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Everybody's Golf 2

Entwickler: Sony Computer Entertainment
Publisher: Sony Computer Entertainment

Genre: Sport
USK Freigabe: Freigegeben ohne Altersbeschränkung gemäß § 14 JuSchG.
ca. Preis: 30,85 €

Systeme: PSP

Ausgezeichnet mit dem Splash Hit Inhalt:
Golf-Sets für wenig Geld. Bei Aldi. Was auf den ersten Blick nur ein gewöhnlicher Prospekt von Deutschlands führendem Discounter zu sein scheint, ist das perfekte Beispiel für die Umstrukturierung einer ganzen Sportart. Die Tatsache, dass es Golfschläger inzwischen gemeinsam mit Paletten voll O-Saft zu kaufen gibt, zeigt deutlich, dass sich etwas tut im Reiche der Tees und Neuner-Eisen.

War der Sport mit den großen Schlägern und kleinen Bällen lange Zeit Reservat reicher Eliten, müssen sich die Reichen und Schönen nun ihr Grün mit immer mehr Mittelschichtlern teilen. Erschwingliche Ausrüstung und eine groß angelegte mediale Offensive der Golf-Verbände in Grundschulen und Boulevard-Magazinen haben für lange benötigtes, frisches Blut in alten Löchern gesorgt. Heute ist Golf ein Spiel für Punker und Pensionäre, Mittelschüler und Manager, kurzum, für jedermann.

Meinung:
Genau hier setzt, nicht nur dem Namen nach, Everybody's Golf 2 von Entwickler Clap Hanz an. Schon der Urahn der Golfspiel-Serie, von Camelot Software Planing für die PS1 entwickelt und 1997 veröffentlicht, zeigte trotz aller Design-Schnitzer auf, wie erfolgreiche Golfspiele auszusehen haben. Nämlich einfach zu lernen und verdammt schwer zu meistern.

Heute, elf Jahre und fünf weitere, allesamt von Clap Hanz entwickelte Titel später, steht mit Everybody's Golf (Portable) 2 schon der zweite Teil für Sony's Handheld-Wunder in den Startlöchern. Spektakuläre Innovationen sind bei einem inzwischen so ausgereiften Konzept natürlich nicht zu erwarten, aber das ändert nichts am gewohnt unterhaltsamen Spielverlauf.

Hach, ist das schön hier
Wie immer treiben wir unseren Charakter bzw. der seine Golfbälle über verschiedene Golfplätze, zwölf an der Zahl, die allesamt sowohl optisch als auch technisch anzusprechen wissen. Offensichtlich haben sich die Entwickler dabei bemüht, das ewig gleiche Einerlei von Bunker, Fairway und Green sinnvoll aufzulockern. So begegnen wir während des Spiels immer wieder Autobahnen und anderen Hindernissen, ohne das Loch aus dem Auge zu verlieren.

Doch dabei muss sich der Spieler ab und an tatsächlich konzentrieren, denn das Design der Parcours ist den Entwicklern mehr als gelungen. In Kombination mit der frei schwenkbaren Kamera artet so der geplante kurze Überblick über den Kurs-Verlauf manches Mal zum Freiflug durch die wunderbar friedvolle Everybody's Golf-Welt aus. Bunte Blumen, hohe Bäumen und wirklich bildschöne Sonnenuntergängen sind aber auch einfach zu pittoresk.

Triple Klick
Aber zurück zum Wesentlichen. Dem Golfen. Wie gehabt steuern wir das Bälle-Dreschen im Endeffekt mit einer Taste, die drei Mal gedrückt werden will. Einmal zum Ausholen, nochmal zur Bestimmung der Schlagstärke, ein letztes Mal, möglichst nah am Startpunkt, um die Präzision des Schlags festzulegen. Das wars auch eigentlich schon. Gut, ab und an kann man per Power-Schlag das kleine weiße Ding noch ein paar Yards weiter hauen und auch etwas Spin darf nicht fehlen. Doch alles in allem macht das System mit den drei Klicks den Kern des Spiels aus und begleitet uns über den Kurs. Zumindest bis es ans Putten geht.

