Splashpages  Home Games  Specials  Let's Watch: Meteor Man  Let's Watch: Blue Crush 1 & 2
RSS-Feeds
Podcast
https://www.splashgames.de/php/images/spacer.gif
In der Datenbank befinden sich derzeit 376 Specials. Alle Specials anzeigen...
Specials Eventspecials

Let's Watch: Blue Crush 1 & 2
«  ZurückIndexWeiter  »
Let_s_watch


Blue_Crush_1_2Es gab wohl nie einen passenderen Zeitpunkt für eine Blu-ray-Veröffentlichung als im Fall von Blue Crush 1 & 2 durch justbridge entertainment. Schließlich vermitteln die beiden Filme so gut wie vielleicht keine anderen das Lebensgefühl der Surfer, samt guter Laune, schönen Menschen und schönem Wetter an Traumstränden – also genau das Richtige, was man in der aktuell herrschenden Zeit braucht.

Blue Crush:
Das Leben war für Anne Marie (Kate Bosworth) bislang ein Traum voller unerreichbarer Wünsche. doch nun könnte ein Wunsch Wirklichkeit werden: Die Pipe Masters Surfmeisterschaft in North Shore auf Oahu. Während die Uhr unaufhörlich diesem Ereignis entgegentickt, steht für Anne Marie mehr auf dem Spiel, als nur in einer der gefährlichsten, aggressivsten und von Männern dominierten Sportarten mitzumischen. Sie muss auch den inneren Kampf mit sich selbst gewinnen, um ihre tiefsten Ängste zu überwinden.

Blue Crush 2:
Die 18-jährige Dana (Sasha Jackson) ist nicht nur superhübsch, sondern auch eine Topsurferin mit den Wänden voller Pokalen. Als ihr Vater aber dem süßen Leben in Beverly Hills einen Riegel vorschieben und sie aufs College schicken will, packt sie kurzerhand ihre Sachen und haut ab nach Südafrika, in die Heimat ihrer verstorbenen Mutter. Mit deren Tagebuch als Reiseführer und ihren neuen Surfer-Freunden begibt sich Dana auf eine 'Odyssee' zu den coolsten Surfer-Spots der südafrikanischen Küste, um den Traum ihrer Mutter wahr werden zu lassen.

Filmkritik
Blue Crush:
Die Story von Blue Crush ist eigentlich trotz des feministischen Ansatzes (immerhin geht es hier darum, dass zwei zielstrebige, junge Frauen in eine bis dato von Männern dominierte Welt ihr Können unter Beweis stellen wollen) leider nur nebensächlich (auch wenn sie bedeutend besser ist als beim zweiten Teil) und plätschert fröhlich vor sich hin. Das eigentliche Highlight und der Grund, weshalb man sich den Film anschaut, sind hingegen ganz klar die tollen Surf-Aufnahmen, die am berühmten Surfer-Spot North Shore auf der hawaiianischen Insel Oahu gedreht wurden und die sich selbst vor jenen aus The Endless Summer, Gefährliche Brandung oder Crystal Voyager nicht verstecken müssen. Viel der hier zu sehenden spektakulären und toll in Szene gesetzten Bilder wurden dabei tatsächlich von den Darsteller*innen selbst vollführt. Die damals erst 19-jährige Kate Bosworth lernte dafür sogar extra erst das Surfen oder genauer gesagt das Wellenreiten (schließlich kommen hier Bretter ohne Segel zum Einsatz). Wenn doch einmal etwas anspruchsvollere Tricks oder Szenen anstanden, sind aber natürlich Stunt Doubles eingesprungen, wobei diese allesamt professionelle Surfer waren, was man in der Ausführung der Tricks auch sehr gut erkennt.
Das ändert aber nichts daran, dass Bosworth und auch Michelle Rodriguez tolle Arbeit leisten – und das nicht nur auf dem Brett, sondern auch vor der Kamera. Denn auch wenn die Story etwas auf der Strecke bleibt, merkt man ihnen ihren Enthusiasmus in jeder Sekunde an und man versteht, weshalb dieser Film für beide der Startschuss für eine große Filmkarriere war. Die dritte Hauptprotagonistin Sànoe Lake (Half-Life), die hier die freche Lena verkörpert, entschied sich hingegen 2009 ihre Schauspielkarriere an den Nagel zu hängen. Dennoch zeigte sie ebenfalls, dass sie durchaus Potenzial hatte.
Neben den tollen Surfszenen ist ein weiteres Highlight des Films sicherlich, wie Regisseur John Stockwell (Into the Blue) das Lebensgefühl der Surfer durch seine Bilder und die passende Musikuntermalung vermittelt. Hier ist Lebensfreude pur angesagt und selbst wenn mal eine Sinnkrise ansteht, ist diese mit dem Ritt auf der nächsten Welle wieder schnell vergessen. Gleiches gilt auch für die Zuschauer. Schlechte Laune bekommt man hier beim Zuschauen sicherlich nicht. Dafür aber mit Sicherheit Fernweh, denn wenn man die Aufnahmen vom Strand sieht, möchte man am liebsten selbst direkt einen Flug nach Hawaii buchen.

