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Kurz vorgestellt: Mia and the Dragon Princess
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Mit Spielen wie oder hat sich Wales Interactive in den letzten Jahren als DIE Schmiede für FMV-Titel herauskristallisiert. Vor kurzem erschien mit Mia and the Dragon Princess das neueste Werk des im kleinen walisischen Städtchen Penarth beheimateten Indie-Studios.

Bevor wir zum eigentlichen Spiel kommen, hier nochmal ein paar Worte darüber, was ein FMV-Spiel überhaupt ist. Denn auch wenn wir bereits einige dieser Genre-Vertreter vorgestellt haben, soll es ja doch noch Leute geben, die noch nie etwas von diesen doch recht speziellen Spielen gehört haben.
Am einfachsten lässt sich ein FMV-Spiel sicherlich mit einem Visual Novel vergleichen. In beiden Fällen folgt man nämlich einer Geschichte, die man durch ein paar kleine Entscheidungen beeinflussen und so den Ausgang der Geschichte mitentscheiden kann. Der große Unterschied liegt allerdings darin, dass man in einem Visual Novel-Spiel lediglich (gezeichnete) Standbilder zu sehen bekommt, während in einem FMV-Spiel quasi ein Film mit realen Schauspieler*innen abläuft.

Nachdem dies nun kurz und bündig geklärt wurde, nun aber endlich zum eigentlichen Spiel. In Mia and the Dragon Princess dreht sich alles um die im Titel vorkommende Mia, die eigentlich ein ganz normales Leben als Barfrau lebt. Das ändert sich aber schlagartig, als eines Tages eine fremde Frau in ihrer Bar auftaucht und ihr ohne selber Englisch sprechen zu können klarmacht, dass sie vor brutalen Schlägern davonläuft. Ohne zu wissen, wer die Frau ist, kümmert sich Mia um die Fremde und findet so bald heraus, dass es sich bei ihr um eine Piratin aus Südostasien des 17. Jahrhunderts handelt, die nach einem Schiffsunglück in der Arktis eingefroren und erst jetzt wieder aufgetaut ist. Ebenso erfährt Mia, dass die Fremde obendrein auch noch direkt mit einem mysteriösen Ereignis im Zusammenhang steht, an dem noch heute Nachfahren eines Piraten interessiert sind.

Wer Wales Interactive-Spiele kennt, merkt bereits an diesen wenigen Sätzen, dass Mia and the Dragon Princess, die wohl bisher bizarrste Story erzählt. Das alleine wäre im Grunde gar nicht schlimm, sondern sogar mal erfrischend und interessant. Doch leider verpasste es Regisseur und Drehbuchautor Richard Foster die Story wirklich gut zu erzählen. Es macht beinahe den Eindruck, als ob sie zu viel wollten. Und es dann leider nicht schafften, in den doch arg begrenzten Zeitrahmen, der hier wie in jedem anderen FMV-Spiel um die 60 Minuten beträgt, all die Handlungen, die angerissen werden, ordentlich unterzubringen. Die Folge daraus ist, dass man im Grunde nie exakt weiß, worum es überhaupt geht, sondern alles Vage oder zumindest oberflächlich bleibt. Auch das Erzähltempo ist dadurch alles andere als ideal, sondern wirkt wie gehetzt. Es gibt so gut wie keine Szene, die von Anfang bis Ende harmonisch wirkt, stattdessen scheint es so, als ob nur das allerwichtigste ins Spiel genommen wurde, wodurch sie oft wie abgeschnittenen wirken.
All das ist wirklich schade. Nicht nur, weil die Geschichte sicherlich viel Potenzial gehabt hätte, sondern auch, weil Wales Interactive vorher schon einige Male bewiesen hat, dass sie es sehr viel besser können.

Die Schauspieler*innen legen trotz alledem eine gute Performance hin. Dass dies so ist, liegt natürlich auch daran, dass hier wieder einmal mehr echte Profis am Werk waren. Mit der in Schweden geborenen MyAnna Buring (Doomsday – Tag der Rache, Breaking Dawn – Bis(s) zum Ende der Nacht: Teil 2), Paul McGann (Die Königin der Verdammten, Die drei Musketiere), Noa Nikita Bleeker (Ted Lasso), Georigina Leonidas (Harry Potter und der Halbblutprinz, Harry Potter und die Heiligtümer des Todes: Teil 1 + 2, Nine) sowie Brian McCardie (Six Four, Drecksau) und Dita TanTang (Chronicles of Syntax) sind hier nämlich allesamt Darsteller*innen dabei, die man bereits in größeren oder gar großen Produktionen gesehen hat.


Fazit:
Ich freue mich über jedes neue FMV-Spiel von Wales Interactive. Denn in der Regel kann man davon ausgehen, dass man hier einen guten interaktiven Film erhält, bei dem nicht nur die Geschichte gut geschrieben ist, sondern auch schauspielerisch überzeugen kann.
Doch wie heißt es so schön: Ausnahmen bestätigen die Regel. Und eine solche Ausnahme ist bedauerlicherweise Mia and the Dragon Princess geworden. An der Leistung der Schauspieler*innen gibt es hier zwar ebenfalls nichts auszusetzen, doch leider ist der Film selber diesmal alles andere als gelungen. Durch die vielen Handlungsstränge und den damit verbundene Geschichten, die erzählt werden müssen, wirkt der Film viel zu voll. Die Folge davon sind unfertig erzählte Stränge und ein viel zu gehetztes Tempo.Fans von FMV-Spielen können natürlich trotzdem gerne hineinschauen, doch leider wird Mia and the Dragon Princess wohl auch nur für echte Fans bleiben und wird nicht, wie die Spiele von Wales Interactive es sonst machen, Genre-Neulinge anlocken können.

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Special vom: 22.05.2023
Autor dieses Specials: Stefan.Heppert
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