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Paradise Killer

Entwickler: Kaizen Game Works
Publisher: Fellow Traveller

Genre: Adventure
USK Freigabe: Downloadspiel ohne USK-Prüfung
ca. Preis: 20 €

Systeme: PC, Switch

Inhalt:
logo

Kennt ihr das auch? Ihr schaut euch einen Trailer an und denkt: "Mensch, das sieht ja recht spannend aus. Ein Adventure, bei dem ein mordfall auf einer Insel im Vaporwave-Design aufgeklärt werden soll?" Dann startet ihr Paradise Killer und werdet begrüßt mit einer kurzen Einführung in die Geschichte über die Wiedererweckung außerirdischer Götter, kultische Opferrituale und angreifende Dämonen. Das kann mir gar nicht oft genug passieren.

Meinung:


Nachdem Lady Love Dies sich von einem Gott hat verführen lassen, wurde sie ins Exil geschickt. Das ist nun 3 Millionen Tage her, als sie plötzlich reaktiviert wird. Auf der Insel, deren Ziel es ist, die außerirdischen Götter wiederzubeleben, gab es einen Mordfall und nur der Investigation Freak, wie die Lady unschmeichelhaft genannt wird, kann dieses Rätsel knacken.

Nani the hell?
Paradise Killer hält mit seiner Abgedrehtheit nicht hinterm Berg. Die Geschichte ist extrem komplex. Während unter der Sahara, unter den Eiswüsten Sibiriens oder auf der Rückseite des Mondes außerirdische Götter ruhen und Energie tanken, hat sich eine Gruppe Menschen (das Syndikat) dazu berufen gefühlt, in einer Paralleldimension die perfekte Welt in Form einer paradisischen Insel zu erschaffen, in der sie ihre göttlichen Meister wieder auferstehen lassen können. Dafür entführen sie Menschen von unserer Welt, um sie diese Götter anbeten zu lassen. Ungünstigerweise gibt es aber auch noch andere außerirdische Wesen, die Dämonen genannt werden. Wenn diese Besitz von den entführten Menschen ergreifen, wird die gesamte Insel korrumpiert und es muss neu angefangen werden. Dann werden alle Menschen rituell geschlachtet und das Syndikat zieht auf die nächste Insel um. Insel 25 steht nun in den Startlöchern, doch am letzten Tag vor der Abreise wird der gesamte Hohe Rat niedergemetzelt. Um Insel 25 nicht von Vornherein zum Scheitern zu verurteilen, soll Lady Love Dies nun den oder die Schuldigen ausfindig machen und bestrafen. Alles klar soweit?

Von Skeletten, Geistern und Dämonen
Die Geschichte ist der wichtigste Aspekt von Paradise Killer, handelt es sich doch um eine Art Visual Novel im Stil eines Phoenix Wright. Überall auf der Insel findet man Gegenstände, die von den gescheiterten Inseln erzählen oder einem die verschiedenen Gottheiten näherbringen. Die Hintergrundgeschichte ist unglaublich faszinierend und die Verbindungen der einzelnen Figuren gehen sehr tief. Da die Evakuierung der Insel bereits begonnen hatte, als der Mord geschah, befinden sich auf der Insel nur noch eine Handvoll Personen, die alle zum Kreis der Verdächtigen zählen. Jede Figur ist eine illustre Gestalt, die sowohl vom Charakterdesign als auch von ihrer Geschichte her hervorragend ausgestaltet wurde. Diese Geschichten zu erfahren, macht einen großen Anteil am Spaß von Paradise Killer aus, daher möchte ich hier nichts spoilern. Es sei nur gesagt, dass es unter anderem einen Barkeeper gibt, der ein rotes Skelett ist, einen maskierten Zeloten, dem die Götter nicht genug verehrt werden sowie einen Arzt, der Doctor Doom Jazz heißt und mechanische Arme hat.