Blue Crush 2:
Obwohl der erste Teil mit 55 Millionen US-Dollar für einen Surfer-Film durchaus respektable Einnahmen an den Kinokassen generieren konnte (immerhin befand man sich damit im Jahr 2002 vor einem gewissen Film namens The Transporter) fand Blue Crush 2 – No Limits nicht mehr den Weg in die Kinos, sondern wurde direkt für den DVD-Markt produziert. Folgerichtig war auch das Budget nicht mehr ansatzweise so hoch wie beim ersten Teil (dort betrug das Budget rund 30 Millionen US-Dollar), weshalb man an allen Ecken und Kanten Geld sparen musste.
Die größte Einsparung wurde dabei beim Cast gemacht. Da die früheren Hauptdarstellerinnen Kate Bosworth und Michelle Rodriguez in der Zwischenzeit zu bekannten und vor allem gutverdienenden Hollywood-Stars aufgestiegen waren (Kate Bosworth spielte nach Blue Crush zum Beispiel Lois Lane in Superman Returns und Jill in 21, während Michelle Rodriguez in der Erfolgsserie Lost eine der Hauptdarstellerinnen war), entschied man sich für einen gänzlich neuen und günstigeren Cast.
Die Wahl für die beiden Hauptdarstellerinnen ist dabei schlussendlich auf Elizabeth Matis (Unstoppable – Außer Kontrolle) und Sasha Jackson (Rich Boy, Rich Girl) gefallen. Beide waren vorher keine bekannten Darstellerinnen und danach leider auch nicht. Wenn man sich die Darbietung beider anschaut, weiß man leider auch, weshalb. Weder das Zusammenspiel zwischen beiden, noch das Einzelspiel funktioniert hier auf irgendeine Weise. Für den restlichen Cast kann man leider ebenfalls kein besseres Zeugnis ausstellen. Die ebenso meist vollkommen unbekannten Darsteller (am bekanntesten dürfte noch Gideon Emery sein, da er in seiner Karriere schon zahlreichen Videospiel-Charakteren seine Stimme lieh) wirken alle sehr hölzern und wenig glaubwürdig.
Zur Ehrenrettung muss man aber auch betonen, dass es ihnen nicht leicht gemacht wurde, denn nicht nur vor der Kamera wurde Geld gespart. So waren nun nicht mehr John Stockwell und Lizzy Weiss als Regisseur bzw. Drehbuchautoren am Werk, sondern Mike Elliot (Regie) und Randall McCormick (Drehbuch). Beide sind nun mal nicht dafür bekannt, hochwertige Filme zu machen, sondern eher dafür, dass sie immer dann gerufen zu werden, wenn mal wieder eine billige Fortsetzung eines Kinohits produziert werden soll. Heraus kommt dann, wie im Fall von Blue Crush 2, ein lieblos wirkendes Drehbuch mit irgendwelchen fadenscheinigen Geschichten, die für den Zuschauer teilweise gar nicht nachvollziehbar sind. Zumindest glaube ich kaum, dass jemand nachvollziehen kann, dass man, wie es bei Dana der Fall ist, sauer sein kann, wenn man von seinem Vater gedrängt wird, doch bitte einen teuren Wagen anstatt eines Fahrrads zu fahren. Die Story ist also, kurz gesagt, vollkommen irrelevant und eigentlich nur ein nötiges Übel. Worum es in dem Film eigentlich geht, ist von vornherein ganz offensichtlich: stylische Surf-Bilder und knapp bekleidete junge Frauen – untermalt mit den passenden Klängen. Da aber leider auch an der Location (anstatt auf Hawaii spielt Blue Crush 2 an der Küste von Südafrika) und ebenso an Stunt Doubles gespart wurde, wirken die Bilder im kühlen Nass auch nicht mehr ganz so beeindruckend wie noch im ersten Teil (cool anzusehen sind die Aufnahmen im Wasser aber trotzdem). Immerhin schafft es der Film dennoch, das sorglose Surfer-Leben halbwegs gut herüberzubringen und dem Zuschauer zumindest auf diese Weise ein gutes Gefühl zu vermitteln. Zudem gibt es immer wieder sehr lustige Momente, die einen zum Lachen bringen.

