Splashpages  Home Games  Specials  Let's Watch: Solo: A Star Wars Story  Let's Watch: Outrage Trilogie
RSS-Feeds
Podcast
http://www.splashgames.de/php/images/spacer.gif
In der Datenbank befinden sich derzeit 376 Specials. Alle Specials anzeigen...
Specials Eventspecials

Let's Watch: Outrage Trilogie
«  ZurückIndexWeiter  »
Let_s_watch


outrage_trilogie_coverPassend zur Veröffentlichung des dritten und letzten Outrage-Films Outrage Coda, veröffentliche capelight pictures auch die gesamte Trilogie in einem wundervollen Digipak, das wir uns hier einmal genauer ansehen wollen.

Tokios Unterwelt wird von erbitterten Machtkämpfen zwischen rivalisierenden Yakuza-Clans beherrscht. Inmitten der blutigen Bandenkriege befindet sich Otomo, ein abgebrühter Yakuza der alten Schule, der in dieser korrupten Welt ohne Helden die Drecksarbeit für die Gangsterbosse erledigt. Unbarmherzig und unberechenbar begibt er sich immer wieder zwischen die Fronten der verfeindeten Syndikate.

Filmkritik
Eines vorweg: Wer hofft, dass ich an dieser Stelle zu jedem einzelnen der drei Filme etwas schreibe, den muss ich leider enttäuschen. Auf diese Weise würde ich einfach viel zu viel spoilern, weshalb ich mich dazu entschlossen habe, die Filme der Trilogie hier als einen anzusehen. Aus diesem Grund werde ich auch nur oberflächlich über die Geschichte schreiben und zum Beispiel nicht auf Ereignisse eingehen, die im zweiten oder dritten Teil geschehen.

Die Outrage-Trilogie, die aus dem 2010 erschienenen Outrage, Outrage Beyond (aus dem Jahr 2012) und Outrage Coda (2017) besteht, erzählt die Geschichte von Otomo, einem Yakuza der alten Schule, der für die Gangsterbosse die Drecksarbeit erledigt, im Verlauf der Filme aber einige Lebensveränderungen erfährt (die ich hier aber, wie gesagt, nicht verraten werde).
Zugegebenermaßen, das Thema Yakuza ist sicherlich nicht neu. Doch im Gegensatz zu den unzähligen Hollywood-Filmen, die es im Laufe der Jahre gab, zeigt die Outrage-Trilogie kein stereotypisches, ja teilweise sogar romantisierendes Bild der Gangsterclans, sondern wie sie tatsächlich agieren. Dazu gehört nun mal nicht nur viel Gewalt, die vor allem im ersten Film explizit gezeigt wird, sondern auch Machtkämpfe zwischen den verschiedenen Clans und sogar innerhalb eines Clans. Schließlich spielen in Japan und in der Yakuza im speziellen Ehre und Respekt eine große Rolle und genau das wird hier auf eindrucksvolle Art gezeigt. Für jemanden, der sich mit der japanischen Kultur nicht so auskennt und auch die Yakuza nur von Hollywood-Filmen kennt, ist es deswegen auch gar nicht so einfach, manche Taten richtig zu verstehen und einzuordnen. Erschwerend kommt hinzu, dass im Verlauf der drei Filme zahlreiche Figuren auftauchen und verschwinden, weshalb es auch hier nicht ganz so einfach ist, hier nicht den Überblick zu verlieren. All das ändert aber nichts daran, dass der Einblick, den die Trilogie einem in die Welt der Yakuza gewährt, absolut fantastisch und fesselnd ist.

Neben der spannenden und faszinierenden Geschichte ist es natürlich Takeshi Kitano, der die Outrage-Trilogie so sehenswert macht. Hier muss ich auch einmal kurz persönlich werden und mich bei capelight pictures bedanken. Denn ohne ihre Blu-ray-Veröffentlichungen wäre mir dieser brillante Mann sicherlich bis heute vollkommen unbekannt geblieben (das er hinter der Rolle von Fürst Takeshi aus der japanischen Spielshow Takeshi's Castle steckt, wissen schließlich nur die allerwenigsten). Dabei ist der Japaner, der in seiner Heimat schon lange Kultstatus erreicht hat, ein echter Tausendsassa. Neben seinen Regie-, Schauspieler-, Autoren- und Cutter-Tätigkeiten hat er sich nämlich auch als Maler, Moderator, Kabarettist und Comedian einen Namen gemacht. Durch die Blu-ray-Veröffentlichungen wurde ich aber eben doch auf ihn aufmerksam und zähle ihn seitdem zu meinen absoluten Lieblingsschauspielern.

Auch in der Outrage-Trilogie spielt er wieder herausragend, wobei er auch hier nicht auf seinen ganz eigenen Stil verzichtet. Denn obwohl die gesamte Trilogie sehr ernst und brutal ist, wirkt Kitano hier zu keiner Zeit verbissen oder verbittert. Vielmehr erkennt man in seinen Augen immer den „kleinen Schelm“, der seine komödiantische Ader nicht ganz ausblenden kann. Doch genau das ist es, was Kitano ausmacht und zu einem so brillanten Schauspieler werden lässt. Er schafft es, selbst die brutalste oder grummeligste Figur noch irgendwie sympathisch rüberzubringen – dies durfte man schon in Kikujiros Sommer und Battle Royale bewundern und darf dies nun eben auch in allen drei Outrage-Filmen.

