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Mortal Shell

Entwickler: Cold Symmetry
Publisher: Playstack

Genre: Action
USK Freigabe: Downloadspiel ohne USK-Prüfung
ca. Preis: 30 €

Systeme: PC, PlayStation 4, Xbox One

Inhalt:
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Heutzutage wird ja jedes Spiel, das ein wenig schwieriger ist, als Soulslike bezeichnet. Das ist natürlich Blödsinn, denn Dark Souls hat Schwierigkeit nicht erfunden. Es gibt aber immer wieder Spiele, die tatsächlich deutlich von From Softwares Titel inspiriert wurden und bei kaum einem ist dies deutlicher als bei Mortal Shell. Doch handelt es sich hier nur um eine leere Hülle oder kann der Titel auf seinen eigenen Beinen stehen?

Meinung:


Im düsteren Land von Fallgrim erwachen wir als zerbrechliches Wesen ohne Erinnerungen. Damit wir nicht ganz wehrlos sind, verbinden wir uns mit den Leichnamen einiger Krieger und schicken uns an, mehr über sie und das Land herauszufinden. Uns zur Seite steht Schwester Genessa, die mehr zu wissen scheint, als sie mit uns teilen möchte, uns aber dennoch dabei hilft, die Erinnerungen der Krieger wiederzuerlangen.

Short Souls
Der Vergleich zu Dark Souls lässt sich nicht vermeiden. Wer Mortal Shell das erste Mal startet, wird sich unweigerlich an die Vorlage erinnert fühlen. Das düstere Land Fallgrim, die Shells, die Gegner und selbst die Menüs weisen eine sehr vertraute Ästhetik auf. Die sumpfige Waldgegend von Fallgrim mit ihrem hohen Turm in der Mitte dient als großes Hub-Gebiet, von dem aus die drei Schreine, die für den Fortgang der Story besucht werden müssen, erreicht werden können. Das Leveldesign ist hier sehr verzweigt und zu jedem Ort gibt es mehrere Wege mit verschiedenen Feinden und jeder Menge auffindbarer Gegenstände. Die Schreine selbst sind thematisch abwechslungsreich gestaltet und variieren in ihrer Offenheit. Am Ende gibt es jeweils einen Boss und dann ist das Spiel auch fast schon wieder rum. Und da finden einen großen Unterschied zu Dark Souls.

Fokussiertes Gameplay
Die Entwickler von Mortal Shell können nicht ganz auf das Budget von From Software zurückgreifen und haben das Beste aus dieser Situation gemacht. Alles ist ein wenig kleiner und kompakter, dafür aber auch fokussiert auf diese wenigen Dinge. Während in anderen Spielen zu Anfang eine Klasse ausgewählt wird, muss man hier erst einmal die vier sogenannten Shells finden und sich mit ihnen verbinden. Der Ritter Harros, den man in der Regel zuerst finden wird, ist ein Allrounder, während die anderen drei ihre speziellen Vor- und Nachteile mit sich bringen. Tiel verfügt nur über wenig Leben, hat dafür aber eine höhere Ausdauer und kann in einer Nebelform ausweichen. Eredrim ist dank seiner harten Rüstung sehr schmerzunempfindlich, hat aber kaum Ausdauer. Und der Gelehrte Solomon ist zwar insgesamt nicht der Fitteste, kann aber auf den größten Vorrat an Energie für spezielle Attacken zugreifen. Hat man die Shells gefunden, kann zwischen ihnen im Lager oder mithilfe eines Items gewechselt werden.

Jede Shell verfügt über einen eigenen Talentbaum, in dem mit Teer (dem Äquivalent zu Seelen) und Einblicken (einer gesonderten Währung) neue Fähigkeiten freigeschaltet werden können. Drei Grundfähigkeiten kann jede Shell erlernen, ein Tritt, die Fähigkeit sich in der Luft zu Verhärten (dazu gleich mehr) und die Möglichkeit eine Letzte Chance wiederzuerlangen (dazu auch gleich mehr). Die restlichen Skills sind für jede Shell unterschiedlich. Tiel kann beispielsweise sprinten, ohne Ausdauer zu verbrauchen oder seine Feinde in Giftwolken explodieren lassen, während Eredrim eher seine Angriffe und die Verteidigung stärkt. Für jeden Spielstil ist etwas dabei und die richtige Kombination zu finden, macht einen Reiz des Spiels aus.

