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Kurz vorgestellt: The Disney Afternoon Collection
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Wenn heute ein Jump 'n' Run im Disney-Universum erscheint, kann man mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass es ein in allen Belangen kindgerechtes Spiel sein wird. Ende der 1980er, Anfang der 90er war das noch ganz anders. Zwar stammte das Setting damals aus bekannten Disney-Serien, die jedes Kind mochte, doch der Schwierigkeitsgrad ließ selbst Bomberman-Könner verzweifeln. Jetzt - mehr als 20 Jahre später - dürfen wir uns noch mal dran versuchen. Mit The Disney Afternoon Collection hat Capcom nämlich kürzlich sechs ihrer legendären und knüppelharten Disney-Jump 'n' Runs noch mal für PC, PS4 und Xbox One herausgebracht.

Als kleiner Knirps war es für mich ein Pflichttermin: jeden Samstag Nachmittag saß ich vor dem Fernseher und schaute mir auf ARD den Disney-Club an. Schließlich liefen da meine absoluten Lieblingsserien DuckTales, Chip & Chap, Darkwing Duck und Käpt'n Balu. Klar das auch jede Folge auf VHS aufgenommen und in der folgenden Woche etliche Male angeschaut wurde, so das ich danach jede Folge mitsprechen konnte. Meinen Eltern ist dies natürlich nicht entgangen und schenkten mir - im Glauben mir etwas Gutes zu tun - in schöner Regelmäßigkeit die NES-Spiele zu meinen Lieblingsserien. Was sie nicht wussten: die Spiele waren knüppel schwer, weshalb ich keines davon auch nur ansatzweise durchzuspielen vermochte.
Jetzt, mehr als 20 Jahre später, kann ich dies endlich nachholen, denn mit der Disney Afternoon Collection hat Capcom genau die sechs Spiele in eine Kollektion gepackt, die mich als kleiner Junge schier zur Verzweiflung gebracht haben.

DuckTales, woo hoo

Am besten in Erinnerung ist mir dabei DuckTales geblieben. Doch auch jüngeren dürfte das Spiel etwas sagen, schließlich wurde es erst im letzten Jahr als Remastered auf der Xbox One und PS4 veröffentlicht. Für alle, die es nicht kennen: bei dem Spiel handelt es sich, genau wie bei allen anderen Spielen in dieser Collection, um einen Sidescroller, in dem Onkel Dagobert auf der Suche nach Schätzen die ganze Welt bereist.
In DuckTales 2, welches 1993 für den NES erschien und ebenfalls Teil dieser Collection ist, ist Onkel Dagobert ein weiteres Mal auf Schatzsuche. Allerdings muss er sich diesmal gegen seinen Erzfeind Mac Moneysac behaupten, der ebenfalls auf der Jagd nach dem alten Duckschen Familienschatz ist.

ducktales

Chip, Chip, Chip, Chip und Chap, Ritter des Rechts
Ebenso wie DuckTales ist auch Chip 'n' Dale, hier wohl besser als Chip & Chap: Die Ritter des Rechts bekannt, mit zwei Spielen in der Collection vertreten. Die beiden Spielen aus den Jahren 1990 bzw. 1994 wirken spielerisch nicht ganz so poliert wie die beiden DuckTales-Teile. Im vergleich zu den Abenteuern rund um Dagobert Duck, sind Chip & Chap 1 und 2 nicht nur noch mal eine Schippe schwerer, sondern haben obendrein auch noch recht frustige Passagen.

Zwo-Eins-Risiko
Frustige Passagen gibt es leider auch in Darkwing Duck aus dem Jahr 1992. Der maskierte Superheld hat es nämlich mit widerstandsfähigen Gegnern zu tun, denen man scheinbar einfach nicht Herr wird. Das hat mich als Kind schon extrem frustriert und schaffte es auch dieses Mal wieder.