Denn da werden nur noch zwei Klicks vom Spieler verlangt bzw. will nur noch die Schlagstärke bestimmt werden. Gezielt haben sollte man allerdings schon vorher per Pfeiltasten und zwar tunlichst unter Berücksichtigung des Geländes. Das wird als Drahtgitter-Modell dargestellt, wodurch auch das leichteste Gefälle schön zu erkennen ist.

Einfach? Von wegen
Was nicht heißt, dass Abschlag, Put oder jeder Schlag dazwischen kinderleicht ausfällt. Im Gegenteil, hinter der kindlichen Verpackung von Everybody's Golf 2 verbirgt sich eine durch und durch anspruchsvolle Golfsimulation. Während die ersten Turniere durchaus leicht von der (Schlag)Hand gehen und man damit fix erste Erfolge einfährt, stellen die späteren Veranstaltungen schon eine ganz andere Problem-Kategorie dar. Clap Hanz hat mit dem aktuellen Teil der Serie einmal mehr bewiesen, dass ein und die selbe Spielmechanik Anfänger fördern und Profis fordern kann. Denn vor den Preis haben die Entwickler-Götter einmal mehr den Schweiß gesetzt. Nur wer seine Schlagtechnik weit genug im Griff hat, um auch das schwierigste Gelände zu meistern, darf sich über den Platz ganz oben auf dem Podium freuen.

Wochen später...
Doch Übung ist nicht alles. Unerlässlich für gute Schläge ist neben einer sauberen Technik auch ein langer Atem. Denn nur wer dem von ihm erwählten unter den 24 Golfern (zwei zu Beginn wählbar, Rest wird freigespielt) treu bleibt, steigert seine Loyalität und verbessert damit die Werte des Green-Heroen. Dazu stehen die drei Kategorien Kontrolle, Kraft und Abschlag zur Verfügung, die in beliebiger Gewichtung gesteigert werden können. Will heißen, je länger man sein Tiger-Woods-Alter-Ego über den Platz scheucht, je weiter und genauer kann der oder die Gute schlagen. Und dieses Quäntchen an mehr Power ist auch dringend nötig.

That's hot!
Weniger nötig sind die zahllosen Accessoires, die freizuspielen sind. Aber was heißt hier „nötig“, zwar schlägt unser Golfer in den Standardklamotten theoretisch genau so gut, aber er/sie sieht eben langweilig aus. Also, den Caddy gerufen und ab geht die Post. Schließlich wollen die oben erwähnten 24 Spieler auch alle stilvoll eingekleidet werden. Dabei umfasst die Palette an angebotenen Figuren alle Golf-Klischees, die gerade noch sinnvoll umgesetzt werden konnten. Wer sich also am liebsten mit be(box)handschuhten Omas durch die Bunker kämpft, warum nicht, hier wird alles geboten. Ab und zu fällt dann aber auch mal etwas Sinnvolles ab und es liegt ein neues Schlägerset oder ein neuer Caddy unter dem Gabentisch.

Gemeinsames Einlochen
Wer dann irgendwann in ziemlich ferner Zukunft alle Gimmicks und Gadgets des Spiels mit Stunden und Aberstunden Spielzeit erkauft hat, dem bleiben zwei Möglichkeiten. Zum Einen stehen einige Mini-Spiele zur Verfügung, bei denen es in erster Linie darum geht, möglichst schwere Hole-in-Ones zu schlagen. Selbst den fanatischsten PSP-Golfer wird das aber wohl nicht allzu lange fesseln. Größere und vor Allem längere Begeisterung dürften da die umfangreichen Multiplayer-Funktionen des Spiels auslösen.