Bild & Ton
Obwohl die Filme bereits 18 bzw. 9 Jahre auf dem Buckel haben, sehen sie noch verdammt gut aus. Vor allem die leuchtenden Farben (die aber dennoch nie übertrieben wirken) wissen vollends zu überzeugen und unterstreichen die Lebensfreude auch optisch noch einmal auf ganz besondere Art. Auch die Schärfe ist selbst für heutige Verhältnisse noch sehr gut und lässt einen sowohl in Totalen als auch in Nahaufnahmen sehr viele Details erkennen. Gleiches gilt auch für die dunkleren Szenen, in denen durch den ebenfalls guten Schwarzwert auch kleinste Feinheiten noch gut zu erkennen sind. Flimmern oder irgendwelche anderen Störungen gibt es keine.
Der Sound liegt sowohl im englischen Originalton als auch bei der deutschen Synchronisation in DTS-HD MA 5.1 vor und beide geben sich nicht viel, denn sowohl der englische als auch der deutsche Ton bieten guten Sound an. Vorherrschend sind hierbei in beiden Fällen die Dialoge, die dementsprechend auch kristallklar aus den Boxen kommen. Es gibt aber auch durchaus einige nette Soundeffekte, wie etwa die brechenden Wellen oder jubelnde Fans, die dann schön auf alle Boxen aufgeteilt aus selbigen erklingen, sodass man sich teilweise selbst wie in den Fluten vorkommt.

Bonusmaterial
Jeder Film verfügt über eigenes Bonusmaterial. Im Fall von Blue Crush 1 sind dies zunächst ein 14:32 Minuten langes Making-of, in dem Producer Brian Gracer und zahlreiche andere am Film Beteiligte über den Film sprechen und Einblicke in die Entstehung des selbigen geben. Anschließend erwarten uns ein Promo Clip (2:33 Min.) sowie vier Featurettes (insgesamt etwas über 9 Minuten lang), die neben zahlreichen, mit Musik untermalten Surf- und Skateboard-Szenen, auch die aufstrebende Frauenszene beim Surfen thematisieren – hierbei kommen neben Darstellerin Sànoe Lake, die auch privat Surferin ist, auch professionelle Surferinnen wie etwa Kate Skarratt zu Wort. Abschließend gibt es noch 18 Minuten lang unveröffentlichte Szenen aus dem Film. Obwohl es insgesamt also durchaus viele und lange Extras gibt, fehlt doch das gewisse Etwas. Ein Audiokommentar, in dem die DarstellerInnen ihre Eindrücke schildern, wäre hier zum Beispiel sehr interessant gewesen.