Ohije, Balu, Ohijo, Balu
Vervollständigt wird das Sextett von TaleSpin, oder besser gesagt Käpt'n Balu und seiner tollkühne Crew, wie es hierzulande heißt. Das Spiel fällt in einigen Punkten aus dem Rahmen. Zum einem ist es das Einzige der sechs Spiele, bei dem das Bild automatisch scrollt, was bedeutet, dass es doppelt knifflig ist. Zum anderen ist es auch das einzige Flugspiel in der Collection. In TaleSpin geht es nämlich darum, dass man mit Balu und seinem kleinen Bärenkumpel Kit Wolkenflitzer in der Seegans für Rebecca Cunningham in den Levels Waren aufnimmt. Dies ist aber nicht die einzige Herausforderung, mit den sich die Bären auseinandersetzen müssen. Währenddessen greifen einen nämlich immer wieder die Luft Piraten rund um Don Kanaille an, die vom bösen Tiger Shir Khan angeheuert wurden, um die Geschäfte von Cunningham zu zerstören und sie aus dem Business zu drängen.
Die Geschichte mag hier sicherlich die Interessanteste sein, spielerisch fällt es allerdings ab. Das Leveldesign weiß hier nämlich gar nicht zu überzeugen und es ist einfach nur frustrierend, wenn man immer wieder an derselben Stelle scheitert.

darkwing

Technisch gelungen
Gut gelungen, und zwar nicht nur bei TaleSpin, sondern generell bei allen in der Collection befindlichen Spiele, ist die Technik. Klar, grafisch ist die 8-Bit-Optik auch keine große Herausforderung für die heutigen Konsolen, weshalb es eigentlich logisch ist, dass es zu keiner Zeit auch nur ein Hauch von Ruckeln aufkommt. Das aber die Steuerung und Kollisionsabfrage genauso perfekt sind, wie man es vom NES in Erinnerung hat, ist dann aber doch ein Lob wert - da haben wir bei Remastered-Spiele ja leider schon des Öfteren andere Erfahrungen machen müssen.

Eine echte Erfahrung
Apropos Erfahrung: für alle die zu Jung waren, um die Spiele auf dem NES gespielt zu haben und bisher auch noch keine Remastered-Version eines Spiels aus dieser Zeit gespielt haben, wird die Disney Afternoon Collection eine echte Erfahrung sein. Annehmlichkeiten wie man sie heutzutage kennt, gab und gibt es hier nämlich so gut wie keine. Capcom hat zwar eine Speicherfunktion, die es einem ermöglicht in jedem Spiel einen Speicherstand anzulegen (früher musste man die Spiele tatsächlich an einem Stück durchspielen oder die Konsole über Nacht laufen lassen), sowie eine Rückspulmöglichkeit, durch die man Fehler ausbügeln kann, integriert, doch ansonsten ist alles wie damals. Wer hier erfolgreich sein will, muss wirklich Skills haben, ansonsten wird man nicht weit kommen - egal welches der sechs Spiele man auch spielt.

Ab ins Museum
Doch selbst wenn man nie das Ende eines Spiels zu Gesicht bekommt, lohnt sich das Spielen allein aufgrund der kultigen und unvergleichlichen 8-Bit-Sounds, die wohl nicht nur bei mir nostalgische Gefühle wecken. Diese kann man aber nicht nur in den Spielen genießen. Capcom hat nämlich ein paar nette Extras in die Collection gepackt, unter anderem eben auch die kompletten Soundtracks sämtlicher Spiele. Außerdem kann man sich im "Museum" auch Infos, Artworks und die Original-Cover aller Spiele anschauen.
Zusätzlich dazu bietet die Collection auch noch die Möglichkeit die Spiele im Zeitangriff und Bosslauf zu spielen, wobei in diesen Modi die Rückspul- und Speicherfunktionen abgeschaltet sind.



Fazit:

Zugegeben, aufgrund meiner persönlichen Vorgeschichte mit DuckTales, Käpt'n Balu und Co. würde ich die Disney Afternoon Collection selbst dann spielen, wenn sie die schlechteste Retro-Collection überhaupt wäre. Doch zu meinem Glück ist sie das nicht, weshalb ich sie auch, ganz objektiv, jedem Retro-Fan nur empfehlen kann. Wer sich die Collection kauft, bekommt nämlich für knapp 20 Euro einen echte Nostalgie-Flash, der einen nicht nur spielerisch, sondern auch technisch zurück in die späten 80er/frühen 90er katapultiert.
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Special vom: 01.05.2017
Autor dieses Specials: Stefan Heppert
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