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Death Stranding

Entwickler: Kojima Productions
Publisher: Sony Computer Entertainment

Genre: Action
USK Freigabe: Freigegeben ab 16 Jahren gemäß § 14 JuSchG.
ca. Preis: 50 €

Systeme: PlayStation 4

Inhalt:
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Ob man die Spiele von Hideo Kojima nun mag oder nicht, man muss zugeben, dass er eine Legende in der Videospielbranche ist. Als am Ende des Playable Teasers PT Norman Reedus uns die Ankündigung von Silent Hills unter der Regie von Kojima und Guillermo del Toro präsentierte, explodierten so einige Köpfe. Doch dann kam der Bruch zwischen Kojima und Konami und das gesamte Projekt wurde gecancelt. Kojima ließ jedoch die ihm gebotenen Möglichkeiten nicht komplett fallen, eröffnete sein Entwicklerstudio Kojima Productions erneut als unabhängiges Studio und nutzte die bereits geflochtenen Verbindungen und Ideen, um sein neues Projekt Death Stranding auf die Beine zu stellen. Über die Jahre gab es immer nur kryptische Teaser und Trailer, die wenig bis gar nichts vom Gameplay oder der Story verrieten, bis schlußendlich das Spiel auf den Markt kam. Haben wir es mit einem neuen Meisterwerk zu tun?

Meinung:


Sam Porter Bridges lebt in einer Welt, in der die Ebenen der Lebenden und der Toten immer wieder miteinander verschwimmen. Die letzten Überreste der Menschheit haben sich in Bunker zurückgezogen und sind auf Transporter, wie Sam einer ist, angewiesen, um lebenswichtige Güter untereinander auszutauschen, denn die Welt ist gefährlich geworden. Nicht nur die geisterhaften Erscheinungen der Toten sind ein Problem, auch ein fieser Regen, der alles rapide altern lässt, was er berührt, will nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Um der Menschheit wieder Fuß fassen zu lassen, soll Sam nun im Auftrag der Regierung ein Netzwerk zwischen den Bunkern in ganz Amerika erstellen und alle wieder vereinen.

Sam? SAM? SAAAAM!
Kojima ist bekannt dafür, verworrene Geschichten zu erzählen, die unheimlich komplex sind. Auch Death Stranding bildet hier keine Ausnahme. Die Geschichte um Sam und einen beeindruckenden Cast an Nebenfiguren ist spannend und zugleich bewegend, auch wenn man vor allem zu Anfang in einen Wust aus fremden Begriffen, Abkürzungen und Konzepten geworfen wird. Ob BBs, BTs, KNOTs, PCCs, Repriates oder MULEs, die Bedeutungen für diese Dinge muss man sich stetig selbst erarbeiten. Dadurch entfällt lästige und oftmals unnatürliche Exposition, was aber bei so manchem Spieler auch zu einer Überforderung führen kann.

Nachdem Kojima mit Metal Gear Solid 4 bereits einen Guiness World Record für die längste Cutscene aufgestellt hat, kann auch Death Stranding mit einigen langen Sequenzen aufwarten. Manche davon haben die gleichen Pacing-Probleme, die es auch in früheren Kojima-Titeln gibt, aber meistens auf eine etwas andere Erzählkultur aus Japan zurückzuführen sind. Alle der durchweg namenhaften Schauspieler und Sprecher machen ihre Sache dabei aber sehr überzeugend und vor allem Mads Mikkelsen gibt eine Gänsehaut-Performance ab.

Tach, Post!
Doch was macht man in Death Stranding nun wirklich den lieben langen Tag? Gefühlte 98% des Gameplays befassen sich tatsächlich damit, Lieferungen von A nach B zu bringen. Sam hat ein Tragelimit, das er nicht überschreiten sollte, falls er sich schneller als im Schneckentempo bewegen möchte und seine größte Aufgabe besteht darin, die verschiedenen Pakete und Koffer so auf seinen Körper aufzuteilen, dass alles im Gleichgewicht ist. Dafür können Päckchen auf dem Rücken, an den Schultern oder einem Gürtel befestigt werden, während auch jede Hand noch einen Koffer aufnehmen kann. Kommt Sam auf seinem Weg durch die unwirtlichen Weiten Amerikas ins Straucheln, kann mit Druck auf die Trigger ein wenig balanciert werden. Durch einen mitgeführten Scanner kann Sam sich außerdem die Steigungen der Umgebung anzeigen lassen, um den sichersten Weg zu finden. Um unwegsameres Gelände zu überwinden, kann Sam auf verschiedene Hilfswerkzeuge wie Leitern und Seile zurückgreifen, falls er daran gedacht hat, welche einzupacken.

Jedes Paket hat einen festen Bestimmungsort. Storyrelevante Pakete müssen am richtigen Ort abgegeben werden, während kleinere Nebenmissionen und Pakete, die von anderen Transportern in der Welt verloren wurden, auch an anderen Empfangsstationen abgegeben werden können, damit ein anderer Transporter sie irgendwann zustellt. Dafür reduziert sich die Belohnung, die man für die Ablieferung erhält. Diese wird in Likes ausgezählt, die für unsere Erfahrung stehen. Likes werden in allen möglichen Kategorien vergeben, in denen Sam aufsteigen und neue Fähigkeiten wie etwa eine größere Traglast freischalten kann. Neben der allgemeinen Umwelt gibt es auch Hindernisse in Form des Timefall genannten Regens, der für einen stärkeren Verfall unserer Fracht sorgt oder Camps von Banditen, die uns unsere Lieferungen abluchsen wollen. Während man den Timefall durchstehen muss, kann man Camps in der Regel weitläufig umgehen oder sich komplett unbemerkt durch hohes Gras schleichen. Death Stranding spielt sich am besten, wenn man beim Transport in eine Art Zen-Zustand verfällt, der durch herauszoomende Kamerafahrten und eine tolle Musikuntermalung immer wieder gefördert wird.

