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Let's Watch: Alone
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Let_s_watch


Alone_CoverNicht schon wieder ein Zombiefilm! Das werden sich wohl einige denken, wenn sie das erste Mal von Alone hören. Doch Alone ist kein typischer Genrefilm, sondern geht das Thema auf eine andere Art an. Wie genau, kann man sich seit Kurzem selber anschauen. Denn der Film von Thierry Poiraud ist seit dem 24. März auf Blu-ray und DVD erhältlich.

Auf einer abgelegenen Insel stellt eine Gruppe Jugendlicher eines Morgens fest, dass alle Erwachsenen verschwunden sind. Doch die anfängliche Freude über die neu gewonnenen Freiheiten schlägt bald darauf in Angst und Panik um. Denn als die ersten Erwachsenen wieder auftauchen, sind sie von einer mysteriösen Krankheit befallen, die sie zu einer tödlichen Gefahr macht. Auf sich allein gestellt, versuchen die Jugendlichen, dem Grauen zu entkommen – nicht wissend, wie lange jeder von ihnen selbst von dem Virus verschont bleiben wird ...

Filmkritik
Wie eingangs erwähnt ist Alone kein typischer Zombiefilm. Hier geht es nicht primär darum zuzusehen, wie Untote Menschen jagen und wie sich diese möglichst effektvoll zur Wehr setzen. Regisseur Thierry Poiraud erzählt hier vor allem die Geschichte von sechs Jugendlichen, die es ihr Leben lang schwer hatten und mit der für sie ungewohnten Freiheit gar nicht so recht umzugehen wissen. Dass sie dabei auch noch inmitten einer Zombieepedemie stehen, ist dabei eher Mittel zum Zweck, das das Ganze noch aufregender erscheinen lässt und für spannende Storywendungen sorgt (die ich an dieser Stelle natürlich nicht verrate). Als Zuschauer weiß man nie, was als Nächstes passiert, was wirklich faszinierend ist.
Leider verliert sich der Film in der zweiten Hälfte aber zu sehr in eine Teenieromanze, was dem Film gar nicht gut tut. Nicht nur das das Tempo total raus genommen wird, auch der eigentliche Aspekt scheint irgendwie verloren zu gehen.
Dabei hätte Alone ein wirklich sehr guter und vor allem endlich mal ein anderer Zombiefilm werden können. Das erkennt man nicht nur an der ersten Filmhälfte oder an der ungewohnten Übertragungsart des Zombievirus, vor dem es allem Anschein nach kein Entrinnen gibt, sondern auch an der ganzen Machart des Films. Allein durch die Bilder schafft es Alone nämlich eine unglaublich düstere und beklemmende Atmosphäre zu schaffen, die man so nur selten erlebt. Unterstützt wird diese Atmosphäre durch die Darbietung der Darsteller. Die, zumindest für mich meist unbekannten Jungdarsteller, spielen nämlich dermaßen ungekünstelt, als ob sie das Geschehen tatsächlich gerade erleben.

Bild & Ton
Das Bild der Blu-ray ist insgesamt sehr gut. Aufgrund der zum Einsatz gekommenen Digitalkameras ist die Schärfe stets gegeben. Zudem ist auch der Detailgrad sehr gut, was auch die Plastizität mit einschließt. Schwarzwert und Kontrast geben ebenfalls keinen Grund zur Kritik, wobei die Farben insgesamt aber etwas kühl wirken. Dies ist in diesem Fall allerdings gewollt und passt hervorragend zur gesamten Stimmung. Clipping oder ähnliche störende Bildfehler sind ebenso wenig zu finden.
Der Sound liegt sowohl in der deutschen als auch in der englischen Originaltonspur in DTS HD Master Audio 5.1 vor. Obwohl es "nur" 5.1. ist, ist der Raumklang aber dennoch immer ordentlich. Nur bei ruhigen Szenen, in denen vor allem gesprochen wird, vermisst man etwas Räumlichkeit. Dafür sind die Dialoge sowohl in Deutsch als auch in Englisch glasklar und sehr gut verständlich. Wenn es etwas actionreicher vonstatten geht, kommt hingegen der sehr gute Bass zum Vorschein, der für den nötigen Wumms sorgt. Alles in allem ist der Sound also mehr als guter Durchschnitt.

Bonusmaterial
Die Extras sind, vorsichtig ausgedrückt, aufs Minimum begrenzt worden. Um genau zu sein, gibt es neben dem obligatorischen Filmtrailer nur noch ein Making of. Dieses ist zwar durchaus interessant, aber dennoch hätte ich mir doch etwas mehr gewünscht. Dass beides in HD vorliegt, ist ebenfalls eher selbstverständlich, als besonders hervorzuheben.
Dennoch gibt es zumindest eine kleine Entschädigung. Die eigentliche Blu-ray-Hülle steckt nämlich noch mal in einem extra Pappschuber, dessen Aufdruck ein wenig glänzt und deswegen ein echter Blickfang ist - vor allem wenn man den unschönen USK-Aufkleber abmacht.



Fazit:
Die erste Hälfte von Alone, dem neusten Film des Goal of the Dead-Machers Thierry Poiraud, zeigt eine sehr interessante Geschichte sechs Jugendlicher und ihrem Kampf mit dem Erwachsen werden, in einer Welt, in der ihnen auch noch Zombies das ohnehin schon schwere Leben noch schwerer machen. In der zweiten Hälfte wird daraus aber mehr und mehr ein typischer Coming-of-Age-Film mit einer Menge Teenieliebelei. Das tut dem Film leider gar nicht gut.
Wer auf etwas andere Zombiefilme steht und damit leben kann, das diese mit fortlaufender Spieldauer immer weiter in den Hintergrund rücken, dem kann ich Alone aber dennoch empfehlen. Denn technisch bietet die Blu-ray eine einwandfreie Darbietung und außerdem sind da ja auch noch die beeindruckenden Bilder, die ganz allein schon für eine düstere und beklemmende Stimmung sorgen und unbedingt gesehen werden müssen!


Originaltitel: Don't Grow Up
Darsteller: Fergus Riordan, Madeleine Kelly, David McKell, Natifa Mai, Darren Evans
Regisseur(e): Thierry Poiraud
Veröffentlichung: 24. März 2017
Studio/Verleih: Capelight Pictures
Spieldauer: 81 Minuten
Altersfreigabe: Freigegeben ab 16 Jahren

Wer jetzt Interesse dran hat, sich Alone zu kaufen, kann dies u.a. über Amazon machen. Den Film gibt es dabei ab 13,99 Euro auf Blu-ray und DVD.
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Special vom: 04.04.2017
Autor dieses Specials: Stefan Heppert
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