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Kurz vorgestellt: Lake
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Manchmal benötigt man Spiele, bei denen man einfach abschalten und relaxen kann und sich quasi um nichts Sorgen machen muss. Genau ein solches Spiel ist Lake von Gamious. Hier geht es nämlich nicht darum, irgendwen abzuschießen, sich ums genaue Timing zu kümmern oder die letzte Hundertstelsekunde auf einer Rennstrecke zu suchen. Stattdessen geht es hier entschleunigt zu, was nicht nur an der im Spiel herrschenden Zeit liegt.

Lake spielt nämlich im Jahr 1986, also vor der Zeit von Internet und Handy. Computer gab es allerdings bereits, wie unsere Protagonistin nur allzu gut weiß. Die Vierzigjährige ist nämlich in einer Softwarefirma tätig und sitzt quasi den ganzen Tag vor der Kiste und ist dabei ständig unter Strom. Da kommt der Anruf ihres Vaters gerade recht, der sie bittet, zurück in ihr altes Heimatstädtchen zu kommen, um ihn dort 14 Tage lang als Postbote*in zu vertreten. Meredith muss nicht lange überlegen und macht sich schon wenig später auf den Weg.

Providence Oaks in Oregon ist dabei das genaue Gegenteil von der stressigen Großstadt. Das kleine Städtchen, das an einem malerischen See liegt (dem das Spiel auch seinen Namen verdankt), ist verschlafen und Stress ist hier ein absolutes Fremdwort.
Am ersten Tag werden wir noch von einem alteingesessenen Postboten eingearbeitet, jedoch ist der Anspruch der Arbeit und somit auch der, der an uns Spieler*innen gesetzt wird, wirklich überschaubar. Im Grunde gilt es nur, mit dem alten Postauto durch die Gegend zu fahren und überall da Stopp zu machen, wo entweder ein Brief oder ein Paket, das wir dann noch aus dem Laserraum unseres Wagens holen müssen, abgegeben werden soll. Wo genau dies ist, wird uns glücklicherweise auf einer Karte angezeigt, die wir uns auch jederzeit formatfüllend anzeigen lassen können - ansonsten ist sie als Minimap in der unteren Ecke zu sehen.
Das war es im Prinzip auch schon. Ansonsten gilt es nur noch, sich mit den Einwohnern von Providence Oaks zu unterhalten. Dabei treffen wir teilweise auf ganz neue Gesichter, teilweise aber auch auf alte Bekannte, die uns noch aus Kinder- und Jugendzeiten kennen. Die Charaktere sind dabei herrlich normal, wenngleich die alte Katzendame durchaus etwas schrullig wirkt. Auch die Dialoge sind (für Videospiele) ungewohnt bodenständig und könnten so tatsächlich in kleinen Orten, in denen plötzlich ein ganz neues bzw. ein altbekanntes Gesicht nach Jahren wieder auftaucht, stattfinden. Dank unterschiedlicher Dialogoptionen können wir immer wieder Einfluss auf die Gespräche nehmen. Ein Falsch oder Richtig gibt es bei der Auswahl übrigens nicht. Die Dialogoptionen haben wirklich nur Auswirkungen auf das gerade stattfindende Gespräch, Auswirkungen auf die weitere Geschichte haben sie hingegen nicht.
Genauso wenig gilt dies für das jeweilige Ende unseres Arbeitstages, den wir mit Freunden, allein vor dem Fernseher oder mit einem Buch verbringen können. Auch hier hat unsere Entscheidung keine weiteren nennenswerten Auswirkungen.
Für den einen oder anderen mag sich all dies jetzt wahrscheinlich wenig spannend anhören und tatsächlich ist es das auch nicht. Allerdings möchte das Spiel auch gar nicht spannend sein, sondern eben entspannend und leichtflüssig und genau das ist es.

Passend dazu präsentiert sich auch die Grafik, die farbenfroh und ebenfalls sehr idyllisch daherkommt. Auch der etwas schlichte Look, der sehr comicartig wirkt und mit großen Grafikeffekten wenig am Hut hat, passt meiner Meinung nach perfekt zu diesem Spiel. Das einzige, was ich ein wenig bemängle, sind die teils sehr harten Schnitte. So gibt es zum Beispiel keinerlei Sequenzen, die zeigen, wie Meredith nach der Arbeit nach Hause geht, stattdessen sieht man sie plötzlich auf ihrer heimischen Couch sitzen. Diese harten Schnitte nehmen einen ein wenig aus dieser Spielwelt heraus – wirklich tragisch sind sie aber dennoch nicht.
Was mir sehr gut gefallen hat, ist die englische Synchro, die wirklich hervorragenden geworden ist und jedem Charakter eine passende Stimme verleiht. Eine deutsche Synchro gibt es allerdings leider nicht. Dafür aber deutsche Texte und Untertitel, die – bis auf ein paar kleinere Übersetzungsfehler – auch sehr gut geworden sind.


Fazit:
Lake ist das perfekte Spiel, um abzuschalten und zu entspannen. Mit seinem simplen aber dennoch faszinierenden Gameplay, dem betont ruhigen Ton, den sympathischen Charakteren und der idyllischen Landschaft ist es genau das richtige Spiel nach einem stressigen Tag.
Da stört selbst die kurze Spielzeit von lediglich vier Stunden kaum – denn diesen Trip an den See kann man gerne auch öfters machen.

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Special vom: 07.09.2021
Autor dieses Specials: Stefan.Heppert
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