Ich hab keine Angst vor Gespenstern
Aber es gibt ja auch noch die eigentliche Bedrohung durch die Welt der Toten. Immer wieder kommt Sam in Gebiete, in denen sein Scanner auf Hochtouren läuft. Da ist es gut, dass er immer ein BB, ein Baby in einem Kanister, an seine Brust gekoppelt hat, denn dieses hilft ihm dabei, die Geister der Toten zu sehen. So schleicht Sam vorbei an den gruselig schwebenden Schemen und kann auf Knopfdruck auch die Luft anhalten, um nicht bemerkt zu werden. Wird er doch entdeckt, versuchen die Geister ihn in eine Pfütze aus Teer zu ziehen oder zumindest seine Fracht abzuschlagen. In den ersten Stunden hat Sam noch keine Möglichkeit, sich zu wehren, aber im Laufe des Spiels werden immer mehr Gadgets wie Granaten, die aus seinem Urin erzeugt werden, freigeschaltet. Kämpfe sind jedoch - vor allem Bosskämpfe - eine hakelige Angelegenheit und dauern länger als ihnen gut tut. Die Atmosphäre, die durch die Geisterwesen aufgebaut wird, ist hervorragend, aber die Kämpfe enden in unnötigen Actioneinlagen.

With a little help from my friends
Die Welt von Death Stranding ist weit und leer und die wenigen Menschen, die man trifft, sind Sam feindlich gesonnen. Da es aber ein deutliches Thema der Vernetzung von Menschen gibt, sind die Menschen, die man nicht trifft, die wahre Überraschung. Ähnlich einem Dark Souls gibt es in Death Stranding einen ständigen Multiplayer-Aspekt, bei dem man nicht direkt miteinander agiert. Stattdessen können Hinweisschilder und Konstrukte hinterlassen werden, die dann in der Welt anderer Spieler auftauchen. Immer wieder stößt man dabei auf anspornende Nachrichten und hilfreiche Leitern, Seile oder Brücken. Großprojekte können mithilfe verschiedener Spieler fertiggestellt werden und wenn ein Objekt nützlich war, kann man dem Urheber ein paar Likes zukommen lassen. Besonders faszinierend sind die sich langsam bildenden Straßen, die entstehen, wenn mehrere Spieler die gleichen Wege benutzen. Vor allem von Bunkern ausgehende Wege zu Missionszielen werden dadurch immer weiter ausgetreten, sodass man dort schneller vorankommt. Hilfe gibt es allerdings auch vom reichlichen Product Placement, das sich nicht nur auf Sams Lieblingsdrink in Form von etlichen Monster Energy-Dosen beschränkt, sondern vor allem auch in seiner Kleidung und den Accessoires zu finden ist. Das geht leider auf Kosten der Immersion, die auch durch die ganzen Cameos von Geoff Keighley bis Conan O'Brien ein wenig überstrapaziert wird.

Technik
Grafisch holt Death Stranding alles raus, was noch in der Playstation 4 drinsteckt. Das Motion Capturing der verschiedenen Charaktere ist das beste, das ich je gesehen habe und jede kleinste Mimik wird perfekt ins Spiel übertragen. Die Weiten Amerikas sind wunderschön mit der sich ändernden Landschaft, einer tollen Physikengine und schicken Lichteffekten in Szene gesetzt und die gruselige Welt der Toten lässt einem das Blut in den Adern gefrieren. Der Sound überzeugt ebenfalls auf ganzer Linie, seien es die Schauspieler und Sprecher oder der atmosphärische Soundtrack, dessen Interpreten immer wieder eingeblendet werden, wenn sich die Gelegenheit bietet. Technisch ist Death Stranding ein absolutes Referenzprodukt.



Fazit:
Bild unseres Mitarbeiters Kai Wommelsdorf Es ist schwer, sich vorzustellen, dass Death Stranding unter dem Label von Konami jemals auch nur in die Planungsphase gekommen wäre. Kojima möchte eine wichtige und emotionale Botschaft vermitteln und hätte das vielleicht doch besser in einem Film machen sollen. Die Geschichte braucht ein wenig, um verständlich zu werden und der deutliche Großteil des Gameplay Loops beschränkt sich wirklich auf den Transport von Waren von A nach B. Das sind auch die besten Momente von Death Stranding, wenn entweder die Story weitergeht oder man in einem Zen-Zustand seine Pakete ausliefert. Die Schleich- und vor allem Kampfmomente sind hakelig und unausgegoren, sodass man lieber wieder zum alltäglichen Tagesjobs des Auslieferers zurückkehren möchte. Technisch setzt Kojima aber auf der PS4 eine neue Benchmark, die sich sehen lassen kann. Wer mit Kojimas Erzählstil etwas anfangen kann und schon immer in einer postapokalyptischen Welt als Paketbote unterwegs sein wollte, sollte sich Death Stranding mal ansehen.

Death Stranding - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Autor der Besprechung:
Kai Wommelsdorf

Screenshots


















Wertungen Pluspunkte Minuspunkte
Wertung: 8.3125 Grafik: 9.75
Sound: 9.00
Steuerung: 7.00
Gameplay: 7.50
Wertung: 8.3125
  • Perfekter Cast
  • Super Soundtrack
  • Prächtige Grafik
  • Interessante Story
  • Multiplayer-Komponenten
  • Hakelige Kämpfe
  • Post-Simulator
  • Knappe 10 Stunden, bis Fahrt aufgenommen wird

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Rezension vom: 03.12.2019
Kategorie: Action
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