Blue Crush 2 hält im Vergleich zum ersten Teil ein noch größeres bzw. länger andauerndes Paket an Extras parat. Am Anfang erwarten einen dabei direkt die beiden Highlights. Denn neben dem rund 4 Minuten langen alternativen Filmanfang (der mir persönlich sogar besser gefallen hat, als der, der es dann schlussendlich in den Film geschafft hat) gibt es hier als nächstes nämlich direkt 10 unveröffentlichte Szenen, die insgesamt über 34 Minuten lang andauern. Darüber hinaus gibt es noch ein drei-minütiges Gag Reel, ein 12:25 Minuten langes Making-of, das einem ein paar Einblicke in die Entstehung des Films gewährt sowie drei Featurettes. Die erste „Die Jagd nach Wellen“ (7:42 Min.) stellt dabei eine coole Montage an Surf-Szenen dar. In „Rippin it! - Dreh der Surf-Szenen“ (8:51 Min.) dreht sich hingegen alles um die Szenen auf dem Wasser und die Herausforderungen, die diese beim Dreh mit sich brachten. Zum Abschluss sprechen Mitwirkende und Darsteller*innen in „Surf Safari – Filmaufnahmen in Südafrika“ (6:19 Min.) nochmal über Südafrika und die dortigen Drehorte.
Wie schon beim ersten Teil sind auch die Extras von Blue Crush 2 nicht mehr als eine nette Dreingabe. Teilweise werden zwar schöne Einblicke in die Entstehung des Films gegeben und auch die entfallenen Szenen sind ganz interessant, ansonsten sind die Extras aber genauso belanglos wie die Story des Films.

Ein absolutes Highlight-Extra gibt es am Ende aber doch noch. Allerdings ist dies nicht auf einer der beiden Blu-ray-Discs zu finden, stattdessen handelt es sich hierbei vielmehr um das Steel Case, in dem beide Discs vorzufinden sind. Dieses wurde nämlich sehr schön gestaltet und bietet mit seinen kräftigen Farben einen echten Blickfang, der sich in jedem Regal gut macht.


Fazit:
Wer sich das Blue Crush Double-Feature kauft, muss sich im Klaren sein, dass er sich damit keine hochtrabenden Filme mit tiefgängiger Story ins Haus holt. Obwohl Teil 1 hier noch etwas mehr zu bieten hat, als der völlig belanglose zweite Teil, geht es in beiden Fällen vor allem um das Surfen. Genau das wird in beiden Fällen mit tollen Aufnahmen und rasanten Montagen auf recht eindrucksvolle Art zelebriert (wobei Teil eins auch hier die Nase vorn hat).
Für Surf-Enthusiasten dürften die beiden Film also dennoch absolut empfehlenswert sein. Alle anderen können sich ja aber immerhin an den schönen Bildern oder am wundervoll gestalteten Steel Case erfreuen, welches dem einen oder anderen Sammler durchaus das Geld wert sein dürfte.


Originaltitel: Blue Crush 1 & 2
Darsteller: Ben Milliken, Benny Ou, Chris Fisher, Chris Taloa, Elizabeth Mathis, Gideon Emery, Isa Rahman, Joe Vaz, Kala Alexander, Kate Bosworth, Leon Clingman, Matthew Davis, Michelle Rodriguez, Mika Boorem, Sànoe Lake
Regisseur(e): John Stockwell, Mike Elliott
Veröffentlichung: 10. Juli 2020
Studio/Verleih: justbridge entertainment
Spieldauer:216 Minuten
Altersfreigabe: Freigegeben ab 6 Jahren

Wer jetzt Interesse daran hat, sich Blue Crush 1 & 2 zu kaufen, der kann dies u.a. über Amazon machen. Das DVD Double-Feature kostet 11,99 Euro, die limitierte Steel Edition auf Blu-ray 19,24 Euro.

Copyright: © justbridge entertainment
«  ZurückIndexWeiter  »


Special vom: 24.07.2020
Autor dieses Specials: Stefan.Heppert
Weitere Seiten innerhalb dieses Specials können über das seitliche Menü links oben aufgerufen werden.
Zurück zur Hauptseite des Specials