Sowohl im AdHoc-Modus mit bis zu sieben Spielern in der Nähe, als auch Online mit bis zu 24 Spielern weltweit, bieten sich dem Amateur-Golfer Möglichkeiten genug, sein Können zu beweisen. Oder auch nicht. Frei wählbare Kurse und Regeln, egal ob im Duell oder mit mehreren Spielern, lassen wirklich keine Wünsche offen. Besonders, da man den im Solo-Teil optisch aufpolierten Teenager mit Samurai-Frisur so der halben Welt präsentieren kann.

Viele, viele bunte... Bälle
Die wird, genau wie der Rest der bunten Golfer-Welt, dem kritischen Auge in perfekter Manier dargeboten. Everybody's Golf 2 ist grafisch ein Wucht und kommt dabei ohne merkbare Ladezeiten aus. Darüber hinaus gibt das Programm dem per se nicht unbedingt fesselnden Prinzip des Golfspiels (Schlag, Schlag, Put) durch schöne Kamerafahrten eine Dramatik, die man sonst nur von Rennspielen kennt. Was sich auf den ersten Blick nach ausgemachtem Humbug anhört, wird jeder nachvollziehen können, der seinem perfekten Abschlag einmal vis-a-vis gefolgt ist. Ein Ritt auf der Kanonenkugel ist nichts dagegen.

„Lustig“ einmal anders
Alles in Butter also? Fast. Einziger Wermutstropfen im ansonsten perfekt abgestimmten Everbody's Golf 2-Cocktail ist nach Meinung des Rezensenten der „Humor“ des Spiels. Auch mit viel Enthusiasmus kann und will ich beim besten Willen nicht verstehen, was an den japano-kindischen Animationen süß, was an Köpfen in beunruhigender Größe niedlich sein soll. Mich persönlich lenkte an die schlechte japanische Zeichentrickserien gemahnende Optik des Spiels spätestens nach fünf Minuten Spielzeit dermaßen ab, dass ein sauberer Put einfach nicht mehr gelingen wollte. Das kann noch so gut gemacht sein, solche Figuren haben mich seit der Grundschule nicht mehr angesprochen.

„Das war bei Everybody's Golf schon immer so!“, „Das ist eben japanischer Stil!“, wird mir der Fan der Serie damit sagen und er hat Recht damit. Everybody's Golf 2 bricht nicht mit dem Stil der Vorgänger, sondern setzt ihn konsequent fort. Wer das weiß und es mag, hat meinen Segen. Wer damit (wie ich) nichts anfangen kann, sei gewarnt.

Fazit:
max_link.jpgEverybody's Golf 2 zeigt, dass man nicht auf Innovation setzen muss, um gute Spiele zu fabrizieren. Für diese Aussage wird einem zwar jeder Molyneux oder Spector den Hals umdrehen, aber in Anbetracht dieses Spiels bleibt auch echten Kreativen keine andere Schlussfolgerung übrig.
Denn abgesehen von oben genannten geschmacklichen Fragen macht Clap Hanz neuestes Werk einfach nichts falsch, so blöd sich das auch anhört.

Wer ein oberflächlich betrachtet simples Spiel sucht, das eine überraschende Tiefe aufweist, muss nicht weiter suchen. Betrachtet man Zielsetzung und Ergebnis, gibt es nur eine Schlussfolgerung: Everybody's Golf 2 ist perfekt.

Everybody's Golf 2 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Autor der Besprechung:
Max Link

Screenshots


















Wertungen Pluspunkte Minuspunkte
Wertung: 8.6875 Grafik: 8.50
Sound: 8.00
Steuerung: 9.00
Gameplay: 9.25
Wertung: 8.6875
  • Tolle Spielmechanik
  • Schöne Grafik
  • Hohe Langzeitmotivation
  • Tolle Umsetzung eines schwierigen Themas
  • Stellenweise extrem kindisches Design

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Rezension vom: 14.06.2008
Kategorie: Sport
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