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Let's Watch: Battle Royale
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Let_s_watch


Battle_Royal_CoverBattle Royale
hatte es in Deutschland nicht leicht. Zunächst nur stark geschnitten erschienen, wurde der Film 2006 gänzlich indiziert. 11 Jahre später wurde die Indizierung nun aufgehoben, womit der Film jetzt auch in Deutschland gezeigt und verkauft werden darf. Capelight Pictures hat diese Chance genutzt, sich die Verkaufsrechte für Deutschland gesichert und bringt den Film am 28.04. auf DVD und Blu-ray heraus.

Japan zu Beginn des neuen Jahrtausends. Das Land befindet sich im Chaos und die Gewalt an Schulen ist völlig außer Kontrolle geraten. Die Regierung kontert mit einem neuen Gesetz: dem Battle Royale. Jährlich wird eine Schulklasse willkürlich ausgewählt und auf einer verlassenen Insel ausgesetzt. Die Schüler sind nun Teil eines „Spiels", das nur drei Regeln hat: es dauert drei Tage, jeder bekommt Verpflegung und eine Waffe, NUR EINER DARF ÜBERLEBEN.

Filmkritik
Warum Battle Royale hierzulande indiziert war, ist beim Schauen des Films durchaus nachvollziehbar. Hier wird nicht lang gefackelt und Morde an Jugendlichen nicht nur angedeutet, sondern explizit gezeigt. Da wird der Hals eines Schülers durch eine Sprengladung in Fetzen gerissen, ein abgetrennter Kopf mit einer Handgranate präpariert und in ein Gebäude geworfen oder befreundete Schulmädchen, die sich eben noch aufs Frühstück gefreut haben, schießen sich urplötzlich gegenseitig über den Haufen. Für schwache Mägen ist das wahrlich nichts.
Obwohl es also sehr brutal zugeht und auch nicht mit Kunstblut gespart wurde, ist Battle Royale kein Splatterfilm. Hinter dem ganzen Gemetzel steht tatsächlich eine ernst zu nehmende Botschaft, ja, eine Frage, die wir uns alle stellen können: wie würden wir agieren, wenn es wortwörtlich um Leben oder Tod geht. Wenn es heißt, ich oder er. Würden wir alle sozialen Aspekte, die wir alle als ganz normal erachten, über Bord werfen? Würden wir Freunde, mit denen wir gemeinsam in einem Basketballteam erfolge gefeiert haben, umbringen? Würden wir Freundinnen, die wir seit der Grundschule kennen, in die Augen schauen und ihnen eine Kugel in den Kopf jagen, um selber zu überleben? Genau diese Frage wird hier des Öfteren gestellt - und auf drastische, und nur selten auf menschliche Weise, beantwortet.
Hinter Battle Royale steckt aber noch mehr. Es geht auch um den Verlust des Respekts vor den Erwachsenen, aber gleichzeitig auch darum, dass die Erwachsenen keine Hoffnung mehr haben. Die Folge daraus ist, dass ganze Klassen die Schule verweigern und die japanische Wirtschaft ins Bodenlose zu sinken droht. Wie reagiert die japanische Regierung darauf? Sie entlässt ein makaberes Gesetz, den sogenannten Battle Royale Act, der vorsieht, dass sich die Schüler einer Klasse gegenseitig töten, bis nur noch einer übrig ist. Dass dies beweisen soll, welch Privileg es ist, in die Schule gehen zu dürfen, ist aber ganz offensichtlich nur ein Vorwand. Vielmehr geht es darum, den Kindern zu zeigen, wer die Macht hat und dass sie zu tun haben, was die Erwachsenen wollen. Regisseur Kinji Fukasaku hat also einen durchaus sozialkritischen Film erschaffen, der einen auch zum Nachdenken bringt.
Es gibt aber auch durchaus lustige Momente. Klar handelt es sich dabei meist um schwarzen Humor, doch die Gags beweisen, dass man auch in den schwärzesten Momenten nie ganz den Humor verlieren sollte.

Doch nicht nur die Geschichte und deren Botschaft macht aus Battle Royale einen besonderen Film, auch die schauspielerische Leistung lässt ihn zu einem solchen werden. Besonders hervorzuheben sind hier Chiaki Kuriyama (die später in Quentin Tarantinos Kill Bill 1 die Rolle von Gogo übernommen hat), Takeshi Kitano sowie Kou Shibasaki, die den Prototyp des unschuldig aussehenden Schulmädchens mit tiefen emotionalen Problemen spielt. Auch wenn diese beiden ein wenig herausstechen, spielt der Cast insgesamt so überzeugend, dass man ihren Schmerz, ihre Verzweiflung, ihre Panik beinahe spürt. Abgerundet wird all dies durch den ebenso eindrucksvollen Soundtrack, der manche Szenen nahezu kontrastiert.

Bild & Ton
Da wir diesmal leider nur einen Streaminglink und nicht die verkaufsfertige Blu-ray zum Betrachten des Films hatten, können wir zu Bild & Ton der Blu-ray nichts sagen.

Bonusmaterial
Auch zur Qualität der Extras können wir aufgrund der fehlenden Blu-ray-Version leider keine Angaben machen.
Wer sich Battle Royale auf Blu-ray holt, bekommt aber ein vollgepacktes Paket. Der Film erscheint auf Blu-ray nämlich in der limitierten 4-Disc Steelbook-Edition. Diese wird neben dem Extended Cut der ungekürzten Kinofassung (Disc 1) auch die ungekürzte Kinofassung (Disc 2),sowie den Extended Cut (Disc) beinhalten. Zudem erwarten einen auch noch zahlreiche Trailer sowie auf Disc 4 mehrere Behind the Scenes, Trailer, TV-Spots & Commercials, ein Feature über die Musik von Battle Royale, Promotion & Premieren, sowie zwei weitere Features „The Correct Way to Make Battle Royale“ und „The Correct Way to Fight in Battle Royale“.

Fazit:
Zur Qualität der Blu-ray oder DVD kann ich leider nichts sagen. Doch das brauche ich auch gar nicht um Battle Royale dennoch jedem volljährigen Film-Enthusiasten empfehlen zu können, denn hinter dem augenscheinlich ultra-brutalen Schüler-Gemetzel, steckt ein wahres Meisterwerk, das eine tiefgründige Botschaft vermittelt und einen so selber zum Denken anregt.

Originaltitel: Batoru rowaiaru
Darsteller: Aki Maeda, Chiaki Kuriyama, Sayaka Kamiya, Takayo Mimura, Takeshi Kitano, Tatsuya Fujiwara, Yukihiro Kotani, u.a.
Regisseur(e): Kinji Fukasaku
Veröffentlichung: 28. April 2017
Studio/Verleih: Capelight Pictures
Spieldauer: 122 Minuten
Altersfreigabe: Freigegeben ab 18 Jahren


Wer jetzt Interesse daran hat, sich Battle Royale zu kaufen, kann dies u.a. über Amazon machen. Den Film gibt es dabei ab 9,98Euro auf Blu-ray und DVD.
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Special vom: 18.04.2017
Autor dieses Specials: Stefan Heppert
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