Kombiniere!
Lady Love Dies kann nach eigenem Ermessen die gesamte Insel bereisen, Hinweise aufspüren und Zeugen vernehmen, bis sie der Meinung ist, den Fall gelöst zu haben. Während der Ermittlungen kommen immer mehr Mysterien zum Vorschein, für die einzelne Fallakten in ihrem Computer Starlight angelegt werden. Gibt es neue Informationen, können die Zeugen dazu befragt werden. Manchmal hat man die Möglichkeit, aus verschiedenen Antworten zu wählen, aber einen Einfluss auf die Story hat dies nicht. Dafür kann man sich nach und nach mit jeder Figur anfreunden, um an weitere Details zu gelangen. Jeder Zeit kann man zu Richter Judge gehen und die finale Verhandlung beginnen lassen. Hier kommt es nicht unbedingt darauf an, die tatsächliche Wahrheit zu finden, sondern die eigene Version mit ausreichend Beweisen zu untermauern, damit Judge zu einem Urteil kommen kann. Selbstverständlich empfiehlt es sich, die Insel gründlich abzusuchen und das Verfahren erst zu starten, wenn man der Meinung ist, den Fall durchschaut zu haben. Starlight sammelt dafür Spuren und gibt eine kleine Übersicht, welche Aspekte man vielleicht noch etwas genauer untersuchen könnte. Dadurch kommt es kaum vor, dass man nicht weiß, wie man weitermachen soll. Man sollte nur darauf achten, dass man wirklich jeden Ort gründlich absucht und auf jede Anhöhe steigt.

Die Insel ist recht groß und das Verbrechen ist ziemlich komplex, dennoch kann man das komplett erforschte Ende nach knappen 6 Stunden sehen. Leider gibt es nur diesen einen Fall aufzuklären und die Verhandlung am Ende bietet im Gegensatz zu Phoenix Wright keine neuen Wendungen. Den Plot kann man anhand seiner gesammelten Beweise allein komplett nachvollziehen. Dadurch ist die Verhandlung mehr ein Epilog, durch den man sich eigentlich nur durchklickt und seine Beweise präsentiert. Das Ende bietet aber Hoffnung auf eine Fortsetzung mit mehr Fällen für Lady Love Dies.

Blutbank
Übersichtlich ist Paradise Killer leider nicht. Zwar verfügt Starlight über eine Karte, jedoch zeigt diese nur grob an, in welchem Distrikt man sich aufhält. Immerhin kann man auf Knopfdruck anzeigen lassen, wo sich alle Zeugen befinden. Großzügig verteilte Telefonzellen fungieren als Speicherpunkte und können auch zum Schnellreisen benutzt werden. Dafür muss man allerdings bezahlen, was gerade zu Beginn schwierig ist. Auf der Insel verteilt sind Blutkristalle, da Blut das Zahlungsmittel der Insel ist. Leider weiß man nie so genau, wofür man womöglich sparen sollte. Es gibt Informationen auf dem Schwarzmarkt, Upgrades für Starlight und jede Menge Getränkeautomaten, sowie die Telefonzellen. Alles andere kann in der Welt gefunden werden, seien es Werkzeuge, um Hinweise aufzudecken oder Gegenstände für Nebenaufgaben der zurückgebliebenen Seelen der Menschen.

Crack the Code
In ihrer Erkundung behindert wird Lady Love Dies hauptsächlich durch Nightmare Computer. Diese Geräte sind starke Sicherheitssysteme, die sie mit Starlight hacken kann, sofern sie über die richtigen Upgrades verfügt. Es gibt nur drei dieser Upgrades, aber diese wollen erst einmal gefunden werden. Beim Hacken kommt es zu einem kleinen Minispiel, in dem man aus Einzelteilen vorgegebene Bilder zusammensetzen muss. Das klingt leider genauso unspannend, wie es letzten Endes auch ist. Zum Glück merkt Starlight sich die Rechner, für die man die nötigen Upgrades nicht hatte, um sie später einfach wiederfinden zu können. Wichtige Objekte sind relativ gut auszumachen, da sie immer von einem Rahmen umgeben sind oder pink aufleuchten.