Bild & Ton

Das Bild aller drei Filme ist tadellos, wobei man den ersten beiden mittlerweile natürlich schon in manchen Belangen ihr Alter anmerkt. Gerade was den Kontrast und die Detailschärfe angeht, ist Outrage Coda den beiden anderen überlegen. Das ändert aber nichts daran, dass hier insgesamt ein wunderbares Bild gezeigt wird, das mit seinem etwas dreckigen und düsteren Touch perfekt in die Welt der Yakuza passt. Der Schwarzwert ist ebenfalls in allen drei Teilen sehr gut.
Alle drei Filme liegen sowohl in der deutschen sowie der original japanischen Fassung in DTS-HD Master Audio 5.1 vor und bieten allesamt eine sehr gute Räumlichkeit. Gerade wenn mal wieder geschossen oder gebrüllt wird (was beides sehr oft der Fall ist), kann man richtig hören, aus welcher Richtung der Sound kommt. Hier kommt dann auch der Subwoofer sehr gut zum Einsatz. In leiseren Passagen dominieren natürlich die Frontlautsprecher, was sich aber ebenso gut anhört, zumal die Abmischung so perfekt ist, dass auch die leiseren Dialoge stets kristallklar zu vernehmen sind.

Bonusmaterial
Das Angebot an Bonusmaterial, das die Trilogie bietet, ist insgesamt sehr groß. Allerdings nimmt es auch mit jedem weiteren Film ab.
Die meisten Extras sind folgerichtig auf der Blu-ray des ersten Films zu finden. Hier gibt es neben elf Interviews, die insgesamt 33:49 Minuten lang gehen und neben Takeshi Kitano auch jeden weiteren wichtigen Darsteller beinhalten, auch ein interessantes Behind the Scenes (11:47). Ein weiteres Interview erwartet einen im Featurette „Four Shots“ (13:53), das direkt von der japanischen Filmpremiere bzw. der dazugehörigen Pressekonferenz stammt und vier Hauptdarsteller sich den Fragen der Journalisten stellen. Im rund 37-minütigen Making of „Outrage – Inside Out“ erhält man wiederum einen interessanten Einblick in die Entstehung des Films, während „From the Stages“ (24:06) bzw. „Cannes (9:24) die japanische bzw. die Premiere bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes dokumentieren. Abgerundet werden die Extras mit dem offiziellen japanischen und deutschen Trailer zum ersten Outrage-Film.

Auf der Disc von Outrage Beyond erwartet einen das mit knapp einer Stunde Laufzeit sehr ausführliche Making-of Outrage „Further“ Beyond, das einem nicht nur nochmal die Geschehnisse aus dem ersten Teil ins Gedächtnis ruft, sondern unter anderem auch Fragen beantwortet, wie die Schauspieler über ihre jeweiligen Rollen denken und wie sie es fanden diese zu verkörpern. Zudem gibt es hier natürlich auch wieder viele Einblicke hinter die Kamera – und all das wird von Katsunori Takahashi kommentiert, der hier, im Gegensatz zu seiner Rolle Jo, endlich auch mal was sagen darf.
Neben dem wirklich äußerst interessanten Making of gibt es noch einen gut vier Minuten langen Rückblick auf die Premiere bei den Filmfestspielen von Venedig, den original und deutschen Filmtrailer sowie den offiziellen deutschen Teaser zum Film.

Die Blu-ray zu Outrage Coda ist, was die Extras angeht, eine herbe Enttäuschung, denn mehr als den Kinotrailer sowie weitere capelight pictures Filmtipps, gibt es hier leider nicht. Warum hier auf jegliche Extras verzichtet wurde, ist mir jedoch schleierhaft. Schließlich beweist die gleichzeitige Einzelveröffentlichung des Films, dass es genügend Extras gegeben hätte, die man auf die Disc hätte packen können. Doch dieses Vergnügen hält man den Käufern der Trilogie leider vor. Nichtsdestotrotz bietet die Trilogie insgesamt ein sehr ausführliches und vor allem interessantes Angebot an Extras, das einem viele zusätzliche Informationen bietet.


Fazit:
Ich bin ein großer Fan von Mafia-Filmen und die Outrage-Trilogie gehört für mich zu den besten, was dieses spezielle Genre zu bieten hat. Mit ihrem unverschönten Blick in die Welt der Yakuza, erinnert sie sehr stark an Der Pate.
Technisch geben sich alle drei Filme keinerlei Blöße, wirken aber dennoch etwas rau – was aber gewollt und perfekt passt. Schade ist nur, dass es zu Outrage Coda keinerlei Extras gibt. Das sollte aber niemanden davon abhalten, sich die Outrage-Trilogie zu kaufen – natürlich vor allem, wenn man wie ich Fan von Mafia- bzw. Yakuza-Filmen ist.


Originaltitel: Outrae, Outrage Beyond, Outrage Coda
Darsteller: Hakuryu, Hiro Honda, Ikuji Nakamura, Kanji Tsuda, Ken Mitsuishi, Ren Ôsugi, Sansei Shiomi, Taizô Harada, Takeshi Kitano, Tatsuo Nadaka, Toshiyuki Nishida, Yutaka Matsushige, u.a.
Regisseur(e): Takeshi Kitano
Veröffentlichung: 14. September 2018
Studio/Verleih: capelight pictures
Spieldauer: 325 Minuten
Altersfreigabe: Freigegeben ab 18 Jahren 

Wer jetzt Interesse daran hat, sich die Outrage Trilogie zu kaufen, der kann dies u.a. über Amazon machen. Die Blu-ray-Collection gibt es zu einem Preis von 30,99 Euro.

© capelight pictures
«  ZurückIndexWeiter  »


Special vom: 02.10.2018
Autor dieses Specials: Stefan Heppert
Weitere Seiten innerhalb dieses Specials können über das seitliche Menü links oben aufgerufen werden.
Zurück zur Hauptseite des Specials