiel deutet die je nach Kontext z.T. unterschiedlich belegten Grundformen auch fast immer richtig.

Der Pinsel ist mächtiger als das Schwert
Im Alltag besonders wichtig ist die Pinseltechnik "Kraftstreich", der wie ein Schwerthieb funktioniert. Denn weite Teile des Landes sind von den dämonischen Schergen Orochis überrannt worden. Kommt es zum Kampf, wird Amaterasu in einer kleinen Arena gefangen und muss sich gegen eine Gruppe von drei oder vier Feinden zur Wehr setzen. Dabei steht ihr in erster Linie eine Ramm-Attacke zur Verfügung; je nach Art der ausgerüsteten Waffe können aber auch andere Angriffsformen wie Projektile oder Peitschenhiebe zum Einsatz kommen. Viele der Gegnertypen müssen zudem erst durch eine bestimmte Pinsel-Aktion weichgeklopft werden: Fliegenden Gegnern kann man z.B. die Flügel durchstreichen, so dass sie zu Boden fallen. Oder man bombardiert die Monster einfach mit Tintenklecksen. In den Bosskämpfen sind diese Techniken natürlich erst recht gefragt. Oftmals liegt es zwar auf der Hand, welcher Pinselstrich gerade gefordert ist, doch manchmal ist auch ein wenig Herumexperimentieren angesagt. Das Raten wird aber niemals unfair oder frustrierend.

Missionarin
In den 100 Jahren, die seit Orochis erster Niederlage vergangen sind, haben die Bewohner Nippons viel von ihrem Glauben an die Götter verloren. Daher besteht die wichtigste Nebenaufgabe der wölfischen Göttin darin, unter den Erdenbürgern wieder für mehr Akzeptanz der spirituellen Welt zu sorgen. Meist geschieht das, indem man Aufgaben für Dorfbewohner erledigt, wildlebende Tiere füttert oder verdorrte Landstriche wieder zum Blühen bringt. Für jede dieser Taten erntet Amaterasu ein wenig "Glück" - wenn sie genug davon gesammelt hat, kann sie Attribute wie ihren Lebensbalken oder ihren Tintenvorrat ausbauen. Ansonsten beschäftigt sich die Wölfin vor allem mit dem Graben von Löchern, um die zahlreichen im Land verborgenen Schätze zu finden, oder kann sich beim Angeln die Zeit vertreiben.

Sprachlos
Dass es im Spiel keine echte Sprachausgabe gibt und die Charaktere sich stattdessen eines Fantasie-Kauderwelschs befleißigen, mag man im ersten Moment für nicht mehr zeitgemäß halten. Andererseits passt die unwirkliche Sprache prima zu den teilweise ebenso unwirklichen Akteuren. Die deshalb zwingend erforderlichen Untertitel wurden in stilistischer Hinsicht gut ins Deutsche übertragen, allerdings weisen sie erstaunlich viele Rechtschreib- und Kommafehler auf, was den ansonsten nahezu makellosen Eindruck, den Ōkami hinterlässt, doch ein wenig trübt. Immerhin steht die sehr gelungene, traditionell-japanische Musik aber voll und ganz im Einklang mit der Atmosphäre des Spiels.

Fazit:
manuel.jpgOkami ist zweifellos ein erhabenes Kunstwerk - doch das "Bitte nicht anfassen!"- Schild wurde mit einem Tuschepinsel gründlich durchgestrichen. Denn so eigenständig und gleichzeitig zugänglich hat sich schon lange keine Neuerscheinung für die PS2 mehr präsentiert, dafür sorgt allein schon der schlichtweg geniale Pinsel-Einsatz. Und schnöde Shooter wirken neben diesem ebenso poetischen wie detailverliebten Glanzstück der Unterhaltungssoftware ohnehin völlig profan. Stets hat man den Eindruck, dass sich die Entwickler bei jeder Einzelheit des Spiels etwas gedacht haben und nichts dem Zufall überlassen wurde. Vom Spielgefühl, Aufbau und Umfang her ist Ōkami noch am ehesten mit einem Zelda-Titel vergleichbar, doch die einzigartige Ästhetik verleiht ihm viel Eigenständigkeit. Und Ōkami meint es stets gut mit dem Spieler: Es verwöhnt ihn mit Bildern von bunten Blumenwiesen und belohnt sogar ungeduldiges Knöpfchendrücken während der Ladebildschirme. So muss ein Videospiel sein!

Okami - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Autor der Besprechung:
Manuel Tants

Screenshots


















Wertungen Pluspunkte Minuspunkte
Wertung: 9.1875 Grafik: 9.50
Sound: 8.50
Steuerung: 9.25
Gameplay: 9.50
Wertung: 9.1875
  • Einzigartige Ästhetik
  • Hervorragend integrierter Pinsel-Modus
  • Wundervoll umgesetzte Story
  • Umfangreiches Abenteuer mit vielen Nebenquests
  • Viele Rechtschreibfehler
  • Keine Sprachausgabe

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Rezension vom: 17.02.2007
Kategorie: Adventure
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