Die Menschheit hat die Erde heruntergewirtschaftet und jetzt muss geguckt werden, ob man einen Ersatz findet. So oder so ähnlich lautet der Plot von vielen SciFi-Geschichten oder Games, in denen es ums Überleben geht. Auch in Generation Exile ist dies die Ausgangslage. Doch gibt es einen gravierenden Unterschied: Das Spiel findet auf keiner fremden Welt statt. Sondern an Bord eines riesigen Kolonieschiffs, bei dem es zu einer Katastrophe kam. Und die Überlebenden jetzt versuchen müssen, alles wieder aufzubauen. Was nicht gerade einfach ist.
Generation Exile ist ein Spiel von dem Entwickler Sonderlust Studios. Sie bezeichnen es als einen nachhaltigen Solarpunk City-Builder. Das heißt, dass es dein Ziel ist, eine Stadt aufzubauen, die die Umwelt nicht schädigt und eben nachhaltige Energiequellen nutzt. Der besondere Clou ist, dass das Spiel eben an Bord eines Kolonieschiffs stattfindet, das schlimme Zeiten hinter sich hat. Es ist jetzt seit letztem Jahr in der Early Access-Phase und soll irgendwann im zweiten Quartal dieses Jahres als Vollversion herauskommen.
In der Praxis drückt sich das insofern aus, dass du deine Siedlung in einer Umgebung errichtest, die von Katastrophen gekennzeichnet ist. Es gibt offene Wasserflächen, die toxisch sind. Und überall sind Ruinen von früheren Siedlungen zu finden.
Das Game hat ein wenig Brettspielatmosphäre. Gemeint ist damit, dass die Spieleoberwelt in Kacheln aufgeteilt ist. Auf jeder dieser Kacheln kannst du ein Gebäude bauen. Wobei manche dieser Gebäude bestimmte Ressourcen brauchen, die entsprechend vorhanden sein müssen. Sauberes Wasser und Nahrung sind vor allem für Siedlungen wichtige, derweil bestimmte Gebäude Energie und zu Beginn Spezialisten benötigen, damit sie funktionieren.
Du kannst im Laufe des Spiels die Spielefläche erweitern. Was du auch machen musst, um beispielsweise an neue Ressourcen zu kommen. Oder bestimmte Flächen zu reinigen. Dabei ist es so, dass hierbei Abfallprodukte entstehen, die du jedoch noch nicht abtransportieren kannst. Das soll, so die Entwickler, erst später im Gameverlauf kommen. Was insofern ärgerlich ist, als dass dir damit ein indirektes Zeitlimit gesetzt wird, innerhalb du das Spiel spielen kannst.
Die Besonderheit von Generation Exile ist, dass du einen Spielcharakter hast und im Laufe des Durchspielens wiederholt Entscheidungen treffen musst, die Konsequenzen nach sich ziehen. Die allerdings nicht kurzfristig entstehen, sondern eher langfristig Folgen haben. Weshalb auch nicht immer sofort offensichtlich ist, was bei welcher Entscheidung passieren wird.
Das Game hat eine gewisse Lernkurve. Es kann gut passieren, dass du es mehrere Mal neu anfangen musst, bis du wirklich gelernt hast, wie was funktioniert und voneinander abhängig ist. Es gibt zwar zu Beginn ein Tutorial. Doch das ändert nichts daran, das du dir schnell Fehler passieren, die später Konsequenzen haben. Denn am Ende musst du manchmal nicht nur einen Spielzug im Voraus denken, sondern stellenweise sogar zehn oder gar 20. Was natürlich nicht ohne ist.
Aktuell ist Generation Exile ein spaßiger, aber auch sehr herausfordernder Citybuilder. Es gibt noch einige Elemente, an denen geschraubt werden muss. Doch wenn dies geschehen ist, dann wird es hoffentlich ein gutes Game werden.