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Kurz vorgestellt: Dark Nights with Poe and Munro
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Früher war das Spektrum an Spielen recht überschaubar. Es gab Shooter, Adventures, Sportspiele und noch eine Handvoll anderer Genres. Doch mit der Zeit entwickelte sich das Medium immer weiter und wie bei Filmen oder auch Zeitschriften kamen immer mehr Genres hinzu. Viele davon haben mit dem ursprünglichen Gaming nicht mehr viel zu tun, sind aber gerade deswegen so interessant. Eines dieser Genres sind etwa die FMV-Adventures (Full Motion Video-Adventures), also jene Spiele, in denen man echte Filmszenen präsentiert bekommt und der/die Spieler:in lediglich an bestimmten Stellen Entscheidungen treffen darf, um so die Story zu beeinflussen. Die auch gerne als interaktive Filme bezeichneten Spiele waren in den frühen und Mitte der 90er schon einmal recht beliebt (u.a. durch The 7th Guest oder Tex Murphy), verschwanden dann aber wieder von der Bildfläche (was vielleicht auch an der unterdurchschnittlichen Qualität der allermeisten FMV-Adventures dieser Zeit lag). Seit ein, zwei Jahren feiern sie aber ein Comeback, woran auch die D'Avekki Studios nicht ganz unschuldig sind. Dieser in Wisbech, England beheimatete Publisher hat es sich nämlich, genau wie Wales Interactive, zur Aufgabe gemacht, die FMV-Adventures wieder auferstehen zu lassen und brachte mit The Infectious Madness und The Shapeshifting Detective bereits zwei sehr spannende FMV-Adventures heraus. Nun folgte mit Dark Nights with Poe and Munro das dritte Spiel, das seit einigen Tagen auch auf dem Xbox Marketplace und im PlayStation Store erhältlich ist.

Dark Nights with Poe and Munro ist nicht nur der Titel des Spiels, sondern auch der Name der Radioshow, die hier als Dreh- und Angelpunkt dient. Poe und Munro sind dabei die beiden Hosts dieser im kleinen August beheimateten Show, in der sie miteinander und mit den Zuhörern Nacht für Nacht über unheimliche und mysteriöse Dinge sprechen. In der Regel beschränken sich diese Dinge auf Geschichten oder Anekdoten, doch manchmal kommt es auch ganz anders. So wie in der Episode, in der ein gewisser Frankie anruft. Anstatt über einen Alptraum oder ähnliches zu sprechen, scheint er Poe und Munro persönlich zu kennen, was er mit der Kenntnis ihrer echten Vornamen, die die beiden noch nie kundgetan haben, beweist. Als ob das noch nicht unheimlich genug wäre, droht er auch noch damit, Munro zu töten.


Wie die Geschichte für Poe und Munro ausgeht, liegt nun an uns Spielern/Spielerinnen. Zwischen den Filmsequenzen werden uns nämlich immer wieder Entscheidungen zur Auswahl gestellt, die das Spielgeschehen insofern beeinflussen, dass man unterschiedliche Filmsequenzen zu sehen bekommt. Normalerweise sind diese Entscheidungen anhand von kleinen Textpassagen ins Spiel integriert. Aber nicht in diesem Fall. Die D'Avekki Studios haben nämlich einen sehr eleganten Weg gefunden und bieten dem Spieler immer verschiedene Gegenstände an, die etwa im Studio zu sehen sind. Nur einmal wird mit diesem sehr immersiven Weg gebrochen.
Insgesamt nehmen wir so auf sechs Episoden Einfluss, wobei diese immer eigene, abgeschlossene Geschichten beinhalten. Nur die heimliche Romanze zwischen Poe und Munro, und natürlich die Radioshow, dienen als roter Faden und kommen in jeder Episode vor.

Die Spieldauer der Episoden hängt sehr von den Entscheidungen ab, die man trifft. Manche bringen uns schneller ans Ende, andere dauern etwas länger. Insgesamt gibt es aber etwa 5 Stunden an Filmmaterial, wovon wir bei einem Durchgang etwa 4 Stunden sehen.
Sehr gut gefallen hat mir, dass die einzelnen Episoden nicht nur immer spannend sind, sondern auch stets Sinn ergeben. Denn egal, an welcher Stelle wir uns für welche Auswahl entscheiden, es kommt einem nie so vor, als ob man die „falsche“ Entscheidung getroffen hätte und die Filmsequenzen plötzlich keinen Sinn mehr ergeben. Ganz im Gegenteil. Die unterschiedlichen Filmsequenzen passen immer sehr gut auf die vorherige und ergeben so stets einen nachvollziehbaren Weg zu den unterschiedlichen Enden einer Episode.

Was mir ebenfalls sehr gut gefallen hat, sind die Filmsequenzen selbst. Die sind nämlich nicht nur qualitativ sehr hochwertig gedreht worden (wobei es immer den Anschein machen soll, als ob wir mitten im Geschehen sind), auch deren Skript und Schauspieler sind wirklich toll. Obwohl die Geschichten im Allgemeinen sehr mysteriös sind, fehlt es nämlich auch nicht an Humor, was durch die beiden Darsteller Leah Cunard und Klemens Koehring auch hervorragend herübergebracht wird. Hier zahlt es sich tatsächlich aus, dass es sich bei den beiden nicht etwa um unerfahrene Laiendarsteller handelt, sondern um professionelle Schauspieler, die ihr Handwerk auch schon in Filmen und in anderen FMV-Adventures unter Beweis gestellt haben.


Fazit:
Du hattest bisher noch keinen Kontakt zu FMV-Adventures, wolltest Dir aber schon immer einmal eines ansehen? Dann empfehle ich Dir Dark Nights with Poe and Munro. Das Episoden-Abenteur rund um die beiden Radiomoderatoren bietet nämlich nicht nur spannende Kurzgeschichten und eine tolle schauspielerische Leistung, die Entscheidungsmöglichkeiten sind auch so gut ins Spiel integriert, dass sie einen niemals aus der Geschichte herausziehen. Kurz gesagt: Dark Nights with Poe and Munro ist eines der besten FMV-Adventures der letzten Jahre und macht bei jedem Spieldurchgang aufs Neue sehr viel Spaß.

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Special vom: 19.05.2021
Autor dieses Specials: Stefan.Heppert
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