Vaporwave
Damit kommen wir auch zur Grafik. Paradise Killer orientiert sich am Vaporwave-Stil und so ist die gesamte Insel in knalligen Neonfarben gehalten. Auch die Charakterdesign sind allesamt sehr bunt. Die Umgebungsgrafik ist ein wenig blockig und erinnert an PS2-Zeiten, allerdings passt das irgendwie zum Stil. Auf der Switch gibt es jedoch deutliche Pop Ups. Auch der Sound ist Vaporwave und untermalt die Atmosphäre mit seinen Klängen. Das Spiel ist berechtigterweise so stolz auf seine Musik, dass überall verteilt Lautsprecher stehen, an denen man neue Musik finden kann. Diese wird auf Starlight gespeichert und kann dort nach Belieben abgespielt werden. Für die Sprachausgabe gibt es jedoch kein Lob. Die Sprecher klingen recht amateurhaft und es gibt nur kurze One Liner, die während der Unterhaltungen eingespielt werden. Diese haben in den seltensten Fällen etwas mit dem Inhalt des Gesprächs zu tun und waren nach kurzer Zeit so nervig und verwirrend, dass ich dankbar war, dass man sie komplett abstellen konnte. Die Dialoge selbst sind dafür sehr gut geschrieben, wenngleich sich doch noch recht viele Rechtschreib- und Grammatikfehler eingeschlichen haben, die hoffentlich noch gepatcht werden.

Wie es mir gefällt
An Einstellungsmöglichkeiten mangelt es Paradise Killer nicht. Nahezu jeder Aspekt kann nach den eigenen Wünschen eingestellt werden. Screenshake, flackernde Lichter, Schriftgrößen, Farbkorrekturen oder die unsäglichen Sprachsamples sind nur eine Auswahl der Optionen. Davon können sich andere Spiele gerne eine Scheibe abschneiden. Dadurch ist die Steuerung auch gut gelungen.



Fazit:
Bild unseres Mitarbeiters Kai Wommelsdorf Beim Schreiben dieser Rezension ist mir aufgefallen, dass ich viele kleine Dinge an Paradise Killer auszusetzen habe, die mir während des Spielens zwar aufgefallen sind, die mich da aber nicht wirklich gestört haben. Tatsächlich bin ich unglaublich begeistert von diesem Spiel. Ja, die Sprachsamples sind nervig, aber die kann man ja abschalten. Ja, die Insel ist ein wenig unübersichtlich und die Erkundung gestaltet sich manchmal ein wenig schwierig, aber dafür gibt es viel zu entdecken. Und ja, es gibt nur einen Fall aufzuklären, aber was für einen! Das World Building ist hervorragend, die Hintergrundgeschichte komplex und packend und alle Figuren sind detailliert ausgearbeitet. Die Vaporwave-Optik und auch der Sound sind großartig und ich möchte unbedingt weitere Fälle mit Lady Love Dies lösen. Wenn dann die kleinen Macken ausgebessert werden, steht der Gottesanbetung nichts mehr im Weg.

Paradise Killer - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Autor der Besprechung:
Kai Wommelsdorf

Screenshots












Wertungen Pluspunkte Minuspunkte
Wertung: 8.5 Grafik: 8.25
Sound: 8.50
Steuerung: 8.50
Gameplay: 8.75
Wertung: 8.5
  • Hervorragendes World Building
  • Sehr gut geschriebene Charaktere
  • Tolle Designs
  • Stimmiger Soundtrack
  • Viele Anpassungsmöglichkeiten
  • Nur ein Fall
  • Sprachsamples passen nicht zu den Dialogen
  • Unübersichtliche Karte

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Rezension vom: 03.09.2020
Kategorie: Adventure
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