Wahl der Waffen
Zur richtigen Kombination gehört aber auch die richtige Waffe. Auch hier gibt es nur eine übersichtliche Anzahl von vier Waffen, die sich aber extrem voneinander unterscheiden. Man beginnt das Spiel mit einem normalen Schwert, das wie Harros ausgeglichen ist. In jedem der drei Schreine findet sich aber die Möglichkeit, eine weitere Waffe zu erkämpfen. Hammer und Meißel sind extrem schnell und können ihre Gegner vergiften, während die Märtyrerklinge ein zwar langsames, aber dafür riesiges Zweihandschwert ist, das eine unglaubliche Reichweite besitzt. Der rauchende Streitkolben ist ebenfalls eher langsam, kann aber sehr gut gegen mehrere Feinde gleichzeitig eingesetzt werden. Jede Waffe kann mit zwei Gegenständen, die in ihrem jeweiligen Schrein versteckt sind, derart verstärkt werden, dass sie verheerende Sonderangriffe ausführen können. Außerdem kann jede Waffe auch im Schaden verstärkt werden, sofern man die nötigen Items findet. Jede Shell kann mit jeder Waffe ausgestattet werden.

Nicht nur Schatten sterben zweimal
An Ausrüstung ist es das erst einmal gewesen und manch einer fragt sich zu recht, ob man sich eigentlich auch verteidigen kann. Schilde oder Rüstungen gibt es nicht, aber unsere Figur verfügt über eine ganz eigene Fähigkeit. Auf Knopfdruck kann man sich verhärten, wodurch man quasi zu einer Art Statue wird, was jeglichen Schaden negiert und obendrein einen angreifenden Gegner ins Straucheln bringt. Diese Fähigkeit liegt auf einem kurzen Cooldown, sodass sie im rechten Moment eingesetzt werden will. Das Verhärten wird schnell zu einer unabdingbaren Fähigkeit und flugs findet man sich in einem spannenden Rhythmus aus angreifen, ausweichen und verhärten wieder, der für rasante Kämpfe und ein wenig mehr Rücksichtslosigkeit sorgt. Das Verhärten sorgt außerdem dafür, dass Mortal Shell, wenn man sich mit dieser Fähigkeit erst einmal angefreundet hat, zu den leichteren Soulslike-Titeln gehört.

Ein weiteres Feature ist die Letzte Chance. Verliert man in seiner Shell die komplette Lebensenergie, wird man aus ihr herausgeschlagen. In dieser nackten Form führt ein weiterer Treffer, egal wie schwach, sofort zum Ableben. Schaffen wir es jedoch, wieder in unsere Shell einzusteigen, werden wir komplett geheilt und können weiterkämpfen. Allerdings funktioniert dies nur ein einziges Mal, bevor wir uns wieder mit Schwester Genessa (dem Äquivalent des Bonfires) treffen und alle Feinde respawnen. Werden wir ein zweites Mal aus der Shell geprügelt, war es das und wir erstehen bei Schwester Genessa wieder auf. Unser gesammelter Teer wartet nun, wie man es kennt, am Ort unseres Ablebens darauf, wieder eingesammelt zu werden. Unsere Einblicke, die deutlich schwerer zu erhalten und unverzichtbar für das Freischalten neuer Fähigkeiten sind, kann uns jedoch keiner nehmen. Um den Tod zumindest ein wenig hinauszuzögern, kann man Angriffe jedoch auch parieren. Um die Parade zu nutzen, muss man durch das Bekämpfen von Gegnern genügend Energie aufbauen. Pariert man eine Attacke dann genau im richtigen Moment, öffnet sich der Gegner für einen Gegenangriff, der massiv Schaden austeilt und uns gleichzeitig ein wenig heilt. Auch diese Fähigkeit kann im Laufe des Spiels verstärkt werden, allerdings ist das Zeitfenster für die Parade oftmals unintuitiv, sodass man zu früh oder zu spät reagiert.

Mach' dich vertraut
Eine Story bekommen wir nicht direkt erzählt. Auch das kennt man bereits. Die Geschehnisse der Welt und die Hintergründe unserer Shells müssen wir uns selbst erarbeiten, indem wir uns mit der Lore beschäftigen, die in steinernen Monumenten in der Welt eingemeißelt oder in Gegenstandsbeschreibungen versteckt ist. Die Vergangenheit unserer Shells erfahren wir, wenn wir neue Fähigkeiten freischalten. Jede Fähigkeit bietet über einen kleinen Satz mehr Einblick (daher auch die Begrifflichkeit dieser Währung) in das Wesen unserer Shells. Dass wir komplett ahnungslos in diese Welt kommen, wird auch darin deutlich, dass wir von keinem Gegenstand einen Schimmer haben, was er macht. Jedes Item muss ausprobiert werden, um den Effekt zu erfahren. Benutzen wir Gegenstände mehrfach, werden wir vertrauter mit ihnen, was zu einem stärkeren oder anderen Effekt führen kann. Viele Gegenstände, wie etwa Nahrungsmittel heilen dann mehr oder schneller. Andere wie etwa ein Giftpilz, der uns bei erstem Konsum noch vergiftet, gewährt uns, wenn wir mit ihm vertraut sind, hingegen Giftimmunität. Dadurch hat man das Gefühl, wirklich eine fremde Welt zu erforschen. Nicht unerwähnt möchte ich lassen, dass man auch verschiedene Lauten finden kann, mit denen man sich setzen und ein Liedchen spielen kann. Damit können Feinde angelockt werden, man kann aber auch einfach so jammen.

Technik
Optisch kann man nicht meckern. Jedes Gebiet hat seine eigene Thematik und damit auch seine eigenen Gegner, die allesamt stimmig designt sind. Das Leveldesign vor allem der Hub-Zone ist wundervoll weitläufig mit etlichen Wegen und Pfaden. Abkürzungen lassen sich finden, was auch bitter nötig ist, da die Fähigkeit, zwischen den freigeschalteten Standorten von Schwester Genessa hin- und herzureisen, erst sehr spät im Spiel erhältlich ist. Auch beim Sound wird alles richtig gemacht. Es gibt stimmige Hintergrundmusik (und tolle Lautenmusik) und auch die Soundeffekte können sich hören lassen. Sprachausgabe wird recht spärlich eingesetzt, aber wenn sie ertönt, ist sie sehr gut. Die Sprecher von Genessa und den Shells geben dabei die besten Leistungen ab. Die Steuerung ist leider ein wenig zwiespältig. Grundsätzlich ist sie aufgeräumt und intuitiv, aber manchmal werden Befehle nicht registriert. Wie bereits erwähnt, funktioniert die Parade nicht immer, wenn sie soll. Ob das an einem falsch eingestellten Zeitfenster liegt oder an mangelnder Steuerung, lässt sich nur schwer klären. Fakt ist jedoch, dass Ausweichrollen, trotz ausreichend Ausdauer, manchmal einfach nicht ausgeführt werden, was definitiv an einer fehlerhaften Steuerung liegt. Das wird hoffentlich noch gepatcht.



Fazit:
Bild unseres Mitarbeiters Kai Wommelsdorf Würde mir jemand Bilder von Mortal Shell zeigen und sagen, dass es sich dabei um ein offizielles Dark Souls-Spiel handelt, würde ich das nicht hinterfragen. Der Titel stellt seine Inspiration ohne Scheu deutlich zur Schau, seien es die Ästhetik, die Gegnerdesigns, die Lore oder auch nur die Menüs. Das macht aber nichts, denn Mortal Shell versteht es, sich durch das Prinzip "weniger ist mehr" abzuheben. Vier Shells und vier Waffen, sowie eine überschaubare Anzahl an Gegenständen mögen ein wenig mickrig wirken, sorgen aber dafür, dass das Spiel einen Fokus auf diese Aspekte legen kann und somit runder wirkt als so manch anderer Vertreter. Die Verhärtungsmechanik bringt außerdem einen ganz eigenen Rhythmus in die Kämpfe, sodass Mortal Shell eine frische Abwechslung für alle Fans des Genres ist.

Mortal Shell - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Autor der Besprechung:
Kai Wommelsdorf

Screenshots


















Wertungen Pluspunkte Minuspunkte
Wertung: 7.75 Grafik: 8.00
Sound: 8.50
Steuerung: 6.50
Gameplay: 8.00
Wertung: 7.75
  • Shells komplett unterschiedlich
  • Gutes World Design
  • Fokussiertes Gameplay
  • Verhärten erlaubt rasante Kämpfe
  • Einfach mal Laute spielen
  • Steuerung reagiert manchmal nicht
  • Relativ kurz

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Rezension vom: 22.08.2020
Kategorie: Action
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Bewertung: 2 (1 Stimme)
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